Heute Pornos auf Kulturtechno- Erstaunlich nahe an grafische Partituren der Neuen Musik resp. den Neumen des Gregorianischen Chorals. Ist ja auch irgendwie das gleiche.
Viel Spaß!
Die Frage musste früher oder später aufkommen – wie sieht es aus mit der historischen Aufführungspraxis bei Klassikern der Moderne? Kann man Originalinstrumente noch auftreiben oder rekonstruieren? Fallbeispiel: Clapping Music von Steve Reich.
According to the press release, two Juilliard415 members will perform the piece, each wearing a pair of Reich’s hands like gloves. Staff surgeons and bioengineers at the Juilliard School are said to have completed a complicated procedure that entailed severing and hollowing out Reich’s leathery paws and growing a genetic copy to be used by the second clapper. Meanwhile, an in-house dermatologist has used lasers to remove scars and callouses from the 78-year-old’s hands to restore the skin’s surface to its original 1972 condition.
Julia Mihály hat für den SWR2 ein informatives Feature über die Computerspielmusikästhetik der 70er/80er und ihre Übernahme in der aktuellen Neuen Musik gemacht; darin wird auch eine Szene aus meinem Musiktheater Feeds. Hören TV besprochen.
Bis Ende der Woche noch in der Mediathek.
Das Musikgenre „Chiptunes“, dessen Ursprung in den Anfängen der Videospiel-Ära liegt, hat sich in den letzten 30 Jahren emanzipiert: von der reinen Gebrauchsmusik hin zu einer eigenständigen Musikrichtung mit in einer internationalen, äußerst experimentierfreudigen Underground-Szene. Neben der typischen 8-Bit-Klangästhetik, die ab den späten 1970er-Jahren durch technische Limitierungen damaliger Soundchips geprägt wurde, erweiterte sich das Klangspektrum im Laufe der Zeit außerdem um jene Klänge, die während der Arbeitsvorgänge von Computern erzeugt werden. In der Chiptune-Musik verwurzelte Komponisten schreiben Stücke für „historische“ Instrumente wie Atari- und Amiga-Computer oder Spiele-Devices wie den GameBoy.
Schönes Projekt des Komponisten Hannes Seidl – er initiiert eine Radiostation für Flüchtlinge; sie wird auch Teil der Donaueschinger Musiktage 2016 sein. Tatsächlich verfügt der SWR über mobile Sender, die hier zum Einsatz kommen.
Der Stream ist auf http://www.goodmorningdeutschland.org anhörbar, leider ist der Player nicht einbettbar (kann das nicht noch eingerichtet werden?!)
Update:
Interessant daran ist auch, dass es den Trend bestätigt, wie Komponieren immer mehr sich in Richtung Kuratieren bewegt.
Am 1. Mai geht das Radioprojekt Good Morning Deutschland von und für Geflüchtete mit drei lokalen Studios in Frankfurt, Stuttgart und Donaueschingen auf Sendung. Gesendet wird kommunales Radio, auf Arabisch, Farsi, Tigrinya, Deutsch, Englisch. Wir senden Gespräche zwischen Geflüchteten, Mitbürger*innen und Gästen, wir senden Informationen über Veranstaltungen in den drei Städten – vor allem aber Musik, live gespielt oder aus der Konserve, traditionell, neu oder gemixt.
Die Studios senden nicht nur für den Äther. Sie sind Orte der Produktion, Begegnung und zugleich eine lokale Bühne für alle, die draußen stehenbleiben, zuhören, aktiv teilhaben und partizipieren wollen. Es sind soziale Orte für künstlerischen und informativen Austausch, Orte der Kommunikation.
Good Morning Deutschland gibt der neu entstehenden kulturellen und künstlerischen Vielfalt eine Stimme. Es ist Radio für geflüchtete Menschen, die mit ihrem kulturellem Wissen, Interessen, musikalischen Wünschen und Vorstellungen eines zukünftigen Lebens hier ankommen. Good Morning Deutschland bietet die Möglichkeit, sich zu vernetzen, auszutauschen, kennenzulernen und gemeinsam zu musizieren.
Good Morning Deutschland wird im Rahmen von WIRKLICHKEITEN – Kongress Musik Interventionen in Stuttgart am 20. Mai 2016 und der Donaueschinger Musiktage, 14. bis 16. Oktober 2016 präsentiert.
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