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Kategorie Technologik

Klaviermusik von Beethoven, taktweise komprimiert

Habe gestern rumexperimentiert:

Von einem Klavierstück Ludwig van Beethovens wird jeder Takt zu einem (1) Akkord zusammengefasst, der sämtliche Töne dieses Takts enthält. Die Akkorde werden schnell hintereinander gespielt (oder bei langsamen Sätzen langsamer).

Hier der dritte Satz der Klaviersonate C-Dur Op.53 „Waldsteinsonate“, taktweise komprimiert. Es spielt Konrad Zuse:

Und hier noch ein Klavierstück von Beethoven, ein sehr bekanntes, ihr dürft raten:

Der/die LiebhaberIn des Beethoven-Schredderns kann sich hier noch den dritten Satz der Appassionata anhören, und die ganz unersättlichen mögen sich bei mir melden, hab noch die Mondscheinsonate, die kleine und die große Pathétique. Verdankt sich natürlich der Tatsache, dass man die Sonaten als Midi-Files im Netz findet.

Update: Auf Nachfrage hier noch die Mondscheinsonate und die Sonate Op.10,1.

Ich sehe erst jetzt beim Blogeintrag-Schreiben, dass das akustisch fast dieselbe Idee ist wie gestern auf Kulturtechno der Pixelhimmel.

Früher auf Kulturtechno: Beethovens “Pathétique” nach Lautstärke sortiert

Google Earth Fundstücke bzw. Suchstücke

Eine der größten ästhetischen Sensationen der letzten 10 Jahre kam nicht von der Kunst, sondern von der Technik: Google Earth. Tatsächlich konnte die Menschheit bei dem Komplettanblick unserer Erde glatt noch mal ein Gefühl haben wie zuletzt 1861:

Heute können wir für einen lächerlich geringen Betrag nicht nur mit jedem berühmten Ort der Welt vertraut werden, sondern auch mit fast jedem bekannten Menschen Europas. Die Allgegenwart des Fotografen ist etwas Großartiges. Wir alle haben die Alpen gesehen und kennen Chamonix und das Mer de Glace in- und auswendig, auch wenn wir uns nie den Schrecken des Ärmelkanals ausgesetzt haben … Wir haben die Anden überquert, den Teneriffa-Vulkan bestiegen, japanischen Boden betreten, die Niagarafälle und die Thousand Islands »absolviert«, uns am Kampf mit unseres-gleichen ergötzt (vor Schaufenstern), dem Rat der Mächtigen beigewohnt, Könige, Kaiser und Königinnen, Primadonnen, Lieblinge des Balletts und »beliebte Mimen« kennengelernt. Wir haben Gespenster gesehen, ohne zu erschauern; wir sind vor Fürstlichkeiten gestanden, ohne den Hut zu ziehen. Kurzum – wir haben dank einer Drei-Zoll-Linse jeden Pomp und jede Eitelkeit dieser verrückten, aber schönen Welt gesehen.

(Kolumnist von Once a Week, London; 1.6.1861, zitiert nach Susan Sontag: Über Fotografie)

Die Sammlung Where in the World? bringt besonders bizarre, kuriose, umwerfende Aufnahmen zusammen und lässt noch raten, wo in der Welt diese Aufnahme entstanden sein könnte. Das oben ist beackertes Land im US-Bundesstaat Washington, das unten sind Dünen im Lencois Maranhenses Nationalpark, Brasilien.

Daran tritt ein wesentlicher Aspekt von Fotografie deutlich hervor: Man muss wissen, dass das ein Foto ist. Als surreales Gemälde könnte es kaum Geltung bekommen.

(via the Atlantic)

Musik mit Live-Elektronik, 1845

…zumindest elektrisch synchronisierte.

Ein im Folgejahr aufgeführtes Monsterkonzert wurde von Berlioz und seinen Assistenten nur mittels eines eigens hergestellten „fünfteiligen elektrischen Metronoms“ bewältigt, „[das] durch den Druck eines Fingers meiner linken Hand, während ich mit der Rechten den Taktstock frei bewegte, […] den Takt nach fünf verschiedenen und sehr weit voneinander entfernten Punkten des weiten Raums [leitete.] Fünf Unterdirigenten empfingen mein Tempo durch die elektrischen Drähte und teilten es alsbald den Gruppen mit, deren Leitung in ihren Händen lag.

Aus: Katrin Bicher, Res Severa Verum Gaudium? Kleiner kulturgeschichtlicher Exkurs zum Konzertverhalten. In: relax. Programmheft zu den Rainy Days 2008, herausgegeben von Bernhard Günther.

Früher auf Kulturtechno: Goethe über Elektronische Musik

Musik, mit dem Gesicht gespielt

Mit FaceOSC kommt jetzt eine Software, mit der dank Kinect das Gesicht gescannt wird und diese Daten sich für etwaige Klangsteuerung abgreifen lassen. Trotz dem Scan-Netz hab ich mir doch gleich gedacht, dass das im oberen Video Kostia ist!

(via engadget germany und create digital music)

Ich denke ein geeigneter Anwender dieser Technologie wäre Jaap Blonk.

Früher auf Kulturtechno: Elektronisches Muskelballett

Gitarrensaiten mit erkennbaren Schwingungsformen

Ein sehr faszinierendes Video, passend zu den diese Woche bereits geposteten Videos von hängenden Becken in slow-motion. Allerdings kommt der Effekt durch rolling shutter-Technik zustande und ist darum nicht unbedingt ein physikalisch korrektes Bild der Saitenschwingungen.

I just happened upon this trick when testing what it was like filming from inside my guitar. *Note this effect is due to the rolling shutter, which is non-representative of how strings actually vibrate.

Tips:
• You must have the strings brightly backlit to get the camera to capture at such a high frame rate (pure conjecture). You can see how the effect fades when the buildings come into view.
• Use a pencil
*This was used with the front facing camera, try the back camera, it may capture better!

There is a heated discussion with *real science* over at reddit
http://www.reddit.com/r/reddit.com/comments/in2rc/guitar_string_oscillations_…

(via kottke)

Instrumente in Slow Motion – heute: das Becken

Auf YouTube finden sich einige faszinierende Slow-Motion-Aufnahmen von Becken, die weicher sind als man denkt.

(via publique)

Früher auf Kulturtechno: Schwingungsstadien von Kontrabasssaiten

Tageslink: Zwei Artikel über Kinect

Bach, mit Beethoven gespielt

Ein schönes, wahrscheinlich sehr aufwändiges Beispiel der konkatenativen Klangsynthese: Ein Stück von Johann Sebastian Bach (Sarabande aus der Orchestersuite h-moll), zusammengesetzt aus lauter Schipseln einer Aufnahme der 5. Symphonie von Ludwig van Beethoven.

http://www.cs.cmu.edu/~music/sound/bach-beeth.mp3

(Von der Website der Carnegie Mellon School of Computer Science)

(Danke für den Tipp, Miha!)

Früher auf Kulturtechno:
Klavierstücke von Schönberg, von Katzen auf Youtube gespielt
Beethovens “Pathétique” nach Lautstärke sortiert

Und hier noch Cecilia Bartolis 3-Oktaven-Skala (danke, Sergej!)

Extended Vibraphone

Langsam wird’s ernst mit neuen Instrumenten dank Kinect-Hacks. Ein Vibraphon und oben drüber ein Kontrollfeld zur live-elektronischen Manipulation der eben gespielten Vibraphon-Klänge.

(via Synthopia)

Hier noch ’n Link zu einer Hubschraubersteuerung via Kinect. Mittlerweile spricht man schon vom „Controllerism“, der freilich auch manchen Quatsch hervorbringt, wie etwa alberne Hüte als MIDI-Kontoller.

Goethe über elektronische Musik

Es ist wunderlich, wohin die aufs Höchste gesteigerte Technik und Mechanik die neuesten Komponisten führt; ihre Arbeiten bleiben keine Musik mehr, sie gehen über das Niveau der menschlichen Empfindungen hinaus, und man kann solchen Sachen aus eigenem Geist und Herzen nichts mehr unterlegen… Mir bleibt alles in den Ohren hängen.

(Gespräche mit Eckermann, 14.1.1827)

Tatsächlich meinte Goethe das Klavierquartett Nr.4 h-moll, Op.3 von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Goethe gewidmet.