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Kulturtechno relaunch

Endlich ist der lang geplante Kulturtechno-Relaunch getan – vielen Dank an Dorothée Hahne, die das Kunststück geschafft hat, Kulturtechno in das ‚Corporate Design‘ meiner Website (design by Leowee Dear <3!!) einzufügen! Die Textspalte ist nun also gleich wie auf kreidler-net.de, unter den Posts steht der neumodische Twitter- und Facebook-Schnickschnack, der heute dazugehört, die Email-Angabe für Kommentare ist, ich glaube damit bin ich das einzige Blog weltweit, freiwillig, und das steht jetzt auch dran!, und weitere Details sind optimiert. Außerdem kann nun auf der Facebook- und Twitterwall alles Kurzgeschriebene gelesen werden.
Die Linkliste „Andere Blogs“ werde ich demnächst auf Vordermann bringen. Außerdem wird es ab jetzt nie wieder Google-Werbungs-Verschandelung geben, versprochen!

Die nächsten Tage kann es noch zu Funktionsstörungen und Nachjustierungen kommen, ich bitte ggf. um Nachsicht. Zum Beispiel ist die Facebook-Wall momentan noch nicht so ganz wunschgemäß. Ansonsten geht das Blog seinen gewohnten Gang.

Musikentwertung – Diskussion (aus „Feeds. Hören TV“)

Diskussion über Musikentwertung, Mp3 als Atombombe, Claus-Steffen Mahnkopf, die totale Musikbibliothek und Besitzverhältnisse von Komponisten sowie ein Schlingensief-Zitat. Aus „Feeds. Hören TV“

Walter Zimmermann: „Dit“ ~ Cello meets Audioarchiv

Der/die (?) unermüdliche Stanchinsky, Meisteruploader von Neuer Musik auf YouTube (bislang über 800 Werke online gestellt), hat ein kleines Stück von Walter Zimmermann hochgeladen, das ich sehr mag und worüber ich in meinem Aufsatz „Zum Materialstand der Gegenwartsmusik“ geschrieben habe:

Auf die an zahlreiche Komponisten ergangene Anfrage für ein Stück, das zur barocken in-nomine-Tradition Bezug nehmen soll, hat Walter Zimmermann „Dit“ für Cello und Zuspielung eingereicht, bei dem der Instrumentalist die uralte Gesangsaufnahme eines West-Guinesen synchron imitiert.[24] Was bei dieser rätselhaften Wahl das fremde Lied und das Violoncello aus dem Kontext der Neuen Musik miteinander und dann noch mit der altenglischen Cantus-firmus-Überlieferung zu tun haben, letzten Endes gar mit dem gesamten Kommissions-Projekt, erschließt erst die verbale Interpretation.

Der Interpret dieser Aufnahme ist vermutlich Lukas Fels.

Monade/Nomade 1
Dit
Für Violoncello und Tonband (1999)
Für Werner Heider zum 70sten

Dit wurde geschrieben für das In Nomine-Projekt des ensemble recherche. Hier sieht sich der Interpret mit der Aufgabe konfrontiert, zu der Tonbandaufzeichnung (von Artur Simon) eines Liedes aus Mailal (West-Neuguinea) so exakt wie möglich im Unisono eine tongetreue Transkription dieses Gesangs zu spielen und zu singen, der wie die Antiphon des John Taverner den Tonumfang einer None besitzt. Obwohl die Eipo Papuas missioniert wurden und am Weihnachtsfest 1980 unter dem Einfluss der Unevangelized Fields Mission ihre Heiligtümer verbrannten, ist dieser Gesang nur zufällig in seinem Tonumfang identisch mit dem In Nomine cantus firmus.

(via New Music reBlog)

Arbeit und Freizeit (3) – Die Glückliche Hand

Eine schöne Neu-Interpretation von Arnold Schönbergs expressionistischer Oper „Die glückliche Hand“ von Daniel Kötter.

Daniel Kötter
Arbeit und Freizeit (3) – Die Glückliche Hand

Uraufführung, 12-Kanal-Video, 45′

mit Nadine Bors (Festivalleiterin und Kuratorin), Peter Conradi (Architekt und Kulturpolitiker), Xavier Güell (Musik- und Opernveranstalter), Jean-Baptiste Joly (Leiter Künstlerhaus),
Peter Laudenbach (Theaterkritiker), Harry Lehmann (Philosoph und Kunsttheoretiker), Heike Catherina Mertens (Leiterin Kunststiftung), Helga de la Motte (Musikwissenschaftlerin),
Anna Ptak (Kuratorin), Jan Ritsema (Leiter Künstlerhaus und Regisseur), Berthold Schneider (Operndirektor und Regisseur), Tom Stromberg (Festivalleiter und Impressario).

Arnold Schönberg
Die glückliche Hand

Drama mit Musik op. 18 für Bariton, Chor und Orchester RSO Stuttgart unter der Leitung von Peter Rundel
SWR Vokalensemble, Bariton: Dietrich Henschel

Eclat Festival 2011, Theaterhaus Stuttgart

Release Ai Weiwei

„1001 Stühle für Ai Weiwei“
Unter dem Motto «1001 Stühle für Ai Weiwei» sollten unter anderem in Berlin, New York, Stockholm, London, Paris, Wien, Moskau, Madrid oder Hongkong jeweils um 13.00 Uhr Ortszeit Stühle vor chinesischen Botschaften und Konsulaten aufgestellt werden.
Die Aktion spielte an Ai Weiweis documenta-Beitrag «Fairytale» im Jahr 2007 in Kassel an. Damals hatte der Künstler 1001 Chinesen nach Kassel kommen lassen und damit für Aufsehen gesorgt.

(via tagesschau.sf)

A brass-balled individual known only as “Cpak Ming” recently projected a “flash stencil” of disappeared Chinese artist Ai Weiwei onto the side of the People’s Liberation Army barracks in Admiralty, Hong Kong.

(via the daily what)

(Tate Modern Gallery, London)

Am 3. April 2011 wurde Ai Weiwei auf dem Pekinger Flughafen verhaftet. Seitdem wird er an unbekanntem Ort festgehalten, ohne Kontakt zu seiner Familie oder Anwälten. Dieses Vorgehen verstößt nicht nur gegen elementare Menschenrechte sondern auch gegen chinesisches Recht. Ais Familie, Freunde und Mitarbeiter werden durch Hausdurchsuchungen, Festnahmen, die Verhängung von Hausarrest und ähnliche polizeiliche Maßnahmen schikaniert. Die Behörden verweigern jede Auskunft über den Verbleib Ai Weiweis und dreier seiner Mitarbeiter. Sie verbreiten Gerüchte über angebliche Wirtschaftsvergehen. In den chinesischen Medien wird er in einer Sprache, die an die Kulturrevolution erinnert, diskriminiert und diffamiert. Es wird versucht, ihn außerhalb der Gesellschaft zu stellen. Die Handlungen der chinesischen Behörden und ihrer Medien haben auf der ganzen Welt Empörung und Proteste hervorgerufen, weil sie als politisch motivierte Willkür gegen einen kritischen, sich für Menschenrechte einsetzenden Künstler angesehen werden.

(via)

Hier zwei Links zu Petitionen:
http://action.amnesty.de/l/ger/p/dia/action/public/?action_KEY=402
http://berlinerappell-freeaiweiwei.com/

Living in a Box @ HR2 Kultur

Morgen abend sendet HR2 Kultur den Mitschnitt des Uraufführungskonzerts meines Ensemble-Stücks „Living in a Box“ (Kulturtechno früher).

Livestrom:
http://metafiles.gl-systemhaus.de/hr/hr2_2.m3u

3.5.2011, 20:05 Uhr
Gemeinsam im Niemandsland – Das Ensemble Modern bei den Frankfurter Positionen 2011
Leitung: Kasper de Roo [de Roo erkrankte, es sprang Harmut Keil ein]

John Oswald: b9; 2011 • Michael Iber: soundalike: music collection II; 2010 • Johannes Kreidler: Living in a Box; 2010

(Aufnahme vom 29. Januar 2011 aus dem Frankfurt LAB)
Vor zehn Jahren wurde sie erstmals veranstaltet, die „Frankfurter Positionen“. Sie verstehen sich als Erfahrungs- und Erkenntnisfeld: In einem etwa zweijährigen Turnus versuchen sie, mit den Mitteln verschiedener Sparten der Künste eine Positionsbestimmung zu den Veränderungen in der Lebenswelt zu formulieren. Die „Frankfurter Positionen“ initiieren somit einen kontinuierlichen kreativen Prozess mit dem Ziel, neue Sichtweisen und soziale Fantasie zu entwickeln. In diesem Jahr behandelten die „Frankfurter Positionen“ die alte Frage des Spannungsfelds zwischen Individuum und Gemeinschaft. In den letzten Jahrzehnten scheinen die vorherrschenden Tendenzen zu mehr individueller Freiheit und persönlichem Erfolgsstreben an ihre Grenzen zu stoßen. hr2-kultur sendet heute die Aufnahme des Konzerts vom 29. Januar im Frankfurt LAB. Die Komponisten Johannes Kreidler, John Oswald und Michael Iber modifizieren bestehendes musikalisches Material nach unterschiedlichen Prinzipien. Kreidler bearbeitet in „Living in a Box“ Reproduktionen von Musik mit digitalen Techniken, Oswald kontextualisiert in „b9“ bekannte Themen der Sinfonien Beethovens im Sinne heutiger Rezeptionsbedingungen neu, Ibers Werk knüpft an seine im Rahmen der „Frankfurter Positionen“ gezeigte Installation an.


http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/programm3758.jsp?rubrik=3758&r=4&y=2011&t=20110503

bin Laden tot (Update)

So sind sie halt, die Friedensnobelpreisträger!

(via Dangerous Minds)

Update: So wurde das ganze gesteuert:

(via misterhonk)

(siehe auch Titanic)

Zur Sampling-Theorie von Rolf Großmann

Ich wurde unlängst auf folgendes Zitat von Rolf Grossmann hingewiesen:

Künstlerische und kulturelle Sampling Techniken können Innovation und SubVersion des Scratching oder der Tape Music nur fortsetzen, wenn sie den geordneten und ordentlichen Zugriff des digitalen Sampling (ich schließe das Frame-Grabbing der Bildwelten mit ein), seine saubere Programmverarbeitung durchbrechen und die Programme selbst zum Gegenstand des Zugriffs machen […] seine Verarbeitunsgsstrukturen [sollen] in einer neuen Stufe der direkten Programmzugriffe und Parameterzugänge […] ästhetisch produktiv werden…

Ich möchte das kommentieren, weil ich es grundfalsch finde und derlei kursiert.

Zwei Fehler stecken in der Aussage:

1. von Materiellem wird auf Immaterielles geschlossen
2. ein linearer Geschichtsverlauf ist supponiert

En Detail:

1. Die fehlerhaft angewendeten Geräte der analogen / physischen elektronischen Musik müssen die Medientheoretiker einst in Ekstase getrieben haben. Nun gut, ein CD-Player ist die Behauptung, dass er CDs ordentlich wiedergibt, und siehe da, die CDs bleiben aber manchmal hängen, und haufenweise ließ man also CDs in allen Rhythmen und Lautstärken hängen. Wo irgendwo ein Video mit Ton synchronisiert war, kam sofort der tugendhafte Reflex, jetzt mal Asynchronität walten zu lassen, dass sich das kräftig gegenreflektiert usw., schön und gut!
Wie sollte das aber im Digitalen passieren? Es gibt keinen „geordneten und ordentlichen Zugriff“ bei heutiger Klangverarbeitungssoftware wie Max/Msp, Pd, et.al. Was diese Software liefert sind Schrauben und Muttern, die funktionieren, was damit angefangen wird, ist dem Musiker-Programmierer überlassen. Professionelle Software wird immer fehlerloser – in dem Sinne, dass es keine Definition von Fehler mehr gibt. Ebensowenig kann da von „sauberer Programmverarbeitung“ gesprochen werden, denn der Komponist selber bestimmt die Regeln. Die vorgegebenen Strukturen von low-Level-Software wie Max/Msp sind viel zu offen, als dass es Sinn machen würde, sie noch irgendwie zu durchbrechen; sie behaupten nichts! Stattdessen gilt einfach: anything goes. Nur mit bescheidenerer, massenmarktorientierter Software wie Songsmith oder Autotune wäre etwas in die Richtung machbar, aber dann auch nur als eine Option. Das führt zu 2.:

2. Großmann bestimmt einen linearen Innovationsweg. Das geht ohnehin in der heutigen pluralistischen Welt nicht, aber schon gar nicht über den „paradigm shift“ zum Digitalen hinweg. Der Übergang vom Materiellen zum Immateriellen ist disruptiv und setzt andere Paradigmen. Beispielsweise ist beim Sampling die Frage des Urheberrechts angesichts der heute vorhandenen Datenmengen ganz ungleich gewachsen, dazu habe ich eine Aktion durchgeführt, die in der Art neu war, aber ganz anders als Großmann es vorsieht. Ein anderes Beispiel für heutige Samplingkunst wäre Cory Arcangels Verwendung von Katzenvideos aus YouTube, um Klavierstücke von Schönberg neu zu interpretieren. Das Medium, YouTube, ist voll von Katzenvideos, und Schönbergs Musik wurde als „Katzenmusik“ diffamiert; Arcangels provokante Verniedlichung einer originär expressionistischen Musik spielt mit dieser Semantik. Dazu passt Harry Lehmanns Theorie der gehaltsästhetischen Wende, weg vom Materialdenken, hin zu Semantiken, bedingt auch durch die heutige Digitaltechnologie. Es ist daher konsequent, dass Großmann das Sample vom Zitat unterschieden wissen will:

Sampling ist im Unterschied zum Zitat, das seine Sinnumgebung transportieren soll, eine Zugriffs- und Verarbeitungstechnik von Medienmaterial. Materialkontexte, Sinnkontexte und Bedeutungen sollen gerade nicht reproduziert, sondern transformiert oder ignoriert werden.

(Quelle)

Mir kommt es so vor, als hörte ich von Pop- und Medientheoretikern ständig Sätze wie „Remix darf man ja nicht mit Collage verwechseln“, „Ich möchte Cover und Remake folgendermaßen unterscheiden“, „Mash-Up ist grundsätzlich anders als Sampling, ich schlage darum lieber einen neuen Begriff vor…“ etc.pp. Blöderweise scheinen das aber stets Privatdefinitionen zu sein, die nicht zünden und weniger erhellen als das Durcheinander von Musique concrète, Sampling, Intertextualität, Collage, Bricollage, Remix, Appropriation Art, Bastard Pop, Mash-Up usw. noch verstärken. Ich glaube, es liegt im anarchischen Wesen der Remix-Kultur, dass sie sich einer strengen Definition entzieht – aus Respekt davor sollte man es wohl besser bleiben lassen. Jedenfalls scheint es keine wirkliche Notwendigkeit für die Unterscheidungsversuche der Theoretiker zu geben – sonst würde sich doch einmal eine Definition durchsetzen.
Dennoch, ein Fehler lässt sich Großmanns Aussage m.E. benennen: Die Distanzierung vom Zitat. Was ist kein Zitat? Auch hier erscheint mir das wieder als ein Statement der älteren Generation, die noch glaubt, dass es neutrales Klangmaterial gibt. Ein Sample ist ein Sample von etwas, und wenn es transformiert wird, dann zu etwas hin!

Großmanns These ist aufschlussreich – sie exemplifiziert den auch in der Medientheorie erfolgenden Generationenkonflikt.

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200 Buchseiten in einer Minute scannen

Ich kann mir kaum vorstellen, dass das auch nur halbwegs fehlerfrei funktioniert, vor allem bei der Buchkrümmung – aber der Mittelaltermensch hätte sich ja auch nicht träumen lassen, dass es einmal Funktelefone gibt.

(Der Tipp kam von diversen Freunden, thanx!)

Kreidler @ Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin

Morgen, Montag 2.5.2011 um 18h präsentieren die beiden Stipendiaten der aktuellen Jungen Akademie der Akademie der Künste Berlin ihre Arbeit an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Das sind Ulrich Kreppein und meiner einer, Wolfgang Heiniger moderiert. Raum 458, Charlottenstraße 55
10117 Berlin.