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Music History

Piano Piece

The culture of copying: Monetary value and exploitation. An interview with Johannes Kreidler

Julian Day hat mich letztes Jahr in Australien interviewt.

Johannes Kreidler is a German composer whose conceptually oriented work has attracted wide attention. Unusually for contemporary classical music, much of his work highlights the otherwise hidden workings of the industry with several pieces directly addressing capital and cycles of exchange.

http://runway.org.au/culture-copying-monetary-value-exploitation/

„Steady Shot“ – Preview meines neuen Klavierstücks

Beginning of the piano piece „Steady Shot“ by Johannes Kreidler, 2015
Heloisa Amaral, Piano

Radiobericht über mein Orchesterstück „-Bolero“

Das Schweizer Radio berichtet vom Eclat-Festival, darin auch ausführlich zu meinem dort vor 4 Wochen uraufgeführten Orchesterstück „-Bolero“, ein Konzeptstück, bei dem Maurice Ravels Bolero erklingt, jedoch ohne die Melodie.
Jemand hat den Bericht von Cécile Olshausen mitgeschnitten und hochgeladen. Am 20.3. strahlt SWR2 dann das ganze Stück / das ganze Konzert aus.

Der 35-jährige Komponist Johannes Kreidler provoziert gerne. Sein neuster Coup beim ECLAT in Stuttgart war eine Aufführung von Ravels Bolero ganz ohne Melodien. Ein Anlass, um über unsere Hörerfahrungen nachzudenken. Und darum geht es schlussendlich immer: was erfahren wir beim Hören von Musik und welche Erfahrungen lassen heutige Komponisten in ihre Werke einfliessen.


http://www.srf.ch/sendungen/musik-unserer-zeit/skandal-am-eclat-festival-johannes-kreidler-provoziert-mit-ravel

Eine Bemerkung am Rande: Eine Aussage, die hier geschrieben steht, stimmt nicht: Ich würde nie behaupten, dass ich provozieren will (den Gefallen tu ich den Kritikern nicht). Ich komponiere Neue Musik, das ist alles.

P.S. Heute ist Joseph-Maurice Ravels Geburstag (* 7. März 1875).

Neuer Konzeptualismus – Texte und Vorträge

Eine Link-Zusammenstellung meiner Texte und Vorträge zum Neuen Konzeptualismus:

Texte:
„Mit Leitbild?! Zur Rezeption konzeptueller Musik“ (Positionen 95)
Das Neue am Neuen Konzeptualismus (NZfM 1/2014)
Der erweiterte Musikbegriff (Katalog der Donauschinger Musiktage 2014)
Sätze über musikalische Konzeptkunst (MusikTexte 145)

Vorträge:
Video „New Conceptualism in Music“ (Darmstadt 2012)
Video „Sentences on Musical Concept-Art“ (Harvard 2013)

Misc:
Entgegnungen auf Kritiken am Neuen Konzeptualismus 1
Entgegnungen auf Kritiken am Neuen Konzeptualismus 2
Blogfestival „Neuer Konzeptualismus – Methoden

Radiosendung „Neuer Konzeptualismus“ (DeutschlandRadio Kultur, 24.9.2013)

Kreidler-Porträt @Positionen

Gisela Nauck hat für die Zeitschrift „Positionen“ ein Porträt über mich geschrieben.
Die aktuelle Ausgabe mit vielen interessanten Texten zur Gegenwartsmusik kann online bestellt werden – gedruckt oder als ePaper -, für 8€ .

http://www.positionen.net/inhalt_pos.php?Heft=102

Kreidler zu TTIP, Umfrage des Goethe-Instituts

Das Goethe-Institut hat verschiedene Künstler zu ihrer Meinung über das geplante Transatlantische Handelsabkommen TTIP befragt, u.a. mich. Ich denke, alle wissen Bescheid, und es dürfte sich auch herumgesprochen haben, dass die Sache reichlich bedenklich ist. Unzählige Initiativen schlagen Alarm; so auch das Goethe-Institut. Danke.

The ratification of the Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) and the anticipated consequences for the cultural sector cause headlines and controversies in Europe, especially among artists. In the United States, however, TTIP is hardly talked about. We asked German and US musicians and composers about their thoughts.

The German musicians and composers are concerned that the quantitative focus on market share, sales figures and financial value might outweigh quality and diversity if culture is treated as a commercial good within TTIP. This could lead to more power and business for big companies and production firms and threaten the current opportunities, market access and conditions. The United States are a big music market and the country of origin of a comprehensive musical repertoire that is in high demand internationally.

http://www.goethe.de/ins/us/lp/kul/mag/ges/en13808993.htm

Neue Musik durch neue Medien?

Peter Lell hat seine Bachelorarbeit über die Digitalisierungsdebatte geschrieben, die seit einigen Jahren in der Neuen Musik geführt wird.

„Welch ein Text! Welch ein Knall! […]“ urteilt der Komponist Claus-Steffen Mahnkopf und fährt fort: „Hier prallen aufeinander Weltanschauungen, Lebenserfahrungen, Generationen, Materialvorstellungen, Werkbegriffe, Kunstdefinitionen. Artikuliert werden aber auch Missverständnisse und Fehlurteile […]. Diese Kontroverse um Musik, Computer und Internet möge die müde und dekadente Neue – Musik – Welt (so sie müde und dekadent ist) beleben.“ Auch Patrick Frank, ebenfalls Komponist, beginnt seinen Aufsatz mit Lobeshymnen: „Danke! Möchte man den Autoren zurufen. Endlich ein Diskurs, der offenkundig Emotionen hoch kochen lässt. Im ruhigen Fahrwasser der domestizierten Neuen Musik, deren Domestikation am Deutlichsten in der weitgehenden Absenz von Kontroversen sichtbar wird, ist dieser Diskurs belebend.“
Diese Reaktionen auf den Aufsatz „Digital Naives oder Digital Natives?“ des Komponisten Johannes Kreidler können die Motivation, welche zu diesem Thema als Bachelorarbeit geführt hat, treffend beschreiben. Der Aufsatz Kreidlers ist Teil des Diskurses über die Frage, wie sich das heutige Komponieren durch die Einführung der neuen Medien verändert. In den letzten fünf Jahren gab es wenige Diskussionen über zeitgenössische Musik, welche einen ähnlichen Eindruck hinterlassen haben.

https://peterlell.files.wordpress.com/2015/02/neue-musik-durch-neue-medien_peterlell.pdf

Am Ende der Arbeit steht ein Interview mit Claus-Steffen Mahnkopf, das leider vor Unverschämtheiten strotzt. Wenigstens zwei Behauptungen, die mich betreffen, muss ich daher an dieser Stelle leidigerweise berichtigen:

Mahnkopf:

Im Unterschied zur Kontroverse, die nun vier Jahre alt ist, sind wir heute, was die Digitalisierung betrifft, wirklich einen Schritt weiter. Wir haben die NSA und wir haben Snowden und wir wissen eben, dass das Internet nicht die reine Freude ist, wie die Internetfanatiker es uns immer haben glauben lassen wollen.

Tja, auch in dem Buch von vor fünf Jahren hat jemand bereits die Überwachungstendenzen angesprochen und kritisiert. Nur war das freilich nicht Mahnkopf – sondern ich, und zwar gleich drei mal. (Musik, Ästhetik, Digitalisierung – eine Kontroverse, S. 35, 55 und 86)

Und bezugnehmend auf meinen Text „Institutionen komponieren“ sagt Mahnkopf:

Warum schreibt Herr Kreidler dann für Donaueschingen? Er ist angekommen in den großen Institutionen und lässt sich feiern.

Man kann in dem Text lesen, dass ich überhaupt nicht pauschal gegen Institutionen bin, sondern konkrete Punkte problematisiere und am Ende klar sage, dass die meisten Institutionen der Neuen Musik unverzichtbar sind. Außerdem: Feiern lassen tu ich mich gar nicht, wie soll man sich das vorstellen? (Jedenfalls hatte ich ausgerechnet in Donaueschingen vor drei Jahren eine Aktion durchgeführt, aus der nachher das Gegenteil von Feiern resultiert ist. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal…)

Can Music (Still) Be Critical?

Thom Andrewes hat einen Essay über die Frage geschrieben, ob Musik heute noch kritisch sein kann.

In the second part of the essay, I suggest an alternative approach, using work by Corey Dargel, Lars von Trier/Björk, and Johannes Kreidler, to construct a model which proposes the use of political music’s own immanent contradictions against itself, in a way that inoculates against some of the potential limitations of musical critique. I relate this model to a new theory of aesthetics proposed by Harry Lehmann, in connection to the current possibilities of a new ‘Gehalt-oriented aesthetic’, as a clear escape route from postmodernism and its threatened neutralisation of critique. I conclude with a few further critical thoughts on the limits of this new critical model.

https://thebitingpoint.wordpress.com/2015/02/03/can-music-still-be-critical/