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Morton Feldman Texts

Wer sich für den amerikanischen Abstraktminimalisten interessiert, hier gibt’s eine hervorragende Ressource:

http://www.cnvill.net/mftexts.htm

(via Ali)

Kompositionswettbewerb “Traumtape”

Der Studiengang Mediendesign der Musikhochschule Trossingen ruft einen Kompositionswettbewerb aus:

ZUKUNFTSKOMPONIST,
SOUNDARCHITEKT
ODER KLANGVISIONÄR?

DANN KOMPONIERE DEN
SOUNDTRACK ZU DEINEM TRAUM.

BRINGE DEINEN TRAUM ZUM KLINGEN,
LADE IHN HOCH UND GEWINNE!

http://www.musikdesign.net/Traumtape/

Weitere Infos:
http://blog.teufel.de/news/teufel-unterstuetzt-soundwettbewerb-traumtape/

Ich bringe das hier, weil neben anderen ich in der Jury sitze. Nun ist mein Geschmack so ziemlich das Gegenteil von irgendwelchem Kitsch und sphärischem Gesäusel, das habe ich bei der Anfrage für die Jury-Tätigkeit auch gesagt, aber sie wollten eine kritische Stimme….
Als denn, nehmt Teil, aber bevor ihr überhaupt euer Soundprogramm startet, müsst ihr erst mal die Traumdeutung von Sigmund Freud, die surrealistischen Manifeste und die Lacan-Exegese von Slavoj Zizek durchgearbeitet haben.

Neuer Konzeptualismus – Methoden | Nachwort: Legitimationsprobleme im Spätkonzeptualismus

Erfreulicherweise haben zwei philosophische Schwergewichte sich nun auch dem Neuen Konzeptualismus zugewandt. Theodor W. Adorno hat eine “Ästhetische Theorie der Konzeptmusik” entworfen (leider Fragment geblieben):

Ästhetische Theorie der Konzeptmusik

Zur Selbstverständlichkeit wurde, daß nichts, was die Konzeptmusik betrifft, mehr selbstverständlich ist, weder in ihr noch in ihrem Verhältnis zum Ganzen, nicht einmal ihr Existenzrecht. Die Einbuße an reflexionslos oder unproblematisch zu Tuendem wird nicht kompensiert durch die offene Unendlichkeit des möglich Gewordenen, der die Reflexion sich gegenübersieht. Erweiterung zeigt in vielen Dimensionen sich als Schrumpfung. Das Meer des nie Geahnten, auf das die revolutionären Konzeptmusikbewegungen um 1910 sich hinauswagten, hat nicht das verhießene abenteuerliche Glück beschieden. Statt dessen hat der damals ausgelöste Prozeß die Kategorien angefressen, in deren Namen er begonnen wurde. Mehr stets wurde in den Strudel des neu Tabuierten hineingerissen; allerorten freuten die Künstler weniger sich des neu gewonnenen Reiches der Freiheit, als daß sie sogleich wieder nach vorgeblicher, kaum je tragfähiger Ordnung trachteten. Denn die absolute Freiheit in der Konzeptmusik, stets noch einem Partikularen, gerät in Widerspruch zum perennierenden Stande von Unfreiheit im Ganzen.

Und Jürgen Habermas hat nun endlich auch seine lang erwartete Kunstphilosophie vorgelegt (danke für den Hinweis, Larson):

Legitimationsprobleme im Spätkonzeptualismus

In der Geschichte der bürgerlichen Sozialwissenschaft haben diese Theorien heute eine ähnliche Funktion wie in früheren Phasen der konzeptualistischen Entwicklung die klassische Lehre der Politischen Ökonomie, welche die »Natürlichkeit« der konzeptualistischen Wirtschaftsgesellschaft suggerierte.

Klassenstruktur
Während in traditionalen Gesellschaften die politische Form der Produktionsverhältnisse eine Identifikation herrschender Gruppen ohne Schwierigkeiten erlaubte, ist die manifeste Herrschaft im Liberalkonzeptualismus durch die politisch anonyme Gewalt von Privatrechtssubjekten ersetzt worden (in den durch ökonomische Krisen ausgelösten sozialen Krisen gewinnen/diese freilich, wie die Fronten der europäischen Arbeiter-bewegung zeigen, wieder die identifizierbare Gestalt eines politischen Gegners). Nun werden zwar die Produktionsverhältnisse im organisierten Konzeptualismus gewissermaßen re-politisiert; dadurch stellt sich aber die politische Form des Klassenverhältnisses nicht wieder her. Die politische Anonymisierung der Klassenherrschaft wird vielmehr durch eine soziale Anonymisierung überboten. Die Strukturen des Spätkonzeptualismus lassen sich nämlich als Reaktionsbildungen gegen die endemische Krise verstehen. Zur Abwehr der Systemkrise lenken spätkonzeptualistische Gesellschaften alle sozialitegrativen Kräfte auf den Ort des strukturell wahrscheinlichsten Konfliktes, um ihn desto wirksamer latent zu halten; zugleich befriedigen sie damit politische Forderungen der reformistischen Arbeiterparteien.

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Die gesamte “Neuer Konzeptualismus-Methoden”-Ausstellung kann unterm Tag neuerkonzeptualismus angesehen werden.

Neuer Konzeptualismus – Methoden 5. Imaginäre Musik

5. imaginäre Musik

Hab jetzt mal all meinen Kram zusammengetragen.

 

Seth Kim-Cohen: Tomorrow is the question

Four ads in the “Musicians” section of the New York City Craigslist describe four non-existent musics.

Post Postpunk
New No Wave
Freaktronica
Dub Folk
Trip Bop
Long-Attention-Span-Music-for-Short-Attention-Span-Times
Kraut-Soul

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zum Anfangspost der Reihe: Definitionen und Übersicht

Best of Stille

Sounds of Silence is a new compilation of silent tracks by the likes of Orbital, Crass, Andy Warhol, Sly & The Family Stone, John Denver, Afrika Bambaataa, John Lennon and Yoko Ono, and many more artists. According to the avant-garde Italian label Alga Marghen that issued the LP, limited to just 250 copies, “The carefully chosen silences of this anthology are intrinsically linked to the medium of reproduction itself and reveal it’s nude materiality. They expose their medium in all its facets and imperfections, including the effect of time and wear. At the most basic level, these silences are surfaces. And it is in their materiality that they distinguish themselves from the conceptual experiments of John Cage with “4’33″.” Of course, the title (and sleeve) is its own musical reference. Below, enjoy Lennon and Ono’s “Two Minutes Silence” from 1969.

(via BoingBoing)

Mathe tanzen

Das bringe ich auch deshalb, weil mein Orchesterstück für Donaueschingen 2015 mit solchen Gleichungen zu tun hat.

(via FB)

Music, Publishing, Art and Memory in the Age of the Internet

Rudiger Meyer hat für die dänische Neue-Musik-Zeitschrift Seismograf einen ausführlichen und sehr kenntnisreichen Text über Neue Musik, neue Technologie und vor allem das Internet geschrieben.
Darüber hinaus freue ich mich, dass er mein Blog darin positiv bespricht.

http://www.rudigermeyer.com/blog/mediating-music

Neuer Konzeptualismus – Methoden 4c) Instrumentenzerstörung

4c) Instrumentenzerstörung

Und dann gibt es die eigene Gattung der kreativen Instrumentenzerstörung.

 

Alexander Grebtschenko lässt in “<" kleine Lautsprecher Heavy-Metal-Musik spielen, die immer lauter aufgedreht wird, bis die Lautsprecher kaputtgehen, wobei witzige, unvorhersehbare Dinge passieren wie Herumhüpfen der Objekte. Leider gibt es davon keine Aufnahme im Netz.

 

Anton Wassiljew spielt auf einer Computertastatur Samples ab, wobei die Tastatur durch Wasserzulauf langsam aber sicher über den Jordan geht:

 

 

Hans W Koch lässt auf Computern einen Patch laufen, der fortlaufend neue Fenster mit Oszillatoren generiert, wodurch irgendwann die Rechnerkapazität erreicht wird und der obligatorische Absturz erfolgt.

 

http://www.hans-w-koch.net/performances/moremore.html

 

Seth Kim-Cohens Drumsetstück “Forever got shorter” sieht vor, dass die Fußmaschine mit einem Wagenheber ersetzt wird, der den Bühnenboden immer starker anwinkelt, bis das ganze Instrumentarium entgleitet.

 

http://www.kim-cohen.com/projects/forevergotshorter_home.html

 

Ein anderes Konzept Kim-Cohens verlangt, dass ein Drumset ein Treppenhaus hinuntergestürzt wird, um es dann wieder hochzutragen und abermals hinunterzustürzen, usw., tatsächlich als wochenlange Sisyphus-Zerstörungsarbeit konzipiert.

 

 

 

Man kann aber auch zerstören und was neues draus machen:

 

 

 

Link zum Anfangspost der Reihe: Definitionen und Übersicht

Neuer Konzeptualismus – Methoden 4b) schwierig zu spielende oder unspielbare Instrumente

Eine eigene Sparte bilden

4b) schwierig zu spielende oder unspielbare Instrumente

 

In meinen „Irmat Studies“ gibt es mehrere Teile, bei denen die Klaviatur sich unter den Fingern bewegt:

 

(bei 2’58″, 6’53″ und 8’59″:)

 

In “Universität der toten Philosophen” erklingt der Ton nicht bei Drücken einer Taste, sondern erst bei Loslassen:

 

 

Ich habe das auch mal als Installation anderen Musikern angeboten:

 

In meinem neuen Musiktheater “Audioguide” habe ich einen Arm künstlich lahmgelegt, mit diesem spiele ich dann Klavier. (Noch nicht aufgeführt.)

 

 

 

 

Ein Sonderfall, der nicht direkt ein Instrument betrifft, sondern eher eine Kompositionsweise, ist das Deaftapes-Projekt von Niclas Thobaben:

 

bei den deaftapes geht es darum, dass eine person einer anderen 5 audiofiles (dateinamen A-E) schickt, die sich der empfänger nicht anhören darf. diese audiofiles müssen dann in einem audio-bearbeitungsprogramm freier wahl zu einem elektroakustischen werk zusammen gebastelt werden, jedoch OHNE (und das ist der springende punkt), dass man dabei etwas hört. sprich man arbeitet rein nach visuellen merkmalen. auch effekte, die man anwendet kann man nicht klanglich überprüfen.

 

http://klang-teppich.blogspot.de/2013/09/deaftapes-ein-spiel-fur-gro-und-klein.html

 

Und dann gibt es noch unmögliche Instrumente von Christian Marclay (könnte auch in der Rubrik “Imaginäre Musik” stehen):

 

(bei 4’35″:)

 

Link zum Anfangspost der Reihe: Definitionen und Übersicht

Das Asphaltophon

Vielleicht kennen das ja alle schon, für mich war’s neu – man kann eine Straße so riffeln, dass bestimmte Frequenzen beim Drüberfahren entstehen, also auch Melodien und Intervalle asphaltierbar sind. Vorschläge: Highway to Hell von AC/DC und Autobahn von Kraftwerk.

(via mediatelepolis)