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Kategorie Siege der Aufklärung

Tageslink

Kevin Kelly ist einer der weisesten Analysten der Digitalen Revolution, das beweist er wieder mal mit dem Text „Besser als kostenlos“, den’s jetzt auch auf deutsch gibt. Es geht um die Frage, wie im Netz Geld verdient werden kann.

http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/#more-389

Archiv

Ein Aspekt der Digitalisierung, den ich für kaum überschätzbar halte, ist das Archivarische. In meinen Texten komme ich immer wieder auf die Auswirkungen zu sprechen.

An dieser Stelle möchte ich aber einfach mal ein „fantastic!“ ausrufen; auf Archival Sound Recordings heißt es:

Explore 44,500 selected recordings of music, spoken word, and human and natural environments.

Es ist ein Projekt der British Library. Sie veröffentlicht Tausende Aufnahmen die vor 1959 gemacht wurden und deren Komponisten länger als 70 Jahre tot sind. Das sind die britischen Bestimmungen für Leistungsschutzrecht (50 Jahre) und Urheberrecht (70 Jahre nach Tod). Jetzt kommt allerdings die schlechte Nachricht: Die selben Bestimmungen gelten auch in Deutschland (in „Feeds“ nächstes Jahr werde ich haufenweise Aufnahmen von vor 1959 einsetzen), nicht aber in anderen Ländern, darum hat die Website fast alle Aufnahmen für Nicht-UK-Länder unterbunden. Merde! Wir brauchen internationale Standards im digitalen Zeitalter.

Also, leider kann ich jetzt keine Chopin-Balladen von Claudio Arrau gespielt anhören (es sei denn hier). Dafür aber Aufnahmen australischer Ureinwohner von 1898.

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Gesundheitswarnung

Eine Rechnung meines Arztes ging an „Frau Johannes Kreidler“. Ich fange an, an seinen Fähigkeiten zu zweifeln.

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Höhepunkte der Vermittlung Neuer Musik #2

Im Internet erreicht man andere Gesellschaftsschichten, hurra! In dem Fall Grafiker: Als ich mein Wacom-Zeichentablet gekauft habe, habe ich gleich mal eine kleine Improvisation damit gemacht, just 4 fun, und ins Netz gestellt. Es wurde mein zweitmeistgesehener Clip – da sind einfach eine Menge Leute auf YouTube unterwegs, die sich Demo-Videos von Wacom Tablets ansehen wollen. Nun, die werden allerdings bei meinem Vid selten überrascht, und entsprechend sind die Kommentare (hier eine kleine Auswahl, natürlich gibt es auch Verteidiger). Zu den Sounds: Ja, sie klingen nach Zahnarzt und nicht nach was Erhabenem. (Leowee hat dem klanglichen Resultat den Titel „Lynchmord der Plastikpiepmätze“ gegeben.) So ist die Kunstfreiheit, ihr Grafiker-Nazis.

stupid ass

Anyhoo, some other talentless assholes: Norma Nava, Marko D, John Hewitt, Robin Sperling, Picasso, Franklin Beecham, Banksy, Frank Stella, Willem DeKooning.. wonder if people ever said ‚I could do that, just dip my dick in some latex paint and slap it on a canvas, viola!“

What the f**** is this?

How on earth can you get inspired to be creative….do me a favor and video tape yourself running straight into the wall and post it here.

Holy moly, that sounded like shit.

I want to hurt you so bad right now…..

im telling wacom on you!

its sounds like 4 minutes and 39 seconds of you trying to flush a spaceship down the toilet… congrats.

stop playing with it and give it to me :( lol

You’re a moron and an embarrassment to the artistic community.

gay!

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Höhepunkte der Vermittlung Neuer Musik #1

Kommentar zu meinem Performer-Film auf YouTube:

What the fuck is this!? did he really think this was something special..nothing more than annoying! man you didnt make 1 melody in 21 minutes! OMG i will hate this video 4-ever.

Vielleicht war das Elke Heidenreich?

Tageslink

Tageslink

Ich bin ja schon lange der Überzeugung, dass die Krise der Musikindustrie nicht nur eine der Medien, sondern auch der Inhalte ist. Kurz: Pop-Musik ist auch ästhetisch an ein Ende gekommen, nicht nur monetär, und beides hat sich gegenseitig verstärkt.
Ein Indiz dafür ist die Meldung, dass auch Pop-Zeitschriften in der Krise sind – was eigentlich nicht, zumindest nicht direkt, am Musikdownload liegen kann.

http://www.sueddeutsche.de/35k38n/2999433/Mittlere-Wunder.html

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the restless machine

Mit Freude sehe ich, dass es immer mehr Blogs gibt im Bereich Neue Musik / Elektronische Musik / Experimentelle Musik / Musiktheorie / Musikwissenschaft / Gegenwartskunst / Digitale Kunst und so, und dass immer mehr Komponisten und Musiktheoretiker / Musikwissenschaftler über ihre Arbeit bloggen.

Heute möchte ich hier den Blog von Arne Bense vorstellen mit dem Namen

the restless machine

Der Blog trägt den schönen Button hard bloggin‘ scientist, was dem Manifest folgt, seine wissenschaftliche Arbeit in statu nescendi der Öffentlichkeit zu präsentieren, und genau das macht Arne im Bereich Medientheorie / Elektronische Musik, worüber er derzeit promoviert. Danke, Arne!

Übrigens hat Arne diesen Samstag ein Konzert, seht selbst.

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Die Grünen: K-Flatrate

Noch ’n Link:

Die Grünen verteidigen die Kulturflatrate. Hört sich alles schon ganz vernünftig an, wenn auch noch die Qualitätsfrage gerne auf den Tisch darf.

http://www.heise.de/newsticker/Gruene-verteidigen-Kulturflatrate–/meldung/143054

Tageslink

Sehr schöner Text bei Netzwertig mit dem Titel: Das Medium ist auch die kommerzielle Botschaft.

Ältere Semester werden sich noch erinnern können, wie es war, eine neue Langspielplatte (mit grossem, oft beachtenswert gestaltetem Cover) zu kaufen und zu Hause in einem gut eingeübten Ritual — Platte vorsichtig aus der Hülle nehmen, nur an den Kanten anfassen, sorgfältig auf den Plattenteller legen, Staub abwischen, Nadel vorsichtig auf die Platte führen — abzuspielen. Langspielplatten waren ein weitgehend lineares Medium, denn jedes Springen war mit einer potentiellen Beschädigung der Platte verknüpft. Und eine Platte war ein Objekt mit Charakter, fragil und darum wertvoll.

Wie fundamental anders präsentiert sich Musik hingegen auf einem iPod: Wir finden es selbstverständlich, den Gegenwert einer beeindruckenden Plattensammlung auf einem winzigen Gerät mit uns herumzutragen. Die Musik hat ihre Stofflichkeit völlig verloren. Wenn ein Titel nicht sofort gefällt, geben wir ihm keine Chance, uns zu überzeugen (jawohl, so hat man früher so manchen erst beim zweiten Hören grossartigen Song entdeckt), sondern springen mit einem Tastendruck zum nächsten. Wir interessieren uns nicht dafür, wie ein Künstler seine Songs auf einem Album angeordnet hat, sondern suchen uns die zwei oder drei gefälligsten Titel raus. Musik wird vom Kultobjekt zum Verbrauchsmaterial.

Das beschreibt in schöner Detailliertheit, worauf ich im ersten Teil meines Essays Soundfiles hinaus bin: Das neue Hörverhalten durchs neue Medium. Und darauf reagiert man als Komponisten natürlich wieder, darum das viele An-Aus-Weiterspringen in meiner Musik.