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Robotik und Neue Musik 1/17

Bis heute ist in der kinetischen Kunst, die sich rühmte, die Statue zu dynamisieren und das Museum in ein Kraftwerk zu verwandeln, größtenteils ihr erstes Prinzip anzutreffen: der sich drehende Motor. Gleichwohl es Meister Tinguely verstand, aus diesem gleichmäßigen Grundstoff etliche Derivate umzusetzen: die Bewegung hin und her, über Exzenter und Pleuel aus der Drehung abgeleitet; die verrauschte, absichtlich schlecht gelagerte, die klappernde und schlagende; die elliptische, die mehrfach modulierte, die über Riemen und Räder in schnellere oder trägere Umläufe übersetzte – all das ist Inhalt seiner Kunst, blieb die Anatomie dieselbe: das rotierende Rad, konstant und ohne Stop. Len Lye versuchte sich noch etwas avancierter, mit peitschenden Stahlbändern, zitternden Stäben, aber kam über die Schwingung um eine Achse auch nicht hinaus. Und im Theater läuft seit hundertdreißig Jahren die notorische Drehbühne, das große Rad der darstellenden Künste, wie der Ochse am Göpel, und erst in jüngster Zeit ist einer ihrem Kreis entkommen, Ulrich Rasche, mit Maschinen, die schräg stehen, kippen, wandern, steigen — Laufbänder, Scheiben, Rampen, auf denen Chöre gegen die Bewegung anmarschieren und dabei auf dem Fleck bleiben.
Doch das gelangt jetzt durch die Möglichkeiten der Robotik auf ein neues Niveau. Robotik, das ist die Bewegung, die sich hochpräzise zu jedem gewünschten Punkt im Raum führen lässt, in genau bestimmbarer Geschwindigkeit und Stärke, und zudem mit jeder möglichen Geschwindigkeitszu- oder Abnahme, im Code exakt einstellbar.

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