Skip to content

Vortrag über die Kontroverse „Musik, Ästhetik, Digitalisierung“ von Harry Lehmann und mir online

Am 11.9. haben Harry Lehmann und ich bei der Ultima Academy im Rahmen des Ultima Festivals in Oslo eine Übersicht über die gesamte bislang laufende Kontroverse zur Digitalisierung der Neuen Musik gegeben.

Folgende Texte werden besprochen:

Lehmann, Die Digitalisierung der Neuen Musik – ein Gedankenexperiment
Kreidler, Zum „Materialstand“ der Gegenwartsmusik
Claus-Steffen Mahnkopf, Neue Technikgläubigkeit?
Kreidler, Digital Naives oder digital Natives?

„Musik, Ästhetik, Digitalisierung – eine Kontroverse“ (Wolke-Verlag):
Mahnkopf, Antwort auf Kreidler
Kreidler, Zweite Antwort auf Mahnkopf
Mahnkopf, Zweite Antwort auf Kreidler
Kreidler, Traktat
Mahnkopf, Was heißt Avantgarde?
Mahnkopf, Über das Hören
Lehmann, Zur Entinstitutionalisierung der Neuen Musik

Patrick Frank, Kontroverse als Therapie
Reinhard Oehlschlägel, Zur „Digitalen Revolution“
Lehmann, Zum Begriff der „Digitalen Revolution“
Orm Finnendahl, Einige Gedanken zur Digitalisierung
Mahnkopf, Wider den Institutionenabbau
Volker Sträbel, Vordigitales Bewusstsein
Gottstein/Mahnkopf/Kreidler, Radiodiskussion (auch in den Musiktexten abgedruckt)
Thomas Hummel, Not als Innovationsmotor
Kreidler, COIT
Kristin Amme, Neues Hören, neues Komponieren, neue Musik?
Stefan Hetzel, Von der Tomate zur Tütensuppe – Evolution der Neuen Musik
Lehmann, Digitale Infiltrationen. Die gehaltsästhetische Wende in der Musik
Gottstein/Finnendahl/Kreidler, Podiumsdiskussion in Darmstadt 2010
Kreidler, Feeds. Hören TV, 4. Sendung
Lehmann, Die Digitale Revolution der Musik

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

 

Krebsumkehrungssymmtrie
Barock
Hintergrund

Darstellung von Opposition, ohne Hintergrund

Wie man melodische Sätze auffasst

Der bessere Teil der Kriterien

Die von Hegel identifizierte Ahnung

Durthema
Schopenhauer-Lektüre

Plagale Argumente

Hören im 21. Jahrhundert

(via Glaserei)

Früher auf Kulturtechno: Militärische Riesenohren

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

 

Der Ursprung ist umgekehrt

Die Schwellendimension der Oberstimme bei Imitationssätzen

Die Musik 1914-1916

Das Vertraute zunächst mitbekommen

Eggebrecht fragen

Aufführung
Lehre
Anspruch

Vernichtung allen Selbstvertändnisses

Brian Chans selbstgebauten Instrumente

Drüben auf BOOOOOOOM! läuft eine Serie von selbstgebauten Kunst-Instrumenten.

ination / Brian Chan

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

Kontrapunktische Malerei. Acrylmusik.

Die Dichotomie der Empfindungen

Der Schlusspunkt der Erfahrung

Ein Vorrat an Einfühlung

Sprache variabel verschränkt

Materialien
Material
Materie
Mater

Stoffschichten
Schwellenzeit
Berlin

Charts Music @Time Canvas Antwerpen

Heute spielt das Ensemble Champ d’Action beim Time Canvas Festival in Antwerpen mein Stück „Charts Music“ in der Instrumentalversion (von Mark Knoop). Anwesenheitsbedingung für alle belgischen und angrenzenden Kulturtechnoleser.

Information wants to be free: ein Portal für freie Klassikaufnahmen

Vor einem halben Jahr ging die Meldung um, dass eine Pianistin die Goldberg-Variationen eingespielt und zum freien Gebrauch veröffentlicht hat. Dazu habe ich seinerzeit geschrieben:

Man kann davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren freie Aufnahmen des gesamten Klassikrepertoires veröffentlicht werden.

Dem ist man nun ein Schritt näher, das Projekt Musopen ist eine Website, die freie Aufnahmen urheberrechtlich nicht mehr geschützter Musik, also vor allem der sogenannten klassischen Musik, anbietet.
Es ist egal, ob man das gut oder schlecht findet, es zeigt mal wieder: Information wants to be free. Es gibt immer einen Deppen / einen Helden, der es umsonst macht oder jedenfalls nicht mit Aussicht auf Tantiemen. Für die Menschheit.

Meine nächste Prognose lautet: Diese freien Aufnahmen werden immer besser und hochkarätiger werden. Ich kann mir sogar vorstellen, dass bald die besten Orchester der Welt darin konkurrieren, wer zuerst eine freie Aufnahme der klassischen Evergreens publiziert. Schließlich sind das alles hochsubventionierte Betriebe, die allerbeste Gegenleistung wären daher Produkte, die öffentliches Eigentum sind. Außerdem ist das auch die letzte Konsequenz im gesättigten Klassik-Tonträgermarkt. Und dann ist es eben auch noch so: Es gibt Dinge, mit denen man Geld verdienen kann (Konzerte zum Beispiel), und Dinge, mit denen man kein Geld (mehr) verdienen kann. Tonträger zum Beispiel.

(via die ZEIT)

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

Der Theoretiker imaginiert seinen Klassizismus

Das Desiderat genießt Vollkommenheit

Die Utopie sonarer Tonartbereiche

Die rhythmische Gesellschaft

Wille
Quadrat
Anspruch

Regulationssysteme
Stimmen
Penis

Die harmonische Wirklichkeit

Der BILD-Algorithmus

Fehlt allerdings der Sport.

(via Kraftfuttermischwerk)

Früher auf Kulturtechno: Der Tatort-Algorithmus

++++++++++++++
Aphorismen des Tages:

Der Rezipient des konstruktiven Wechsels

Die Lichtschranke am Ende des Tunnels

Formlos definierte Tiefenschärfe

Erotik in Sprechblasen

Intelligenz
Showeinlagen
Markendruck

Götterwerke wussten schöne Weltrevolutionen

Der Mensch wird Mädchen

Radiogespräch aus der John-Cage Nacht online

Das Radiogespräch zwischen Mark Barden, Martin Schüttler und mir, moderiert von Carolin Naujocks, anlässlich John Cages 100. Geburtstag (Kulturtechno berichtete), hat jemand hochgeladen.

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

 

Verehrt die Idee!

Vergeudet mehr Fragen!

Diese brutale Wechselnote

harmonisches Pech

Duett der Hoden

Johann Sebastian Bach (1929-1959)

Form
Augen
Vertonung

Kreidler @Ferneyhough-Gesprächskonzert im DeutschlandRadio

Heute Nacht um 0.05h wird auf DeutschlandRadio Kultur das zweite von drei Gesprächskonzerten der Darmstädter Ferienkurse übertragen, bei denen ich mitgewirkt habe.

Brian Ferneyhough
‚Liber Scintillarum‘ – Uraufführung (zwei Aufführungen)
ensemble recherche
Moderation:
Mark Barden, Johannes Kreidler, Martin Schüttler

Das Konzept ist einfach und klar und führt doch hoffentlich nicht nur zu intensiven Höreindrücken, sondern auch zu kontroversen Auseinandersetzungen: An drei Matinee-Vormittagen wird das Freiburger ensemble recherche jeweils ein Werk von Mathias Spahlinger, Brian Ferneyhough und Wolfgang Rihm zweimal zu Gehör bringen. Zwischen beiden Aufführungen befragt das Komponisten-Trio Mark Barden, Johannes Kreidler und Martin Schüttler als Vertreter der jungen Generation die Vätergeneration. Ehrfurcht ist hier fehl am Platz – und auch nicht zu erwarten, wenn man die drei Herren Barden, Kreidler und Schüttler richtig einschätzt, sodass ein Austausch zu erwarten ist, der wirklich in die Tiefe geht, worauf sich freilich Spahlinger, Ferneyhough und Rihm auch darauf einlassen müssen …

http://www.dradio.de/dkultur/vorschau/

Am 27. dann kommt das Gesprächskonzert mit Wolfgang Rihm. Kulturtechno wird noch mal darauf hinweisen.

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

 

Die Normalität unterschiedlicher Sprachspiele

Industrie;
Kunst;
Leiden

Das soziale Zitat

Zürich wird Rauschen

Darmstädter Akkorde

erwägen;
konstruieren;
können

material nimmt weg.

„Neue Musik“, freie Genrewahl und die „gehaltsästhetische Wende“

Aktuell läuft im BadBlog die Diskussion darüber, wie die Dogma-Film-Regeln in der „Neuen Musik“ aussehen könnten.

Erst mal ist es ja kurios, dass ausgerechnet da, wo sonst so oft starre Dogmen (Darmstadt!!!) moniert werden, man sich nun der Dogmen erfreut. Dann wäre mal wieder zu fragen, welche „Neue Musik“ denn gemeint ist – die in Darmstadt geplante, die in Donaueschingen kuratierte, die in Bludenz oder die beim letzten Vermittlungsfestival in der schwäbischen Provinz? Die vom Schott-Verlag oder die vom Hubert-Hoche-Verlag, die, die in Köln gelehrt wird, die, die in Münschen unterrichtet wird oder die an der Hochschule für Musik und Theater Rostock? Die vom Ensemble Recherche gespielte, die vom Ensemble Mosaik oder die von den United Instruments of Lucilin?

Ich versuche tunlichst, ohne historische Vor- und Leitbilder auszukommen. Selbsterfundene Dogmen, ok, dann aber wirklich selbsterfundene, und nicht sich an denen der dänischen Filmemacher aus den 1990ern anlehnen, ja, wenn dann es nicht wieder „Dogma“ nennen, sondern eine neue, eigene Formulierung finden und eine aktuelle innere Notwendigkeit benennen.

Zurück zum „Neue Musik“-Begriff: Wie schon angedeutet, für die plurale Gegenwart wird es immer schwerer, eine derartige Bewegung auf eine Definition zu bringen. Historisch, also im 20. Jahrhundert, war die Definition ziemlich klar: „Neue Musik“ war die atonale Musik; aus der Tradition der „klassischen Musik“ kommend hauptsächlich auf traditionellen Instrumenten im Konzertsaal gespielt. Ich habe früher in einem Text über Popmusik diese Unterscheidung dargestellt. Ich bleibe im Folgenden erst mal bei dieser Definition: Neue Musik = atonale Musik (harmonisch, metrisch, formal).

Das alles zur Einleitung. Worauf ich hinaus will: Moritz beschreibt eine Sache, die ich interessant finde, das produktive Dogma:

„Keine Genres!“

Zunächst sehe ich da kein Problem, im Gegenteil finde ich ja, dass es in der atonalen Musik tatsächlich fast keine Genres gibt, vielleicht die Tape-Musik, das Streichquartett und das Instrumentalkonzert; es mögen sich Konventionen und institutionelle Zwänge einschleichen, aber jedenfalls ist das viel schwächer ausgeprägt im Vergleich zur Etikettierungswut im Pop, etwa die Genre-Manie in der Metal-Musik!

Nebenbei: Immer wieder in der Kunst die Begriffe ausdehnen ist prima, aber die Beschwerde über Genres („Schubladendenken!“) ist niveaulos. Wer sich darüber mokiert, soll sich erst mal bei Hegel über begriffliches Denken informieren.

Die Popmusik ist voll von Genres, man könnte sich einmal fragen, woran das liegt; vielleicht daran, dass es von ihr so viel mehr gibt und sie sich entsprechend ausdifferenziert; und, weil sie formal und klanglich weitaus festgelegter ist, etwa auf rhythmische Schemata, Tempi und Band-Formationen – und weil das Volk die Orientierung braucht?!

Die „Keine Genres“-Definition halte ich dagegen gerade für DEN Ansatz der atonalen Musik schlechthin und bedarf insofern keines neuzuformulierenden Dogmas. Wenn sich aber die Definition der Neuen Musik des 20. Jahrhunderts (Atonalität) auflöst, dann wäre das zB daran zu sehen, dass sie in diese Bereiche vordringt, also: sich dieser Genres bedient. Spaßeshalber, wem also die Dogma-Bewegung imponiert oder wer das Sendungsbewusstsein verspürt, möge es denn ausrufen:

„Bedient euch der Genres, statt endlos indifferenten Neue-Musik-Sound zu produzieren!“

Dann wären da zB:

Ein „Neue Musik“-Jazzstück (Bebop)
Ein „Neue Musik“-Popsong
Ein „Neue Musik“-Metalgitarrensolo
Ein „Neue Musik“-Schlager
Ein „Neue Musik“-Volkslied
Ein „Neue Musik“-Clubsound
Ein „Neue Musik“-Bossa Nova
Ein „Neue Musik“-Dubstep-Track
usw.

Das erscheint mir als Aufgabenstellung spannend, sich zu überlegen, wie solche Musik sich anhören könnte. Was unterscheidet sie dann von herkömmlichem Bossa Nova? Oder kann es ununterscheidbar für Bossa Nova-Fans ein Bossa Nova sein und für die „Neue Musik“-Eingeweihten auch noch „Neue Musik“ (sogenannte postmoderne Doppelkodierung)? Und dann als Musiktheater eine Neue-Musik-Talkshow..!

Es gibt freilich Ansätze und eine Tradition. Im 20. Jahrhundert wurde oft auf die vorangegangene klassische Musik rekurriert, gerade bei Webern (Variationen für Klavier, Symphonie, Konzert) oder Schönberg (Walzer, Suite) und die italienischen Spielanweisungen als Titel sind nach Lachenmann (Allegro sostenuto, Echo Andante) und Spahlinger (morendo, furioso, sotto voce) zu einem Topos der „Neuen Musik“ geworden. Immer war da der Witz, dass auf Aspekte der eigenen Tradition mit atonalen Mitteln dialektisch Bezug genommen wurde („Hä, wo ist denn da der Walzer?“)

Nun könnte man sich aber auch allen anderen Musiken zuwenden, die originär nicht der „Neuen Musik“ angehören. Strawinsky hat zum Beispiel einen schönen Tango komponiert, oder einen genialen dekonstruierten Ragtime. „Dekonstruktion“ ist ohnehin ein Verfahren, dass hier naheliegt.

Man könnte einmal die klassischen Verfahren der „Neuen Musik“ des 20. Jahrhunderts sammeln:

Bruitismus
Spetraklismus
Komplexismus
Serialismus
Neue Einfachheit
Fragmentästhetik
Massenphänomene
Klangflächenkomposition
Geräuschmusik
Akusmatik
Sampling
Dekonstruktion
Phasenverschiebung
Minimalismus
etc.

Und nun querverbinden (nicht unbedingt als wilde Collage, sondern konzentiert):

Spektral-Schlager
Serielle Metalgitarrensoli
Dixieland-Fragmente
Volkslied-Klangflächenkomposition
Dubstep-Neue Einfachheit
Komplexistischer Popsong
Punk-Massenkomposition
usw.

Bei mir fing das an mit Popmusiksamples, die ich in atonal-strukturelle Satztechniken eingebaut habe. Aber ein Stück wie Charts Music ist dann tatsächlich NUR Popmusik an der Oberfläche, durchgehend 4/4 Takt, durchgehend tonale Harmonien; allein die Form ist eine Reihenform (also ein atonales Formmodell). Aber: Das Stück ist im Ganzen meines Erachtens „Neue Musik“, denn kein Popmusiker würde so ein Stück komponieren.

Der Grund ist nicht, weil ich eben aus der „Neuen Musik“ komme, oder weil ich es in der Szene präsentieren würde (hab ich ja gar nicht, sondern im Netz). Es gibt immer wieder Leute, die aus reiner Provokation tonale Musik an einem Szeneort der „Neuen Musik“ auftischen, als eine Art Ready-Made. Ich denke da an Richard Ayres, der in Donaueschingen mal eine etwas durchgeknallte Marschmusik brachte. Das ist halt eine momentane Provokation, aber lebt allein von dieser Um-Kontextualisierung, der schieren Behauptung, das jetzt mal als „Neue Musik“ zu hören.

Ein Stück wie Charts Music ist darum „Neue Musik“, nun ja, weil es halt „Kunst“ ist und keine Unterhaltungsmusik! (Gleichwohl es bei der GEMA natürlich als U-Musik gehandhabt wird, da sind wir auch noch im 20. Jahrhundert.) Darum gebrauche ich hin und wieder auch die Bezeichnungen „Kunstmusik“ oder „Musikkunst“. Jedoch finde ich immer noch, dass „Neue Musik“ insofern der beste Begriff ist, weil Kunst den Anspruch haben MUSS, irgendwie etwas Neues in die Welt zu setzen; alles andere ist der Mühe und die Subventionssgelder einfach nicht wert.

Was ist an meinem Stück „Kunst“? Harry Lehmann hat die Idee der „gehaltsästhetischen Wende“ ins Spiel gebracht: weg von einer Material-Definition (wenn man darunter die Definition von Atonalität versteht), hin zu einer Definition, die sich am Niveau von Gehalten orientiert. Charts Music ist darum „Neue Musik“, weil es einen Widerspruch zwischen absteigenden Melodien in seichten Pop-Arrangements und ihrer Herleitung, dem ökonomischen Desaster der Finanzkrise 2009, ausdrückt.

Nach der „gehaltsästhetischen Wende“ kann jedes Genre, jede Instrumentalbesetzung, jeder Musikkontext „Neue Musik“ sein, ob tonal oder atonal, ob Kratzen hinterm Geigensteg oder die vier Akkorde einer Punkband. Es geht vielmehr um ihre semantische Konstellation, um die Relation von Gehalten.

Hört sich nach einer großen Befreiung an; jedoch steckt darin auch die Gefahr der Restauration: Es gibt einige Komponisten, denen das die willkommene Legitimation ist, wieder ihre üblichen Klavierkonzerte und Flötensolostücke zu produzieren. Ich will meinen: Mit der „gehaltsästhetischen Wende“ kann es nur ernst sein, wenn wirklich eine umfassende freie Genrewahl stattfindet: wenn ein Komponist – meinetwegen! – ein Klavierkonzert schreibt, aber als nächstes dann die abgefuckteste Elektronikperformance und danach „Neue Musik“-Capoeira. Oder sagen wir: „Kunst“-Capoeira.

Kunst-Schlager
Kunst-Punk
Kunst-Dubstep
Kunst-Pop
Kunst-Blues
Kunst-Klassik
usw.

Hier kommt nun die neue Technologie ins Spiel: Früher war man eben Experte für das eine oder andere Genre und agierte an entsprechenden Institutionen. Heute aber gibt es zB Kompositions- und Abspielprogramme und Informationen im Netz, die es ermöglichen, viel weiter hinaus mit seiner Profession zu gelangen – oder man stellt Hilfskräfte an. Dann erst wird es ernst mit der freien Genrewahl und einer Neu-Definition von „Neuer Musik“.

Wenn es wie das

Wenn es analog zum „Photoshop“ einen „Soundshop“ gäbe: Das Neue-Musik-Effekte-Menü.

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

Womit wurde erlebt?

Das Musikmitglied

Hegel ist transformiert

Jagen durch Denken

Zittern ist definiert

Zeit zitiert

beziehen = reduzieren. Kontext = Reduktion

Klassische Ein-Ton-Stücke

Henry Purcell: Fantasia Upon One Note (Jordi Savall)
Bratsche spielt immer denselben Ton.

Antonin Reicha: 36 Fugen, Nr. 18 (Jaroslav Tuma)

Gioachino Rossini: Adieux à la vie (Gemma Bertagnolli, Sopran und Antonio Ballista, Klavier).

Peter Cornelius: Ein Ton (Original für Stimme und Klavier, auf YouTube findet sich nur ein Sax-Arrangement) (Ties Mellema und Hans Eijsackers)

Ottorino Respighi: Fountains of Rome, 2nd movement: The Triton Fountain in the morning (University of Michigan Philharmonia Orchestra, Yaniv Dinur).
Hörner spielen immer denselben Ton.

(Nach dem Buch „Minimal Music“ von Ulrich Linke)

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

 

Verzierte Vergeistigung

Menschen / Kunst

Die Härte der Narration

Letzthin entscheiden Textstrukturen

Zahlen sprechen Geschmack. Zahlen: Weltgefühl

Die Menschheit in permanenter Zurückhaltung

Defensive Schlagaufgabe