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Die Frau, die Akkorde singt

Überhaupt ne starke Musik, aber ab 6’10“ wird’s spektakulär. Irgendwelche dissonanten Multiphonics kann ich auch absondern, aber hier hört man, oder meint es zumindest, tonale Akkorde aus dem Mund von Lalah Hathaway. Ich sekundiere mit dem Runterklappen der Kinnlade.

http://www.ja-gut-aber.de/lalah-hathaway-die-frau-die-akkorde-singt/

Das älteste erhaltene Musikstück der Welt

Ancient documents found on stone in Greece and papyrus in Egypt, reveal exactly how the pitch should have risen throughout the composition.
Inscribed with a vocal notation devised around 450 BC, the documents show alphabetic letters and signs placed above the vowels of the Greek words that reveal the mathematical ratios of musical intervals.

http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2478381/The-haunting-music-takes-1-800-years-Expert-records-100-accurate-version-song-heard-ancient-Greece.html

Freiluftakustik im Vergleich

NK: Pause

Nach dem langen „Readymades“-Kapitel mache ich eine Pause in der Reihe „Neuer Konzeptualismus“. Es fehlen noch 8 Posts, die kommen später und vereinzelt.

Link zum Anfangspost der Reihe: Definitionen und Übersicht

Neuer Konzeptualismus – Methoden 1q) Übertragung von Kunstwerken anderer Medien

1q) Übertragung von Kunstwerken anderer Medien

 

Peter Ablinger hat Malewitschs „Schwarzes Quadrat“ mit Weißem Rauschen in Klang übersetzt und stellt dazu die Frage, wie lange es wohl gespielt werden sollte, bis man die Empfindung eines Quadrats hat.

 

http://ablinger.mur.at/ww7_square.html

 

Ich habe dasselbe Gemälde umgesetzt mit einer Rechteckschwingung („Square Wave“) und die Ablingersche Frage mit 8 Sekunden beantwortet.

 

Dieses Jahr feiert das “Schwarze Quadrat” von Kasimir Malewitsch hundertsten Geburtstag. Dazu habe ich ein kleines Musikstück gemacht, eine klangliche Umsetzung desselben:

Das Quadrat erklingt als Rechteckschwingung (“Square Wave”);
die Farbe “Signalschwarz” hat den CIEL-Wert 28.66, darum als Frequenz 28.66 Hertz;
die Frage nach der Dauer, die Peter Ablinger für ein klingendes Quadrat gestellt hat, beantworte ich subjektiv mit 8 Sekunden.

 

Und den Kubismus schlechthin habe ich ebenfalls mit verschiedenen Schwingungsformen zu Klang gebracht:

 

 

Ole Hübner hat eine Rauminstallation von Bruce Nauman in Max/Msp nachgebaut:

 
(bei 6’42“:)

 

Link zum Anfangspost der Reihe: Definitionen und Übersicht

Neuer Konzeptualismus – Methoden 1p) Technische Neuinterpretationen von Musik / Re-Enactment

1p) Technische Neuinterpretationen von Musik / Re-Enactment

 

Große Bekanntheit hat Cory Arcangel mit seiner Neuinterpretation der Schönbergschen Klavierstücke Op.11 mithilfe von Schnipseln von Katzenvideos erlangt:

 

 

Mit dem gleichen Verfahren („Konkatenative Synthese“) hat er auch Paganini und die Goldbergvariationen modelliert. Und dann gibt es noch die Porno-Badinerie.

 

Mit dem Kinect 3D Sensor habe ich LaMonte Young

 

(bei 2’43“)

 

und ein Fluxus-Stück von Robert Bozzi nachgespielt:

 

(bei 0’35“)

 

Patrick Liddell hat „I am sitting in a Room“ von Alvin Lucier im virtuellen Raum von YouTube realisiert:

 

 

Und ich habe mit der Split Screen Technik – „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen“ wiederum LaMonte Young umgesetzt:

 

(bei 0’33“)

 

Kein bereits existierendes Musikstück, sondern eine traurigerweise erfolgte Tötung eines Afro-Amerikaners durch Anbinden an einen Jeep hat Christian Marclay mit einer E-Gitarre wiederholt.

 

 

Link zum Anfangspost der Reihe: Definitionen und Übersicht

Neuer Konzeptualismus – Methoden 1o) Noten gewinnen

1o) Aus einer Vorlage werden Noten gewonnen.

 

In „True Type Font Music“ liegt ein Gedicht von Eichendorff vor, bei dem ich auf Musikfonts anstelle normaler Buchstabenfonts gewechselt habe.

 

 

Ann Eysermans hat ähnliches gemacht:

 

Aankomst in ‚aangeslagen toestand‘, alarm voor afwaartse anionen, afwijkende aandrijvingen en antislip-atomen. Afrijden in accelleratie, de absorptie-aansluiting richting armsein-activator voorbij.

 

Sie hat auch Fahrpläne der belgischen Bahn zu Partituren erweitert:

 

 

Ich habe das Ergebnis eines Tennis-Matchs als Generalbassbezifferung genommen:

 

 

Oder etwas aufwändiger die Medien gewechselt:

 

 

Alberto Bernal schreibt „unmögliche Musik“:

 

 

Oder in „Was gesagt werden muss“ werden sämtliche Gedichte von Günter Grass ins offene Fenster der Notationssoftware „Cappella“ getippt:

 

 

Nicht Noten, aber eine Sequenzerdarstellung hat Ann Eysermans nach Vorbild der Zugstellung auf einem belgischen Bahnhof zusammengestellt – „Spoor“ heißt im Flämischen sowohl „Bahngleis“ als auch „Tonspur“.

 

 

Und da Ann Eysermans Züge zum Thema hat, hat sie auch PD-Patches gemacht mit dem dort vorhandenen „train~“-Objekt:

 

 

 

 

 

 

Link zum Anfangspost der Reihe: Definitionen und Übersicht

Neuer Konzeptualismus – Methoden 1n) Subtraktion

1n) Subtraktion

Von einer Vorlage wird etwas entfernt.

 

 

 

 

 

 

 

Im Extremfall wird quasi alles entfernt, dennoch bleibt etwas übrig:

 

Peter Ablinger hat eine leere Schallplatte produziert, bei der nur noch das Hintergrundrauschen zu hören ist:

Auflage: 7 Stück, verschiedene Abspielgeschwindigkeiten, Rillenpressung ohne Klang

http://ablinger.mur.at/ww13.html

 

Jarrod Fawler hat eine CD mit 99 Stille-Tracks gemacht, die per Shuffle abgespielt werden soll – die Stille wird immer anders durch die Trackwechselgeräusche des CD-Players proportioniert. (Keine Aufnahme verfügbar)

 

Oder es ist wirklich alles entfernt – idealiter:

 

 

 

Beides, Addition und Subtraktion gestaltet Peter Ablinger mit seinen Wandelementen:

 

GALLERY PIECE (Weiss / Weisslich 32e)
abwechselnd klangabsorbierendes und -reflektierendes Material



http://ablinger.mur.at/ww32_schalldaemmung.html

 

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Neuer Konzeptualismus – Methoden 1m) Addition

1m) Addition

Zu einer Vorlage wird etwas hinzugefügt – wie damals Duchamp den Schnurrbart zur Mona Lisa.

 

Peter Ablinger deckt die live spielenden Musiker – idealiter – passgenau mit Rauschen zu, das alle Frequenzen enthält, die die Musiker spielen:

 

Instrumente und Rauschen

 

Zu einer Aufnahme von Brian Ferneyhoughs zweitem Streichquartett habe ich eine Band-in-a-Box – Begleitung hinzugefügt:

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt eine Addition, die zugleich eine gewaltige Subtraktion bedeutet:

 

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Neuer Konzeptualismus – Methoden 1l) Anhäufung

1l) Anhäufung

Eine charakteristische Aktion wird in mehreren Varianten ausgeführt, und diese werden dann gleichzeitig abgespielt.

 

Das Prinzip der meisten Stücke meiner „Split Screen Studies„. Zum Beispiel die Aufteilung einer Musikeinspielung, dann alles gleichzeitig abgespielt:

(Bei 1’55“:)

 

Am Anfang:

 

Im folgenden Video sind es Bücher als Vorlage, vom Prinzip nicht so unähnlich zu Ligetis Poème symphonique für 100 Metronome; jedes Buch hat seine eigene Lesegeschwindigkeit. Das zweite Stück dann ist inspiriert von Helmut Lachenmanns Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“; darin gibt es eine Zähneklapperarie, die ich ziemlich affig fand, als ich in Stuttgart im Staatstheater Sänger in einem gut beheizten Opernhaus künstlich nach Lachenmanns Partitur mit den Zähnen Geräusche machen sah. Das wollte ich wenn dann doch mal echter machen:

 

 

Wiederum eine bekannte Vorlage, jetzt nicht in mehreren Varianten, sondern aus dem Original jeweils herausgelöst: Erik Carlson nimmt aus sämtlichen Brucknersymphonien die Paukenstimmen und macht daraus ein Stück für großes Paukenensemble:

http://midnightsledding.com/carlson/BrTi.pdf

 

Philipp Blume hat von Johannes Ockeghems „Missa Cuiusvis Toni“, welche in vier verschiedenen Modi gesungen werden kann, die vier Versionen übereinandergelegt:

 

 

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