Im Exhibitionskontext hatte es für den Pfeilverlauf bisher nur einen einzigen Ausreißer: das Video, das seine eigene Dramaturgie diktiert und beim Gang durch die Räume kleine Kinos aufzwingt, dunkle Kammern mit Bänken, in denen die Ausstellung temporär zur Vorführung wird — und allenfalls, als zweiten, noch weniger entwickelten Fall, die Performance im Galerieraum, welche bis heute ein Fremdkörper geblieben ist.
Jetzt tritt die robotische Skulptur hinzu, gleichsam ein Animationsfilm in drei Dimensionen, ein Zeitgebilde. Und damit stellt sich die Frage: Wäre dafür nicht die Bühne besser geeignet — so wie für den Film doch eigentlich das Kino? Die organisierte Zeit will den fixierten Platz, den gemeinsamen Anfang, die gebündelte Aufmerksamkeit aller, wir fangen zusammen an und enden zusammen; sie will den Vertrag, den das Konzert und das Theater mit ihrem Publikum schließen. Die Ausstellung dagegen gewährt die Freiheit des Gehens und Verweilens nach eigenem Maß. So verstand sich ja auch per definitionem die Klangkunst, dass sie die Klänge statt in der Zeit im Raum verteile. Ich bilde, ja bewirtschafte jetzt die Gegentendenz: eine temporaliserte Skulptur.
