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Kategorie Kritik der reinen Vernunft

Mayke Nas’ Eröffnungsrede der Gaudeamus Music Week

Vielleicht ist wieder eine Zeit besonderer Reden (in der Neuen Musik). Brigitta Muntendorf hat vor drei Jahren in München die Stimme erhoben, George Lewis hat in Donaueschingen (im neuen Format der >Donaueschingen Lectures<) einen eindrücklichen Vortrag gehalten, Mayke Nas sprach zur Eröffnung der Gaudeamus Music Week dieses Jahr, der Text steht online:

https://gaudeamus.nl/en/nieuws/openingsspeech-componist-des-vaderlands-mayke-nas/

Snip:

But receiving applause is actually one of the most awkward things for the majority of composers. [...]
To learn?
To listen?
To think?
To invent?
To try to catch fleeting dreams?
To challenge thoughts and opinions?
To question likes and dislikes?
To practice patience?
To look for beauty?
To look for meaning?
To dig deep into things that genuinly interest us?
To face fears?
To have fun?
To build new instruments?
To find new usage for old instruments?
To take ourselves seriously?
To take others seriously?
To further develop a craft that has already been enchanting people for a few hundred years?
To figure out what comes after post-modernism, post-minimalism, post-eclecticism, festivalism, hipsterism, neo-barbarism or neo-conventialism?
To change the world?
To let the world change us?

Weihnachten ohne Flüchtlinge

Gerade auch die Bayern und Polen erzählen sich derzeit ja wieder gerne die alte Geschichte von dem flüchtigen Pärchen.

(via sofias)

L’Origine de la Guerre

L’origine de la Guerre is a painting by Orlan, an appropriation of The Origin of the World.

(via MixArt)

Radiosendung über die Herausforderungen für die Musikkritiker*innen durch multimediale Kunstmusik

Torsten Möller geht in seinem SWR2-Feature der anstehenden Frage nach, wie denn angestammte Musikkritiker*innen mit den heutigen Arbeiten im Bereich von >erweitertem< oder gar >aufgelöstem Musikbegriff< umgehen.
Darin kommt u.a. auch mein Stück Minusbolero vor.
Zur Bemerkung gegen Ende, dass eine >Kritik der Kritik< noch ausstünde, wäre etwa auf diesen Text zu verweisen.

Sendung steht bis Sonntag noch in der Mediathek zum Anhören.

Konzept, Diesseitigkeit, Klanginstallation – Was nun, Herr Kritiker?

Musikkritik ist angreifbar. Sie ist abhängig vom Standpunkt des Kritikers, von dessen Vorlieben, somit auch von dessen “musikalischer Sozialisation”. Gerade in Zeiten eines musikalischen Konzeptualismus oder multimedialer Werke versagen solche technischen Bewertungsmaßstäbe wie formale Geschlossenheit, Instrumentation oder harmonischer Reichtum. Wie sieht Kritik heute aus? Und: Wie sind erhellende Schneisen zu schlagen im Dickicht des derart wuchernden Musikschaffens? Torsten Möller sucht in seinem Feature Antworten.

https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/jetztmusik/swr2-jetztmusik-konzept-diesseitigkeit-klanginstallation-was-nun-herr-kritiker/-/id=659442/did=20339028/nid=659442/pfoe86/index.html

Es gibt übrigens den sehr schönen Service der Neuen Musikzeitung eines wöchentlichen Überblicks über das Radiogeschehen rund um neue Musik.

Mapping the sound of protest

Nennen wir es >Musik<, nennen wir uns >Hörer*innen<, nennen wir die Akteur*innen >Musiker*innen<.

An online database mapping the sounds of various protests around the world has just been launched. Created by the UK Oxford based field recording and sound art network Cities And Memory, the interactive map documents demonstrations, political activism and civil resistance from 49 cities and 27 countries.

https://citiesandmemory.com/protest/

Wie Facebook das Internet verändert

Ein Video der New York Times, das erklärt, wie Facebook auch dein Internet verändert und wie das Unternehmen hinter den Kulissen in diplomatische Kämpfe um die Zukunft des Internets verstrickt ist. Auch schön in der Machart.

Nachtrag zum Offenen Brief / Klangwerkstatt

Im Sommer habe ich einen Offenen Brief an den Kultursenator Berlin geschickt, da der Fortbestand der Klangwerkstatt bedroht ist. Damit bin ich nicht allein, wenn ich auch mit wesentlich mehr Unterstützer*innen gerechnet habe. Auf der Website der Klangwerkstatt sind diverse Briefe und Statements gesammelt.
Lederer hat übrigens allen Briefeschreibern geantwortet – immerhin (als ich 2014 dem damaligen Verantwortlichen Tim Renner wegen der Unerhörten Musik geschrieben hatte, kam nix). In der Antwort zwar keine klare Ansage, aber doch zumindest Verständnis für die Sache und Lösungsoptionen genannt.

Nordkoreanische Militparaden mit den Bee Gees

Passt.
(Popmusik ist halt auch immer Marschmusik.)

(via kfm)

Kurze Unterbrechung der Sommerpause: Offener Brief an den Kultursenator der Stadt Berlin

Geht heute mit der Post raus. Schreibt ihm auch – die Lage ist ernst. (Mehr dazu)

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Herrn
Dr. Klaus Lederer
Senator für Kultur und Europa
Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Abteilung Kultur
Brunnenstr. 188-190
10119 Berlin

Klangwerkstatt Berlin – Offener Brief

Sehr geehrter Herr Dr. Lederer,

mit Bestürzung habe ich davon erfahren, dass das Festival Klangwerkstatt Berlin, das seit 28 Jahren jährlich eine einzigartige kulturelle Leistung Berlins darstellt, dieses Jahr mangels finanzieller Förderung nicht stattfinden kann. Kein mir bekanntes Festival für Neue Musik betreibt – deutschlandweit – in einer solchen Intensität Nachwuchsförderung für alle Formen des experimentellen Musizierens und Komponierens, wie es ebenso diese vereint mit erstklassigen Aufführungen und wichtigen Kompositionsaufträgen an die bedeutendsten Komponistin*innen Berlins, was im Bereich der Neuen Musik bekanntlich nicht weniger heißt als: die bedeutendsten Komponist*innen der Welt.

Um nur ein Beispiel zu geben aus vermutlich über 500 Konzerten, die die Klangwerkstatt seit 1989 auf die Beine gestellt hat: 2010 durfte ich die Erfahrung als Zuhörer machen, einem Konzert von Kindern und Jugendlichen aus Marzahn-Hellersdorf beizuwohnen, in dem diese mit Autohupen eine spektakuläre ›Symphonie‹ von Moritz Eggert darboten. Nicht nur war es ein großer Spaß für alle Beteiligten, zugleich öffnete es allen die Ohren für die Feinheiten, die – ich habe es auch erst geglaubt, nachdem ich es gehört habe – eine Autophupe hat; sie kann nämlich durchaus auch leise und zart klingen!

Schauen Sie doch mal auf der Website www.klangwerkstatt-berlin.de ins Archiv, was hier 28 Jahre lang mit großem Idealismus und Fleiß für Berlin getan wurde. Unmessbar bleiben darüber hinaus all die Wirkungen, Erinnerungen, Erweiterungen des Fühlens und Denkens, Freude an Klang und seiner gemeinsamen Hervorbringung in allen nur erdenklichen Facetten, die von der Klangwerkstatt ausgingen.

Dass die Klangwerkstatt nun nicht stattfinden kann, zeigt das grundsätzliche Manko, dem das Festival ausgesetzt ist: Von Jahr zu Jahr ist es auf projektbezogene Fördermittel angewiesen; die Klangwerkstatt ist aber kein singuläres Projekt, sondern eine der wichtigsten Institutionen des Berliner Konzertlebens seit 1989. Darum möchte ich Sie dringlich bitten, alle Möglichkeiten zu prüfen, der Klangwerkstatt endlich eine kontinuierliche, langfristige Förderung zu geben, damit dieses traurige Jahr ein absoluter Einzelfall bleibt. Wenn jetzt nicht die bestehende Wo*Manpower und das über mehr als ein Vierteljahrhundert gewachsene Publikum der Klangwerkstatt gesichert wird, bricht etwas weg, was sich schwerlich – wie sollte es auch – wiederherstellen ließe. Berlin wäre um eines seiner wunderbarsten Basiskulturprojekte ärmer. Ich bitte Sie, zu handeln.

Es grüßt so bekümmert wie herzlich
Johannes Kreidler

Politisch-ästhetische Fehlentscheidung

Das Wahlvolk wird ihm schon noch die Quittung ausstellen!

(via Tumblr)