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Kategorie Theorie

Michael von zur Mühlens Essay “Free Oper!”

Ein schöner Beitrag von Regisseur und Dramaturg Michael von zur Mühlen in “Theater der Zeit”.

Das Problem der zeitgenössischen Oper kann nur durch eine intensivere Praxis von Ur- und Nachauführungen gelöst werden. Bei aller Liebe zur Ausgrabung und der damit verbundenen musikgeschichtlichen Bereicherung: Es gibt mehr als genug bei noch lebenden Komponisten zu entdecken! Komponisten müssen langfristig an die Häuser gebunden werden. Es fällt kein Opernkomponist vom Himmel, aber heute sollen immer sofort Meisterwerke geschrieben werden. Es darf nicht mehr bei einmaligen Versuchen bleiben. In Literatur, Dramatik und der bildenden Kunst arbeiten die Produzenten in ständigem Fluss und stehen im kontinuierlichen Austausch mit Publikum und Institutionen. Wir müssen radikal fragen, in welchen Prozessen zeitgenössisches Musiktheater entstehen kann, jenseits der Trennung von Werk und Inszenierung.

https://static1.squarespace.com/static/52931a02e4b0a535daf24bd1/t/59cac787f9a61e6ef350957b/1506461586803/TdZ_05-2017_Free+Oper.pdf

Daniel Feiges Text über >Entgrenzung und Rekonstitution in der Musik<

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift >Musik & Ästhetik< steht ein Aufsatz von Daniel Feige, in dem dieser ausführlich auf meinen Text >Der aufgelöste Musikbegriff< eingeht.

Sollten wir aus der Tatsache, dass eine inhaltliche Definition der Ausdrucksmöglichkeiten der Künste dadurch unmöglich ist, dass die Medien und Materialien der jeweiligen Künste nichts anderes sind als das, was aus ihnen im Rahmen der jeweiligen Werke vor dem Hintergrund früherer Werke gemacht worden ist, schließen, dass es gar keine Künste im Plural gibt sondern nur die Kunst im Singular? Johannes Kreidler scheint jüngst etwas Entsprechendes in der Musik & Ästhetik behauptet zu haben. Unter Rekurs unter anderem auf Arbeiten von Jeppe Ernst, Kaj Duncan David und Nevin Aladag schlägt er vor, den Begriff der Musik insgesamt fallen zu lassen, da er in ihm letztlich eine willkürliche Grenzziehung sieht, die die Produktion ästhetisch relevanter Gegenstände eher verhindert denn begünstigt. Auch wenn der Text in Teilen diagnostisch daherkommt, ist er in Wahrheit Ausdruck einer Regelpoetik. Polemisch könnte man sagen, dass egal wie oft man die durch die Digitalisierung herbeigeführten Umbrüche zitiert auch im Reich des Ästhetischen kein Sollen aus dem Sein folgt. Freundlicher formuliert könnte man sagen, dass der Text sich zu Recht gegen einseitige und verengte Verständnisse der Praxis von Komponierenden wendet und dabei zugleich gegen den Gedanken, dass die Entwicklung des musikalischen Materials einem prospektivteleologischen Gradienten folgt. Ich möchte festhalten: Kreidlers Überlegungen gehen in eine Richtung, die dem, was ich hier entwickele, durchaus verwandt ist.

http://www.academia.edu/33689762/Zwischen_den_K%C3%BCnsten._Entgrenzung_und_Rekonstitution_in_der_Musik

Der Text macht hilfreiche geschichtliche Einordnungen; er geht teilweise kritisch mit dem meinen ins Gericht, ist aber selber sicherlich auch angreifbar, insbesondere da er die >institutionellen Aprioris< ignoriert.
Die Frage des >aufgelösten Musikbegriffs< wird demnächst in den Positionen Thema des Heftes sein, mit einem Streitgespräch zwischen Gisela Nauck und mir. Auch von Harry Lehmann steht ein Text in der Pipeline, der zu diesen Fragen Stellung bezieht.
Schon Anfang des Jahres erschien in den MusikTexten das Gespräch zwischen Hannes Seidl und mir zum Thema “Auflösen / Erweitern”.
Nächstes Jahr werde ich einige >Nachbemerkungen zum aufgelösten Musikbegriff< veröffentlichen, die wiederum den auf den Text Reagierenden antworten wird.

Buch “Zahl und Moral”

Heute ein Buchtipp, da dieses Werk wohl bislang wenig Beachtung gefunden hat: Eine sehr, sehr tolle Lektüre, essayistisch-aphoristisch (aber knapp 900 Seiten) über ein Thema, von dem man einerseits denkt, das gibt es gar nicht, andererseits längst darüber gebündelte Reflexionen erwartet. Hier sind sie, 2014 erschienen, von dem Philosophen Albert Breier, der auch Komponist ist. Ein sehr gut lesbarer literarischer Stil, reif in seiner Kohärenz, von stupender Belesenheit, Originalität und Tiefe. Die Sätze beanspruchen vielmehr ästhetische als wissenschaftliche Wahrheit, das macht das Buch so schön. Einzig ein konservativer Zug des Autors stört bisweilen. Nuja, man ist ja nie 100% mit etwas in Einklang. Dafür wiederum so bewundernswert, wie viele Jahre der Autor für dieses Opus Magnum nahm, und formuliert dabei mit eleganter Bescheidenheit.

Das lockere Neben- und Nacheinander der Addition weicht zunächst dem Zwang der Subtraktion, dann dem Gedränge der Multiplikation und schließlich den harten Schlägen der Division.

Jede Division, jeder Bruch bedeutet eine Verletzung.

Die Subtraktion ist eine Buße, die Division eine Strafe.

Vor der Einführung der 0 war die Division gewissermaßen harmloser; erst ihre Verbindung (oder besser gesagt ihr Zusammenstoß) mit der 0 offenbart ihre ganze zerstörerische Kraft.

Die Grundrechenarten sollen zu philosophischen Kategorien werden.

Wenn der Einsame den Mut zur Nacktheit hätte, wäre er aus seiner Einsamkeit erlöst – oder selbst in seiner Einsamkeit erlöst. So aber steht er beständig im Dialog mit seinen Kleidern, denen er seine sinnlosen Geheimnisse anvertraut.

Suggeriert die Multiplikation mit Null Zerstörung, so gibt die Division durch Null gleichsam die Ahnung einer jenseitigen Welt.

Eine der bekanntesten Denkdissonanzen der Mathematik ist der Satz “Minus mal Minus gleich plus.”

Der Eins wurde der Zahlcharakter oft ganz abgesprochen, die Zwei ist weniger Zahl als Bezeichnung eines Gegenüber, mit der Drei aber beginnt die mathematische Komplexität.

Die Addition ist eine freie Jagd nach Zahlenbeute, die Multiplikation eine reiche Ernte aus planvoller Pflanzung.

Auf die subtrahierende Reformation reagiert die Gegenreformation mit der gewaltigen Anstrengung einer Multiplikation.

Bei einigen Indianerstämmen Südamerikas war es anscheinend üblich, von Zwillingskindern jeweils eines sofort nach der Geburt zu töten.

Das, was Kierkegaard die “Unmittelbarkeit nach der Reflexion” nannte.

https://www.amazon.de/Zahl-Moral-Entwurf-Passagen-Philosophie/dp/3709201322

Harry Lehmanns Vortrag “The Identity Crisis of New Music”

Ein umfassender Vortrag der Musikphilosophie Harry Lehmanns, mit aktuellen Beispielen, darunter auch meine Performance Earjobs und der Gedankenaustausch mit Hannes Seidl.

Lecture at the MUSICA ELECTRONICA NOVA FESTIVAL, University of Wrocław, 24th of May 2017.

In this Lecture at the MUSICA ELECTRONICA NOVA FESTIVAL in Wrocław, I tried for the first time to combine the very different ideas of Conceptual Music, Relational Music, Musical Postmodernism and ePlayer-Music (in respect to Contemporary Classical Music) in one theoretical framework.

Berufsverband Bildende Künstler vergibt Förderpreis für “Sound und Geräusche”

Die SZ schreibt:

Der Berufsverband Bildende Künstler vergibt seine Förderpreise. Zu denen zählt neuerdings auch eine Auszeichnung für “Sound und Geräusche”

Ein weiterer Beleg für das immer stärkere Verwischen der Kunstsparten, weswegen ich den Text Der aufgelöste Musikbegriff geschrieben habe und was ich mit Hannes Seidl jüngst in den MusikTexten diskutiert habe.

Denn: In den letzten Jahren hat sich in der Kunst (und mittlerweile explizit auch in der Musik) die Idee festgesetzt, dass angesichts von Medienmoderne und globalem Austausch die Getrenntheit der Kunstsparten zur Disposition steht. Das vorläufige Ergebnis: Auf dem Musikfestival macht man Konzeptkunst, während in der Ausstellungshalle gesungen und getanzt wird, die Tanzbühne ist Diskursmedium geworden derweil im Sprechtheater Museumskuratoren walten. Dieses ›Durcheinander‹ stellt nach anfänglichem Reiz wiederum sehr grundsätzliche Fragen an Wahrnehmung, Begrifflichkeiten und Institutionen.

Why You Should Consider Converting Your Music To A=432 Hz

Musikthesoterik-

432 Hz is said to be mathematically consistent with the patterns of the universe. It is said that 432 Hz vibrates with the universe’s golden mean PHI and unifies the properties of light, time, space, matter, gravity and magnetism with biology, the DNA code, and consciousness. When our atoms and DNA start to resonate in harmony with the spiralling pattern of nature, our sense of connection to nature is said to be magnified. The number 432 is also reflected in ratios of the sun, Earth, and moon, as well as the precession of the equinoxes, the Great Pyramid of Egypt, Stonehenge, and the Sri Yantra, among many other sacred sites.
[...]
“Music based on C=128hz (C note in concert A=432hz) will support humanity on its way towards spiritual freedom. The inner ear of the human being is built on C=128 hz.” – Rudolph Steiner


http://www.collective-evolution.com/2013/12/21/heres-why-you-should-convert-your-music-to-432hz/

(Danke für den Tipp, Enkidu!)

Immaterial

Gesamtkunstwerk Konzeptualismus
Gesamtkonzeptwerk
->
Konzeptsex
usw.

Angewandt, das Angewand
Drang nach Kunst, egal welches Medium
Kreativität und sexuelle Potenz

Materialfortschritt auf dem Klo und unter meiner Bettdecke.

Sieg über die Maschine. Der Computer kann so vieles – aber er kann sich – noch jedenfalls – nicht Konzepte ausdenken. Mahnkopf müsste eigentlich Konzeptualist sein; die scharfsinnigste Wehr gegen die technologische Kränkung. Konzeptualismus ist Subjektivismus, ja, Expressionismus.
Planned Obsolescence hat auch eine humanistische Dimension: Die Maschinen müssen sterben, und der Mensch muss sie überleben. Niemand will eine Glühbirne kaufen, die 150 Jahre lang funktioniert; es wäre demütigend.

Das Zweitgeschenk
Das Repräsent.

Kompomist. Komponismus. Kompositionismus.

Konzeptualismus
Mansplaining

Zerstörungskunst, Destrukturen

Konzeptualismus ist Idealismus

Semantische Explosion und Entqualifizierung durch Atonalität; die Dialektik der Neuen Musik. Das selbst ist ihre Semantik.

Bemerkenswerterweise impliziert fast jede ausdrückliche Semantisierung von Musik ein humoristische Distanzierung, durch die entstehende Doppelwirkung von Bedeutung und rein-sinnlicher Musik, die sich irgendwie doch immer widersprechen und damit einen komischen Effekt auslösen. Selbst der Bach-Choral in Bergs Violinkonzertrequiem hat etwas Groteskes, da er von Klarinetten gespielt wird, Instrumente, die es zu Bachs Zeit noch gar nicht gab.

Ein (später) Kristallisationspunkt. Mit dem Konzeptualismus kommt wirklich wieder alles, was die (Neue) Musik ausmacht, auf den Prüfstand. Werk, Zeit, Hören, Ästhetik/Anästhetik, Sinn, Ratio, Vermittlung, Autorschaft, Material, Medien, Tradition, Institutionen, Rahmenbedingungen, Erkenntnistheorie, Definition, Politik. Das große Ganze, das größte Ganze, das größte mögliche Ganze.

Der Pate der Konzeptmusik vor Cage, Duchamp und Satie ist Heinrich Schütz.

Sicherlich ist Philosophie ohne Sprachuntersuchung nicht mehr zu denken. Wortspiel und Worternst, Welt als Wort als Welt. Alsismus.

Eine Idee ist nicht teilbar. Es kann im Konzeptualismus keine Unvollendete geben.

Im Ersten Weltkrieg habe ich an der Front 17 Franzosen und 8 Engländer getötet.

Wenn der Komponist auf andere Medien zugreift stellt sich die Professionialitätsfrage. Lösungen: a) mehr Kollaboration b) mehr eigene Kompetenz auch in anderen Medien c) keine Kompetenzansprüche erheben d) Professionalität umdefinieren.
Die Hürde, andere Medien wie Video, Performance zu verwenden ist nicht so hoch, aber die Semantiken, die damit gesteigert dazukommen, diese Hürde ist für Komponisten hoch.
Unterricht in Bedeutungsgestaltung.

Konzeptmusik, englisch concept music, wörtlich zu deutsch “Begriffsmusik”- eigentlich noch viel besserer Ausdruck, das ist wirklich provokant und neu, zumal damit ja nicht nur Verbalpartituren gemeint sind, aber Musik, aus der Begriffe transzendieren und das Wesen von Begriffsbildung.

Ein Komponist (Konzeptualist) ist jemand, der nicht weiß, was Musik ist.

Expressive Musik ist nicht mehr expressiv.

Listomania
Jedem Begriff liegt eine Liste zugrunde.
Jeder Begriff ist ein Sammelbegriff, ein Listenbegriff.

Arnold Schönberg einen Kompositionsauftrag geben.
Frédéric Chopin einen Kompositionsauftrag geben.
Wolfgang Amadeus Mozart einen Kompositionsauftrag geben.
Johann Sebastian Bach
Komponieren wird immer mehr zum Kuratieren.
Kurationalität
Kuratifizieren
Kurationisten, Kurationismus, Ku-Irrationalismus.
Oberwassermusik

Immaterial

Ideengeschichte
https://de.wikipedia.org/wiki/Ideengeschichte

Beispielsweise Fukuyama: Das „Ende der Geschichte“ wird entweder verlacht, weil es zu unseren Lebzeiten gewiss nicht eintritt, oder bleibt bestenfalls eine nicht uninteressante politische Spekulation und ein lohnenswertes philosophisches Gedankenexperiment. Trotzdem hat sich Fukuyama unsterblich gemacht: Weil er eine Idee (die sich gerade durch die knackige Formulierung – dass man darauf erst 1989 gekommen ist?!) in die Welt gesetzt hat, die viele anregt, die in dieser Schärfe noch nicht formuliert wurde.
Ähnlich Aussagen wie Descartes „Ich denke, also bin ich“ oder Leibnizens „Wir leben in der besten aller möglichen Welten“. Inhaltlich unentwegt widerlegt, aber diese Sätze bleiben bestehen, weil sie schillern, weil sie Ideen sind, die die Kraft der Neuheit nicht nur hatten, sondern für immer haben. Primat der Pioniere.
Immer wieder war Postmoderne, zB auch beim frühen Nietzsche.
Beethovens Symphonien sind nicht Symphonien, sondern postmoderne Klassik.
Auch postmodern: Don Quixote
Beethovens Fugen sind Hyperfugen.
Dennoch: Die Idee der Postmoderne kam zu dem Zeitpunkt auf, der ihr den Namen gab: Nach der Moderne. Ideengeschichtlich ist die Postmoderne eine zeitlich klar festgelegte Epoche. Nun könnte man sagen, wenn dennoch jede Epoche ihre eigene Postmoderne hat, dann leben wir jetzt in der Postmoderne der Postmoderne.
Nach Eco hat wohl jede Epoche ihren Manierismus und ihre Postmoderne. Dem ist hinzuzufügen: und ihre Romantik, in Deutschland.

Immaterial

Futurisiert euch!
Die letzten 500 Millionen Jahre der Menschheit. Die extreme Relation, die extremste Relation, der unmöglichste Rhythmus. 639 Jahre = as fast as possible. Der Maßstab ohne Ende, der futuristische Imperativ, Seinsfiction, Eternalismus, Atonarumori, Fermatismus.

Imperfektionismus
Auch Konzeptualismus, auch Trashästhetik ist Materialbeherrschung, und in gewisser Hinsicht auf höherem Niveau als streberhafte Optimierungsbeflissenheit an jeder Stelle. Konzeptuelle Versiertheit heißt auch, zu wissen wo es ein zu Viel des Guten gibt.

Gute Kunst ist autoreflexiv. Gute Kunst sagt abgrundtief „ich“.

Inkommensurabilität.
Konzeptualismus ist die maximal mögliche nicht-quantitative, nicht quantisierbare Musik. Es geht allein um Qualitäten, um singuläre, nicht vergleichbare Ideen. Semantik statt Mathematik.

Wir mögen es, wenn Kinder kreativ sind, das ist: schön, in einem tiefen Sinne. So wie wir überhaupt Kinder in die Welt setzen, um etwas Neues in die Welt zu bringen, die Natur ihre Würfel werfen lassen.

Neuer Konzeptualismus: Das ist, anders als der Konzeptualismus der 60er Jahre, kein analytischer, sondern einer, der mit Gehalten arbeitet. Vgl. Damien Hirst, der Sol LeWitts Kuben mit einem Hai füllt, Santiago Sierra, der eine minimalistische Linie auf den Rücken von Prostituierten tätowieren lässt gegen wenige Dollar. Harry Lehmann beschreibt diesen Wechsel eindrücklich in seiner Gehaltsästhetik.
Ich könnte bei mir das zeigen anhand der Schwerkraft, wenn ich bspw. viele verschiedene Schuhtypen auf Gitarrensaiten fallen lasse; anders als in Reichs Pendulum Music erzeugt die Schwerkraft keine rhythmischen Patterns, sondern scannt die Oberfläche dieser Kulturprodukte.

Konzeptmusik ist eine generelle Philosophie der Neuen Musik.

Konzeptualismus heisst konzeptuelle Verantwortung. Über jede Schallwelle, jeden Ton wurde nach schwerem Ringen, skrupulosem Reflektieren entschieden, dass er erklingen soll.

Präzision. Die Helle des „großen Mittags“ (Nietzsche). Katzelmacher von Fassbinder, die Überhelligkeit.

Krise der Expression: Darum auch Techno statt Rock gegen Ende des 20. Jahrhunderts, Repetition statt Expression.

Autoreflexion, Autodestruktion, Autobahn (Kraftwerk). Konsequenzkonzeptualismus und Differenzkonzeptualismus.

Konsequenzkonzeptualismus
Differenzkonzeptualismus
Liberalkonzeptualismus
Föderalkonzeptualismus
Tonalkonzeptualismus
Chronokonzeptualismus
Sequenzkonzeptualismus
Essentialkonzeptualismus
Latenzkonzeptualismus
Erfolgskonzeptualismus
Hochkonzeptualismus
Barockkonzeptualismus
Quellkonzeptualismus
Expressionskonzeptualismus
Konzeptkonzeptualismus

Erkennbarkeit
Extrembarkeit

Immaterial

Meese
Jonathan Meese nimmt einen neuen Spitzenpunkt ein, wenn er die Kunst selbst konzeptualisiert; die Malereien sind nur noch Vehikel; er ist aber auch kein analytischer oder gehaltsästhetischer Konzeptualist, sondern ein autoreflexiver, er konzeptualisiert die Kunst als Konzept. Er befasst sich nicht mit dem Wesen der Kunst in ihren Institutionen oder dergleichen, sondern in ihrer abstrakten Philosophie als Thema, und macht damit wiederum Kunst; bezeichnenderweise ist das in ihrer materiellen Manifestation ziemlich trashig. Paradoxerweise ist gerade diese Anästhetik hochgradig performativ. (Hinzu kommt aber auch die provokative Kraft der geborgten Ästhetik des Totalitarismus, Hitlergruß und Parolen brüllen.)
Meese konzeptualisiert >die Kunst<. Stell dir Kunst vor! Er schafft das aber mit einer performativen Strategie: Er rückt die Kunst in eine unerreichbare Instanz, er entmaterialisiert sie dadurch.
Irritierend bei Meese ist, dass es schwer einzuordnen ist, vorgeblich Maler, am ehesten Performer und Konzeptualist, aber nichts davon trifft genau zu.
Der Prototypische Fall von „statt Kunst wird nur noch über Kunst geredet“. Eine Kunsttheorie als Kunst.
#Smoothie (58‘) #Ringelpiezmitanfassen (1°11‘15“)


Wichtig: Die Kritik der Studentenkneipe. Kniet niemals mehr nieder.

Dieses Image muss man sich erst mal trauen. Von da gibt’s kein Zurück mehr.

Es geht nicht mehr um Kunst, sondern um Kunstherrschaft. Herrschaft ist logischerweise eine Abstraktion. Nichts ist mächtiger als eine Idee.
Er bedient natürlich die Bedürfnisse nach dem Hofkasper, nach dem stellvertretenden Heroen gegen Anpassung, wo alle angepasst sind; ähnlich das Gewalttheater Vegard Vinges mitten im Latte-Machiato-Prenzlberg.
Kunst heute hat die Aufgabe, Brüllen wieder möglich zu machen. Das Brüllen konzeptualisieren.
Um seine Performance herum steht irgendwie Kunst, eigentlich nur die Aura von Kunst, Geschmier. Ein Readymade ohne Readymade, nur noch die Aura.