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Kategorie Kritik der reinen Vernunft

Elektrischer Reporter: Digitaler Aktivismus

Öffentlich-rechtlich und privat

Ein recht präziser Artikel zum 25. Gerburtstag des Privatfernsehens beim Tagesspiegel:

Auch nach 25 langen Jahren haben die Öffentlich-Rechtlichen keine Antwort auf die private Herausforderung gefunden. Ihre Lage ist schwierig, das stimmt. Werden sie zu populär, wirft man ihnen die Gebühren vor, die sie kassieren. Die Privaten leisten das Gleiche gratis! Werden sie zu elitär, wirft man ihnen ebenfalls die Gebühren vor. Jeder muss zahlen, aber ihr macht nur ein Programm für wenige!

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Fernsehen;art141,2699279

Wind der Zukunft

Im Tagesspiegel von heute ein lesens- und bedenkenswerter Text zur post-Finanzkrisenzeit, die ganz im Zeichen der ökologischen Frage stehen wird.

Am Schluss kommt der Autor auf die schöne Idee, dass die Kunst ja nicht immer nur widerspiegelt, sondern auch vorgeben kann:

Wie es in den Künsten nach allen Ab- straktionen und Fragmenten die Sehnsucht gibt nach der wieder fassbaren Figur (in der Malerei) und dem unzersplitterten Erzählen (in der Literatur, im Theater) und wie sich dort die strenge Scheidung von Hoch und Niedrig, E- und U-Kultur aufgelöst hat, so könnten sich Hightech und Lowtech, Global- und Lokalwirtschaft demnächst neu vereinen. Es wäre für Mensch und Natur vermutlich kein Rückschritt.

Mir ist diese Kunstauffassung zwar tendenziell zu konservativ, aber dass überhaupt die Kunst als Vorbild genommen wird, ist in diesen Medien viel zu selten zu lesen.

Offener Brief an den Bundeswolfgang

In der Zeitschrift “politik und kultur” 1/09 des Deutschen Kulturrats schreibt Theo Geissler von der Neuen Musikzeitung an Wolfgang Schäuble direkt und auf dem Duz-Fuß, was gesagt werden muss:

Was mir noch Sorgen macht, sind so ein paar kleine, besserwisserische Widerstandsnester, die unter dem Fähnlein angeblicher Kreativität unablässig Nadelstiche in die Substanz unserer konzentriert-konzertierten „Aktion Sicherheit“ anzubringen versuchen. Zum Beispiel dieser sogenannte selbsternannte Komponist Johannes Kreidler: Unter dem etwas ekelhaften Titel „Call Wolfgang (2008) – terrorist generated content“ hat dieser Rabauke eine Internet-Aktion installiert, in der Computer ständig miteinander via Voice-over-IP telefonieren und dauernd unsere 92.617 Key-Wörter zur Entdeckung terroristischen Umfeldes verwenden (siehe: http://www.kreidler-net.de/call.html… ). Das ist doch eine echte Sauerei. Wieviel analytische Kompetenz und angesichts all der zu kontrollierenden Datenmassen dringlichst benötigte Rechenleistung unserer Behörde wird so absorbiert und vergeudet.

http://www.nmz.de/online/wie-ich-fuer-meinen-inoffiziellen-chef-wolfgang-schaeuble-gern-offen-reportiere

Vorratsdatenspeicherung dient dem Schutz der Menschenwürde

Das meint tatsächlich der Passauer Rechtsprofessor und “Internetrechtler” Dirk Heckmann.
Ich danke für eine gänzlich unnötige weitere Bestätigung der Notwendigkeit meiner Call Wolfgang – Aktion.

Hier noch die besten Thesen-Vorschläge an Herrn Heckmann aus dem heise-Forum zu dem Thema, für die er mit seiner Faktenresistenz prädestiniert zu sein scheint:

Rauchen kann auch gesund sein
Einbuchten bringt Freiheit
Die Berliner Mauer war ein anti-imperialistischer Schutzwall
Todesstrafe schützt Leben
Für eine friedliche Nutzung der Atombombe
Sexuelle Aktivitäten schützt Jungfräulichkeit
Der Eingriff in die Privatsphäre dient zum Schutz der
Privatsphäre
Stalking dient dem Schutz der Frauen
Extreme Blödheit verhindert Job als Rechtsprofessor

Weg mit den Banken!

Sehr schöner Film, der aufzeigt, wie absurd das weltweite Geldsystem ist und dass ein Kollaps nur die Frage der Zeit ist. Wenn dann nur die richtigen Konsequenzen gezogen würden. Mein Geschichtslehrer pflegte zu sagen: Der Kapitalismus braucht eben hin und wieder einen Krieg, um wieder gesundzuschrumpfen. Das ist das Schlimme, nach dem Kollaps funktioniert das System wieder eine Weile – Oder die wie die Titanic schreibt: Der Kapitalismus hat mal wieder seine Tage.

Der Fall Andrej Holm

“Und plötzlich bist du Terrorist” heißt eine Sendung vom SWR2 über Andrej Holm, der wegen Terrorverdachts observiert und inhaftiert wurde und auf den ich mich in meiner kommenden Aktion “Call Wolfgang” beziehen werde.

Im Sommer letzten Jahres stürmt ein Spezial-Einsatz-Kommando die Wohnung des Soziologen Andrej Holm. Er sei der Kopf der linksextremistischen Organisation “militante gruppe”, in deren Namen in Berlin und Brandenburg Brandanschläge verübt wurden, lautet der Vorwurf. Über ein Jahr werden Holm, seine Lebensgefährtin und die zwei Kinder observiert. Obwohl die Indizien der Bundesanwaltschaft sich nicht erhärten lassen und selbst der Bundesgerichtshof die Vorwürfe als “bloße Vermutungen” bezeichnet, wird die Familie weiterhin beobachtet, werden Kameras installiert, folgen die Ermittler Holm täglich zur Arbeit mit einer Überwachungslogik, die scheinbar nicht mehr aufzuhalten ist.

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/leben/-/id=660174/nid=660174/did=4129070/1md6jz7/index.html

Mediathek:
http://mp3.swr.de/swr2/leben/2008/12-01/swr2leben20081201_ploetzlich_terrorist.6444m.mp3

via

Schäubles Freudscher

Telepolis: Das Ende des Goldenen Zeitalters

Der Telepolis-Artikel zeichnet ein scharfes Bild der Geschichte der Ökonomie des 20. Jahrhunderts, und kommt dann zur Gegenwart – Teil 2 steht allerdings noch aus. Trotzdem schon mal sehr empfehlenswert:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29184/1.html

Wird die Musikindustrie jetzt verstaatlicht?

Telepolis berichtet von einer amerikanischen Idee. Wenn der Staat in diesen Zeit eh den Instrustrien unter die Arme greift, dann kann er das doch auch der arg gebeutelten Musikindustrie bieten. Dass am Ende des Artikels bemerkt wird, dass es sich vielleicht um Satire handelt, liegt in der Tat nicht fern, vor allem wenn davon die Rede ist, dass dann gleich das Überangebot reguliert werden müsste, d.h. Produzenten müssten dafür bezahlt werden, dass sie nicht produzieren. Ey, welcher Schundkomponist dürfte da als erstes drankommen..? Aber wehe wenn mehr als Hartz-IV-Satz, und mit absolutem Arbeitsverbot.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29116/1.html