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Robotik und Neue Musik 7/17

Humanoide Regungen interessieren mich in der Robotik nicht. Ich ersetze keinen menschlichen Trommel- oder Cellospieler. Der Humanoide verweist nur immer zurück auf den Menschen, auf das Gesicht, auf uns. Ich suche nicht das Spiegelbild, es geht mir um die Konfrontation mit dem Nichtmenschlichen, der gesichtslosen Kraft. Meine kinetisch-robotischen Skulpturen sind etwas Eigenes, buchstäblich Spezifisches: eine eigene Spezies.
Darum verwende ich Klangerzeuger, die man in dieser Form oder in dieser Menge als Mensch gar nicht bedienen kann, beispielsweise siebzig Donnerbleche. Und wo es einmal gewöhnliche Instrumente sind wie die Trommel, lasse ich sie ganz anders spielen, als der Mensch es je vermöchte, etwa mit zweiunddreißig Schlägeln pro Fell.
Ich will die Konfrontation mit Nicht-menschlichem, mit Kräften. Darum auch weniger die Heimeligkeit des Narrativen – mich reizen Bewegungen der unbelebten Natur und der belebten, der Physik und der Biologie; Schwerkraft, als Pendel, Wetter; Wellen, wie im Schall, im Wasser; Stöße wie in der Tektonik; Fortbewegung, nicht jedoch im Rad, sondern mit vielen Beinen und Gliedern, Flossen, Flügeln; Akte der Orientierung, das Atmen von Lungen und Kiemen, Stoffwechsel. Der dabei angeschlagene Klang ist deren Stimme.

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