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Mein Text “Wer schreit, hat Recht” online

Mein Text “Wer schreit, hat Recht. Über Polemik”, erschienen in der Januarausgabe der Österreichischen Musikzeitschrift 2016, steht nun online. Der Text ist Gegenstück zu meinem in der Dissonance erschienen Essay “Zur Musikkritik“.

Snip:

So braucht es beim Verfolgen eines Diskurses bisweilen eben diesen kleinen Übersetzungsratgeber:
Wer ein hanebüchenes Argument vorlegt, wer mit Rhetorik um sich wirft, wer performative Widersprüche produziert, überzogene Vergleiche anbringt, wer moralisiert oder gar lügenhaft unterstellt, sagt eigentlich: Ich bin eifersüchtig, das da bedroht meine Gewissheiten, meine Reputation, meine materielle Existenz. Zugleich verrät es aber auch: Hier geht es um etwas.

http://www.kreidler-net.de/theorie/kreidler__ueber_polemik.pdf

Links in eigener Sache

-SWR2 Tandem Rakete hat eine Portrait-Gesprächssendung am 31.5. ausgestrahlt, steht noch bis Dienstag online.
-Darragh Kelly hat einen Text über die konzeptuellen Ästhetiken von Jennifer Walshe und mir geschrieben, veröffentlicht in Writings About Music Volume IV.
-Michael Rebhahns Text über >Neue Konzepte in der Musik<, veröffentlicht im Band der Norient-Ausstellung Seismographic Sounds, steht jetzt online.
-Die italienische Zeitschrift >Nuove Musiche< ruft in einem internationalen Call dazu auf, Papers über KomponistInnen und Technologie zu schreiben; auf der Liste vorgeschlagener KomponistInnen steht auch mein Name.
-In einem Podcast des australischen Radiosenders ABC Classic FM erzählt der Pianist Zubin Kanga von seiner Tournee >Cyborg Pianist<, in der er auch meine Study spielt.
-Die Oper Halle hat ihr Programm der Spielzeit 17/18 herausgebracht, darin auch die Ankündigung meiner neuen Oper >Der Staat als Freund und Geliebte< (auf S. 24)
-Bei Pecha Kucha Berlin hatte ich Anfang April einen Schnellvortrag (Konzept: 20 Slides à 20 Sekunden) über mein Stück >Charts Music< gehalten, eine Dokumentation (blöderweise ohne Bewegtbild, nur mit statischen Slides) davon steht online.
-Der umtriebige Bil Smith hat in seinem Collagewerk >Assemble the Mirrors Into a Box-Like Structure< Musik aus meinem Stück >Fremdarbeit< eingewoben.
-Matthew Lee Knowles hat mein Stück >product placements<, das 70.200 Fremdanteile enthält, derart multipliziert, dass es nun auf stolze 200.000.000 Samples kommt.

In 2008 Johannes Kreidler sampled 72,000 quotations, compressed to 33 seconds & individually registered in a music-theatre-live-performance-peaceful-protest-action piece called “Product Placements”
I have stolen Kreidler’s piece & recycled it so that there are over two hundred million quotations heard over fourteen simultaneous reverse phase opposition tracks, lasting almost two hours.

-Patrick Frank wusste eine Sheet Music Arbeit von mir an den richtigen Ort zu hängen

Mein Stück “Diminuendo by shame” online

(in Ausschnitten)

Johannes Kreidler
Diminuendo by shame

Film with live music played by Asamisimasa
(2014)
Premiere 13.5.2017
SWR2 JetztMusik, Donaueschingen

2x Minusbolero (ergibt Plus)

Auf SWR2 JetztMusik hat sich Jan Kopp mit meinem Orchesterstück “Minusbolero” in seiner Sendung über das Hörersubjekt ausführlich und mit einigen interessanten Gedanken dazu auseinandergesetzt. Die Sendung steht 7 Tage online:

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/jetztmusik/swr2-jetztmusik-das-hoerbare-hoeren/-/id=659442/did=19347156/nid=659442/6zyrn6/index.html

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Und die MusikTexte füllen wieder mal ihre Editorial-Kloake, diesmal mit Gegeifer von Hans-Peter Jahn, der gegen das Stück ausgiebig wettert.

Snip:

Gemessen am Jubel und am Buhsalvengeschrei bei der Uraufführung dieses innerhalb von etwa vierzehn Minuten immer fetter werdenden orchestralen Gerippes will mir klar werden, dass dieser Komponist mit Kalkül ausschließlich an der Wirkung seines Provokations-Erfolgs interessiert ist (auf künstlerisch legitimierter Ebene ein identisches Phänomen, wie es in den USA auf faszinierende und amüsante Weise präsidial zelebriert wird). Konzept hin oder her, das Monster “Konzeptualismus” her oder hin, Kreidlers Leistung besteht bei diesem Stück in einer hybrisch selbstverantworteten Auslöschung konstitutioneller Bestandteile der Komposition eines Kollegen einer anderen Zeit (ähnlich der Leistung jenes gewiss gewissenhaften Ehemannes, der der Überzeugung war, dass zwei Beine und zwei Arme seiner Ehefrau zu viel des Guten sind und der jeweils eine der beiden Extremitäten entfernen ließ; mit dem nicht vorauskalkulierbaren Nebeneffekt, dass die Ehefrau diese Meuchelei nicht überlebte).
[...]
Die kompositorische Vollkommenheit dieser Partitur (in Klangfarbe/Melodie/zeitlicher Dichte/Dramaturgie) umzusetzen, wird durch den Zweitmeister Kreidler per Dekret und Diktum dem Orchester untersagt. Die Aufgabenstellung des Vernichters besteht darin, den Stimmträgern der Melodie “Schweigen” aufzuerlegen. Dass die Komposition im vorletzten Takt die rhythmische Textur des letzten Viertels auslässt, ist ein komödiantischer Geck, ist die Erfüllung eines Traumes des kleinen Johanneskindes: Endlich einmal in ein Kunstwerk eingreifen dürfen und es sich so zu illuminieren, wie es millionenfach in den Infantilitätszonen weltweit täglich geschieht, in den Wutbrütern der Gesellschaft, die Träume und Falschrealitäten auf Kosten von Wirklichkeiten konstruieren.

http://musiktexte.de/epages/dc91cfee-4fdc-41fe-82da-0c2b88528c1e.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/dc91cfee-4fdc-41fe-82da-0c2b88528c1e/Products/MT-153

Mittlerweile glaube ich, das MusikTexte-IdiotiralEditorial versteht sich als eine Art Pornoheft, mit dem Unterschied, dass sich bei einem richtigen Porno die Akteure nicht peinlich entblößen.

Mein Text >Zur Musikkritik< in der Dissonance / online

Mein Text “Zur Musikkritik” (in der Dissonance umbetitelt in “Diese ganze Vereisserei”) ist nun in selbiger Zeitschrift erschienen und steht auch online:

http://www.dissonance.ch/upload/pdf/137_11_hb_jk_verreisserei.pdf

Snip:

Es gibt die unselige Tradition, Kritik – der Etymologie nach aus dem Griechischen eigentlich für ein neutrales unterscheiden, trennen – müsse ›kritisieren‹, also grundsätzlich kritisch, skeptisch sein, besserwisserisch von unten noch mal eins obendrauf setzen, egal wie. Man kann ja nicht einfach und immerzu positiv sein, man soll doch etwas Denkerisches schreiben, und was ist bzw. wirkt ›gedacht‹? Widerspruch, denkt der Kritiker.

Dementsprechend fließt notorisch das ›Aber‹ zu, dieses und jenes könnte aber noch, usw. Es gibt keine Suppe dieser Welt, in der sich nicht ein Haar fände oder die nicht auch anders hätte gewürzt sein können. Einwände untergebracht, Kritiker glücklich, jetzt sieht es intelligent aus, jetzt hat es Mehrwert. Affirmation dagegen wäre gleichbedeutend mit Naivität, Zustimmung würde einfältig oder unglaubwürdig wirken. Wer ein Haar in der Suppe findet, ermächtigt sich über die Küche; wer dagegen die Suppe lobt, gibt damit preis, dass er dem Koch unterlegen ist. Eine Denke, die sehr geringem Selbstwertgefühl entspringen muss, von der Talentlosigkeit solch schwacher Fantasiekraft zu schweigen.

Das Thema scheint derzeit in der Luft zu liegen, neben dem Themenschwerpunkt in der Dissonance gab es zur Kunstkritik unlängst beim Theatertreffen eine Podiumsdiskussion, bei der Darmstädter Frühjahrstagung habe ich dazu vorgetragen und im Merkur steht dazu ein Text bezüglich der Bildenden Kunst; außerdem wird auf Facebook das Thema in letzter Zeit häufiger diskutiert.

Earjobs – Verdienen mit Hören; die Dokumentation

Passt zum Tag der Arbeit: Am 8./9. April habe ich im Haus der Kulturen der Welt beim Free!Music-Festival die Aktion “Earjobs” durchgeführt. Menschen wurden fürs Hören von Musik bezahlt, und korrumpiert. (Kulturtechno früher)
Triggerwarnung: #Kapitalismus

Johannes Kreidler
Earjobs
Verdienen mit Hören

Der Künstler betreut zwei Tage lang eine Hörstation, bei der ein wechselndes Programm offeriert wird; 10 Titel, wovon 9 der Neuen Musik zugerechnet werden, und 1 Muzak-Titel. Nach dem Anhören eines Stücks bekommt der Hörer einen Geldbetrag ausbezahlt. Der Muzak-Titel wird weitaus besser bezahlt (ca. das 10fache) als alle anderen.
Die Preise berücksichtigen den gesetzlichen Mindestlohn – wer eine Stunde Hörarbeit verrichtet, wird auf mindestens 8,50€ kommen. Jede Bezahlung wird versteuert, Schwarzhören geht nicht! (Studierende bekommen nichts, sie gelten als Praktikanten. Kinder dürfen nicht teilnehmen, da das als Kinderarbeit gelten würde.)
Die Intervention thematisiert den Wert des Hörens von Musik, den Wert verschiedener Musiken, die Subventionierung von Musik, der Einfluss von Geld auf die Wahrnehmung.

Mein 90minütiger Film “Hotel Pieces”

Links in eigener Sache

-Die Portraitsendung über mich von Julia Schölzel auf BR-Klassik steht noch bis morgen zum Nachhören online.
-Ich freue mich, dass Hans Schneider, Professor für Musikpädagogik an der Musikhochschule Freiburg, in sein neues Buch >musizier-aktionen< eine Notationsgrafik von mir aufgenommen hat.

-Max Erwin hat einen Text über den Komponisten Patrick Frank geschrieben und darin auch meine Arbeit herangezogen.
-Die Publikation der CRU-Galerie, auf der ich mit einer Sheet-Music-Arbeit vertreten bin, wird hier beworben.
-Das Konzert bei der Biennale in Venedig mit dem Ensemble Asamisimasa und mir wird hier beworben.
-Ein Konzert von mir in Danzig ist hier hier hier hier hier dokumentiert.
-Die ZDF-Doku “Der letzte Remix”, bei der ich Interviewpartner war, ist jetzt auf DVD erschienen.
-Jemand hat aus meinem Minusbolero einen Plusbolero gemacht.

-Markus Reineke hat meine Shutter-Technik als Improv-Patch-Konzept adaptiert.

Excerpts from my piece “Typogravitism” for Electric Guitar & Video online

Johannes Kreidler
Typogravitism
for Electric Guitar, digital Audio and Video
Nico Couck, E-Guitar
Excerpts from the Premiere at DeBijloke Gent, 25.3.2017

Heute abend auf BR-Klassik Portraitsendung Kreidler

Schaltet ihr heute abend 22.05h BR-Klassik ein, zum Beispiel hier den Livestrom.

Dienstag, 18.04.2017
22:05 bis 23:00 Uhr

Horizonte
Studio für Musik
Horizonte – die Sendereihe für Neue Musik auf BR-KLASSIK.

Musik und Konzepte des Komponisten Johannes Kreidler
Von Julia Schölzel

“Mein Anspruch: etwas Neues in die Welt zu setzen. Insofern bin ich ein Erfinder, ein Entdecker, und ich möchte von Idee zu Idee die Welt bereichern.”
Er hat die eigene Latte hochgehängt, der Komponist Johannes Kreidler. Seit gut 10 Jahren lautet seine Erfolgsmodell “Neuer Konzeptualismus”. Der 36-jährige Walhberliner denkt, schreibt, mixt, collagiert, seziert, filmt, und was am Ende dabei herauskommt, muss nicht immer etwas mit Musik zu tun haben. Dem nicht mehr ganz so jungen Wilden geht es um die Erweiterung des klassischen Musikbegriffs, und er komponiert in Worten, Taten, Noten und Videos in alle ästhetische Richtungen. Seine provokanten Statements zur Neuen Musik lösen kontroverse Diskussionen aus, seine radikalen Arbeiten stimmen nachdenklich. Kreidler beim Wort genommen – ein Einblick in den Gedankenkosmos des Komponisten in der Collage “Kreidleriana” von Julia Schölzel.

https://www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-1003756.html