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Audiosoftware spielt sich selber ab

Vor einer Weile ging rum, wie Programmiercode klingt, wenn man ihn ungeniert als Wellenform liest (SpOn). Gähn, haben wir schon als Kinder gemacht! Eine ganz nette Steigerung ist dann aber doch, wenn ein Programm sich selber ausliest. Für alle Freunde der Selbstreferenz.

Hier zum Beispiel hat Michael Takezo Chinen den Code der bekannten Audio-Schnittsoftware Audacity in, genau, Audacity geladen:

Oder hier wird der Code der Audioprogrammiersprache puredata mit, na ihr wisst schon – puredata abgespielt:

Von Nicolas Maigret.

(via usernamealreadyexists)

Bettelroboter

Ja, die Maschinen nehmen dem Menschen immer mehr Arbeit ab. Tatsächlich gibt es die Fraktion, die gerade die Erleichterung geißelt – als ob es nicht noch genug Probleme hieniden gäbe, wo wir über jede Entlastung früh sein können.

Das Amsterdamer Kollektiv Electric Circus hat beim Perth Arts Festival 2008 Dirk, den obdachlosen Bettelroboter rausgeschickt.

(via getidan)

Google Earth Fundstücke bzw. Suchstücke

Eine der größten ästhetischen Sensationen der letzten 10 Jahre kam nicht von der Kunst, sondern von der Technik: Google Earth. Tatsächlich konnte die Menschheit bei dem Komplettanblick unserer Erde glatt noch mal ein Gefühl haben wie zuletzt 1861:

Heute können wir für einen lächerlich geringen Betrag nicht nur mit jedem berühmten Ort der Welt vertraut werden, sondern auch mit fast jedem bekannten Menschen Europas. Die Allgegenwart des Fotografen ist etwas Großartiges. Wir alle haben die Alpen gesehen und kennen Chamonix und das Mer de Glace in- und auswendig, auch wenn wir uns nie den Schrecken des Ärmelkanals ausgesetzt haben … Wir haben die Anden überquert, den Teneriffa-Vulkan bestiegen, japanischen Boden betreten, die Niagarafälle und die Thousand Islands »absolviert«, uns am Kampf mit unseres-gleichen ergötzt (vor Schaufenstern), dem Rat der Mächtigen beigewohnt, Könige, Kaiser und Königinnen, Primadonnen, Lieblinge des Balletts und »beliebte Mimen« kennengelernt. Wir haben Gespenster gesehen, ohne zu erschauern; wir sind vor Fürstlichkeiten gestanden, ohne den Hut zu ziehen. Kurzum – wir haben dank einer Drei-Zoll-Linse jeden Pomp und jede Eitelkeit dieser verrückten, aber schönen Welt gesehen.

(Kolumnist von Once a Week, London; 1.6.1861, zitiert nach Susan Sontag: Über Fotografie)

Die Sammlung Where in the World? bringt besonders bizarre, kuriose, umwerfende Aufnahmen zusammen und lässt noch raten, wo in der Welt diese Aufnahme entstanden sein könnte. Das oben ist beackertes Land im US-Bundesstaat Washington, das unten sind Dünen im Lencois Maranhenses Nationalpark, Brasilien.

Daran tritt ein wesentlicher Aspekt von Fotografie deutlich hervor: Man muss wissen, dass das ein Foto ist. Als surreales Gemälde könnte es kaum Geltung bekommen.

(via the Atlantic)

Ballungsräume

(via publique)

(via the daily what)

Grafische Partitur von György Ligetis „Artikulation“

Von György Ligetis Tonbandstück „Artikulation“ aus den Jahren 1957/58 hat Rainer Wehinger in den 70ern eine grafische Partitur erstellt, die jemand nun gescannt und filmisch synchronisiert hat.

Gewissermaßen die Umkehrung des kürzlich hier gezeigten Films mit „Treatise“ von Cornelius Cardew (von Cardew ist die Partitur, die Musik wurde nachträglich daraus generiert).

Anton Wassiljews Keyboardstück I

Anton Wassiljews Keyboardstück 1, „für Stockhausens Klavierstück IX, Keyboard und Sampler“. Wenn ich es recht verstanden habe spielt der Pianist (bei dieser Aufnahme Philipp Hövelmann) Karlheinz Stockhausens Klavierstück IX (1954/61) auf einem Keyboard, das aber nicht nur Klavierklänge triggert, sondern in der weiten Welt der Samples zappt. Für alle Freunde der experimentellen Musik.

Ertragsgebirge

Michael Najjar photoshoppt Fotos aus den Bergen, so dass die Gebirgszüge den Verlauf von Aktienkursen annehmen. Das da oben ist der Nikkei Index von 1980 bis 2009.
Mehr dieser Arbeiten hier.

(Falls jemand nicht weiß – ich hab mal aus Aktienkursen Melodien gebildet.)

Habe ich aus diesem Vortrag von Kevin Slavin über Algorithmen, die zB das Geschehen an den Börsen bestimmen. Er schließt mit der streitbaren These: „We will have to understand those [algorithms] as nature. And in a way, they are.“

Der Titel dieses Blogeintrags ist übrigens von einem Bild von Martin Kippenberger.

Mona Lisa in 140 Punkten

Immer schön weit weg gehen! (Macht Alarmanlagen überflüssig.)

(via kottke)

Und hier ist der Pixelator, mit dem selber schnell mal was verpixeln kann. Sozusagen das 140-Punkte-Programm.

(via 11k2)

Nachtrag: die Mona Lisa in 6239 Punkten.

Bilder von John Cage

Drüben bei Aula Contemporana gibt es eine schöne Ausstellung von visuellen Arbeiten von John Cage. Hier eine kleine Auswahl:

(via Lukas Hellermann)

BlaBlaMeter – Wieviel Blabla steht im Text?

Nachdem im Netz schon das Ding kursierte, das analysiert, welchem Schriftsteller der eigene Schreibstil am ehesten ähnelt, gibt es nun das weitaus wichtigere Tool, sozusagen das BlablaPlag – den BlaBlaMeter, der heiße Luft im Text scannt.

http://www.blablameter.de/index.php

Die FAZ schreibt darüber.

Dieser Blogeintrag kommt übrigens auf einen 0.12er-Wert. „Ihr Text zeigt nur geringe Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch.“

(Via Stefan Drees)