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Architektonische Logik

(Aus den Weiten von Tumblr)

Mein Stück “Diminuendo by shame” online

(in Ausschnitten)

Johannes Kreidler
Diminuendo by shame

Film with live music played by Asamisimasa
(2014)
Premiere 13.5.2017
SWR2 JetztMusik, Donaueschingen

Defizite der Schulbildung

Heute: Erdkunde

(aus den Weiten von Tumblr)

Hier gibt’s noch mehr davon.

(via)

Armin-Köhler-Platz in Donaueschingen

Schöne Geste: Der langjährige Leiter der Donaueschinger Musiktage, der leider zu früh gestorben ist, hat vor den Donauhallen einen Platz bekommen. Armin Köhler war auch mir ein Inspirator, Förderer und Vermittler.

Mit Dank an HT für das Foto.

Neue Musik im Disko-Remix

Vorgestern hatte ich hier den Ferneyhough-Disco-Bonanza, in den Facebook-Kommentaren wurde ich noch auf folgendes Piece von Jesper Andersen alias Gogaîn hingewiesen.

Contains samples from

Brian Ferneyhough: Lemma-Icon-Epigram
Spillet af Lukas Huisman
Youtube
0’30

Iannis Xenakis: Jonchaies
Luxemborg Filharmonikerne
Arturo Tamayo (conductor)
Timpani Records
1C1158

Manel Ribera Torres: Des Tupies dans l’insinuation
Spillet af Ensemble Martinu
Pladeselskab: Ars Harmonica
AH181
0’40

Richard Ayres: No. 37b: IV. Exit
Frankfurt Radio Symphony Orchestra
Roland Kluttig (Conductor)
NMC Recordings
NMC D162

Chaya Czernowin
The last leaf
Peter Veale
MusikFabrik Label

2x Minusbolero (ergibt Plus)

Auf SWR2 JetztMusik hat sich Jan Kopp mit meinem Orchesterstück “Minusbolero” in seiner Sendung über das Hörersubjekt ausführlich und mit einigen interessanten Gedanken dazu auseinandergesetzt. Die Sendung steht 7 Tage online:

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/jetztmusik/swr2-jetztmusik-das-hoerbare-hoeren/-/id=659442/did=19347156/nid=659442/6zyrn6/index.html

———–

Und die MusikTexte füllen wieder mal ihre Editorial-Kloake, diesmal mit Gegeifer von Hans-Peter Jahn, der gegen das Stück ausgiebig wettert.

Snip:

Gemessen am Jubel und am Buhsalvengeschrei bei der Uraufführung dieses innerhalb von etwa vierzehn Minuten immer fetter werdenden orchestralen Gerippes will mir klar werden, dass dieser Komponist mit Kalkül ausschließlich an der Wirkung seines Provokations-Erfolgs interessiert ist (auf künstlerisch legitimierter Ebene ein identisches Phänomen, wie es in den USA auf faszinierende und amüsante Weise präsidial zelebriert wird). Konzept hin oder her, das Monster “Konzeptualismus” her oder hin, Kreidlers Leistung besteht bei diesem Stück in einer hybrisch selbstverantworteten Auslöschung konstitutioneller Bestandteile der Komposition eines Kollegen einer anderen Zeit (ähnlich der Leistung jenes gewiss gewissenhaften Ehemannes, der der Überzeugung war, dass zwei Beine und zwei Arme seiner Ehefrau zu viel des Guten sind und der jeweils eine der beiden Extremitäten entfernen ließ; mit dem nicht vorauskalkulierbaren Nebeneffekt, dass die Ehefrau diese Meuchelei nicht überlebte).
[...]
Die kompositorische Vollkommenheit dieser Partitur (in Klangfarbe/Melodie/zeitlicher Dichte/Dramaturgie) umzusetzen, wird durch den Zweitmeister Kreidler per Dekret und Diktum dem Orchester untersagt. Die Aufgabenstellung des Vernichters besteht darin, den Stimmträgern der Melodie “Schweigen” aufzuerlegen. Dass die Komposition im vorletzten Takt die rhythmische Textur des letzten Viertels auslässt, ist ein komödiantischer Geck, ist die Erfüllung eines Traumes des kleinen Johanneskindes: Endlich einmal in ein Kunstwerk eingreifen dürfen und es sich so zu illuminieren, wie es millionenfach in den Infantilitätszonen weltweit täglich geschieht, in den Wutbrütern der Gesellschaft, die Träume und Falschrealitäten auf Kosten von Wirklichkeiten konstruieren.

http://musiktexte.de/epages/dc91cfee-4fdc-41fe-82da-0c2b88528c1e.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/dc91cfee-4fdc-41fe-82da-0c2b88528c1e/Products/MT-153

Mittlerweile glaube ich, das MusikTexte-IdiotiralEditorial versteht sich als eine Art Pornoheft, mit dem Unterschied, dass sich bei einem richtigen Porno die Akteure nicht peinlich entblößen.

Brian Ferneyhough’s Disco Bonanza

Da wurde jemand wohl inspiriert von meinem Stück Ferneyhough 2nd string quartet rendered with Band-in-a-Box.

Danke für den Tipp, Christian. (Verbirgst du dich nicht selber hinter dem Pseudonym? ;) )

Ivan Wyschnegradskys Farbscheiben

Wyschnegradsky, Pionier der Mikrointervallik, hat sich auch mit Synästhetik beschäftigt.

In the late 1940s, he translated his “ultrachromatic” compositions into these mesmerizing rainbow color wheels. He applied the concepts of synesthesia, blurring the line between sound and color. Each cell on these drawings corresponds to a different semitone in his complex musical sequences. If you look closely enough, you can follow the spirals as if it were a melody and “listen” to the scores they represent.

(via slate)

Der Finger-ab-Trick, endlich mal gekonnt

Bei uns früher in der Schule haben wir ja alle damit nur rumgestümpert.

(via kfm)

Mein Text >Zur Musikkritik< in der Dissonance / online

Mein Text “Zur Musikkritik” (in der Dissonance umbetitelt in “Diese ganze Vereisserei”) ist nun in selbiger Zeitschrift erschienen und steht auch online:

http://www.dissonance.ch/upload/pdf/137_11_hb_jk_verreisserei.pdf

Snip:

Es gibt die unselige Tradition, Kritik – der Etymologie nach aus dem Griechischen eigentlich für ein neutrales unterscheiden, trennen – müsse ›kritisieren‹, also grundsätzlich kritisch, skeptisch sein, besserwisserisch von unten noch mal eins obendrauf setzen, egal wie. Man kann ja nicht einfach und immerzu positiv sein, man soll doch etwas Denkerisches schreiben, und was ist bzw. wirkt ›gedacht‹? Widerspruch, denkt der Kritiker.

Dementsprechend fließt notorisch das ›Aber‹ zu, dieses und jenes könnte aber noch, usw. Es gibt keine Suppe dieser Welt, in der sich nicht ein Haar fände oder die nicht auch anders hätte gewürzt sein können. Einwände untergebracht, Kritiker glücklich, jetzt sieht es intelligent aus, jetzt hat es Mehrwert. Affirmation dagegen wäre gleichbedeutend mit Naivität, Zustimmung würde einfältig oder unglaubwürdig wirken. Wer ein Haar in der Suppe findet, ermächtigt sich über die Küche; wer dagegen die Suppe lobt, gibt damit preis, dass er dem Koch unterlegen ist. Eine Denke, die sehr geringem Selbstwertgefühl entspringen muss, von der Talentlosigkeit solch schwacher Fantasiekraft zu schweigen.

Das Thema scheint derzeit in der Luft zu liegen, neben dem Themenschwerpunkt in der Dissonance gab es zur Kunstkritik unlängst beim Theatertreffen eine Podiumsdiskussion, bei der Darmstädter Frühjahrstagung habe ich dazu vorgetragen und im Merkur steht dazu ein Text bezüglich der Bildenden Kunst; außerdem wird auf Facebook das Thema in letzter Zeit häufiger diskutiert.