(via Heike Matthiesen)
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Das meint der Kulturtechno-Karikaturist dazu:*
*Ich werde in nächster Zeit öfter mal den guten alten Titanic Karikaturen-Generator einsetzen.

(via Heike Matthiesen)
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Das meint der Kulturtechno-Karikaturist dazu:*
*Ich werde in nächster Zeit öfter mal den guten alten Titanic Karikaturen-Generator einsetzen.
Eine interessante Infografik über die Entwicklung der Tanzmusik in der westlichen Welt:
http://www.thomson.co.uk/blog/wp-content/uploads/infographic/interactive-music-map/index.html
(via 11k2)
Vgl:
Map of Metal
Ishkur’s Guide to Electronic Music
Siehe auch: Die „Einleitung in die Musiksoziologie“ aus Feeds. Hören TV.
Erstaunliche Muster, die sich bei der Bewegung unterschiedlich langer Pendel ergeben; ebenso erstaunliche Muster bei Vogelschwärmen.
Fragt sich, ob das eine mit dem andern etwas zu tun. Mit Kunst hat beides jedenfalls nichts zu tun – auch wenn die Pendel in einem Theater vorgeführt werden und zu den Vögeln Habanera-Musik erklingt.
Björn Gottstein hat für die Zeitschrift Frieze einen Artikel über die Debatte um Computermusik, die seit Frühjahr 2010 läuft, geschrieben.
snip:
Obschon Musik früh und in hohem Maße von der Digitalisierung betroffen war, hat man sich im Bereich der Kunstmusik lange davor gescheut, die Konsequenzen in Bezug auf eine Ästhetik avantgardistischen Anspruchs zu benennen. Dabei geht es nicht um rein technische Fragestellungen, die in Zeitschriften wie dem Computer Music Journal hinlänglich beantwortet werden. Es geht auch nicht um ein zu verhängendes Streichquartettverbot. Sondern darum, ob und wie die Neue Musik dem Erfahrungshorizont der Gegenwart Rechnung zu tragen in der Lage ist.
http://frieze-magazin.de/archiv/kolumnen/strgaltentf-der-computer-und-die-avantgarde/
(nur für registrierte Mitglieder)
Ein Erratum des Autors ist zu korrigieren: Anders als Gottstein schreibt habe ich nicht bei Mahnkopf studiert.
In der nächsten Ausgabe der „Darmstädter Beiträge für Neue Musik“ wird es dann einen ausführlichen Text von mir geben über meine Kompositionssoftware COIT; darin gehe ich auf einige zentrale Punkte der Auseinandersetzung ein bzw. kann sie dann hoffentlich am Beispiel klären.
Zur Zeit bringe ich hier in insgesamt zwölf Teilen den Text “Das totale Archiv” als Blog-Version. Der sechste Teil stellte fest: Die digitalen Archive sind nicht mehr zerstörbar. Der siebte Teil nun ergänzt: Auch die Menschheit ist nicht mehr zerstörbar!
7. Die Menschheit ist ewig
Natürlich sind nicht alle Geschichten erzählt, nicht alle Bilder gemalt und nicht alle Musik komponiert, nicht alles ist schon dagewesen. Aber vieles! – im Verhältnis zu dem, was Menschen erfassen können. Neu ist das Ausmaß des Alten. YouTube gibt es seit sechs Jahren. Pro Minute werden dort derzeit 48 Stunden Videomaterial hochgeladen. Welche Massen wird man da in fünfzig Jahren haben? Die Archive wachsen und wachsen. Es ist kaum anzunehmen, dass sie sich wieder zurückentwickeln.
Nach gegenwärtiger Sachlage ist keine messianische und keine technisch ausgelöste Apokalypse zu erwarten. Natürlich gibt es gewaltige Katastrophen, aber sieben Milliarden Menschen, mit Technik und Know-How ausgestattet und über den Globus verteilt, sind zwar leider beträchtlich dezimierbar, doch schwerlich ausrottbar. Trotz aller existierenden Waffen wäre es logistisch unwahrscheinlich schwer, die gesamte Menschheit vom Erdball zu tilgen. So grauenhaft der Zweite Weltkrieg auch war, er hat unsere Population nur um zwei Prozent dezimieren können. Zudem darf man hoffen, dass diese Zeiten vorüber sind.
Das 20. Jahrhundert stand im Zeichen des Glaubens, dass die Menschheit sich früher oder später selbst zerbomben wird. Zukunftsvisionen waren praktisch immer düster; wer in der Literatur oder im Kino in die Zeitmaschine stieg (The Time Machine, Terminator, Blade Runner), zog in den Krieg. Aber allmählich dürfen wir annehmen, dass diese Ängste ausgestanden sind. Anzunehmen ist, dass noch Millionen Jahre lang Menschen leben,[1] sofern nicht höhere Gewalten erscheinen. Mit dem Abschütteln der Religionen hat die Menschheit Ewigkeit erlangt.
Die Erkenntnis, dass kein Gott dem irdischen Leben ein Ende setzen wird, hatte in der Neuzeit am prominentesten Nietzsche, und er gab dieser Ungeheuerlichkeit durch eine weitere unchristliche Ungeheuerlichkeit Ausdruck: die Lehre von der ewigen Wiederkehr. Nun sind Ungeheuerlichkeiten schwer auszuhalten. Im 20. Jahrhundert kamen die Dystopien auf, die negativen Utopien, die mehr oder minder den Untergang der Menschheit, wie wir sie kennen, skizzieren. Das hatte seine realen Anstöße, darin steckt aber insgeheim auch postreligiöse Eschatologie. Der Übermensch, der gottgleich wird, wird zuständig für den Weltuntergang. Wenn auch durch einen Atomkrieg: wenigstens überhaupt ein Schlusspunkt statt einer praktisch endlos dahinlebenden Menschheit.
Allein, es wird nicht eintreten. Wir müssen es mit der Ungeheuerlichkeit aufnehmen. Spürbar wird sie im totalen Archiv. Bislang war alles Materielle dem Verfall ausgeliefert; dass es einmal digitalisiert und dadurch ewig leben wird, konnte man sich nicht ausmalen. Jetzt muss ich davon ausgehn, dass was ich hier schreibe, noch in hundert Millionen Jahren existieren wird, ob es gelesen wird oder nicht. Die Vergangenheit, genauer gesagt alles, was von unseren Vorgängern hinterlassen wurde und digitalisierbar ist, wird digitalisiert werden, und dieser Vorgang wird irgendwann als abgeschlossen gelten. Dann sind sämtliche Bibliotheken und Museen, öffentlichen und privaten Archive Digitalisate; ab dann wird nur noch die ständige Gegenwart hinzugefügt. Alles wird allen verfügbar sein.[2] Und das Archiv ist unzerstörbar, weil es sich millionfach kopieren lässt und auf Nanometern Platz hat. Es wird kein geschichtliches Dunkel mehr geben, stattdessen die Möglichkeit der virtuellen Zeitreise an helle, vielleicht nur etwas pixelige Datenmeere. Dieses Kompendium gibt Informationen her, über die bislang nur gemutmaßt werden konnte; beispielsweise lassen sich, wo bislang bloß Hochrechnungen möglich waren, seit Googles Digitalisierungen kompletter Bibliotheksbestände tatsächliche Untersuchungen über die Häufigkeit bestimmter Wörter in der gedruckten Sprache anstellen.
Und selbst wenn die Menschheit doch verschwände – ihr Wissen würde wohl auf einem Datenträger in einer Kapsel weiter durch Äonen geistern.
[1] Fünfhundert Millionen Jahre lang bleibt die Erde voraussichtlich bewohnbar.
[2] Alles, was digital wird, wird kostenlos: Ewan Morrison, Are books dead, and can authors survive? In: Guardian vom 22.8.2011, http://bit.ly/r3VvN5, recherchiert am 30.8.2011.
..damit er dem Typen da hinter uns sagen könnte, dass er von McLuhan keine Ahnung hat.
Marshall McLuhan, der gerne mit seiner Berühmtheit und seinen Slogans („The Medium is the Message“) kokettierte („The Medium is the Massage“), in einem Auftritt in Woody Allens „Annie Hall“.
Fälschlicherweise hatte ich es schon für Montag angekündigt, jetzt aber stimmt’s: Heute abend von 21.04h bis 22h strahlt das RBB Kulturradio eine neue Kreidler-Portraitsendung von und mit Ulrike Klobes (live am Mikrofon!) aus. Einschaltpflicht für alle Kulturtechno-LeserInnen!
Kommentator oder Provokateur?
Der Komponist Johannes KreidlerEr vertont den Verlauf der Aktienkurse oder lässt Komponisten aus Billiglohnländern für sich arbeiten. Mit Hilfe von Sampletechnik, computergestützten Verfahren und elektroakustischen Mitteln wird Kreidlers Musik zum gesellschaftspolitischen Gradmesser.
http://www.kulturradio.de/programm/sendungen/111109/musik_der_gegenwart_2104.html
Livestrom:
http://www.kulturradio.de/live.m3u
Zur Zeit bringe ich hier in insgesamt zwölf Teilen den Text “Das totale Archiv” als Blog-Version. Der fünfte Teil handelte von der Informationsexplosion im Netz; als nächstes befassen wir uns mit dem Umstand, dass die digitalen Archive unzerstörbar sind.
6. Die Archive sind ewig
Ein technischer Aspekt des totalen Archivs ist eigens bemerkenswert: die digitale Sauberkeit. Ein Datensatz verwittert nicht. Entgegen der manchmal geäußerten Sorge, die digitalen Datenträger seien viel unbeständiger als die guten alten Analogmedien, wie zum Beispiel das „Holzmedium“ Buch, werden die Daten nicht kaputtgehen. Ist auch nur ein Film auf YouTube, ein Wikipedia-Eintrag bislang verschwunden, weil sein Trägermedium verblich? Die Technik ist den Daten gewachsen, parallele Server, auf verschiedenen Kontinenten stationiert und dezentral organisiert, garantieren Fortbestand, zumal alles allmählich im Nano-Bereich Platz hat. Tatsächlich sind digitale Daten unvergänglich, sie können verlustfrei auf den nächsten Datenträger umkopiert werden.[1] Und das geschieht ununterbrochen: Jeder Aufruf einer Website bedeutet ihre Multiplizierung auf das eigene Gerät, jede Aktion im Internet ist eine Kopieraktion. Unlängst wies ich einen Bekannten auf ein Interview mit Pierre Boulez von 1967 hin, das im Online-Archiv des Spiegels einzusehen ist. Der Bekannte übersah die Jahreszahl am Rand und glaubte, das Interview sei aktuell. Kein Wunder, er hielt ja keine vergilbte Spiegel-Ausgabe von 1967 in Händen! Moden bleiben kenntlich, aber der technische Stand der Reproduktion von Texten, wie auch von Fotos, Videos und Musik, ist kaum noch optimierbar, beziehungsweise verharrt auf einem pragmatischen Niveau. Es gibt Plattenspielersimulatoren, auf denen man die Jahreszahl einstellen kann; 1915 hat Toscanini anders geknackt als 1935. Der Schieberegler endet aber bei der CD oder beim Mp3, so wie man auch keine noch höherauflösenden Fotos und Filme mehr braucht. Fortan gibt das Medium keine neue Botschaft mehr ab. Alles Vergangene ist gleich weit entfernt, es wird medial egalisiert.
„Erinnern heißt vergessen“, das ist eine menschliche Losung: Mit jedem Wiederaufrufen wird das Erinnerte neu geschrieben und verfälscht. Im Digitalen passiert das nicht. Bei der verlustfreien Kopie gibt es keine Mutation mehr. Das digitale Archiv steht still – wäre da nicht die Remix-Kultur, die bewusst Abweichungen produziert.
[1] Ein bisheriges Problem sind veraltende Formate, doch je mehr sich globale Standards, etwa der Pdf-Datei, durchsetzen, schwindet die Gefahr.
Im zuletzt geposteten Kapitel meines Textes „Das totale Archiv“ ging es um die Wissensexplosion, die durch das Internet passiert. Dazu kam unlängst auch ein hübscher ZDF-Beitrag:
http://blog.zdf.de/dermarker/archives/8542
(via Mario Sixtus)
Heute abend, 21:04h bis 22h Mittwoch, 9.11. um 21.04h strahlt das RBB Kulturradio in der Reihe „Musik der Gegenwart“ eine Kreidler-Portraitsendung von Ulrike Klobes aus. Ich weise dann nochmal darauf hin…