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“Reihen von Nullen und Einsen” – eine Collage [VielFalter]

Auf VielFalter gibt’s eine nette Collage, deren Wurzeln sich angeblich in meinem Mist schlängeln. Jedenfalls erkenn ich das Material wieder, die Elektrischer-Reporter-Sendung zum Thema Urheberrecht und mein Call-Wolfgang-Trailer. Besonders schön die Verdichtung im Zusammenhang mit Ehebruch. Thanx!

http://vielfalter.podspot.de/post/reihen-von-nullen-und-einsen-eine-collage/

Tageslink – Schlingensief

Der todkranke Christoph Schlingensief schreibt offenbar einen Blog seit ein paar Wochen:

http://www.peter-deutschmark.de/blog/

Die Adresse ist zwar etwas komisch und daher könnte es auch ein Fake sein, aber es würde auf jeden Fall zu ihm passen.
Demächst werde ich mal eine Kollektion von Schlingensief-Videos hier bringen.

Hier gibt’s was Aktuelles: Schlingensief im Haus der Kultur München.

Ken Jacobs’ The Georgetown Loop

Ein Experimentalfilm, der mich sehr inspirierte bzw. in meiner Arbeit mit “found footage” und dem Wechsel von konkreter und abstrakter Wahrnehmung bestätigte.

Mein nächster Essay “Bestehendes”, der Ende April in KunstMusik erscheint, beginnt mit einer Betrachtung dieses Films:

“Das Material des Experimentalfilms The Georgetown Loop von Ken Jacobs ist eine auf 1903 datierte Aufnahme, auf der eine Eisenbahn die Rocky Mountains in Colorado durchkreuzt, verstreute Ortschaften passiert und deren Fahrgäste der auf dem hintersten Wagen befestigten Kamera zuwinken. Nach einleitendem Ablauf der ganzen zweiminütigen Sequenz beginnt diese wieder von vorn; nun ist die Leinwand zweigeteilt, links der Originalfilm, rechts dagegen seine horizontale Spiegelung, so dass es scheint, als ob aus der Mittelachse alle Bewegung herausflösse oder darin verschlungen würde. Danach kommen Original und Spiegelbild komplett auf dem Kopf, und zuletzt noch auf dem Kopf und rückwärts.
Mit elementaren Bearbeitungen einer bestehenden Aufnahme schafft der Avantgarde-Filmer Jacobs ein eigenständiges Werk. (Er verkehrt, von der doppelten Projektion abgesehen, einfach die Handgriffe eines Kinovorführers.) Durch die Kombination von räumlicher und zeitlicher Invertierung ist das eingangs vorgestellte Material im Endstadium kaum noch identifizierbar. Der Prozess dorthin macht aus der nostalgischen Konserve ein immer komplexeres Bewegungsmuster, in dem das Schwarz und Weiß der vorbeiziehenden Landschaft zu referenzlosen psychedelischen Formen verschmelzen; der panoramatische Blick aus dem fahrenden Zug verwandelt sich stufenweise zu symmetrisch entstellten Räumen. Mit der verblüffenden Wucht einfachster Mittel ist ein Übergang von konkreter zu abstrakter Wahrnehmung dargestellt.
Aber warum verwendet Ken Jacobs hierfür prä-existentes Material, „found footage“, wie die Filmemacher sagen? Sicher bringt der historische Schwarzweißfilm verwertbare Charakteristika für die Idee, und verleiht dem Ergebnis mit seinem simplen Sujet einen zusätzlichen Charme. Aber Jacobs hätte doch, selbst mit der Kamera bewaffnet, das bestmögliche Material für sein Vorhaben einfangen können, statt mit Gegebenem Vorlieb zu nehmen, welches überdeutlich in ganz anderer Intention gedreht wurde. Vielleicht steckt in seiner Entscheidung ein rein persönliches Faible für solche Uralt-Aufnahmen, die er selbst aus fragilen Papier-Speicherbeständen der kinematographischen Frühzeit ausgegraben hat. Oder dieses Material gewährleistet einfach nur das, worauf es ihm ankommt, so dass er sich mit diesem seinem Fund hierfür just zufrieden gibt (und keine eigene, kostspielige Produktion anstrengen muss). Er mag die Auseinandersetzung mit etwas Vorgegebenem, Fremdem suchen, eine provokante Differenz zwischen Original und Bearbeitung erheischen wollen – aber eine wirklich schlüssige Erklärung für gerade diese Wahl, der Bahnfahrt durch die eisbedeckten Rockies 1903, gibt es wahrscheinlich gar nicht.”

Moving Sounds: Bernhard Lang

Ein kurzer Film über Bernhard Lang, imho einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart:

Die Menschheit wird 2009.

Happy Birthday, Alte!

Link des Tages

Call Wolfgang – Radiobeitrag von Stefan Römermann

“Medienkunst gegen den Innenminister”


Stefan Römermann
hat einen schönen Beitrag für MDR Figaro gemacht (lief da am 30.12. um 12.15h), den er sowohl als Text als auch als mp3-Download auf seine Site gestellt hat:

http://www.stefanroemermann.de/index.php?option=com_content&task=view&id=129&Itemid=1&lang=de

Ps. Meine Eltern meinten zu der Aktion, dass sie sehr froh seien, dass ich in Deutschland lebe…
In der Tat, in den USA hätte ich mich die Aktion vielleicht nicht getraut, und bestimmt nicht in Russland & Co. Bleibt zu hoffen bzw. dafür zu kämpfen, dass es hierzulande weiter möglich ist.

So soll es sein. Kunst wird bezahlt, Kunst wird frei.

~andrea me berichtet, dass in Linz kulturelle Projekte, die unter eine freie Lizenz gestellt werden, mit 10% mehr gefördert werden. Das geht in die Richtung meiner im Zuge der “product placements” gestellten Forderung, dass es ein solides Auftragswesen für Künstler geben soll, die Kunstwerke dann aber frei der Menschheit gehören müssen.
Die Auflage in Linz ist, dass man das geschaffene Werk dann nicht bei einer Verwertungsgesellschaft anmeldet. Das wäre nun aber bei der GEMA gar nicht möglich, denn entweder man ist da drin und muss JEDES Werk melden oder man ist komplett draußen, wofür sich dann nicht ohne Grund immer mehr Künstler entscheiden. Ob sich da noch dieses Jahrhundert bei der GEMA was ändern wird?

Isch scheiss disch sowas von zu mit meinem Geld

Wer kennt nicht Kir Royal, DIE Kultserie der 80er? Ich, ich durfte 1986 (6 Jahre alt) noch nicht so lange aufbleiben. Und schon gar nicht Dialoge sehen in denen davon die Rede ist, dass einer den anderen mit Geld “hinten und vorne” reingeschoben “fertisch” macht, weil der ihn “wie ne Deppen” stehen zu lassen droht. Gott sei Dank gibt es YouTube und Mario Adorf!

Update: Natürlich hätte auch mein GEMA-Video so sein müssen: “GEMA, isch scheiss disch sowas von zu mit meinen Formularen…”

John Cages 4’33″ für großes Orchester

Update: Heute in der NZZ, die immer wieder durch kluge Texte zur Neuen Musik auffällt, über das Schweigen in der Musik:

Das in gewisser Hinsicht radikalste Musikstück der Musikgeschichte widerlegt das Vorurteil, Musik müsse hörbar sein und sei an Töne gebunden. John Cage ist der «unhörbare» Komponist des Stücks. «4′33′′» heisst es. Aus vier Minuten und dreiunddreissig Sekunden Stille besteht es. Es handelt sich um das Paradox komponierter Stille – völliger Stille. Sie ist der Stoff und zugleich die Form des Stücks, sein Thema und zugleich die Durchführung – könnte man sagen, wenn diese formelle Unterscheidung nicht von dem sujetlosen Sujet der Stille ad absurdum geführt würde. «4′33′′» ist in der musikalischen Avantgarde geradezu populär geworden. Die Tendenz der künstlerischen Moderne, sich am Rande des Sprachlosen, Bilderlosen, Tonlosen, ja jenseits dieser Grenze zu situieren, gewinnt bei Cage ihren konsequentesten Ausdruck.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/am_nullpunkt_der_stille_1.1601801.html

Ob auch noch Aushilfen engagiert wurden?