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Kategorie Museum für moderne Kunst

Beethoven-Streichquartett ohne Pausen

Erik Carlson entfernt aus Beethoven Quartetten alle Pausen. Überraschend oder nicht: von unten nach oben nimmt die Zahl der Pausen in den Instrumenten ab.

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http://midnightsledding.com/carlson/131wr.pdf

Stille als Musik, 1883

Der Schriftsteller Villiers de L’Isle-Adam hat in der kurzen Geschichte „Le Secret de l’ancienne-Musique“, Richard Wagner zugeeignet, die Idee einer stillen Musik bereits 1883 entworfen.

Christof Migone referiert:

In a miniature story, „The Secret of the Ancient Music“ which Villiers de l’Isle-Adam dedicated to Richard Wagner, de l’Isle-Adam relates the story of a masterful conductor guiding the orchestra through a passage composed exclusively of silences. The conductor’s performance was so virtuosic that „at moments, it seemed that we heard him!“ The conductor’s actions structure silence and suggest a taxonomy of silence.

Früher auf Kulturtechno: Stille als Musik (vor Cage)

Skrjabin, LaMonteYoung’d

Stefan Hetzel hat Alexander Skrjabins letztes veröffentlichtes Werk, die 5 Préludes Op.74, als MIDI-File mit einem Stimmungssystem von La Monte Young ersetzt. Vielleicht kann man das nur goutieren, wenn man das Original kennt, ich kenne es sehr gut, hab’s mal gespielt.

Das Original:

Skrjabins 5-teiliges Prélude op. 74 aus dem Jahr 1914 begegnete mir schon vor einiger Zeit hier als von einem gewissen Jof Lee sequenzierte Standard MIDI Files (Mittlerweile weiß ich, dass sich seine Sequenzierung rhythmisch vom Original an einigen Stellen unterscheidet, aber das spielt hier keine Rolle).

Ich war sofort fasziniert von der harmonischen Architektur der Miniaturen – sie wirken wie aus einem Guss, sozusagen “modal” (“beruhigend”), atmen aber den Geist “expressionistischer” Sinnsuche (“beunruhigend”) – und erinnerte mich dabei an einen anderen, harmonisch ebenfalls recht eigenständigen Komponisten: La Monte Young. Dessen in den 1960er Jahren für sein Werk “The Well-Tuned Piano” entwickelte Temperierung applizierte ich kurzerhand auf das Prélude von Александр Николаевич – und staunte nicht schlecht, als dieses sich plötzlich in eine charmante Chinoiserie verwandelte.

http://stefanhetzel.wordpress.com/2014/10/11/sykorujabing-fur-klavier-oder-midi-klavier/

2006 hatte ich ein Zwölftonstück von Arnold Schönberg diatonisch skaliert:

3. Schönberg re-diatonisiert

Schwarze Tasten werden zu weißen umgerechnet (der musikgeschichtlich völlig neue Begriff der „De-Alteration“).
Darauf spiele man das Menuett (ohne Wiederholung, ohne Trio, ohne Reprise) aus Arnold Schönbergs Suite Op.25. ‚Romantisch‘ interpretieren!

(aus: 5 Programmierungen eines MIDI-Keyboards)

und irgendwann hatte ich auf Facebook mal das Konzept skizziert: Ein 12Tonstück in mitteltöniger Stimmung spielen.

Update: Clarence Barlow hat eine Fuge von Robert Schumann über den Namen B – A – C – H nach C – A – G – E transkribiert.
http://books.google.de/books/about/Fuge_%C3%BCber_den_Namen_C_A_G_E.html?id=ASEnAQAAMAAJ&redir_esc=y

Arnold Schönbergs Klavierstück Op. 33a als Eintonstück

Gordon Kampe hat die Zwölftontechnik behutsam in den Konzeptualismus überführt, dank Melodyne.

Dan Tramtes Granulation Concept anhand von Material aus „Audioguide“

Aufmerksamkeit, Lob, Kritik, alles schön und gut, aber die höchste Ehre, die einem Künstler wiederfährt, ist, dass andere inspiriert werden und mit den Dingen weiterarbeiten.

Dan Tramte verfolgt das Konzept, die Videoaufnahme einer repetitiven Kreisbewegung neu zusammenzusetzen – die Kreisbewegung bleibt die gleiche, aber die Segmente werden aus unterschiedlichen Repetitionen genommen, sodass alles drumherum diskontinuierlich wird.
In meinem Musiktheater Audioguide gibt es eine Stelle, in der Geigen wie Windmühlen geschwungen werden – eine ideale Vorlage für Tramtes Konzept, der sogleich zur Kamera griff. Im Lauf der Kurse haben wir dann noch weiteres Material aufgenommen. Danke, Dan!

Lecture von Klarenz Barlow

Er ist ein wesentlicher Vertreter aus der ‚Vatergeneration‘ des Neuen Konzeptualismus: Klarenz Barlow. In der Lecture stellt er seine Arbeit vor.

Drüben in der Weltsicht bespricht Stefan Hetzel dann auch einen Kommentar aus dem Publikum (bei 1°17′), der auf den Bezug zu meiner Arbeit hinweist.
Notabene: Stefan Hetzel macht gerade ein Blogfestival mit Arbeiten Barlows.

(Danke für den Tipp, Stefan!)

Bil Smith <3

Seit geraumer Zeit ist auf Facebook jemand unterwegs, den mittlerweile jeder aus der Neuen Musik kennen dürfte, der auf FB ist: Bil Smith, aka Laboratie New Music und diverse weitere Identitäten, die wohl auf ihn zurückzuführen sind. Smith veröffentlicht grafische Partituren, verlinkt, schreibt über ulkige Instrumente und verweist auf sein Blog, in dem er etwas merkwürdige Posts bringt, die teilweise zusammencollagiert zu sein scheinen. Manche seiner Accounts hat er schon ein paar wüste Sachen sagen lassen, nun ja. Eine seiner grafischen Partituren enthält Noten von Richard Barrett, die er ungefragt verwendet hat, was Barrett ihm wohl nie verzeihen wird. Manche Behauptungen, die er auf FB streut, sind wohl eher dem Reich der Fantasie zuzuordnen.
Und genau deswegen mag ich ihn. Erst mal finde ich seine grafischen Partituren gut, hab sie hier ja auch schon ausgestellt. Seine Umtriebigkeit ist herzerfrischend, seine Provokationen mögen die Spießer nerven, ich mag ihn nicht missen. Er wird von einigen angefeindet (siehe Bad Blog), ich wüsste überhaupt nicht, was es da zu beschweren gibt: Auf FB ist jeder sein eigener Hausherr und kann bei Nichtgefallen Leute aus seiner Timeline oder aus der Freundesliste schmeißen (generell: Es heißt auf FB immer noch „Freunde“, wem jemandes Äußerungen dort mißfallen, soll den einfach aus seiner Liste werfen, fertig). Wer das nicht tut aber stattdessen immer weiter rummosert, ist halt so ein dämlicher Honk wie Barrett. Leute, es ist Kunst, muss euch nicht gefallen, aber es ist Kunst, und er ist ein Künstler. Bil, mach weiter so, du bist ein Original!

lehnen wir ab.

Ludwig Mies van der Rohe, 1923

Grasbassklarinette

Schönes Setting, aufregender Sound: ein Ausschnitt aus „implicated amplification“ von Sarah Nemtsov, gespielt von Ingolfur Vilhjálmsson.

Hit Music with Microphones

Christof Migone lässt Menschen mit Mikrofonen rumhauen.

http://www.christofmigone.com/html/projects_gallery/HitMaker_Sudbury.html