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Kreidler @HR2

Heute abend um 22h strahlt HR2 die Sendung „Cluster“ aus, diesmal zum Thema „Is Darmstadt Alive? Zur Aktualität der Ferienkurse“. Darin klingt auch mein letztes Jahr bei den Ferienkursen uraufgeführtes Stück Die „sich sammelnde Erfahrung“ (Benn): der Ton an und es gibt ein Statement von mir.

hr2-kultur | Cluster

Stefan Fricke und Michael Rebhahn: „Is Darmstadt alive?“ Zur Aktualität der Ferienkurse

Dienstag, 10. September 2013, 22:00 Uhr

„Is Darmstadt alive?“ – Diese Frage stellte im Sommer 1984 die Redaktion der Kölner Zeitschrift „MusikTexte“ zahlreichen Komponisten und veröffentlichte im Heft 5 deren Antworten.

En Detail ging es um Aspekte der angeblichen „Darmstädter Schule“, um die mangelende oder tatsächliche Aktualität der 1946 gegründeten Ferienkurse, um das (Über-)Leben oder das Sterben der hessischen Institution, die seit 1970 nur noch alle zwei Jahre stattfindet – eine Entscheidung der Kursleitung, als in jenem Jahr viele Teilnehmer die ästhetische Fantasielosigkeit und programmatische Intransparenz lautstark kritisierten. Aber mundtot wurden die Komponisten dadurch nicht und sind es auch. Diese Sendung gewährt Rück- wie Ausblicke auf die älteste, auch wenn sie nicht so heißt, Sommeruniversität für neue Musik.

http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=31122&key=standard_document_47635295

Livestrom: http://www.hr-online.de/website/static/streaming_popup/mp3streamer.jsp?client=hr2

Kreidlers Donaueschingen-Stück auf CD

Demnächst (18.10.) erscheint die offizielle CD der Donaueschinger Musiktage 2012, darauf auch mein Stück Der „Weg der Verzweiflung“ (Hegel) ist der chromatische in einer eigens gemischten reinen Audio-Version. Vorbestellungspflicht!


https://neos-music.com/output.php?template=german-album-details.php&content=Alben/11303-05.php

Ear Training II,1 – 03

Ear Training II,1 – 02

Ear Training II,1 – 01

„Neuer Konzeptualismus“ @Positionen

In der aktuellen Ausgabe der „Positionen“ steht ein Text von Herausgeberin Gisela Nauck über den Neuen Konzeptualismus; den Text möchte ich empfehlen, wie überhaupt diese ganze Ausgabe, die dem Thema „Institutionenkritik“ gewidmet ist.

Snip:

Der Schweizer Patrick Frank, der Deutsche Johannes Kreidler, der Österreicher Peter Ablinger und der Norweger Trond Reinholdtsen gehören zu den Repräsentanten einer gegenwärtig immer deutlicher werdenden kompositorischen Neuorientierung. Sie selbst, respektive Kreidler, hat dafür den Begriff „Neuer Konzeptualismus“ vorgeschlagen. Gebräuchlich ist für diese kompositorische Trenfwende auch der Begriff „Conceptualism Turn“. Festzuhalten ist zunächst, dass es ein internationales Phänomen ist. Betrachtet man es aus musikgeschichtlicher Perspektive so fällt auf, dass wesentliche Impulse für einen Neuen Konzeptualismus einem kulturellen Kontext entstammen, in dem der abendländische Musikbegriff mit seinen zur Postmoderne führenden Ausprägungen offenbar einen Endpunkt erreicht hat. Im Zentrum steht dabei das Ende eines Materialfortschritts, der viele Jahrzehnte lang zu den Leitideen vor allem der westeuropäischen musikalischen Avantgarde gehört hat.

Anfang nächsten Jahres wird es dann von der Neuen Zeitschrift für Musik ein Themenheft zur Neuen Konzeptmusik geben, mit Texten von Harry Lehmann, mir und anderen.

Notationsminiaturen als Leinwanddrucke

Sheet Miniatures, printed on canvas. Unique copies with signature.

Signierte Unikate.

 

(draufklicken zum vergrößern)

Mehr Fotos

Wassiljew sings Kreidler, part 2

Anton Wassiljew hat seinen Zyklus „Wassiljew sings Kreidler“ komplettiert (Kulturtechno früher). Er musikalisiert meine „Sätze über musikalische Konzeptkunst„; hier nun #11-20:

„Zeitgenössische Kunst als Institutionskritik“ – Rede von Heiner Goebbels

Heiner Goebbels hat eine bemerkenswerte Rede zur Zukunft der Kultur gehalten.

Woher also wird die Zukunft der Künste kommen, wenn wir nicht nur die Texte im Theater, die Klänge in der Oper und die Schrittfolgen beim Tanz austauschen und renovieren wollen?

Ich glaube, wir müssen strukturell darüber nachdenken.

Wie verhindern wir, dass diese absolut schützenswerten und für die Präsentation des Repertoires einzigartigen Institutionen, über die wir zur Zeit noch verfügen, nicht die beherrschenden, beharrenden Schwerkräfte sind, denen gegenüber mehr und mehr und ganz zurecht die Kritik laut wird, sie seien ’nicht für die Kunst und die Künstler da‘, sondern verlangten im Gegenteil von den Künstlern, ‚was gut für das Haus ist‘: für das Abo, für den Spielplan, für die Besetzung, für das Budget, die zur Verfügung stehende Probenzeit etc. … Aber der Kompromiss ist ein schlechter Regisseur.

Was uns fehlt sind Häuser, die frei sind – aber nicht ‚im doppelten Sinne‘, sondern genauso ausgestattet wie ein Opernhaus, wie ein Stadt- oder Staatstheater –, Produktionsmöglichkeiten, wie ich sie zum Beispiel glücklicherweise zurzeit bei der Ruhrtriennale vorfinde.

http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=8198%3Aheiner-goebbels-stuttgarter-rede-zur-zukunft-der-kultur&catid=101%3Adebatte&Itemid=84

„Musik mit Musik“-Buchbesprechung in „Die Tonkunst“

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Die Tonkunst“ ist mein Buch „Musik mit Musik“ rezensiert.

Snip:

Wie Kreidler Bestehendes (das können insbesondere Stile und Fragmente der populären Musik sein) als Medium für neue Formen, d. h. für seine Kompositionen, Performances und Texte heranzieht, wie er sich mit seiner Kunst abzugrenzen sucht von etablierten Institutionen (beispielsweise dem »restbürgerlichen Orchestermusikgeschehen«, S. 206) und gefeierten Komponisten (wie dem bereits 2002 mit einer bitterbösen Glosse bedachten Jörg Widmann), bei welchen Kollegen Kreidler Ähnlichkeiten zu seinen eigenen Ansätzen wahrnimmt (zu nennen wären Arno Lücker und Martin Schüttler), und auf welche Art und Weise er die »Synthese-, Verarbeitungs-, Speicher- und Übertragungsmedien der digitalen Revolution« (S. 109) dabei als Werkzeuge benutzt: Dies alles kommuniziert Kreidler in seinen gesammelten Schriften mit Sendungsbewusstsein, Streitlust und Witz.

[…]

Ihm (…) Naivität und Unwissen vorzuwerfen, wie es nach seiner Debatte mit Mahnkopf in einigen Rezensionen geschehen ist, kann nach der Lektüre von „Musik mit Musik“ schlichtweg als falsch bezeichnet werden.