Das Rad, die Drehung um eine Achse, kommt in der Biologie nicht vor. (Die einzige Ausnahme, die Rotierung der Bakteriengeißel, ist molekular und für das Auge nicht vorhanden.) Die vitale Natur rotiert sich nicht, sie würde sich die eigenen Leitungen abdrehen, sie schwingt, sie pulsiert, sie pflanzt sich fort, sie kriecht, sie wogt, sie wächst. Und sie hat ihre Unerbittlichkeit, ihre instinktive Intelligenz, evolutionäre Logik, ihre komplizierte Interdependenz. Und damit: diese sagenhafte Leistung, der sich das Facettenauge und die Echoortung, der Wanderfalkenstoß und das Pulsieren der Qualle verdanken. Nicht Gott, sondern der Algorithmus der Evolution haben die Welt geschaffen, wie keine Fantasie sie sich hätte ausmalen können.
Hingegen die Rotation der Planeten und der Tornados, die Zyklik von Naturkreisläufen ist von anderer Art als die industrielle; diese – ästhetische – Differenz wird Thema einer diesbezüglichen Kunstform sein.
