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Kategorie Siege der Aufklärung

the restless machine

Mit Freude sehe ich, dass es immer mehr Blogs gibt im Bereich Neue Musik / Elektronische Musik / Experimentelle Musik / Musiktheorie / Musikwissenschaft / Gegenwartskunst / Digitale Kunst und so, und dass immer mehr Komponisten und Musiktheoretiker / Musikwissenschaftler über ihre Arbeit bloggen.

Heute möchte ich hier den Blog von Arne Bense vorstellen mit dem Namen

the restless machine

Der Blog trägt den schönen Button hard bloggin’ scientist, was dem Manifest folgt, seine wissenschaftliche Arbeit in statu nescendi der Öffentlichkeit zu präsentieren, und genau das macht Arne im Bereich Medientheorie / Elektronische Musik, worüber er derzeit promoviert. Danke, Arne!

Übrigens hat Arne diesen Samstag ein Konzert, seht selbst.

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Die Grünen: K-Flatrate

Noch ‘n Link:

Die Grünen verteidigen die Kulturflatrate. Hört sich alles schon ganz vernünftig an, wenn auch noch die Qualitätsfrage gerne auf den Tisch darf.

http://www.heise.de/newsticker/Gruene-verteidigen-Kulturflatrate–/meldung/143054

Tageslink

Sehr schöner Text bei Netzwertig mit dem Titel: Das Medium ist auch die kommerzielle Botschaft.

Ältere Semester werden sich noch erinnern können, wie es war, eine neue Langspielplatte (mit grossem, oft beachtenswert gestaltetem Cover) zu kaufen und zu Hause in einem gut eingeübten Ritual — Platte vorsichtig aus der Hülle nehmen, nur an den Kanten anfassen, sorgfältig auf den Plattenteller legen, Staub abwischen, Nadel vorsichtig auf die Platte führen — abzuspielen. Langspielplatten waren ein weitgehend lineares Medium, denn jedes Springen war mit einer potentiellen Beschädigung der Platte verknüpft. Und eine Platte war ein Objekt mit Charakter, fragil und darum wertvoll.

Wie fundamental anders präsentiert sich Musik hingegen auf einem iPod: Wir finden es selbstverständlich, den Gegenwert einer beeindruckenden Plattensammlung auf einem winzigen Gerät mit uns herumzutragen. Die Musik hat ihre Stofflichkeit völlig verloren. Wenn ein Titel nicht sofort gefällt, geben wir ihm keine Chance, uns zu überzeugen (jawohl, so hat man früher so manchen erst beim zweiten Hören grossartigen Song entdeckt), sondern springen mit einem Tastendruck zum nächsten. Wir interessieren uns nicht dafür, wie ein Künstler seine Songs auf einem Album angeordnet hat, sondern suchen uns die zwei oder drei gefälligsten Titel raus. Musik wird vom Kultobjekt zum Verbrauchsmaterial.

Das beschreibt in schöner Detailliertheit, worauf ich im ersten Teil meines Essays Soundfiles hinaus bin: Das neue Hörverhalten durchs neue Medium. Und darauf reagiert man als Komponisten natürlich wieder, darum das viele An-Aus-Weiterspringen in meiner Musik.

Verleser des Tages

“Tragödienmedien” statt “Trägermedien”.

Tageslink

Burkhard Spinnen schreibt einen interessanten Text zur Frage der Repräsentation der Wirtschaft – analog zur Demokratie.

Denn einerseits scheint die Wirtschaft der Politik zu sagen, wo es langgeht, andererseits versteht kaum einer die komplexen Strukturen der globalen Ökonomie. Man fühlt sich abgehängt vom Zeitgeist, daher ist der Bedarf an Identifikationsfiguren groß. Man wünscht sich, die komplizierten Verhältnisse der Ökonomie mögen in ihren Repräsentanten erscheinen. Man wünscht sich menschliche Verkörperungen des ökonomischen Erfolgs ebenso wie des Scheiterns. Ja, man wünscht sich letzten Endes, die Triebfedern des komplexen Wirtschaftslebens auf die schlichten Triebfedern menschlichen Lebens reduziert zu sehen: etwa auf Geltungsdrang, Gewieftheit, Geschick und Gier – also auf Eigenschaften, die auch aus dem Blick, den Gesten und der Mimik der Betreffenden sprechen. Man möchte den Vorstandsvorsitzenden bei Kerner oder Illner oder Will oder Beckmann sehen und, während man ihn reden hört und sieht, zugleich den globalen Kapitalismus verstehen.

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/1849615_Wiedekings-Fall-Der-Wunsch-nach-Verkoerperung.html

Er kommt zu dem Schluss, dass das aber nicht sein darf – denn die Probleme sind zu komplex, als dass sie durch die Mimik eines Topmanagers allein verständlich seien. Was er aber nicht sagt, wonach das aber geradezu ruft, ist: Das ist eben dann eine Aufgabe von Kunst.

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Der Mensch im Ding

Schaue gerade Alexander Kluges Achtstünder “Das Kapital. Nachrichten aus der ideologischen Antike” an. Das ästhetische Niveau schwankt und wird immer wieder schlagartig von Kluges miserabelen Typografie-Gestaltungen runtergehauen. Der enthaltene Kurzfilm von Tom Tykwer “Der Mensch im Ding” ist allerdings wunderbar, filmische Essayistik erster Sahne:

Ich liebe Fachsprache über alltägliche Dinge…

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Schöner leben

Juhu, endlich kommen die YouTube-Trailer für Avantgarde-Musik. Martin Schüttler hat einen kleinen Video-Anreger für seine demnächst stattfindende Uraufführung von “Schöner leben 3″ veröffentlicht. Freu mich schon aufs Konzert, werde zeitnah nochmal dafür werben.

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Dialektik

Mp3 ist die Stradivari des 21. Jahrhunderts.

Tageslinks

Wieder mal bestätigt sich mir, dass das beste deutschsprachige Feuilleton in der Neuen Züricher Zeitung steht. Da ein Artikel über Jacksons Musik, der leicht verständlich stilistische Eigenschaften den Zeiten und den amerikanischen schwarz / weiß – Differenzen zuweist. Musiktheorie at its best.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/der_ikarus_der_pop-musik_1.2829459.html

Gleichfalls gut aber auch der Artikel in der Süddeutschen:

http://www.sueddeutsche.de/V5138R/2945279/Gib-nicht-auf-bevor-es-perfekt-ist.html

“The future of Music” bringt einen Text von Webprophet Kevin Kelly:

http://zukunftdermusik.wordpress.com/2009/06/27/kevin-kelly-die-kopie-und-der-musiker/#comment-37

Und dann noch die Titanic zum gerade eröffneten Bachmann-Wettlesen:

http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews[tt_news]=2986&tx_ttnews[backPid]=3&cHash=1512ca4e2d

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Vorschlag für die Wissenschaft

Wäre die Musikindustrie nicht ein interessanter Fall für die Schlafforschung?

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