Skip to content

Kommentare @Kulturtechno

… sind jetzt möglich, danke für die Ermahnungen von mehreren Seiten, das endlich einzurichten. Also, ab jetzt gibt’s Kulturtechno mit Senf!

Operare – Nachtrag

Der Operare-Workshop war eine informative Veranstaltung zum neuen Musiktheater, wobei der formale Aspekt – Kulturwirtschaft, Kulturpolitik, Veranstaltungsorga, Steuerberater – etwas zu groß war, andererseits war eigentlich kaum eine Minute davon überflüssig, das Zeug gehört eben dazu, und vielleicht könnte man daraus ja auch was ins Kunstwerk wieder reinholen. An den eher infantilen Gruppenspielchen hätte man sparen können.

Ein Protokoll & Fotos gibts bei http://falkohennig.twoday.net/stories/5633420/

[ad#ad2]

Goethe, der Filesharer (3)

Aus den Gesprächen mit Eckermann:

Ich war heute mit Goethe in seiner Arbeitsstube allein zu Tische; wir sprachen über verschiedene literarische Dinge.

»Die Deutschen,« sagte er, »können die Philisterei nicht los werden. Da quengeln und streiten sie jetzt über verschiedene Distichen, die sich bei Schiller gedruckt finden und auch bei mir, und sie meinen, es wäre von Wichtigkeit, entschieden herauszubringen, welche denn wirklich Schillern gehören und welche mir. Als ob etwas darauf ankäme, als ob etwas damit gewonnen würde, und als ob es nicht genug wäre, daß die Sachen da sind!

Freunde wie Schiller und ich, jahrelang verbunden, mit gleichen Interessen, in täglicher Berührung und gegenseitigem Austausch, lebten sich ineinander so sehr hinein, daß überhaupt bei einzelnen Gedanken gar nicht die Rede und Frage sein konnte, ob sie dem einen gehörten oder dem andern. Wir haben viele Distichen gemeinschaftlich gemacht, oft hatte ich den Gedanken und Schiller machte die Verse, oft war das Umgekehrte der Fall, und oft machte Schiller den einen Vers und ich den andern. Wie kann nun da von Mein und Dein die Rede sein! Man müßte wirklich selbst noch tief in der Philisterei stecken, wenn man auf die Entscheidung solcher Zweifel nur die mindeste Wichtigkeit legen wollte.«

»Etwas Ähnliches,« sagte ich, »kommt in der literarischen Welt häufig vor, indem man z.B. an dieses oder jenes berühmten Mannes Originalität zweifelt und die Quellen auszuspüren sucht, woher er eine Cultur hat.«

»Das ist sehr lächerlich,« sagte Goethe; »man könnte ebenso gut einen wohlgenährten Mann nach den Ochsen, Schafen und Schweinen fragen, die er gegessen und die ihm Kräfte gegeben. Wir bringen wohl Fähigkeiten mit, aber unsere Entwickelung verdanken wir tausend Einwirkungen einer großen Welt, aus der wir uns aneignen was wir können und was uns gemäß ist. Ich verdanke den Griechen und Franzosen viel, ich bin Shakespeare, Sterne und Goldsmith Unendliches schuldig geworden. Allein damit sind die Quellen meiner Cultur nicht nachgewiesen; es würde ins Grenzenlose gehen und wäre auch nicht nöthig. Die Hauptsache ist, daß man eine Seele habe, die das Wahre liebt und die es aufnimmt wo sie es findet.

Überhaupt,« fuhr Goethe fort, »ist die Welt jetzt so alt, und es haben seit Jahrtausenden so viele bedeutende Menschen gelebt und gedacht, daß wenig Neues mehr zu finden und zu sagen ist. Meine Farbenlehre ist auch nicht durchaus neu. Plato, Leonardo da Vinci und viele andere Treffliche haben im einzelnen vor mir dasselbige gefunden und gesagt; aber daß ich es auch fand, daß ich es wieder sagte, und daß ich dafür strebte, in einer confusen Welt dem Wahren wieder Eingang zu verschaffen, das ist mein Verdienst.

[ad#ad2]

“complement deformation browser…” @Ausland / Berlin

Im Ausland wird mein Streichquartett am morgigen Mittwoch, 8.4.09 uraufgeführt. Das Ausland liegt in Berlin-Prenzlauer Berg, Lychenerstr.60, und nicht irgendwo außerhalb der deutschen Grenzen, wie manche denken. Und da spielt das Sonar-Quartett morgen um 21.30h:

Johannes Kreidler (geb.1980): complement deformation browser… (2003) UA

Georg Katzer (geb.1935): tempi fragili (2005)

Kirsten Reese (geb.68): Kapsel (2008) UA

Enno Poppe (geb.1969): Tier (2002)

Mein Stück ist ein halbes “Jugendwerk”, oder das erste große Werk mit dem ich mich endgültig freigeschrieben habe, wenn auch noch mit der Musiksprache die für Freiburg damals und für die ausklingenden 90er Jahre typisch ist. Aber, das kann ich nach der heutigen Probe sagen, sehr gelungen.
Dazu gibt’s noch zu erzählen, dass ich das Stück für den deutschen Hochschulwettbewerb geschrieben habe und den 1.Preis erhielt, nur hat die ausrichtende Hochschule, die Musikhochschule Frankfurt, es nicht hingekriegt dass das Stück beim Preisträgerkonzert gespielt wird. Dafür hat bei selbigem der Präsident der Hochschule, Thomas Rietschel, vollmundig verkündet dass das Stück zu späterem Zeitpunkt von Frankfurter Spielern nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Freiburg gespielt werden würde, etc.ppp. Das folgende Trauerspiel hat mir dann zwei Jahre später, nach immer unfreundlicheren Emails von beiden Seiten, der Bratschenprof ausführlich beschrieben, keiner konnte es, die Hochschulstrukturen und -finanzen vermochten es nicht, etc.pppppp. und so bezeichnete man zuletzt Herrn Rietschels Äußerung als “Absichtserklärung”, nicht mehr. So verfährt man in Frankfurt, das stolz ein Institut für Zeitgenössische Musik sein eigen nennt, mit jungen Komponisten. Um so erfreulicher, dass das Stück doch nicht in der Schubladensenke verschwunden ist sondern von Susanne Zapf herausgefischt wurde und nun zur Aufführung kommt. Kommet!

[ad#ad2]

Streichquartett @Loveparade?

Heute rief mich der Organisator der Nachfolgeveranstaltung der Love Parade in Berlin an, ob ich da mitwirken wolle. Das ist natürlich verlockend, sofern ich freie Hand habe. Neue Musik auf der Love Parade (ja, ich bin für die Integration in bestehende Strukturen). Ein starker Kontrast wäre gut, zum Beispiel ein extrem verstärktes Streichquartett, das Nonos extrem leises Streichquartett extrem laut spielt. Kulturtechno wörtlich!

Da fällt einem natürlich Stockhausens Streichquartett ein, bei dem jeder Spieler in einem eigenen Hubschrauber sitzt, und man ist gleich entmutigt, denn ein Streichquartett nach diesem Stück ist kaum noch möglich ob der Kühnheit, die leider auch eine finanzielle ist (Ästhetik der großen Zahl!). Andrerseits ist das Stockhausen-Stück rein musikalisch ziemlich schwach.
Mal sehn, vielleicht wird aber aus der Love-Parade, die jetzt B-Parade heißen soll, was mit eigener Beteiligung. Morgen gibt’s übrigens mein unbedarftes Streichquartett aus Freiburger Jugendtagen in Berlin zu hören, wie gleich gebloggt wird.

Hier zu Stockhausens Stück:

[ad#ad2]

Schwimmwesten für Kühe, wenn dann die Ozeane überlaufen

Henriette hat mich beim Operare-Workshop auf ein schönes Projekt hingewiesen:

Karsten Gruth und Nils Volkmann entwerfen Gegenstände, die wir nach dem Klimakollaps brauchen werden, z.B. Schwimmwesten für Kühe:

http://www.klima2050.de/Main.html

[ad#ad2]

Randgruppe spielt auf deutschen Autobahnraststätten!

Das Duo Randgruppe macht seine Ankündigung wahr und bespielt nun dieses Frühjahr mit seiner mobilen Bühne deutsche Autobahnraststätten mit meinen eigens geschriebenen Stücken.

Silke Lange – Akkordeon

Annette Rießner – Akkordeon

wir spielen

- in ganz Deutschland, das macht sich gut

- in lila, wegen dem Trend

- Musikalisches Material von Johannes Kreidler, der ist auch im Trend, das passt gut

- Stücke für 2 Akkordeons, die weiter keine künstlerische Aussage haben

- lieber ohne Publikum

- nur im Anhänger

Der Blog dazu ist hier:

http://duorandgruppe.wordpress.com/

Demnächst sollen dort auch Videos kommen; das ganze wird von einem Kamerateam begleitet.

Das Konzept, zwei Akkordeonistinnen spielen auf Autobahnraststätten wuer durch Deutschland Neue Musik, egal ob jemand zuhört oder nicht, hat schon im Vorfeld viele Fans gefunden. Ich glaube, ein neuer Surrealismus ist angebrochen. Demnächst hier vielleicht mehr (fancy) Theorie dazu.

[ad#ad2]

Ostern da!

Heute nachmittag war für mich unerwartet bereits Ostern. Wollte Eier kaufen und musste im Supermarkt ziemlich lange danach suchen.

[ad#ad2]

Charts Music @Focus

In der morgigen Print-Ausgabe des Focus (“Der schärfste Konkurrent der Titanic” (Titanic)) kommt ein Artikel zu Charts Music.

I hate Mozart

Auf YouTube gibt’s Material aus der Oper “I hate Mozart” von Bernhard Lang.

Das beneidenswerte ist hier, dass er schafft den traditionellen Belcanto-Gesang ohne jede Peinlichkeit zu verwenden.

Lang wird gehasst und verehrt. Ich gehöre zu letzteren mit der Meinung, dass er einer der besten Komponisten der Gegenwart ist. Nur seine Impro-Geschichten könnte er bleiben lassen, hört sich immer gleich (und zwar gleich schlecht) an; sowieso ist Impro out.