Skip to content

Auf der Suche nach dem Dümmsten: Der Film „Anders als du und ich“

Dieser Film, über den ich früher hier schon mal schrieb, steht jetzt vollständig auf YouTube, darum bringe ich es wieder, denn das ist ein, nunja, bemerkenswertes Dokument in der Geschichte der Elektronischen Musik.
Ein Film von 1958 von Altnazi Veit Harlan („Jud Süß“), der Homosexualität thematisiert. So ganz eindeutig ist die Message des Films nicht, zumal er noch für die Zensur nachträglich zurechtgeschnitten wurde, jedenfalls geht’s um einen Sprößling mit homoerotischen Neigungen, den die besorgten Eltern wieder auf den rechten Weg bringen wollen. Am Ende heiratet er dann das Hausmädchen, der gemeine schwule Dandy, der die Jungs verführt hat, kommt hinter Gitter, allerdings auch die Mutter, die den Sohn zurück-verkuppelt hat.

So weit, so trostlos wie das eben in den 1950ern hierzulande noch war. Richtig bescheuert wird’s aber, weil in dem Film Homosexualität und Elektronische Musik (und abstrakte Kunst) enggeführt werden, als ob es sich hier um zwei verwandte ‚Perversionen‘ handelt.

Hier der Ausschnitt, in dem das eingeführt wird:

Und hier der ganze Film:

Wer’s nicht ganz sehen will, möge zumindest die Parallelmontage ab 59’55“ und die dazu gespielte Musik beachten. Orchestermelodien gegen böse Elektronenmusik.

Wikipedia zitiert über den Streifen:

film-dienst: „Der Film diskriminiert nicht nur die Homosexuellen, sondern diffamiert in einer abstrusen Gedankenverbindung auch noch die abstrakte Kunst. Ein spätes Abfallprodukt faschistischer Gesinnung.“

Heyne-Filmlexikon: „Veit Harlan, Hitlers Generalspielleiter, erzählt die Geschichte eines schwulen Bankdirektorsöhnchens, der von seinen Eltern zum ‚normal veranlagten Bürger‘ umerzogen wird. Ein infamer, faschistoider und dilettantisch inszenierter Film.“

Übrigens gab’s schon 1920 einen Film über Homosexualität, mit der Hauptrolle eines Musikers, und mit fast ähnlichem Titel: Anders als die anderen.

Schuberts Winterreise, alphabetisch geordnet

Herrlich! Eric Carlson hat den Liederzyklus „Winterreise“ von Franz Schubert genommen und alle gesungenen Wörter alphabetisch geordnet.

(draufklicken zum vergrößern)

(via Renewable Music)

Früher auf Kulturtechno: The first thousand numbers in alphabetical order

Trond Reinholdtsen: Faust, or the decline of western music

Theatralisches und konzepthaftes Klavierstück von Trond Reinholdtsen, gespielt von Mark Knoop.

(via usernamealreadyexists)

Instruktionskunst online

Auf der Website e-flux gibt es ein großes Archiv an Textpartituren. Select an Artist, read the instructions, realize your version, send documentation.

http://www.e-flux.com/projects/do_it/manuals/0_manual.html

Wackel- und Schiebetänze verboten (1913)

(via Alexander Strauch auf FB)

Decoder – Crowdfundingprojekt für neue CD

Das Hamburger Decoder-Ensemble, dem ich freundschaftlich / professionell verbunden bin, hat ein Crowdfunding-Projekt gestartet, für das ich hier gerne werbe. Seht das Video und unterstützt mit!

Olivier Messiaen spielt „Four Organs“ von Steve Reich

(via Musikfabrik)

Kreidler @Basel

Morgen abend hebe ich mein neues Stück „IRMAT Studies“ für Sensortisch im Haus der elektronischen Künste Basel aus der Taufe. Anwesenheitspflicht fürs Dreiländereck. Außerdem wird in der Ausstellung meine „Charts Music“ gezeigt.

Samstag, 5. Oktober 2013
18.00–18.15h, Statement von Johannes Kreidler (DE) Konzeptuelles Komponieren
Der Komponist Johannes Kreidler, der mit seiner Arbeit Charts Music (2009) in der Ausstellung vertreten ist und im Abendkonzert sein neues Werk IRMAT Studies zur Uraufführung bringt, wird über die Herausforderungen der gegenwärtigen Komposition sprechen.

19.00–20.00h, Round Table mit Johannes Kreidler und nn vom Institut für Feinmotorik, Amadis Brugnoni IMRAT, Moderation: Marion Saxer
Marion Saxer, Professorin für Historische Musikwissenschaft an der Goethe Universität in Frankfurt a.M., diskutiert am Round Table mit den anwesenden Komponisten und Musikern über künstlerische Strategien am Ende der Postmoderne, neue Technologien und Zukunftsvisionen. Das Gespräch findet auf Deutsch statt.

20.30h, Konzert von IRMAT 2.0 mit Uraufführungen von Johannes Kreidler, Isabel Klaus (ES/CH) und Wanja Aloe (CH)
Am interaktiven Tisch von IRMAT werden dem Publikum drei Uraufführungen mit Stücken von Johannes Kreidler, Isabel Klaus und Wanja Aloe präsentiert. So kombiniert etwa der deutsche Komponist Johannes Kreidler in seiner neuen Komposition IRMAT Studies die Sensor-Hardware von IRMAT und die Instrumentensample-Datenbank von conTimbre und lässt so das Publikum bekannte Instrumente auf eine neue, virtuelle Weise erfahren.

http://www.haus-ek.org/de/content/johannes-kreidler

Kreidlervideos von Musikern

In letzter Zeit haben mehrere Ensembles und Musiker Aufnahmen von Aufführungen meiner Stücke auf YouTube hochgeladen.

Vielen Dank an die Musiker!

Das Orchester der Zukunft?? (1931)

(draufklicken zum vergrößern)

(via Genoel auf FB)