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(aus „Ear Training 1“)

Heute abend um 20h kommt auf Radio Slovenija 3 in der Reihe „Po poteh elektroakusticne glasbe“ ein Feature von Bojana Saljic über mein Stück „Fremdarbeit„.
Und heute Nacht um 0.05h strahlt DeutschlandRadio Kultur den Mitschnitt der Fremdarbeit-Aufführung beim diesjährigen Ultraschall-Festival aus.
00:05 Uhr
Neue Musik
Ultraschall –
Das Festival für neue MusikEduardo Moguillansky
‚Limites‘ für Trompete, Klarinette, Viola, Violoncello und Klavier (2006-08)Aurélien Dumont
‚Berceuse et des poussières‘ für Klarinette, Klavier, Streichtrio und Zuspiel (2012)Aurélio Edler-Copes
‚For Malevich‘ für Violine, Kontrabass und Live-Elektronik (2011)Johannes Kreidler
‚Fremdarbeit‘ für Ensemble, Sampler und Moderator (2009)Hikari Kiyama
‚Kabuki‘ für Saxophon solo und sechs Instrumente (2009)
ensemble mosaik
Leitung: Enno Poppe
Livestrom: http://www.dradio.de/streaming/dkultur.m3u
Mein Text „Wozu komponieren? Ein kurzer Essay über Liebe“, der letztes Jahr in der Neuen Zeitschrift für Musik erschienen ist, steht jetzt online.
Kleines Gedankenspiel: Was käme für eine Musik dabei heraus, wenn die Komponisten machen dürften, was sie wollen? Vorzustellen wäre sich das so: Es gibt ein bedingungsloses Grundeinkommen, und eine ›bedingungslose Aufführungsgarantie‹ – der Komponist kann sich alle Zeit der Welt nehmen, sich die Instrumente / Instrumentalisten selber aussuchen, den Aufführungsort bestimmen und die Dauer des Stücks ganz nach eigenem Ermessen wählen. Also wenn nötig arbeitet er an einem zweiminütigen oder zwanzigstündigen Werk in aller Ruhe und Sorgfalt fünfzehn Jahre lang, ob für Toy Piano solo oder ein riesiges Musiktheaterspektakel, wenn es sein muss aufgeführt vor dem Reichstag, auf der Zugspitze oder in der Donauhalle. Wie hörte sich wohl die Kunstmusik an, wenn die Komponisten – rein organisatorisch – machen dürften, ja, machen müssten, was sie wollen?
http://www.kreidler-net.de/theorie/wozu-komponieren.htm
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Aphorismen des Tages:
Das Gesagte läuft
Mal Frederick umbringen
Langsam denken wie zunächst
Gänzlich Verbrechen
Fixierung der Freunde
Jury als Installation
Alle Monster befinden sich angedeutet
Dieses Jahr feiert das „Schwarze Quadrat“ von Kasimir Malewitsch hundertsten Geburtstag. Dazu habe ich ein kleines Musikstück gemacht, eine klangliche Umsetzung desselben:
Das Quadrat erklingt als Rechteckschwingung („Square Wave“);
die Farbe „Signalschwarz“ hat den CIEL-Wert 28.66, darum als Frequenz 28.66 Hertz;
die Frage nach der Dauer, die Peter Ablinger für ein klingendes Quadrat gestellt hat, beantworte ich subjektiv mit 8 Sekunden.
Johannes Kreidler
Shutter Piece
für 8 Instrumente, Zuspielung und Video
Dauer: 16’
Als „Musik mit Musik“ kombiniere ich seit 2005 vorgefundene Soundfiles, verschiedentlich bearbeitet (zerschnitten, transponiert, geschichtet, etc.), mit live gespielten Instrumenten. Damit die Lautsprecherklänge auch eine Performativität bekommen, ziehe ich teilweise Video hinzu.
Im Shutter Piece konzentriere ich mich auf ein Verfahren: Ein ganz regelmäßiger An-Aus-An-Aus-Rhythmus der Zuspielung, der die Instrumente teilweise maskiert oder mit ihnen alterniert. Mit diesem strengen Prinzip lassen sich divergente Klangmaterialien – hier: Sportübertragungen, ein Hollywood-Soundtrack und die Instrumente der Neuen Musik – aufeinander beziehen. Das Video verstärkt in dem Fall den Charakter der Fußball-Zuspielung; Public Viewing im Konzertsaal.
Der Shutter (= Verschluss) steht für den Lidschlag, die Nutzung des Stroboskops in der Wissenschaft und in der Disko, für Penetration, Digitalisierung, Gitter und für die Ausschnitthaftigkeit von Wahrnehmung.
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Hier ist das komplette Programm der diesjährigen Wittener Tage für Neue Kammermusik