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Audio-Sampling als Muzak zweiter Ordnung

Ein launiger Text von Martin Tansek, in dem ich die Ehre habe, zitiert zu werden:

Niklas Luhmann hat die von mir als »hylemorphistisch« gegeißelten Unterscheidungen (nicht zuletzt für Kunstwerke) als Medium/Form-Differenzen elegant reformuliert. Davon ausgehend ist es geradezu ein Kinderspiel zu plausibilisieren, dass einmal der Geigenton und einmal das Geigenaufprallgeräusch Material künstlerischer Arbeit ist, dass die Klaviertasten einmal Ausgangspunkt eines Stückes und ein andermal das Stück selbst sind und dass schließlich auch eine bestehende Musik zum Medium einer anderen werden
kann (vgl. Kreidler 2009).

„Wer hat Angst vor der heterosexuellen Matrix? Audio-Sampling als Muzak 2ter Ordnung“
in: Tobias Goll, Daniel Keil, Thomas Telios (Hrsg.) „Critical Matter – Diskussionen eines neuen Materialismus“, Münster 2013

http://tansek.de/wp-content/uploads/2013/09/tansek+sampling+muzak+2ter+ordnung+2013.pdf

Tobias Goll / Daniel Keil / Thomas Telios (Hg.)
Critical Matter
Diskussionen eines neuen Materialismus
Reihe: kritik_praxis, Band 2
farbig, Broschur, 142×205 mm
280 Seiten, 18 Euro
ISBN 978-3-942885-50-8 | WG 973
Neuerscheinung Januar 2014

http://www.edition-assemblage.de/critical-matter/

Seife gegen Musik

Ein Schaum aus Seifenblasen kann jedoch überraschend effektiv Schallwellen abschwächen und sogar vollständig blockieren, wie französische Wissenschaftler entdeckt haben. Mit diesem Effekt könnten auch neue schalldämpfende Materialien möglich sein, so die Forscher im Magazin „Physical Review Letters“.


http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17566-2014-05-16.html

Oberton und Übermensch

Nico Sauers sehr gewitzte Altklängesammlung für Afrika.

Leftovers: Hannes Seidls Radiosendung über über künstlerische Verwendung von Wiedergabemedien

Eine sehr schönes Feature auf Deutschlandradio Kultur von Hannes Seidl.

Mit Beginn des digitalen Zeitalters löste sich der Klang vom Trägermaterial und der Eroberungsfeldzug der mp3s begann. Der Algorithmus basiert auf den Erkenntnissen der Psychoakustik: Signalanteile, die der Mensch nicht zu hören vermag, werden entfernt.

Bis heute steht das Format für Kompressionsraten ohne hörbaren Qualitätsverlust. In Zusammenarbeit mit dem Experimentalstudio des SWR entwickelte der Komponist und Klangkünstler Hannes Seidl einen invertierten mp3-Filter, der den Abfall der digitalen Wegwerfgesellschaft freilegt. Dieser ist wider Erwarten kein stiller Zeitgenosse.

Seit März 2013 sendet Deutschlandradio Kultur Hannes Seidls „Leftovers“ in der Reihe „Sonarisationen“. Nun erläutert der Komponist die Hintergründe seiner Arbeit.

Produktion: DKultur 2014
Länge: ca. 50’ 00

Hannes Seidl, geboren 1977 in Bremen, lebt als Komponist für Neue Musik in Frankfurt am Main. Seine Arbeiten waren u.a. auf der Biennale in Venedig, dem Ultraschall-Festival in Berlin und im ZKM Karlsruhe zu hören. Zuletzt für DKultur: „Studio“ (2013).

http://www.deutschlandradiokultur.de/leftovers.1022.de.html?dram:article_id=281159

Hannes Seidls Orchesterstück „Mehr als die Hälfte“, das eine invertierte Mp3-Kompression anwendet:
https://soundcloud.com/hgs/mehr-als-die-halfte

ich habe auch schon 2008 die Idee des invertierten Mp3-Codecs geäußert:

Als nächstes komme ich mit einem leeren Laster und reiche ein symbolisches Nichts ein, meine Musik ist nun geläutert und rein, nur von mir und niemandem sonst. Ich habe mir schon einen Decoder dafür programmiert, „3pm“, die Umkehrung von „mp3“, mit dem nicht die unhörbaren Frequenzen entfernt werden, sondern die hörbaren. Das wäre die Lösung.

http://www.kreidler-net.de/productplacements.html

Notationsminiaturen anderswo

Bin nicht allein mit meinen Notationsminiaturen. Anton Wassiljew hat dieses Ding in Dortmund vor dem Orchesterzentrum NRW entdeckt.

 

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(via usernamealreadyexists)

Sprachzerfall

(via smissmiss)

Infinite Jukebox

Schönes Webtool, bei dem man ein mp3 hochladen kann, das daraufhin analysiert wird nach möglichen Querverbindungen, mit denen sich immer wieder vor- und zurückgespringen lässt und das Lied dadurch ewig gespielt werden kann. For when your favorite song just isn’t long enough.

http://labs.echonest.com/Uploader/index.html

Dazu gibt’s dann auch eine hübsche Visualisierung.

Ich hab mal Adagiossimo von Ferneyhough hochgeladen. Ferneyhough install’d. Hat dann doch nicht so viel Redundanz.

Künstler, einige Treppen herabfallend

A Series of Falls Down Familiar Stairs (or Using My Body to Trace the Incline), 2014

(via jogging)

Nichtmaschinenlesbare Lyrik

Axel Loytved hat sämtliche Wörter aus seinem SMS-Speicher, die der Autokorrektur nicht bekannt sind (Abgleich mit dem PONS-Wörterbuch), als lyrisches Material zusammengestellt.

Axel Loytved: what to say, Textem Verlag

Axel Loytved: »what to say«
239 Seiten, perforiert
Textem Verlag, Hamburg 2012

(via taz)

Früher auf Kulturtechno: Domainnamen, die keiner haben will

Musizierende Tiere (im Mittelalter) (2)

lion musician

Summer volume of the Breviary of Renaud/Marguerite de Bar, Metz ca. 1302-1305.

Verdun, BM, ms. 107, fol. 26r

harping monkey

‘The Maastricht Hours’, Liège 14th century.

British Library, Stowe 17, fol. 245r

rabbit musician

Le livre de Lancelot du Lac and other Arthurian Romances, Northern France 13th century.

Beinecke Rare Book and Manuscript Library, MS 229, fol. 1r

(via discardingimages)

Früher auf Kulturtechno: Musizierende Tiere (im Mittelalter) (1)