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Eigenlinks

Ein paar Meldungen in eigener Sache-


Am 10. Juli war ich bei der Wikimedia eingeladen zum Thema Urheberrecht – also im Haus, in dem die deutsche Wikipedia zu Hause ist! – hier ein Link zur Veranstaltung, hier gibt’s Fotos, hier der Videomitschnitt.

 


Der australische Radiosender ABC hat eine Sendung über den „Stutterances“-Abend beim Liquid Architecture-Festival in Melbourne gemacht, hier die Website der Sendung, hier die Sendung (ab 27’47“ wird Kreidler besprochen).

Dem Radiosender AZZZFM habe ich in Melbourne ein Interview gegeben, hier die Website, hier der Podcast.

Die Pianistin Rei Nakamura tourt im November mit einem Programm, das auch meine Study enthält, hier ein Ankündigungsvideo ihrer Tour.

Das Chicagoer Studentenensemble Mocrep hat mein Stück „Der ‚Weg der Verzweiflung‘ (Hegel) ist der chromatische“ vergangenen Juni aufgeführt, hier ein Video der Aufführung.

Dan Tramte hat sein Rotations-Diskontinuitätskonzept (Kulturtechno früher) als Hommage an „Audioguide“ in eine 7-Stunden-Version gebracht / gebracht.

In der Schweizer Musikzeitung Nr. 7/8/2014 steht ein Artikel über meine Aktion „product placements„.

 


Martin „Hufi“ Hufner hat ein Darmstadt-Kreidler-Photobomb-Meme gemacht. Böse Zungen meinen, das käme der gefühlten Wahrheit über Darmstadt ziemlich nahe.

Die Darmstädter Frühjahrstagung für Neue Musik 2015 wird „Überblendungen. Neue Musik und Film“ zum Thema haben, ich werde dabei sein, hier der Flyer.

In der aktuellen „Titanic“ ist ein Fachmann-Beitrag von mir abgedruckt.

Kreidler @SWR2

Heute Nacht ab 2.03h sendet SWR2 die „Nacht der Ars Acoustica“, u.a. mit Musik von mir.

02.03 Uhr Die SWR2 Nacht der Ars Acustica
Ars acustica als Neue Musik
Moderation: Bernd Künzig

Mit Werken von Pierre Jodlowski, Dieter Schnebel, Johannes Kreidler, Stefan Prins, Simon Steen-Andersen, The Residents, Pink Floyd, Jean-Luc Godard

Livestrom:
http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/webRadioOrWebTV=true/sdpgid=994062/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/1scvxmw/index.html

22 music pieces for video

Dieses Jahr standen die Donaueschinger Musiktage unter dem Motto „und+“, womit Komponisten gemeint waren, die auch in anderen Medien künstlerisch tätig sind. Ich hatte den Auftrag, eine neue Videoarbeit für die Ausstellung zu machen. Here it is.

 

Aus dem Katalog:

Johannes Kreidler gilt als einer der Hauptvertreter einer Richtung, die als „Neuer Konzeptualismus“ bezeichnet wird. Diese programmatische Ankündigung ist nur auf den ersten Blick aufwühlend, denn die Konzeptkunst hat bereits seit den 1960er Jahren ausprobiert, wie es möglich ist, mit Musik Kunst im Sinne des Kontextes zu machen. Hinter der Geschichte der Konzeptkunst steckt die Idee der Institutionenkritik, wie sie frühestens mit Marcel Duchamps berühmter skulpturaler Geste eines ausgestellten Urinals, dervon ihm so benannten Fontaine, ihren Ausgang nimmt. Etwas vom Geist dieser Institutionenkritik scheint gleich am Anfangvon Johannes Kreidlers Videoarbeit 22 music pieces for video durch. Auf einem sechzehnfach geteilten Monitor begeht der Komponist in sechzehn unterschiedlichen Handlungen Selbstmord. An späterer Stelle tauchen andere Formen des kompositorischen Selbstmordes auf. Das Komponieren also am Ende? – Zumindest in seiner konventionellen Form als niedergelegte Schrift in Form einer umzusetzenden Partitur. So jedenfalls könnte man eine dieser Grundideen der Videoarbeit verstehen. Es handelt sich aber auch um eine der Grundfragen eines Bildes von einer Komposition, denn in Form einer Partiturschrift kann Musik auch ein Bild sein.
[…]
Diese das Video durchziehende Sprachskepsis hat ihren Vorläufer in der konkreten Poesie, die Kreidler in der durchgängigen Verfahrensweise seines Videos zitiert. Zu sehen ist das berühmte „Apfel-Gedicht“ von Reinhard Döhl. In ungefährer Kreisform angeordnet, formt das wiederholte „Apfel“-Zeichen das Bild eines Apfels, in dessen rechter Ecke der Wurm als „Wurm“ steckt. So wie in Döhls wunderbarem Gedicht Schrift, Sprache, Lesen und Sprechen in einem Augen-Blick auseinander dividiert werden, lässt auch Johannes Kreidler Bild und Klang auseinander fallen, um dennoch ein funktionierendes Ganzes zu bilden. Der Komponist also doch nicht am Ende? In der Tat handelt es sich nicht um 22 Stücke für Musik, sondern – so der korrekte Titel der Videoarbeit – um 22 Musikstücke für Video. Das heißt, die Videotechnik mit ihren Schnittfunktionen, ihren Möglichkeiten der Synchronisation von Ton und Bild und die Multiplikation des Bildes in zahllose Bildfelder sind die neuen Kompositionstechniken, die in derTat nichts mehrzu tun haben mit dem traditionellen, arbiträren Zusammenhang von Schrift und Klang. Insofern überlebt der Komponist doch am Ende und die bildliche Behauptung seines Selbstmordes am Beginn ist eben nur eine Behauptung. Da sie aber schon penetrant sechzehnmal behauptet wird, muss sie auch nicht wahr sein. Und so manch böser Scherz wird um die ewige Wahrheit der Musikgeschichte getrieben: Drei mit „This is old“ beschriebene CD-ROMs werden in ein akustisches Lesegerät geschoben. Zu hören ist dann Beethovens Für Elise. Und die vom Kreidler’schen Scanner gelesene Stille John Cages kann sehr beredt sein.

Bernd Künzig

Die Stuttgarter Zeitung schreibt:

Auch der Komponist Johannes Kreidler bewegt sich in seiner unter Aspekten der musikalischen Form und Technik geschnittenen Video-Installation „22 Stücke für Musik“ intelligent zwischen Klang und Bild – wobei er nicht nur bei seiner multiplen Selbsttötung auf einem sechzehnfach geteilten Bildschirm mit bizarrer Selbstironie den Zusammenhang zwischen Zeichen und Bezeichnetem infrage stellt.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.donaueschinger-musiktage-ich-glaub-mein-schwein-pfeift.e62cbcf3-ab00-44fa-8135-e88c52334fb3.html

Portraitsendung online

Das auf Deutschlandfunk vergangenen Samstag gesendete Portrait über mich von Gisela Nauck hat jemand mitgeschnitten und hochgeladen.

Emoticons – Performing Techniques

Helmut Lachenmann’s Gran Torso explanations, signs replaced by emoticons.
Perform iPhone chats (with string quartet).

 

Score example:

Portraitsendung @Deutschlandfunk

Heute abend um 22.05h strahlt der Deutschlandfunk eine neue Portraitsendung über mich aus, Autorin ist Gisela Nauck.

11.10.2014, 22:05 Uhr
Neues in der Musik von Johannes Kreidler Polymediales Komponieren

Von Gisela Nauck

Livestrom:
http://srv.deutschlandradio.de/themes/dradio/script/aod/index.html?audioMode=2&audioID=4

Johannes Kreidler, Jahrgang 1980, gehört zu jener Komponistengeneration, die in die technologische Revolution per Digitalisierung mitten hineingewachsen ist. Als Student von Mathias Spahlinger und Orm Finnendahl in Freiburg hat er sich das notwendige Rüstzeug angeeignet, darauf kompositorisch zu reagieren.

Kritisches Denken und den Umgang mit elektronischen und digitalen Medien führte zu Um- und Neuorientierungen in Kreidlers Musik. Wichtig wurde für ihn dabei die gleichwertige Verfügbarkeit sowohl akustischer, musikalischer als auch visueller Materialien aller Art als Datenfile. Autorin Gisela Nauck erörtert in ihrer Sendung die Konsequenzen für sein Komponieren: Was verbirgt sich hinter der kompositorischen Strategie einer ‚Musik über Musik‘? Was versteht man unter ‚Neuem Konzeptualismus‘? Warum ist es Kreidler wichtig, eher vom Sound als vom Klang seiner Musik zu sprechen? Und warum ist das Internet möglicherweise künftig der geeignete Präsentationsraum für derartige neue Musik?


http://www.deutschlandfunk.de/neues-in-der-musik-von-johannes-kreidler-polymediales.1990.de.html?dram:article_id=298898

Diedrich Diederichsen über Konzeptuelle Musik

Die aktuelle Ausgabe der „Pop-Zeitschrift“ enthält einen Text von Diedrich Diederichsen über „Konzeptuelle Musik, konzeptuelle Popmusik“, in dem ich die Ehre habe, erwähnt zu werden.

Snip:

In letzter Zeit sind Entwicklungen in der Bildenden Kunst und der Musik wieder häufiger parallelisiert worden. Hilfreich war das gerade für Arbeiten wie die von Christian von Borries oder Johannes Kreidler, weil der Begriff und die Methoden der >Conceptual Art< und insbesondere der >Institutional Critique< es ermöglichten, den Umgang mit verschiedenen Ebenen der Kunstproduktion (Material im engeren Sinne; Bestimmung der Abspielorte, Produktionsbedingungen, Zugänge etc. durch den Künstler/Komponisten; Soziologie des Publikums und der Institution; Musikmarkt) von einer weiteren Abstraktionsstufe aus zu beschreiben und dies zu operationalisieren. Institutionelle Aspekte, Konzerthallenarchitektur, Habitus des Publikum und kompositorische Entscheidungen können so mit gleichem Recht als Material im weiteren Sinne begriffen werden, wenn man sich aus solcher Kunst Verfahren und Begriffe leiht, die geeignet sind, den Komponisten und/oder den Dirigenten aus den Fallen der institutionellen Arbeitsteilung und Genrefixierung, aber auch aus den Beschränkungen der Arbeit auf das unmittelbar klangliche und sensuelle Material zu lösen - Beschränkungen, aus denen sich Bildende Kunst schon lange befreien konnte.

Der Text ist eine erweiterte Fassung dieses Textes von 2008.

Mit Dank an Lilli, meine Liebste Leo und an Stefan!

Kleine Weltreise – Tagebuch #32

Berlin
Welt-All-Tag
Einen Countertenor immer nur tief singen lassen.

Egal ob Island, Australien oder Argentinien: Die Künstler sind links. Und überall wird Rauchen wirksam bekämpft, in Australien am heftigsten, eine Packung Zigaretten kostet über 20Euro. Vergangenheitsaufarbeitung: In Australien wird der Aborigine-Genozid immer noch in der Schule verschwiegen, während Argentinien reinen Tisch mit der ehemaligen Militärdiktatur macht. Dennoch schaute ein Argentinier im Gespräch etwas verächtlich auf Bolivien, weil dort Nazis wie Klaus Barbie unterkamen. Nunja, Eichmann und Mengele waren in Argentinien. In Bolivien gibt es Menschen, die „Kreidler“ heißen – diese Verwandte sind aber schon 1908 hierhergekommen.
Island wie Argentinien hatten in diesem jungen Jahrhundert bereits einen Staatsbankrott. Und beide vor nicht so langem einen Krieg mit England – Argentinien den Falklandkrieg, Island den Kabeljaukrieg, mit zwei Toten (Isländern). + +
Sowohl in Australien wie in Argentinien hatte es erst den Anschein, als ob ich locker mit dem Jetlag zurechtkäme, erst ab dem dritten Tag ging biorhythmisch alles drunter & drüber. War halt doch etwas faul im Staate. Modulation zum falschen Zeitpunkt.

Sehr schön sind in Buenos Aires die Restaurants, in großen, weiten Räumen mit viel Licht und großen Fenstern.

Leider hat’s die letzten Tage so geregnet, dass nicht viel mehr an Visite möglich war.

Dachte, die ewiglangen Flüge würden eine Tortur werden, aber das ging ziemlich easy, dank guter Vorbereitung. Für so was immer Fensterplätze reservieren.
Und zu guter Letzt am Flughafen von Buenos Aires: Kein Laptopauspacken, kein Gürtelabschnallen, eine viertelsherzige Leibesvisitation; ich hätte da eine Schusswaffe oder mehrere Messer durchgekriegt.

So, genug exhibitioniert. Das nächste Reisetagebuch wird dann ein reines Sextagebuch.

Kleine Weltreise – Tagebuch #31

Gewaltsästhetische Hände

Es sind insgesamt 73 Stunden in der Luft bei dieser Reise. Ökologischer Fußabdruck: knietief. „Flying kills poor people“ hat im Juli in Berlin ein Aktivist bei einer Podiumsdiskussion des Theaterfestivals Foreign Affairs mit sichtlichem Vergnügen an der moralischen Überlegenheit postuliert. Das hat gesessen. Er lebt in einer Kommune in Frankreich, Kunst besteht für ihn weniger im Bemalen von Leinwänden als im gemeinschaftlichen Kartoffelanbauen. Wie er stattdessen reist, hat er nicht gesagt. Ein Mac stand trotzdem vor ihm auf dem Tisch.
Vorschlag: Im Flugzeug auf den Displays Aufklärungsfilme über Praktiken der Erdölkonzerne in Nigeria zeigen, oder gleich eine Live-cam von den Pipelines, die immer wieder mal explodieren beim Versuch der Einheimischen, etwas von „ihrem“ Öl abzuzapfen. Da sterben dann oft über 100 Menschen. Flugzeuge töten arme Menschen.

So ist es: Unsere Kultur, unser Lebensstandard, gründet auf Gewalt.

Ich hör jetzt noch aus dem Spätwerk von Carl Orff.

Google-Fotos aus dem Sündenpfuhl:

Kleine Weltreise – Tagebuch #30

„Wenn ein Ereignis eintreffen soll, so muß es, jenseits jeder Herrschaft, auf eine Passivität treffen. Es muß auf eine exponierte Verletzlichkeit stoßen.“ (Derrida)

 

Short Cuts

Ein Klang, den man sich nicht merken kann. Statisch und trotzdem total flüchtig.
>das geht wirklich, hab ich mal gehört (auch aufgezeichnet) in einem Internetradio, ein elektronisches Gemisch, halb öde, auch deshalb nicht zu merken. Ein permanentes Diminuendo, ohne zu verklingen.

Inkommensurabilität, Inkomparabilität. Nahezu nichts auf der Welt ist vergleichbar, die wenigsten Sachen lassen sich in Zahlen messen. Das wird allerdings vom Geld so krass verschleiert, dass man auch die nicht oder noch-nicht mit einem monetären Preis taxierten Dinge ebenfalls meint, vergleichen zu können. Am allerübelsten ist dann die Devise „Was keinen Preis hat, hat keinen Wert“.

In Australien eine Flasche Wein klauen: to liberate a bottle of wine.
– She didn’t clear the map of Tasmania –

Tagebuch führen = sich an die Gegenwart erinnern.

Es gibt das MALBA, das MAMBA und das MACBA: das Museo de Arte Latinamericano de Buenos Aires, das Museo de Arte Moderno de Buenos Aires und das Museo de Arte Contemporáneo de Buenos Aires. Im MAMBA eine tolle Ausstellung des ortsansässigen Konzeptualisten Fabio Kacero. Lässt Kinder eine Ausgabe der Phänomenologie des Geistes vollmalen, macht ein Buch aus lauter gesammelten Widmungen in Büchern, oder eine Liste tausender erfundener Wörter (bei denen interessanterweise aber fast keines dabei war, das wie ein fiktives deutsches Wort aussah).

Eine subtil-komponierte Audio-Collage aus lauter Tagesschau-Stellen, in denen das Wort „Instrument“ als politische Metapher verwendet wird.
Evaluation – Ein Instrument zur Qualitätssicherung in der Gesundheitsförderung.
Six Sigma – ein Instrument zur Qualitätssteigerung
Work-Life-Balance: Ein Instrument zur Mitarbeiterbindung
50 Jahre entwicklungspolitische Länderprüfungen (Peer Reviews) der OECD: ein Instrument der Qualitätssicherung und des gemeinsamen Lernens.
Rüstungsboard – ein Instrument der Transparenz.
Unirankings – ein Instrument der Hochschulwahl?
Selbstbestimmung – Ein Instrument der Spaltung
Mikro-versicherungen sind daher ein Instrument der sozialen Sicherung
Eugenik – Ein Instrument der herrschenden Klasse
Sprache als ein Instrument der Macht. Strategien der arabischen politischen Rhetorik
Sex als Machtinstrument – wenn die Kommunikation nicht mehr stimmt.
Provozierter „Konfessionskrieg“ als Machtinstrument.
Giorgio Agamben im Gespräch Die endlose Krise ist ein Machtinstrument.
Zeitungspresse als NS-Machtinstrument
„Angst und Schweigen als Machtinstrument – Was können wir aus der Vergangenheit lernen?

Sämtliche möglichen Akkordgriffe innerhalb eines Gitarrenbundes.

Jede Feldaufnahme ist eine Schlachtfeldaufnahme.

Sämtliche Werktitel der aufgeführten Stücke in Donaueschingen 1921-2014 auf Melodien von Soldatenliedern singen.

Noch mal zur Weltsprache: Nicht Englisch, sondern Technik wird zur Weltsprache (Jünger). Auf Smartphones wischen sie alle rum. Dazu gehört dann auch, dass hier in Buenos Aires in der Kneipe Warsteiner gezapft wird. Die Einheimischen trinken es, also hab ich’s auch. Was soll’s, Praktikabilität ist auch ein Argument, Prioritäten. Minimalismus, Simplify your Life – Google, Apple, McDonald’s.

Professohr an der Musikhorchschule.

Die Notre-Dame-Schule hat deratige Ohrwürmer komponiert, ich hab einen Perotinnitus.

Kugelschreier.

Die Treffer Nr. 46-52 (die Jahre Evitas als First Lady) bei der Bildersuche mit dem Begriff „Buenos Aires“: