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Geschichte des Applauses

Ich schreibe gerade an einem Text über Applaus (Spoiler: Ich fordere darin die Abschaffung des Applauses). Dabei bin ich auf diese Diplomarbeit von Alexander Lechner gestoßen, die, hervorragend geschrieben, die Geschichte des Beifalls zum Gegenstand hat. Man glaubt es kaum – es gibt dazu bislang noch fast keine Literatur.

http://othes.univie.ac.at/6926/1/2009-10-13_0347850.pdf

Applaus
Publikumskundgebungen vom Affekt zur Konvention.
Fragmentarische theaterhistorische Untersuchung des Beifalls.

Applaus als letztes Relikt einer Jahrtausende langen Entwicklung? Schwacher Applaus als letzte Waffe gegen schlechte Aufführungen? Oder sind Funktion und Rolle der Zuschauer heute Ausdruck und Spiegelbild einer gesellschaftlichen Schieflage, Ziel eines gesellschafts-politischen Prozesses, dessen sich selbige gar nicht gewahr sind?
In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, diese Fragen einer Antwort zuzuführen. Dass dies nur in Ansätzen gelingen kann, liegt sowohl an der Interdisziplinarität der ausgehenden Fragestellung, die historische, soziologische, anthropologische sowie psychologische Kerngebiete umfasst und hier lediglich aus der theaterwissenschaftlichen Perspektive angegangen werden kann, als auch an der beschränkten Vorarbeit, die auf diesem Gebiet geleistet wurde. Meines Wissens hat sich noch keine wissenschaftliche Arbeit dezidiert mit Applaus als Forschungsgegenstand befasst; es handelt sich hier also um wissenschaftliches Neuland, ein Umstand, der in den Monaten des Verfassens auch eine Triebfeder war. Mangelnde Fachliteratur, Schwierigkeiten in der Fokussierung der Fragestellung und globales Interesse am Forschungsgegenstand kamen als erschwerende Bedingungen hinzu. Letztendlich ist es gelungen, dem Thema eine angemessene Form und Stringenz zu verleihen, die dem Leser/der Leserin eine hoffentlich interessante und vor allem informative Lektüre bereitet.

Klanginstallation USA

(via Neatorama)

Occupy Orlando di Lasso

In München haben Fans von Michael Jackson nach seinem Tod irgendwo ihrer Trauer Ausdruck geben müssen – gegenüber vom Hotelzimmer, in dem Jacko früher logierte, steht eine Statue des Renaissance-Komponisten Orlando di Lasso (1532-1594), der in München lange Zeit wirkte. Die wurde kurzerhand mit allerlei Devotionalien in eine Michael-Jackson-Statue umdefiniert. Michael di Lasso, Orlando Jackson.
Aufruf: Geht zum Zentralfriedhof in Wien und macht was aus den Denkmälern von Mozart, Beethoven, Gluck, Schubert, Wolf, Johann Strauß, Brahms, Schönberg.

Kreidler-Porträt @Positionen

Gisela Nauck hat für die Zeitschrift “Positionen” ein Porträt über mich geschrieben.
Die aktuelle Ausgabe mit vielen interessanten Texten zur Gegenwartsmusik kann online bestellt werden – gedruckt oder als ePaper -, für 8€ .

http://www.positionen.net/inhalt_pos.php?Heft=102

Website über seltsame Musikinstrumente

Drüben bei oddmusic.com gibt es eine sehr schöne Sammlung merkwürdiger Instrumente.

Kreidler zu TTIP, Umfrage des Goethe-Instituts

Das Goethe-Institut hat verschiedene Künstler zu ihrer Meinung über das geplante Transatlantische Handelsabkommen TTIP befragt, u.a. mich. Ich denke, alle wissen Bescheid, und es dürfte sich auch herumgesprochen haben, dass die Sache reichlich bedenklich ist. Unzählige Initiativen schlagen Alarm; so auch das Goethe-Institut. Danke.

The ratification of the Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) and the anticipated consequences for the cultural sector cause headlines and controversies in Europe, especially among artists. In the United States, however, TTIP is hardly talked about. We asked German and US musicians and composers about their thoughts.

The German musicians and composers are concerned that the quantitative focus on market share, sales figures and financial value might outweigh quality and diversity if culture is treated as a commercial good within TTIP. This could lead to more power and business for big companies and production firms and threaten the current opportunities, market access and conditions. The United States are a big music market and the country of origin of a comprehensive musical repertoire that is in high demand internationally.

http://www.goethe.de/ins/us/lp/kul/mag/ges/en13808993.htm

ISIS burnstruments

Gestern ging’s rum: ISIS verbrennt Instrumente, die angeblich nicht islamkompatibel sind – Drumsets und Keyboards.

Das MoMa New York erwirbt Alvin Luciers “I am sitting in a room”

Eine interessante, komische, bemerkenswerte Neuigkeit. Das MoMa nimmt den Rekursionsklassiker von Alvin Lucier in seine Sammlung auf.

How does a museum acquire an experimental music performance? What does the museum actually receive? And if the museum doesn’t acquire a physical object, what is the value of adding this work to the collection? In consultation with Lucier himself, the curatorial team decided that the acquisition would include both the ability for others to perform the work in the future and an archival recording of the composer performing the piece himself at MoMA.

Also wenn es (hoffentlich) nicht darum geht, urheberrechtlich eine Vitrine drumzustülpen, dann kann es sich hier wohl mehr um einen symbolischen Akt handeln, denn das Stück ist kein Objekt, das sich im Depot verstauen ließe. Das ist vielleicht gar keine schlechte Sache, so eine offizielle ‘Adelung’, die Aufnahme an in den Kanon. Und das muss dann wohl ein Museum machen, auch wenn es sich um etwas immaterielles wie Musik handelt.

http://www.moma.org/explore/inside_out/2015/01/20/collecting-alvin-luciers-i-am-sitting-in-a-room?utm_source=social&utm_medium=twitter&utm_campaign=012315c

43000 Jahre alte Musik

Ich hatte hier mal den Bericht von dem prähistorischen Flötenfund in einer schwäbischen Höhle – Erfindertum hat im Ländle wahrlich Tradition. Im folgenden geht’s um eine Flöte, die evtl. sogar noch älter ist, und hier auch der Versuch, wie die Musik darauf geklungen haben könnte. Gleich mal sampeln.

It is perhaps possible that the much-underestimated Neanderthals made their own flutes. Or so a 1995 discovery of a flute made from a cave bear femur might suggest. Found by archeologist Ivan Turk in a Neanderthal campsite at Divje Babe in northwestern Slovenia, this instrument (above) is estimated to be over 43,000 years old and perhaps as much as 80,000 years old. According to musicologist Bob Fink, the flute’s four finger holes match four notes of a diatonic (Do, Re, Mi…) scale. “Unless we deny it is a flute at all,” Fink argues, the notes of the flute “are inescapably diatonic and will sound like a near-perfect fit within ANY kind of standard diatonic scale, modern or antique.” To demonstrate the point, the curator of the Slovenian National Museum had a clay replica of the flute made. You can hear it played at the top of the post by Slovenian musician Ljuben Dimkaroski.

(via openculture)

Insektensounddatenbank

Die Soundfilisierung der Welt geht voran. Hier eine Website mit haufenweise Aufnahmen von Insekten.

The sounds of crickets courting and flies flying familiar to many of us, but have you heard a rice weevil larva eating inside a wheat kernel, a termite cutting a piece of wood, or a grub chewing on a root? Modern insect detection and control technology makes use of these subtle signals, sampled below.

http://www.ars.usda.gov/sp2UserFiles/person/3559/soundlibrary.html