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Announcement: Film 1

Film 1
The #film series will be films with musicians, composed like tape pieces, but with visuals; to be shown in concert hall or movie theater. Presentations will be limited to venue events – except these excerpts and some stills/gifs, it won’t go online.

Film 1 with Decoder Ensemble will be premiered on 1st/2nd september in Hamburg, Big Data Weekend, duration 17′.
Film 2 with Ensemble LUX:NM will be premiered at Ultraschall Festival Berlin, january 2018.
(to be continued)

Damit geht Kulturtechno in die Sommerpause bis Mitte September.

Mein Text “Das Shutter-Prinzip” online

Mein Text “Das Shutter-Prinzip”, in dem ich eine Kompositionstechnik beschreibe, die bei mir manchmal Anwendung findet, publiziert im Tagungsband der Darmstädter Frühjahrstagung 2015 (erschienen im April 2016), steht jetzt online.

http://www.kreidler-net.de/theorie/kreidler__das_shutter_prinzip.pdf

Snip:

In meinen Collage-Arbeiten zwischen 2006 und 2012 („Musik mit Musik“) kommt vereinzelt das Verfahren vor, dass die Aufnahme einer bestehenden Musik, gerne Popmusik, im Hintergrund ständig läuft, dabei aber im periodischen Rhythmus von ungefähr einer halben Sekunde abwechselnd an/aus/an/aus… geschaltet wird. Man hört also nur 50 Prozent des Soundfiles‘; die Lücken werden von den Live-Instrumenten besetzt, oder versetzt erscheint in ihnen eine andere Musikdatei im selben Rhythmus, an-aus-an-aus. Deutlich nachvollziehen lässt sich das beispielsweise am Ende des ersten und des letzten Teils von in hyper intervals oder in Der Weg der Verzweiflung (Hegel) ist der chromatische ab 7‘45“ .
Dieses durchgehende An-aus-an-aus könnte man in Analogie sehen zu Erfahrungen des Lidschlags und der Penetration, erinnert an derartige Verfahren als Meßinstrument mit dem Stroboskop in der Wissenschaft oder als Effekt in der Disko, die Binarität verweist auf die Digitalisierung, das akustische Gitter steht schlechthin für die Ausschnitthaftigkeit der menschlichen „Wahrnehmungsmittel“ (Peter Rühmkorf).
Für das Shutter Piece, uraufgeführt bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik 2013, habe ich dieses Prinzip isoliert, minimalisiert und medial verstärkt: Nun ist an/aus monothematisch für das ganze Stück, statt einer Popmusik findet es mit Rauschen mit Sprachanteilen statt, und dazu wird der charakteristische Rhythmus auch als Video artikuliert. Ausgangspunkt war die musikalische Idee, dass die harten an/aus-Schnitte der Elektronik ermöglichen, säuberlich getrennt, innerhalb einer Sekunde sowohl eine laute wie auch eine leise Ebene zu haben, ohne dass das eine das andere gänzlich zudeckt. Hier ergibt sich etwas, das mich interessiert: Lässt man sehr lautes weißes Rauschen an/aus gehen, und live-Instrumente spielen dazu sehr leise ausgehaltene Töne, dann hört man diese leisen Töne nur in den Lücken zwischen den Rauschblöcken, welche ansonsten die feinen Linien maskieren.

http://www.amazon.de/%C3%9Cberblendungen-Ver%C3%B6ffentlichungen-Instituts-Musikerziehung-Darmstadt/dp/toc/3795710693

Darragh Kellys Text über (post)konzeptuelle Musik von Walshe und Kreidler

Darragh Kelly hat einen Text über die konzeptuellen Ästhetiken von Jennifer Walshe und mir geschrieben, (auch online) veröffentlicht in Writings About Music Volume IV.

Snip:

This paper will analyse works by the two composers Johannes Kreidler and Jennifer Walshe, drawing comparisons and distinctions between them, in an attempt to illuminate the compositional praxis and philosophy of music found in each. Kreidler and Walshe are both recipients of the prestigious Darmstadt International Summer Course for New Music’s Kranichstein Music Prize for Composition (in 2012 and 200, respectively), and remain at the forefront of the conceptual music movement and the wider experimental music world.

Portraitsendung von BR Klassik online

Jemand hat die Portraitsendung von Julia Schölzel über mich mitgeschnitten und online gestellt.

Dienstag, 18.04.2017
22:05 bis 23:00 Uhr

Horizonte
Studio für Musik
Horizonte – die Sendereihe für Neue Musik auf BR-KLASSIK.

Musik und Konzepte des Komponisten Johannes Kreidler
Von Julia Schölzel

“Mein Anspruch: etwas Neues in die Welt zu setzen. Insofern bin ich ein Erfinder, ein Entdecker, und ich möchte von Idee zu Idee die Welt bereichern.”
Er hat die eigene Latte hochgehängt, der Komponist Johannes Kreidler. Seit gut 10 Jahren lautet seine Erfolgsmodell “Neuer Konzeptualismus”. Der 36-jährige Walhberliner denkt, schreibt, mixt, collagiert, seziert, filmt, und was am Ende dabei herauskommt, muss nicht immer etwas mit Musik zu tun haben. Dem nicht mehr ganz so jungen Wilden geht es um die Erweiterung des klassischen Musikbegriffs, und er komponiert in Worten, Taten, Noten und Videos in alle ästhetische Richtungen. Seine provokanten Statements zur Neuen Musik lösen kontroverse Diskussionen aus, seine radikalen Arbeiten stimmen nachdenklich. Kreidler beim Wort genommen – ein Einblick in den Gedankenkosmos des Komponisten in der Collage “Kreidleriana” von Julia Schölzel.

Ankündigung meines neuen Musiktheaters für die Oper Halle, Premiere April 2018

(Aus dem Programmheft)

Radiosendung über Minusbolero

Jemand hat das Radiofeature von Jan Kopp über das Hörersubjekt (Kulturtechno früher), in dem ausführlich mein Orchesterstück Minusbolero besprochen wird, mitgeschnitten und online gestellt.

Mein Text “Wer schreit, hat Recht” online

Mein Text “Wer schreit, hat Recht. Über Polemik”, erschienen in der Januarausgabe der Österreichischen Musikzeitschrift 2016, steht nun online. Der Text ist Gegenstück zu meinem in der Dissonance erschienen Essay “Zur Musikkritik“.

Snip:

So braucht es beim Verfolgen eines Diskurses bisweilen eben diesen kleinen Übersetzungsratgeber:
Wer ein hanebüchenes Argument vorlegt, wer mit Rhetorik um sich wirft, wer performative Widersprüche produziert, überzogene Vergleiche anbringt, wer moralisiert oder gar lügenhaft unterstellt, sagt eigentlich: Ich bin eifersüchtig, das da bedroht meine Gewissheiten, meine Reputation, meine materielle Existenz. Zugleich verrät es aber auch: Hier geht es um etwas.

http://www.kreidler-net.de/theorie/kreidler__ueber_polemik.pdf

Links in eigener Sache

-SWR2 Tandem Rakete hat eine Portrait-Gesprächssendung am 31.5. ausgestrahlt, steht noch bis Dienstag online.
-Darragh Kelly hat einen Text über die konzeptuellen Ästhetiken von Jennifer Walshe und mir geschrieben, veröffentlicht in Writings About Music Volume IV.
-Michael Rebhahns Text über >Neue Konzepte in der Musik<, veröffentlicht im Band der Norient-Ausstellung Seismographic Sounds, steht jetzt online.
-Die italienische Zeitschrift >Nuove Musiche< ruft in einem internationalen Call dazu auf, Papers über KomponistInnen und Technologie zu schreiben; auf der Liste vorgeschlagener KomponistInnen steht auch mein Name.
-In einem Podcast des australischen Radiosenders ABC Classic FM erzählt der Pianist Zubin Kanga von seiner Tournee >Cyborg Pianist<, in der er auch meine Study spielt.
-Die Oper Halle hat ihr Programm der Spielzeit 17/18 herausgebracht, darin auch die Ankündigung meiner neuen Oper >Der Staat als Freund und Geliebte< (auf S. 24)
-Bei Pecha Kucha Berlin hatte ich Anfang April einen Schnellvortrag (Konzept: 20 Slides à 20 Sekunden) über mein Stück >Charts Music< gehalten, eine Dokumentation (blöderweise ohne Bewegtbild, nur mit statischen Slides) davon steht online.
-Der umtriebige Bil Smith hat in seinem Collagewerk >Assemble the Mirrors Into a Box-Like Structure< Musik aus meinem Stück >Fremdarbeit< eingewoben.
-Matthew Lee Knowles hat mein Stück >product placements<, das 70.200 Fremdanteile enthält, derart multipliziert, dass es nun auf stolze 200.000.000 Samples kommt.

In 2008 Johannes Kreidler sampled 72,000 quotations, compressed to 33 seconds & individually registered in a music-theatre-live-performance-peaceful-protest-action piece called “Product Placements”
I have stolen Kreidler’s piece & recycled it so that there are over two hundred million quotations heard over fourteen simultaneous reverse phase opposition tracks, lasting almost two hours.

-Patrick Frank wusste eine Sheet Music Arbeit von mir an den richtigen Ort zu hängen

Mein Stück “Diminuendo by shame” online

(in Ausschnitten)

Johannes Kreidler
Diminuendo by shame

Film with live music played by Asamisimasa
(2014)
Premiere 13.5.2017
SWR2 JetztMusik, Donaueschingen

2x Minusbolero (ergibt Plus)

Auf SWR2 JetztMusik hat sich Jan Kopp mit meinem Orchesterstück “Minusbolero” in seiner Sendung über das Hörersubjekt ausführlich und mit einigen interessanten Gedanken dazu auseinandergesetzt. Die Sendung steht 7 Tage online:

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/jetztmusik/swr2-jetztmusik-das-hoerbare-hoeren/-/id=659442/did=19347156/nid=659442/6zyrn6/index.html

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Und die MusikTexte füllen wieder mal ihre Editorial-Kloake, diesmal mit Gegeifer von Hans-Peter Jahn, der gegen das Stück ausgiebig wettert.

Snip:

Gemessen am Jubel und am Buhsalvengeschrei bei der Uraufführung dieses innerhalb von etwa vierzehn Minuten immer fetter werdenden orchestralen Gerippes will mir klar werden, dass dieser Komponist mit Kalkül ausschließlich an der Wirkung seines Provokations-Erfolgs interessiert ist (auf künstlerisch legitimierter Ebene ein identisches Phänomen, wie es in den USA auf faszinierende und amüsante Weise präsidial zelebriert wird). Konzept hin oder her, das Monster “Konzeptualismus” her oder hin, Kreidlers Leistung besteht bei diesem Stück in einer hybrisch selbstverantworteten Auslöschung konstitutioneller Bestandteile der Komposition eines Kollegen einer anderen Zeit (ähnlich der Leistung jenes gewiss gewissenhaften Ehemannes, der der Überzeugung war, dass zwei Beine und zwei Arme seiner Ehefrau zu viel des Guten sind und der jeweils eine der beiden Extremitäten entfernen ließ; mit dem nicht vorauskalkulierbaren Nebeneffekt, dass die Ehefrau diese Meuchelei nicht überlebte).
[...]
Die kompositorische Vollkommenheit dieser Partitur (in Klangfarbe/Melodie/zeitlicher Dichte/Dramaturgie) umzusetzen, wird durch den Zweitmeister Kreidler per Dekret und Diktum dem Orchester untersagt. Die Aufgabenstellung des Vernichters besteht darin, den Stimmträgern der Melodie “Schweigen” aufzuerlegen. Dass die Komposition im vorletzten Takt die rhythmische Textur des letzten Viertels auslässt, ist ein komödiantischer Geck, ist die Erfüllung eines Traumes des kleinen Johanneskindes: Endlich einmal in ein Kunstwerk eingreifen dürfen und es sich so zu illuminieren, wie es millionenfach in den Infantilitätszonen weltweit täglich geschieht, in den Wutbrütern der Gesellschaft, die Träume und Falschrealitäten auf Kosten von Wirklichkeiten konstruieren.

http://musiktexte.de/epages/dc91cfee-4fdc-41fe-82da-0c2b88528c1e.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/dc91cfee-4fdc-41fe-82da-0c2b88528c1e/Products/MT-153

Mittlerweile glaube ich, das MusikTexte-IdiotiralEditorial versteht sich als eine Art Pornoheft, mit dem Unterschied, dass sich bei einem richtigen Porno die Akteure nicht peinlich entblößen.