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CU later

Konzert in Köln lief prima, besten Dank an Diogo am Klavier und Michael an der Kölsch-Tequila-Bar!

Bin dann mal weg auf der „Pfingsttagung“ in Reichenow, da halte ich einen Vortrag über „musikalische Aktionskunst“. Montag abend kommt dann hoffentlich endlich das neue Stück auf YouTube. Kulturtechno wird berichten.

Hitler als Producer

Wunderbar selbstreferentielle Parodie des Untergangs, jetzt geht’s um Kunstfreiheit. Ab ins Museum für moderne Kunst!

(via)

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Kreidler @ Köln

Bin heute und morgen in Köln, wo ich auf Einladung von Michael Beil an der Musikhochschule (heute 15.30h) im Elektronischen Studio ein Seminar über das Klavierstück 5 halte; selbiges Stück wird morgen abend (19.30h) dann in der Hochschule (Konzertsaal) aufgeführt. Anwesenheitspflicht, sonst gibt’s keinen Schein!

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Zukunftstheorie des Tages

Allenthalben ist im Internet davon zu lesen, dass der Werbemarkt im Online-Geschäft überhaupt gar nicht an die Einnahmen aus Print bzw. Fernsehen rankommen. Turi2 ist dafür das Fach-Blog.

Bekanntlich ist einer der größten Seiten im Netz, YouTube, erst recht nicht profitabel, und das trotz Millionen Nutzer. Die Theorie ist nun: Dass man sich trotz Unwirtschaftlichkeit um das Ding mit Millionen Nutzer reißt, liegt immer noch an dem Denken in der alten Logik, dass so viele Nutzer einfach Geld bringen MÜSSEN. Was aber, wenn sie es einfach doch nicht tun, und selbst wenn es Milliarden wären? Dann schließt man YouTube, und dann gibt es einen riesen Aufschrei, denn es ist ja Kulturgut, und dann wird YouTube verstaatlicht.

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Into no brain

Mir geht gerade das Messer in der Hose auf, wenn ich Starkomponist Jörg Widmann darüber schwafeln sehe, was er nichts zu sagen hat zu seiner Deplatzierung seinem Aufenthalt in Dubai im Rahmen des Projekts „into“, bei dem Komponisten in bestimmte Städte geschickt wurden, um sich kompositorisch mit ihnen zu beschäftigen.

Dubai ist 1. eine riesige Spekulationsblase (siehe hier) und 2. ein Ort extremer Ausbeutung (siehe hier). Erst heute habe ich mich mit Christian von Borries unterhalten, der zwei mal in Dubai war für einen Dokufilm, und der erzählt hat von den Gastarbeitern, die die Hochhäuser bauen weil sie für ihre Arbeit da ein paar Groschen mehr kriegen als in Pakistan, auch wenn sie in Dubai ebenfalls in Slums ohne fließend Wasser wohnen müssen, und die jetzt, wo die Blase platzt und sie nur noch unnützer Menschenmüll sind sofort ausgewiesen werden usw.

Naivling Widmann tangiert das natürlich nicht und komponiert in seinem Appartment mit Konzertflügel Wiener Walzer.

Meine ursprüngliche Reaktion nach zwei, drei Wochen auf all das Neue und Fremde war ja auch die, dass ich plötzlich diesen skurrilen alpenländischen Walzer geschrieben habe und überhaupt sehr kurze, aphoristische Stücke. Es ist eine seltsame, aber für mich heute nachvollziehbare Reaktion: Man vergewissert sich des Eigenen. Genauso, wie es einen unter Umständen zuhause woandershin in die Fremde drängt, so trieb es mich in der Fremde zum Eigenen.
Ich habe hier auf der Klarinette unendlich viel Mozart gespielt, auch auf dem Klavier Mozart, Schumann und Brahms und Berg.

(quelle)

Genau, flüchte dich in die große abendländische Musik. Mit ökonomischen Ungleichheiten, mit Wohlstand auf Kosten von ausgebeuteten Gastarbeitern etc. hat die Kunst ja nichts zu tun. Vergewissere dich ja deiner eigenen Identität, die dort an der Schnittstelle zwischen erster und dritter Welt sonst bedroht werden könnte. Hoffentlich platzt die Blase Jörg Widmann bald.

(Film-)Kulturgut retten

Sehr vorbildliche Initiative von Martin Scorsese:

Mit seiner Stiftung „World Cinema Foundation“ verhilft der Regisseur Martin Scorsese vergessenen Streifen zu altem Glanz. Jetzt sorgt er dafür, dass sie auch von möglichst vielen Filmliebhabern gesehen werden – im Internet.

Mit Freude stöbere ich zur Zeit auch in den Archiven des Mozarteums.

Mendelssohn

Die klassische Musik und ihre Theorie kommen in hier immer etwas zu kurz, dabei ist das eine fester Bestandteil meiner Arbeit. Gerade als betonter Avantgard, der den Anspruch hat, dezidiert Neues in die Welt zu setzen, ist mir unerlässlich, die ganze Musikgeschichte und -Theorie zu kennen, und ich unterrichte sie auch sehr gerne. Außerdem sind es schlicht Geschenke, die die großen Meister hinterlassen haben, und jeder der Musik mag ist dumm, wenn er diese Geschenke ausschlägt.

An dieser Stelle sei jetzt auf das heute beginnende Mendelssohn-Festival der Musikhochschule Rostock verwiesen mit einem sehr schönen Programm.

Felix Mendelssohn Bartholdy ist ein Phänomen. Er hat wunderbare Musik geschrieben, und war zu Lebzeiten schon weltberühmt; trotzdem nennt man ihn erst in der zweiten Reihe, etwa hinterm Zeitgenossen Schumann. Was ist an Schumann besser? Ich glaube es war zunächst die ökonomische Situation, Mendelssohn war von Haus aus steinreich, während Schumann zwar nicht so schlecht situiert, aber doch nicht derart gut gebettet war. Später musste er auch noch acht Kinder durchbringen. Schumann kämpfte außerdem gegen Psyche und Körper zeitlebens an, und diese Spannungszustände fehlen in der durch und durch bürgerlichen Musik Mendelssohns, das vermisst die Musikgeschichte offenbar. Schumann hingegen verkörpert in Reinform den romantischen Geist in Höhen und Tiefen. Nichtsdestotrotz gibt es einige Werke Mendelssohns, die sich daran messen lassen können, etwa die „Variations sérieuses“ oder den „Sommernachtstraum“, den „Elias“ und das Violinkonzert.

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Digitale Nachinszenierung #2 (Update)

Unlängst hatte ich es von der Möglichkeit, digital Filme zu inszenieren. Hier ein gelungenes Beispiel für die Nachinszenierung von „How not to be seen“ von Monty Python, realisiert mit EgoShooter.

Danke, Martin, für den Tipp!

Update:

Und hier noch das Video, das gerade durch alle Blogs geht, bei dem ein Maler seine Werke als Ausstellung in einem Ballerspiel platziert hat. Das ist das Museum für moderne Kunst:

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Anziehung

Ein Thema, dem ich auch immer offener begegne: Das Gesetz der Anziehung, wie mal wieder weiland Goethe schon ansprach:

Wir wandeln alle in Geheimnissen. Wir sind von einer Atmosphäre umgeben, von der wir noch gar nicht wissen, was sich alles in ihr regt und wie es mit unserm Geiste in Verbindung steht. So viel ist wohl gewiß, daß in besonderen Zuständen die Fühlfäden unserer Seele über ihre körperlichen Grenzen hinausreichen können und ihr ein Vorgefühl, ja auch ein wirklicher Blick in die nächste Zukunft gestattet ist.“

[…]

„Wie gesagt, wir tappen alle in Geheimnissen und Wundern. Auch kann eine Seele auf die andere durch bloße stille Gegenwart entschieden einwirken, wovon ich mehrere Beispiele erzählen könnte. Es ist mir sehr oft passiert, daß, wenn ich mit einem guten Bekannten ging und lebhaft an etwas dachte, dieser über das, was ich im Sinne hatte, sogleich an zu reden fing. So habe ich einen Mann gekannt, der, ohne ein Wort zu sagen, durch bloße Geistesgewalt eine im heitern Gespräch begriffene Gesellschaft plötzlich still zu machen imstande war. Ja er konnte auch eine Verstimmung hineinbringen, so daß es allen unheimlich wurde.“

„Wir haben alle etwas von elektrischen und magnetischen Kräften in uns und üben wie der Magnet selber, eine anziehende und abstoßende Gewalt aus, je nachdem wir mit etwas Gleichem oder Ungleichem in Berührung kommen. Es ist möglich, ja sogar wahrscheinlich, daß, wenn ein junges Mädchen in einem dunkeln Zimmer sich, ohne es zu wissen, mit einem Manne befände, der die Absicht hätte, sie zu ermorden, sie von seiner, ihr unbewußten Gegenwart ein unheimliches Gefühl hätte, und daß eine Angst über sie käme, die sie zum Zimmer hinaus und zu ihren Hausgenossen triebe.“

Die Anziehungs-Theorie impliziert, dass eben auch die schlechten Sachen bis zum Tod in der eigenen Verantwortung liegen. Das mag ja noch zutreffen, Todessehnsucht und so, fragt sich allerdings doch, wie’s zu ganzen Genoziden kommen konnte. Wobei ich mal hörte von der Theorie eines KZ-Überlebenden (!), der sagte dass die Juden kollektiv sich die Opfer-Rolle selbst zu eigen gemacht hätten.

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Plädoyer für’s ReadyMade

Was in „Good morning, Vietnam“ zur Hälfte inszeniert wurde, kann man auch komplett selber remixen, und das finde ich noch besser.

Good morning, Vietnam:

Und hier ein Beispiel von Inappropriate Soundtracks:

Andere Favoriten meinerseits:

http://www.youtube.com/watch?v=mmrVlGgPum8&feature=player_embedded

http://www.youtube.com/watch?v=N2Fj9BgCHM4&feature=player_embedded

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