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Kreidler on Charts Music (Update)

This afternoon I gave a short interview mit The Seattle Times. And this evening at 7.30pm CET there’s a live interview with BBC Radio 2.

Yesterday’s YouNews:

And last Friday’s Ehrensenf:

Charts Music Reactions #5

Erst die Kurzmeldungen:

-Ein YouTube-Kommentator möchte sich daduch auszeichnen, dass er im Alleingang die Melodie der Pornoindustrie in den Ultraschallbereich bringen will. Schön, dass es noch Menschen mit gesundem Konsumverhalten und männlicher Kaufkraft gibt. Umgekehrt wird mit Recht moniert, dass der Lehman-Kurs eigentlich melodisch in den Infraschall gehen müsste und nur noch für Wale hörbar sein dürfte. Meine Melodie stellt da eher eine Art (Milliarden-)Rettungspaket dar.

-Die Urheberrechtsfrage wird haufenweise diskutiert und ist in der Tat unklar, nicht anders wie bei meiner GEMA-Aktion. Darum rühr ich ja in der Wunde.

-Ein Emailschreiber hat die Idee, die Aktiendarstellungen als Oszillatoren zu verwenden. Liegt eigentlich nahe, ist aber nicht hörbar nachzuvollziehen und ich hätte auf Microsofts tolles Programm verzichten müssen.

Und jetzt zur ewig diskutierten Frage nach Kunst, Werbeaktion oder Selbstdarstellung:

Offensichtlich verfolge ich ja keine kommerzielle Absicht. Darauf stellt sich dem gesunden Kapitalistenverstand natürlich gleich die Frage, warum ich das dann mache — und da kommt der Kapitalistenverstand auf die logische Folgerung, dass es somit ja nur um Selbstdarstellung bzw. Eigenwerbung gehen kann. Obwohl dieser Vorwurf derart uralt und immer das billigste Mittel ist, sich um die Inhalte zu drücken, äußere ich mich mal hiermit hierzu:

Solange es Menschen gibt, gibt es Kommunikation, und so lange es Kommunikation gibt scheitert diese auch, und aus diesem Grundproblem leitet sich praktisch alles ab. Damit wird man nicht fertig, aber man kann es auf ein Niveau bringen, auf dem kleine Lösungen, die ein wenig lang halten, sichtbar werden und bei dem diese Konflikte auch in Heiterkeit aufgehen können. Und dazu kann die Kunst mit ihrer Funktion, Dinge sinnlich wahrnehmbar zu machen, helfen. Ihr Verdienst ist es zum Beispiel, die Punkte deutlich zu benennen, die Konflikte zuzuspitzen und die Meinungen herauszufordern. Und es gibt unverbesserliche Idealisten, die man immer widerlegen kann Menschen, “Künstler”, die Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen, Lust zur kreativen Arbeit und gewisse Fähigkeiten, Ideen haben und sie umsetzen (ich lebe übrigens trotz zweier Hochschulabschlüsse am Existenzminimum; unter der Finanzkrise habe ich auch zu leiden, wegen Etatkürzungen beim Hessischen Rundfunk kann ich ein geplantes Hörspiel vorerst nicht realisieren).

Jetzt sagt sich mancher: Ok, Kunst ist ja nett, aber trotzdem ist es doch Selbstdarstellung. Meine Damen und Herren, beschweren Sie sich auch, wenn ein Schauspieler auf der Bühne Hamlet mimt, dass der sich da auf der Bühne produziert? Das Kunstwerk hat einen Schöpfer, er ist zwangsläufig darin involviert, er haucht ihm das Leben ein. Gibt es etwa Grund zur Scham? Und gerade wenn es um politische Inhalte geht, braucht das Werk ein Rückgrat und einen Kontext, aus dem heraus klar wird: Hier steht eine Aussage, die jemand macht der in der selben Welt lebt wie wir. [Ja, ich freue mich schon über (bis jetzt) 130,000 Besuche des Videos, ich habe es dafür gemacht, dass es andere sehen.]

Wenn ich nur bekannt werden wollte, hätte ich unbedingt auf die “Dead GIs” verzichten müssen, die nehmen mir die Amis extrem übel. Ohne diesen “Chart” wäre mein Stück wahrscheinlich auch bei TechCrunch gekommen und millionenmal gesehen worden. Aber ich habe das bewusst hineingenommen, weil ich persönlichen, riesigen Hass auf Kriegstreiberei und Waffenfirmen habe und ich etwas dagegen setzen will muss. Es gibt viel zu viel selbstverliebte, realitätsferne Kunst und Künstler.

Zuletzt ein Wort zur Ästhetik: Peace-Gitarrenliedchen, die bis zum Fall der Musikindustrie derselbigen Millionen gebracht haben können mir gestohlen bleiben.

Charts Music Reactions #4

In einer noch zu verifizierenden Mail droht mir ein Anwalt wegen Rufmords an der deutschen Waffenfirma Heckler & Koch, die in den Irakkrieg exportiert und deren steigenden Aktienkurs ich vertont habe. Fragt sich, wer hier für mehr Morde zuständig ist.

Charts Music Reactions #3

Aus meinem Postfach:

- Ein Emailschreiber möchte die Lehman Brothers irgendwo in der Kategorie “Beste Pop-Newcomer” nominieren.

- xxxxxx@t-online.de: “70200 reicht ihnen wohl nicht mehr, jetzt müssen es schon milliarden sein!!”

- xxxxxxxx@gmx.de: “Ironischerweise klingt die Melodie der Pornoindustrie wie der alte Bigband-Hit ‘Gimme true Love’”.

- Ein frischverliebtes Pärchen aus Frankfurt behauptet tatsächlich, sich zu meinem Lied zum ersten Mal geküsst zu haben (“Unser Lied”). Na dann wünsch ich eine rosige Zukunft!

- Ein Emailschreiber möchte gerne ein Lied von den Werten seiner letzten Diät haben (“Die fetten Jahre sind vorbei”). Ich rate zu einem Slim-Pop-Arrangement.

-xxxxxxxxxxxx@microsoft.com schreibt mir, dass im Hause Microsoft über das Video herzlich gelacht würde, die Führungsetage sei allerdings “not amused”.

Charts Music Reactions #2 UPDATE

Gestern war Dana Sindermann vom WDR3 da, die morgen zwischen UPDATE: 18 und 20h eine Collage mit dem Stück sendet. Es war sehr lustig, vor allem wie ich am Ende noch à la Bohlen ein Lob für die Musikalität der Manager aussprechen sollte.
Zur Kurstalfahrt von Warner Music habe ich in dem Film ironisch bemerkt, dass mich die Musikindustrie ja verklagen könnte für diesen Diebstahl “ihrer” “Melodie”. Mittlerweile hat mich ein Emailschreiber darauf hingewiesn, dass zumindest nicht ausgeschlossen ist, dass der Aktienkurs einer Firma quasi ihr geistiges Eigentum sein könnte. Nicht zu fassen.
Noch zu den Interpretationen des Stücks: Es scheint die Ansicht einer Plastikwelt vorzuherrschen, die das Irreale dieser riesen Zahlenkolonnen abbilde. Ich habe eigentlich eher an die Differenz von Nintendo-Musik und realer Tragödie dahinter gedacht. Darüber mehr in der Collage morgen im Radio.

ps.: Im Gulli-Forum kam die schöne Idee auf, als Wetten-Dass – Beitrag von solchen Melodien die Unternehmen zu erraten. Man könnte aber auch Einschaltquoten der Öffentlich-rechtlichen verwenden ;)

Charts Music Reactions

Politische Kunst ist auch in der Musik möglich. Charts Music kommt rum, in zwei Tagen über 6000 mal angeklickt, Merci an die Blogs. Allerdings mögen’s die Amis gar nicht, wie ich den Emailreaktionen entnehme. Kann ich verstehen. Ich hatte noch überlegt, zur Irritation die US-Hymne einzubauen oder am Ende Obama einzublenden, der alles heile macht, aber hab’s mir doch verkniffen.

Charts Music

Melodien aus Aktienkurven, arrangiert mit Microsofts Komponiersoftware Songsmith.
Der Billion-Dollar-Song zur Finanzkrise, ein vorfinanzierter Hörsturz.

Die schönsten Melodien scheibt das Leben selbst! Jeder Mensch ist ein Künstler – also auch die Politiker und Banker: Melodien für Millionen. Und Krisenzeiten sind immer gute Zeiten für die Kunst. Thank you for the Music!

Elektrischer Reporter: Digitaler Aktivismus

Randgruppens Bühne

Das Duo Randgruppe wird die schon vielgetuschelte Randgruppens Raststätten-Tour in Angriff nehmen. What happens? Zwei Akkordeonistinnen fahren mit einer Anhänger-Bühne quer durch Deutschland, von Berlin bis Freiburg, und spielen auf jeder Autobahnraststätte einige Minuten einige Piècen by Kreidler, um dann weiterzudüsen. Mit dabei wird ein Kameramann sein. Strange? Yes! Postmoderner Surrealismus.

Erste Termine:
4./5. April, 2./3. Mai, 5./6./7. Juni 2009

Bin dann mal weg bis Samstag…

(Alice) Schwarzer ist neuer US-Präsident

Ok, der obige Witz ist von der Titanic.
Schön jedenfalls, dass Obama nicht nur im Wahlkampf Versprechen machte, sondern auch bei der Vereidigung einen sprachlichen Hänger hatte:

Im Ernst: Ich freue mich sehr dass Bush W. weg ist und eine Hoffnungsfigur an seine Stelle tritt.