Von einer Tagung zum Thema „Klang und Semantik“ in Dresden im Jahr 2013 ist nun der Tagungsband erschienen – das Thema steht für mich ziemlich zentral in meiner Arbeit.
Jörn Peter Hiekel / Wolfgang Mende (Hg.)
Klang und Semantik in der Musik des 20. und 21. JahrhundertsDer »Klang«-Begriff hat im neueren Kunstmusikdiskurs eine kategoriale Aufwertung erfahren. Der Aspekt der Bedeutung ist dabei vielfach aus dem Blickfeld geraten. Doch wie viele semantische Spuren sind im Klang klassisch-moderner und Neuer Musik tatsächlich haften geblieben? Welche neuartigen Weltbezüge von Klang können jüngere Konzeptästhetiken herstellen? Und was eröffnet ihre analytische Freilegung?
In dem Band stehen viele fundierte Texte; das Thema ist ergiebig und war bislang ein Desiderat der aktuelleren Forschung. Im letzten Beitrag mit dem Titel >„Es geht nicht um den Klang an sich… als Fetisch“ Notizen zu Klang und Semantik in Konzeptmusik, Diesseitigkeit und Non-cochlear Sonic Art< beschäftigt sich Oliver Wiener mit den ästhetischen Debatten seit Beginn der 2010er Jahre. Snip aus der Einleitung:
Eine spezifische Herausforderung an die Theoretisierung des Verhältnisses von Klang und Semantik stellen jene ästhetischen Entwürfe dar, die in den letzten zehn Jahren von einer bestimmten Richtung der europäischen Komposition und einer konzeptuellen Spielart der amerikanischen Sonic Arts vorgelegt wurden. […] Die Bewegung in Deutschland lässt sich in zwei Gruppierungen fassen, die sich unter den produktionsästhetischen Schlagwörtem „Diesseitigkeit“ und „Konzeptmusik“ differenzieren.
Nachtrag: Hier eine Rezension in der SZ



