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Nachkommunikation @Berlin

Auch die zweite Musiktheaterbewerbung hat hingehauen und hoffentlich noch dieses Jahr findet „Nachkommunikation – 20 Vertrauensgüter von 3 Musikern in 2 Akten“ in Berlin statt. Das Projekt kam aus dem Operare-Workshop zustande (von dem ich mehrfach bloggte) zusammen mit Hannah Groninger, Gerd Knappe und dem Kammerensemble Neue Musik Berlin. Geplant sind als Veranstaltungsorte der Tiergarten und die (neue) Akademie der Künste. Cheers!

NACHKOMMUNIKATION
20 Vertrauensgüter von 3 Musikern in 2 Akten
für Posaune, Tuba, Schlagzeug, Symphonieorchester als Videozuspielung
Aus anthropologischen Gründen versteht der Mensch hauptsächlich, was er mit Händen greifen und sinnlich überprüfen kann. Eine gute Erdbeere ist rot, frisch und schmeckt süß. Wie erschliesst sich aber die Qualität von Musiktheater?
NACHKOMMUNIKATION ist Musiktheater heute.
Der erste Akt spielt auf einer in künstliches Licht gesetzten Wiese des Tiergartens. Dort bietet eine temporär installierte Tribühne Platz für 110 Personen. Drei Musiker kommunizieren Klang im wörtlichen Sinne. Sie beschrei-ben Vorgänge physikalischer, emotionaler, historischer und tierischer / menschlicher Klangereignisse, schaffen akustische Vorstellungsräume und bündeln sie literarisch in szenische Aktionen. Verläuft der Erste Akt ohne einen einzigen produzierten Klang real gehört zu haben, beginnt der Zweite Akt auf hörbarer musikalischer Ebene. Hier im konventionellem Ambiente der Akademie der Künste begleitet durch ein Symphonieorchester als Videozuspielung, gehen die Musiker ihrer eigentlichen Profession nach. Sie spielen ihre Instrumente in Konzertmanier, wobei sich Worte und szenische Aktion auf die Ebene der Videoleinwand verlagern.
Formal sind Erster und Zweiter Akt miteinan-der verschränkt. Inhaltlich lösen sich im Zweiten Akt Vertrauensgüter ein (die Erdbeere wird gegessen) und „Ton-Bilder“ werden als NACHKOMMUNIKATION sicht- bzw. hörbar.

Modell: Tribühne im Tiergarten

Bisherige Vertrauensgüterliste:
– Ultraschall-Konzert nur für Fledermäuse
– Todesschuss Karl Liebknecht im Tiergarten vor 90 Jahren
– Ein zeitgleiches Glockenläuten in Neuseeland
– Ambiente-Musik aus den in 10km Entfernung vorüberfliegenden Flugzeugen
– Das Brodeln der Lava im Erdinneren
– Analyse der Klangerzeugung von Naturgeräuschen, wie Grillenzirpen
– Aufmerksamkeit auf Funkwellen: Radio, Mobilfunk, Fernsehen, Wlan
– Am selben Abend stattfindende Opernaufführungen werden zitiert
– Unhörbare Nanopartikelbewegungen
– CD als Give-away für zu Hause

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Der alte Sauerteig

Ich habe schon mal von der großen Bibliothek geschrieben, dem „alten Sauerteig“ (Faust), den man sein Leben lang nicht ganz verdaut bekommt: Das Wissen, das die Menschheit angehäuft hat. Entscheidend ist der Haufen – das Wissen ist nicht mehr verstreut, sondern gesammelt, katalogisiert, verfügbar. Daher wird die Selektion als konstitutives Prinzip immer vorherrschender.

So kam ich, abgesehen von den postmodernen Einflüssen aus Holland, zum Sampeln: Ich programmierte mühsam Schallwellen am Computer, bis ich gewahr wurde, dass auf meinem Rechner ja schon über 100 Gb Schallwellen gespeichert sind. Warum nicht daraus filtern?

Dazu ein Zitat von Mark Twain:

Ist es nicht idiotisch, sieben oder acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann?

Vor nicht so langem bat mich eine Regisseurin um 20 Sekunden tragische Musik. Ich habe es abgelehnt – es gibt schon Tausende tragische Musiken, dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen, sie soll einfach daraus etwas auswählen.

Kunst aus Statistik

Statistische Daten sind abstrakt. Einzelfälle werden eingesammelt, verziffert und verrechnet. Die Ergebnisse wieder direkt wahrnehmbar machen finde ich ein interessantes Feld für die Kunst. Dazu ein Beispiel von Timm Ulrichs, über den ich bald mal ausführlicher bloggen möchte:

http://www.osnabrueck.eu/25625.asp?bigpic=1

Klavierstück 5 @Musikhochschule Hannover

Taru Kastari spielt mein Klavierstück 5 heute abend um 20h in Raum 202 der Musikhochschule Hannover.
Das ganze Programm:

Hosokawa: Nacht Klänge
Kaipainen: Conte
Feldman: Intermissions 1-5
Lindberg: Etydit 1&2
Maierhof: Splitting 16
Kreidler: Klavierstück 5

Hingehen und mir berichten, wie es war! Wobei ich sicher bin, dass die isländische finnische Pianistin ausgezeichnet spielt.

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David Helbich: Sorry, I almost inhaled you

by David Helbich, alter Freiburger Studienkollege.

(via)

Praxis der Provokation 1

Keine Ahnung, warum ich ihn so liebe wenn er sich so aufregt.

Schlingensief provoziert die Schweiz.

Feeds. Hören TV @ Gelsenkirchen 2010

Soeben kam die Nachricht, dass mein Projekt „Feeds. Hören TV“ beim Fonds experimentelles Musiktheater den Zuschlag bekommen hat.

Das heißt, im Herbst 2010 gibt’s wahrlich Neues Musiktheater, in der Oper Gelsenkirchen und als TV-Show im Netz, mit 1000-Mikrofone-Skulptur, Chor der Lügendetektoren, einem Interview mit Mp3-Erfinder Karlheinz Brandenburg (in mp3-Quali komprimiert), einer Arie vor dem Nacktscanner undundund. So far, Kulturtechno wird wieder informieren…

Charts Music @TV UPDATE

Zu guter letzt alle TV-Berichte von „Charts Music“ zusammengepappt, bis auf den von „Attack of the Show“, der ist nicht mehr aufzutreiben. Außerdem waren noch Teams von CNN und dem ZDF heute journal da, die Beiträge wurden dann aber doch nicht ausgestrahlt.

UPDATE: Komisch, das Video war auf „privat“ eingestellt, jetzt ist es öffentlich.

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Titanic kaufen!

Denn in der aktuellen Ausgabe steht, wie ich selber erst jetzt mitbekomme, ein kleiner „Fachmann“-Text von mir.

Goethe, der Filesharer (5)

Kulturtechno deckt auf: Goethe hat Eckermann ja dermaßen vollgesülzt mit seinen Filesharing-Fantasien..

“Und was ist denn überhaupt Gutes an uns, wenn es nicht die Kraft und Neigung ist, die Mittel der äußeren Welt an uns heranzuziehen und unseren höheren Zwecken dienstbar zu machen.”