In der aktuellen Österreichischen Musikzeitschrift (ÖMZ), die als Thema Polemik hat, steht mein Text hierzu – „Wer schreit, hat Recht. Über Polemik“
Snip:
So braucht es beim Verfolgen eines Diskurses bisweilen eben diesen kleinen Übersetzungsratgeber:
Wer ein hanebüchenes Argument vorlegt, wer mit Rhetorik um sich wirft, wer performative Widersprüche produziert, überzogene Vergleiche anbringt, wer moralisiert oder gar lügenhaft unterstellt, sagt eigentlich: Ich bin eifersüchtig, das da bedroht meine Gewissheiten, meine Reputation, meine materielle Existenz. Zugleich verrät es aber auch: Hier geht es um etwas.
[…]
Ein Thema ist erst dann installiert, wenn es durch Polemik, Angriff und Gegenangriff, von strenger Wissenschaft bis zur Verhohnepiepelung gegangen ist. Eine gehaltvolle Ästhetik, eine gute Theorie bemisst sich auch daran, wie gut mit ihr und gegen sie Witze gemacht werden können.
Unlängst aufgeführte Versionen meiner „Stil„-Reihe, von Ensemble dal Niente und Electronic ID. In beiden Fällen ist das Ende leider nicht dokumentarisch zu fassen, da über eine längere Zeit sehr tiefe Sinustöne die spezifischen Raumfrequenzen des Aufführungsortes anregen.
Die szenischen Aktionen von 1i wurde vom Ensemble dal Niente als Interpretation gewählt, sie sind in meiner Partitur nicht vorgesehen.
Kommentare deaktiviert für Stil 1i & 1j| Kategorie: ID
Y con los compositores jóvenes no hay mucho que rascar, no hay revolucionarios; hay una especie de nuevo conceptualismo atascado. El líder de estos chicos en Alemania, el señor Johannes Kreidler, ha tenido un concierto recientemente en Stuttgart, por el que ha sido muy bien pagado, y aquello era más bien una performance, ya que se trataba del Boléro de Ravel, pero sin melodía; él decidió eliminar la melodía y dejar sólo el ritmo; y, según él, componerlo le llevó cinco minutos, pero pensarlo le llevó cinco años; y se llevó sus 10.000 euros por esto; es como si se le da por tocar una pieza de Ferneyhough sin realizar ningún ensayo, es un tema conceptual de este tipo.
Googleübersetzung:
And with young composers not much to scratch, no revolutionary; It is a new kind of stuck conceptualism. The leader of these kids in Germany, Mr. Johannes Kreidler, has had a concert recently in Stuttgart, for which he has been well paid, and that was rather a performance, since it was the Boléro de Ravel, but tuneless ; he decided to eliminate the melody and leave only the rhythm; and according to him, to compose it took five minutes, but it took him five years to think; 10,000 euros and was carried by this; it is as if it is given by touching a piece of Ferneyhough without any trial, is a conceptual issue of this kind.
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In Warschau habe ich im November bei dem Festival „REWOLUCJA CYFROWA MUZYKI | WYKŁAD“ eine Präsentation meiner Arbeit gemacht, hier das Video:
Im Rahmen des Transmediale-Festivals in Berlin findet die Ausstellung Seismographic Sounds statt, gestaltet von Thomas Burkhalter, Theresa Beyer und Hannes Liechti, bei der ich Teil der „Interview-Installation“ bin. (30.1.-20.3.)
[Früher auf Kulturtechno: Kreidlerstatements zu “Musik & Protest”]
Dazu ist auch ein Buch erschienen mit vielen interessanten Beiträgen, und einem Interview mit mir.
Michael Rebhahn etwa hat einen Text zum Neuen Konzeptualismus beigesteuert:
Unter dem Label „Neue Konzeptualisten“ konfrontiert eine junge Komponistengeneration die Neue Musik mit Realitäten von Multimedialität und globaler Vernetzung. Damit stellt sie die erstarrten Spielregeln der Kunstmusik in Frage und rüttelt gehörig am Werk- und Kunstbegriff. Der „conceptual turn“ in der Neuen Musik?
Nach geschätzten 4 Jahren habe ich endlich mal wieder die Liste von geschätzten Blogs (aka „Blogroll“) auf einen aktuellen Stand gebracht. Die Liste beschränkt sich auf BLOGS, also Websiten/ContentManagementsysteme von Einzelpersonen, die in regelmäßigen Abständen was veröffentlichen und nicht nur in ganz eigener Sache. Ich halte es für wichtig, dieses Format neben kommerziellen journalistischen Angeboten und dem eingezäunten Facebookland hochzuhalten.
Also, rechts unten die Liste, thematisch bewegt sich das in etwa von Feminismus über Gif-Schleudern und NeueMusikSpezialNerdblogs bis zu Swingerclubanekdoten.
(Entsprechend habe ich einige Links rausgeworfen, entweder weil’s mich nicht mehr so interessiert oder weil es nicht den oben genannten Kriterien entspricht – letzteres bedeutet nicht, dass ich die dahinterstehenden Personen nicht schätzen würde.)