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Goethe, der Filesharer (4)

Hufi hat es im Glinka-Post schon als Kommentar gebracht, aber es gehört direkt in die Reihe der Raubkopierer-Goethe – Posts:

Aus den Gesprächen mit Eckermann:

Ich verdanke meine Werke keineswegs meiner eigenen Weisheit allein, sondern Tausenden von Dingen und Personen außer mir, die mir dazu das Material boten. Es kamen Narren und Weise, helle Köpfe und bornirte, Kindheit und Jugend wie das reife Alter: alle sagten mir, wie es ihnen zu Sinne sei, was sie dachten, wie sie lebten und wirkten und welche Erfahrungen sie sich gesammelt, und ich hatte weiter nichts zu thun, als zuzugreifen und das zu ernten, was andere für mich gesäet hatten.

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Mitleid mit Google

Netzwertig berichtet über die finanzielle Situation von YouTube:

Laut einem Report vom Schweizer Finanzdienstleistungsunternehmen Credit Suisse wird YouTube-Besitzer Google 2009 auf 470 Millionen Dollar Verlust sitzen bleiben, wie unter anderem heise berichtet. Werbeeinnahmen in Höhe von 240 Millionen Dollar stehen dabei Kosten von mehr als 710 Millionen Dollar gegenüber.

Mein Titel ist etwas provokant, denn der Unmut gegenüber dem Riesen Google, dessen Monopolstellung eine Gefahr für die Demokratie werden kann, hat Berechtigung. Aber was YouTube angeht ist meine Meinung:

YouTube ist ein Segen für die Menschheit, die partizipative riesige Videothek dient hervorragend dem Austausch von Informationen. Die kostet große Summen, und Gott sei Dank gibt es aber eine Firma, die diese trägt. Als Hersteller von Content bin ich froh, dass er da publiziert werden kann, und dafür ist die Werbung auch akzeptabel.

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Mario

Sehr schönes ReadyMade: Das Leben zweier kleiner gemeiner Goomba-Monster in Super Mario Bros betrachtet. Formal ganz klassisch mit allmählicher Steigerung, Peripetie und Coda:

Und das Spiel in augmented Reality von Aram Bartholl, den ich schon mal bloggte:

Eine weitere “Realisierung” hier.

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Glinka, der Filesharer

Dank an Martin Hufner von der
Enzyklopädie der kritischen Masse

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Tagesmix

Im Netz umsonst, als Buch erwerbbar – ein Erfolgsmodell

Cory Doctorow spricht bei Golem über sein gut laufendes Modell, dass er seine Bücher unter CC-Lizenz ins Netz stellt und dennoch deshalb auch mehr in print verkauft.
Ich kann das ja nur bestätigen, mein jüngst erschienenes Buch Loadbang kann man online oder auf toten Bäumen lesen, und der Verleger ist sehr zufrieden mit dem angelaufenen Verkauf von letzterem.

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Passionsmusik

Auf den Philippinen gibt es ein krasses Ritual zum Karfreitag – Radikale Christen lassen sich für ein paar Minuten ans Kreuz schlagen. Irgendwann möchte ich das Audio- und / oder Video-Material für eine Passionsmusik verarbeiten.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,617913,00.html

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Kommentare @Kulturtechno

… sind jetzt möglich, danke für die Ermahnungen von mehreren Seiten, das endlich einzurichten. Also, ab jetzt gibt’s Kulturtechno mit Senf!

Operare – Nachtrag

Der Operare-Workshop war eine informative Veranstaltung zum neuen Musiktheater, wobei der formale Aspekt – Kulturwirtschaft, Kulturpolitik, Veranstaltungsorga, Steuerberater – etwas zu groß war, andererseits war eigentlich kaum eine Minute davon überflüssig, das Zeug gehört eben dazu, und vielleicht könnte man daraus ja auch was ins Kunstwerk wieder reinholen. An den eher infantilen Gruppenspielchen hätte man sparen können.

Ein Protokoll & Fotos gibts bei http://falkohennig.twoday.net/stories/5633420/

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Goethe, der Filesharer (3)

Aus den Gesprächen mit Eckermann:

Ich war heute mit Goethe in seiner Arbeitsstube allein zu Tische; wir sprachen über verschiedene literarische Dinge.

»Die Deutschen,« sagte er, »können die Philisterei nicht los werden. Da quengeln und streiten sie jetzt über verschiedene Distichen, die sich bei Schiller gedruckt finden und auch bei mir, und sie meinen, es wäre von Wichtigkeit, entschieden herauszubringen, welche denn wirklich Schillern gehören und welche mir. Als ob etwas darauf ankäme, als ob etwas damit gewonnen würde, und als ob es nicht genug wäre, daß die Sachen da sind!

Freunde wie Schiller und ich, jahrelang verbunden, mit gleichen Interessen, in täglicher Berührung und gegenseitigem Austausch, lebten sich ineinander so sehr hinein, daß überhaupt bei einzelnen Gedanken gar nicht die Rede und Frage sein konnte, ob sie dem einen gehörten oder dem andern. Wir haben viele Distichen gemeinschaftlich gemacht, oft hatte ich den Gedanken und Schiller machte die Verse, oft war das Umgekehrte der Fall, und oft machte Schiller den einen Vers und ich den andern. Wie kann nun da von Mein und Dein die Rede sein! Man müßte wirklich selbst noch tief in der Philisterei stecken, wenn man auf die Entscheidung solcher Zweifel nur die mindeste Wichtigkeit legen wollte.«

»Etwas Ähnliches,« sagte ich, »kommt in der literarischen Welt häufig vor, indem man z.B. an dieses oder jenes berühmten Mannes Originalität zweifelt und die Quellen auszuspüren sucht, woher er eine Cultur hat.«

»Das ist sehr lächerlich,« sagte Goethe; »man könnte ebenso gut einen wohlgenährten Mann nach den Ochsen, Schafen und Schweinen fragen, die er gegessen und die ihm Kräfte gegeben. Wir bringen wohl Fähigkeiten mit, aber unsere Entwickelung verdanken wir tausend Einwirkungen einer großen Welt, aus der wir uns aneignen was wir können und was uns gemäß ist. Ich verdanke den Griechen und Franzosen viel, ich bin Shakespeare, Sterne und Goldsmith Unendliches schuldig geworden. Allein damit sind die Quellen meiner Cultur nicht nachgewiesen; es würde ins Grenzenlose gehen und wäre auch nicht nöthig. Die Hauptsache ist, daß man eine Seele habe, die das Wahre liebt und die es aufnimmt wo sie es findet.

Überhaupt,« fuhr Goethe fort, »ist die Welt jetzt so alt, und es haben seit Jahrtausenden so viele bedeutende Menschen gelebt und gedacht, daß wenig Neues mehr zu finden und zu sagen ist. Meine Farbenlehre ist auch nicht durchaus neu. Plato, Leonardo da Vinci und viele andere Treffliche haben im einzelnen vor mir dasselbige gefunden und gesagt; aber daß ich es auch fand, daß ich es wieder sagte, und daß ich dafür strebte, in einer confusen Welt dem Wahren wieder Eingang zu verschaffen, das ist mein Verdienst.

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