Der Loop auf Tinguelys Gleis hat zwar Bewegung, verharrt aber im Grunde darin, er ist quasi statisch und steht dem gewohnt fixierten Exponat ganz nahe – ein etwas unscharfes Gemälde, ein Perpetuum immobile. Man verpasst nichts, wenn man nach einer Minute weitergeht. Es ist zyklische, umkehrbare Zeit. Man kann an jeder Stelle ins Karussell einsteigen und an jeder Stelle wieder gehen, es gibt kein Vorher und kein Nachher, das verbindlich wäre.
Die Robotik dagegen erlaubt die andere Zeit, unumkehrbare, die der Gerichtetheit: dramatische Zeit, tragische, auch chaotische, ja komische. Bewegungsabläufe, die prozessieren, einander kontrastieren, die durch Formabschnitte in Verhältnisse zueinander treten, Bedeutungen ausbilden können wie: Konsequenz, Wachsen und Schwinden, ein Aufschub, und dann der Paukenschlag – das lässt sich nicht mehr nach einer Minute verlassen, ohne dass man etwas verpasste. Die Gesamtzeit ist viel länger, wenn nicht unendlich.
