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Schäuble Remix

Schöner Wettbewerb bei netzpolitik: Neue Slogans für ein CDU-Wahlplakat. Hier kann man’s leicht selber machen. Mein Favorit:

Natürlich folgt die Urheber-Kasperei, mehr dazu bei SpOn.

Bestehendes

Mein Essay „Bestehendes“ ist soeben bei KunstMusik erschienen. Darum hier der Anfang:

“Das Material des Experimentalfilms The Georgetown Loop von Ken Jacobs ist eine auf 1903 datierte Aufnahme, auf der eine Eisenbahn die Rocky Mountains in Colorado durchkreuzt, verstreute Ortschaften passiert und deren Fahrgäste der auf dem hintersten Wagen befestigten Kamera zuwinken. Nach einleitendem Ablauf der ganzen zweiminütigen Sequenz beginnt diese wieder von vorn; nun ist die Leinwand zweigeteilt, links der Originalfilm, rechts dagegen seine horizontale Spiegelung, so dass es scheint, als ob aus der Mittelachse alle Bewegung herausflösse oder darin verschlungen würde. Danach kommen Original und Spiegelbild komplett auf dem Kopf, und zuletzt noch auf dem Kopf und rückwärts.
Mit elementaren Bearbeitungen einer bestehenden Aufnahme schafft der Avantgarde-Filmer Jacobs ein eigenständiges Werk. (Er verkehrt, von der doppelten Projektion abgesehen, einfach die Handgriffe eines Kinovorführers.) Durch die Kombination von räumlicher und zeitlicher Invertierung ist das eingangs vorgestellte Material im Endstadium kaum noch identifizierbar. Der Prozess dorthin macht aus der nostalgischen Konserve ein immer komplexeres Bewegungsmuster, in dem das Schwarz und Weiß der vorbeiziehenden Landschaft zu referenzlosen psychedelischen Formen verschmelzen; der panoramatische Blick aus dem fahrenden Zug verwandelt sich stufenweise zu symmetrisch entstellten Räumen. Mit der verblüffenden Wucht einfachster Mittel ist ein Übergang von konkreter zu abstrakter Wahrnehmung dargestellt.
Aber warum verwendet Ken Jacobs hierfür prä-existentes Material, „found footage“, wie die Filmemacher sagen? Sicher bringt der historische Schwarzweißfilm verwertbare Charakteristika für die Idee, und verleiht dem Ergebnis mit seinem simplen Sujet einen zusätzlichen Charme. Aber Jacobs hätte doch, selbst mit der Kamera bewaffnet, das bestmögliche Material für sein Vorhaben einfangen können, statt mit Gegebenem Vorlieb zu nehmen, welches überdeutlich in ganz anderer Intention gedreht wurde. Vielleicht steckt in seiner Entscheidung ein rein persönliches Faible für solche Uralt-Aufnahmen, die er selbst aus fragilen Papier-Speicherbeständen der kinematographischen Frühzeit ausgegraben hat. Oder dieses Material gewährleistet einfach nur das, worauf es ihm ankommt, so dass er sich mit diesem seinem Fund hierfür just zufrieden gibt (und keine eigene, kostspielige Produktion anstrengen muss). Er mag die Auseinandersetzung mit etwas Vorgegebenem, Fremdem suchen, eine provokante Differenz zwischen Original und Bearbeitung erheischen wollen – aber eine wirklich schlüssige Erklärung für gerade diese Wahl, der Bahnfahrt durch die eisbedeckten Rockies 1903, gibt es wahrscheinlich gar nicht.”

Tageslink

Um das Niveau der Sommerlochzeit hier auf Kulturtechno fortzuführen, heute mein Favourite aus der Reihe schwäbischer Nachsynchronisationen:


http://www.youtube.com/watch?v=M-vz1tZx7ig

Katzelmacher

Vor vierzig Jahren, im August 1969 drehte Rainer Werner Fassbinder seinen zweiten, radikalsten und besten Film, Katzelmacher.

Tageslink

Ich bin ja schon lange der Überzeugung, dass die Krise der Musikindustrie nicht nur eine der Medien, sondern auch der Inhalte ist. Kurz: Pop-Musik ist auch ästhetisch an ein Ende gekommen, nicht nur monetär, und beides hat sich gegenseitig verstärkt.
Ein Indiz dafür ist die Meldung, dass auch Pop-Zeitschriften in der Krise sind – was eigentlich nicht, zumindest nicht direkt, am Musikdownload liegen kann.

http://www.sueddeutsche.de/35k38n/2999433/Mittlere-Wunder.html

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Accidental Dong

Das darf im Sommerloch (<- Achtung Zweideutigkeit) auch mal sein.

(via)

rate it

Die Tastatur zum Web 2.0

(via)

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the restless machine

Mit Freude sehe ich, dass es immer mehr Blogs gibt im Bereich Neue Musik / Elektronische Musik / Experimentelle Musik / Musiktheorie / Musikwissenschaft / Gegenwartskunst / Digitale Kunst und so, und dass immer mehr Komponisten und Musiktheoretiker / Musikwissenschaftler über ihre Arbeit bloggen.

Heute möchte ich hier den Blog von Arne Bense vorstellen mit dem Namen

the restless machine

Der Blog trägt den schönen Button hard bloggin‘ scientist, was dem Manifest folgt, seine wissenschaftliche Arbeit in statu nescendi der Öffentlichkeit zu präsentieren, und genau das macht Arne im Bereich Medientheorie / Elektronische Musik, worüber er derzeit promoviert. Danke, Arne!

Übrigens hat Arne diesen Samstag ein Konzert, seht selbst.

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Family-Mashup

Grandiose Mashup-Idee! Jamie Diamond stellt Familienfotos mit wildfremden Leuten von der Straße. Funktioniert immer. Gibt ja den bekannten Effekt, dass Außenstehende bei Adoptivkindern irgendwelche Ähnlichkeiten mit den Eltern erkennen.

Schönberg played by cats mashup’d

Musikstücke, ob bereits bekannte oder neue, aus vielen kleinen Einzelteilen zusammenzusetzen, die alle selbst Framgente aus anderen Werken oder YouTube-Filmen sind, wird sicher noch weiter für schöne Mash-Up-Arbeiten eine spannende Technik sein. (Ich selbst hab’s im zweiten Teil von Compression Sound Art gemacht, und im nächsten Ensemblestück wird auch sowas vorkommen.)
Vergleichbares wird in mit Bildern mittlerweile ständig gemacht, z.B.:

Bekanntestes Musik-Beispiel ist Kutiman, den ich allerdings ziemlich lau finde.

Ein bemerkenswertes Beispiel dieser Technik kursiert seit einiger Zeit im Netz, nämlich Schönbergs Klavierstücke Op.11, zusammengesetzt aus lauter Katzen-spielen-Klavier – Videos von unserer beliebten Videoplattform. Von Cory Arcangel.

Zum Vergleich hier das originale Op.11,1.

Danke fürs Hinweisen, Marko!

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