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Charthits, Stockhausen’d

Hannes Seidl hat die Deutsche Hitparadengeschichte durch die Struktur von Karlheinz Stockhausens Studie II gefiltert.

Die letzten 25 Jahre in No. 1 Hits der deutschen Jahrescharts dargestellt durch Karlheinz Stockhausens Studie 2 5x.

Excerpt of the premiere recording: 1st run-through (Years 1989 – 1994)

Harry Lehmanns Darmstädter Vortrag über Konzeptmusik

Lecture at the 47. Internationale Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt at the 5th of August 2014.

Beethoven-Streichquartett ohne Pausen

Erik Carlson entfernt aus Beethoven Quartetten alle Pausen. Überraschend oder nicht: von unten nach oben nimmt die Zahl der Pausen in den Instrumenten ab.

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http://midnightsledding.com/carlson/131wr.pdf

Portraitsendung online

Das auf Deutschlandfunk vergangenen Samstag gesendete Portrait über mich von Gisela Nauck hat jemand mitgeschnitten und hochgeladen.

Stille als Musik, 1883

Der Schriftsteller Villiers de L’Isle-Adam hat in der kurzen Geschichte “Le Secret de l’ancienne-Musique”, Richard Wagner zugeeignet, die Idee einer stillen Musik bereits 1883 entworfen.

Christof Migone referiert:

In a miniature story, “The Secret of the Ancient Music” which Villiers de l’Isle-Adam dedicated to Richard Wagner, de l’Isle-Adam relates the story of a masterful conductor guiding the orchestra through a passage composed exclusively of silences. The conductor’s performance was so virtuosic that “at moments, it seemed that we heard him!” The conductor’s actions structure silence and suggest a taxonomy of silence.

Früher auf Kulturtechno: Stille als Musik (vor Cage)

Skrjabin, LaMonteYoung’d

Stefan Hetzel hat Alexander Skrjabins letztes veröffentlichtes Werk, die 5 Préludes Op.74, als MIDI-File mit einem Stimmungssystem von La Monte Young ersetzt. Vielleicht kann man das nur goutieren, wenn man das Original kennt, ich kenne es sehr gut, hab’s mal gespielt.

Das Original:

Skrjabins 5-teiliges Prélude op. 74 aus dem Jahr 1914 begegnete mir schon vor einiger Zeit hier als von einem gewissen Jof Lee sequenzierte Standard MIDI Files (Mittlerweile weiß ich, dass sich seine Sequenzierung rhythmisch vom Original an einigen Stellen unterscheidet, aber das spielt hier keine Rolle).

Ich war sofort fasziniert von der harmonischen Architektur der Miniaturen – sie wirken wie aus einem Guss, sozusagen “modal” (“beruhigend”), atmen aber den Geist “expressionistischer” Sinnsuche (“beunruhigend”) – und erinnerte mich dabei an einen anderen, harmonisch ebenfalls recht eigenständigen Komponisten: La Monte Young. Dessen in den 1960er Jahren für sein Werk “The Well-Tuned Piano” entwickelte Temperierung applizierte ich kurzerhand auf das Prélude von Александр Николаевич – und staunte nicht schlecht, als dieses sich plötzlich in eine charmante Chinoiserie verwandelte.

http://stefanhetzel.wordpress.com/2014/10/11/sykorujabing-fur-klavier-oder-midi-klavier/

2006 hatte ich ein Zwölftonstück von Arnold Schönberg diatonisch skaliert:

3. Schönberg re-diatonisiert

Schwarze Tasten werden zu weißen umgerechnet (der musikgeschichtlich völlig neue Begriff der “De-Alteration”).
Darauf spiele man das Menuett (ohne Wiederholung, ohne Trio, ohne Reprise) aus Arnold Schönbergs Suite Op.25. ‘Romantisch’ interpretieren!

(aus: 5 Programmierungen eines MIDI-Keyboards)

und irgendwann hatte ich auf Facebook mal das Konzept skizziert: Ein 12Tonstück in mitteltöniger Stimmung spielen.

Update: Clarence Barlow hat eine Fuge von Robert Schumann über den Namen B – A – C – H nach C – A – G – E transkribiert.
http://books.google.de/books/about/Fuge_%C3%BCber_den_Namen_C_A_G_E.html?id=ASEnAQAAMAAJ&redir_esc=y

Das Kreiskeyboard

In meinem Klavierstück 5 war die Hauptidee, dass extrem tieftransponierte Klaviersamples gleichfalls geräuschhaft sind wie extrem hochtransponierte – das kann man folglich zu einer Schlaufe ziehen. Jetzt gibt es das Keyboard dazu.

Emoticons – Performing Techniques

Helmut Lachenmann’s Gran Torso explanations, signs replaced by emoticons.
Perform iPhone chats (with string quartet).

 

Score example:

Portraitsendung @Deutschlandfunk

Heute abend um 22.05h strahlt der Deutschlandfunk eine neue Portraitsendung über mich aus, Autorin ist Gisela Nauck.

11.10.2014, 22:05 Uhr
Neues in der Musik von Johannes Kreidler Polymediales Komponieren

Von Gisela Nauck

Livestrom:
http://srv.deutschlandradio.de/themes/dradio/script/aod/index.html?audioMode=2&audioID=4

Johannes Kreidler, Jahrgang 1980, gehört zu jener Komponistengeneration, die in die technologische Revolution per Digitalisierung mitten hineingewachsen ist. Als Student von Mathias Spahlinger und Orm Finnendahl in Freiburg hat er sich das notwendige Rüstzeug angeeignet, darauf kompositorisch zu reagieren.

Kritisches Denken und den Umgang mit elektronischen und digitalen Medien führte zu Um- und Neuorientierungen in Kreidlers Musik. Wichtig wurde für ihn dabei die gleichwertige Verfügbarkeit sowohl akustischer, musikalischer als auch visueller Materialien aller Art als Datenfile. Autorin Gisela Nauck erörtert in ihrer Sendung die Konsequenzen für sein Komponieren: Was verbirgt sich hinter der kompositorischen Strategie einer ‘Musik über Musik’? Was versteht man unter ‘Neuem Konzeptualismus’? Warum ist es Kreidler wichtig, eher vom Sound als vom Klang seiner Musik zu sprechen? Und warum ist das Internet möglicherweise künftig der geeignete Präsentationsraum für derartige neue Musik?

http://www.deutschlandfunk.de/neues-in-der-musik-von-johannes-kreidler-polymediales.1990.de.html?dram:article_id=298898

Diedrich Diederichsen über Konzeptuelle Musik

Die aktuelle Ausgabe der “Pop-Zeitschrift” enthält einen Text von Diedrich Diederichsen über “Konzeptuelle Musik, konzeptuelle Popmusik”, in dem ich die Ehre habe, erwähnt zu werden.

Snip:

In letzter Zeit sind Entwicklungen in der Bildenden Kunst und der Musik wieder häufiger parallelisiert worden. Hilfreich war das gerade für Arbeiten wie die von Christian von Borries oder Johannes Kreidler, weil der Begriff und die Methoden der >Conceptual Art< und insbesondere der >Institutional Critique< es ermöglichten, den Umgang mit verschiedenen Ebenen der Kunstproduktion (Material im engeren Sinne; Bestimmung der Abspielorte, Produktionsbedingungen, Zugänge etc. durch den Künstler/Komponisten; Soziologie des Publikums und der Institution; Musikmarkt) von einer weiteren Abstraktionsstufe aus zu beschreiben und dies zu operationalisieren. Institutionelle Aspekte, Konzerthallenarchitektur, Habitus des Publikum und kompositorische Entscheidungen können so mit gleichem Recht als Material im weiteren Sinne begriffen werden, wenn man sich aus solcher Kunst Verfahren und Begriffe leiht, die geeignet sind, den Komponisten und/oder den Dirigenten aus den Fallen der institutionellen Arbeitsteilung und Genrefixierung, aber auch aus den Beschränkungen der Arbeit auf das unmittelbar klangliche und sensuelle Material zu lösen - Beschränkungen, aus denen sich Bildende Kunst schon lange befreien konnte.

Der Text ist eine erweiterte Fassung dieses Textes von 2008.

Mit Dank an Lilli, meine Liebste Leo und an Stefan!