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Kategorie Siege der Aufklärung

Tageslink

Burkhard Spinnen schreibt einen interessanten Text zur Frage der Repräsentation der Wirtschaft – analog zur Demokratie.

Denn einerseits scheint die Wirtschaft der Politik zu sagen, wo es langgeht, andererseits versteht kaum einer die komplexen Strukturen der globalen Ökonomie. Man fühlt sich abgehängt vom Zeitgeist, daher ist der Bedarf an Identifikationsfiguren groß. Man wünscht sich, die komplizierten Verhältnisse der Ökonomie mögen in ihren Repräsentanten erscheinen. Man wünscht sich menschliche Verkörperungen des ökonomischen Erfolgs ebenso wie des Scheiterns. Ja, man wünscht sich letzten Endes, die Triebfedern des komplexen Wirtschaftslebens auf die schlichten Triebfedern menschlichen Lebens reduziert zu sehen: etwa auf Geltungsdrang, Gewieftheit, Geschick und Gier – also auf Eigenschaften, die auch aus dem Blick, den Gesten und der Mimik der Betreffenden sprechen. Man möchte den Vorstandsvorsitzenden bei Kerner oder Illner oder Will oder Beckmann sehen und, während man ihn reden hört und sieht, zugleich den globalen Kapitalismus verstehen.

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/1849615_Wiedekings-Fall-Der-Wunsch-nach-Verkoerperung.html

Er kommt zu dem Schluss, dass das aber nicht sein darf – denn die Probleme sind zu komplex, als dass sie durch die Mimik eines Topmanagers allein verständlich seien. Was er aber nicht sagt, wonach das aber geradezu ruft, ist: Das ist eben dann eine Aufgabe von Kunst.

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Der Mensch im Ding

Schaue gerade Alexander Kluges Achtstünder “Das Kapital. Nachrichten aus der ideologischen Antike” an. Das ästhetische Niveau schwankt und wird immer wieder schlagartig von Kluges miserabelen Typografie-Gestaltungen runtergehauen. Der enthaltene Kurzfilm von Tom Tykwer “Der Mensch im Ding” ist allerdings wunderbar, filmische Essayistik erster Sahne:

Ich liebe Fachsprache über alltägliche Dinge…

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Schöner leben

Juhu, endlich kommen die YouTube-Trailer für Avantgarde-Musik. Martin Schüttler hat einen kleinen Video-Anreger für seine demnächst stattfindende Uraufführung von “Schöner leben 3″ veröffentlicht. Freu mich schon aufs Konzert, werde zeitnah nochmal dafür werben.

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Dialektik

Mp3 ist die Stradivari des 21. Jahrhunderts.

Tageslinks

Wieder mal bestätigt sich mir, dass das beste deutschsprachige Feuilleton in der Neuen Züricher Zeitung steht. Da ein Artikel über Jacksons Musik, der leicht verständlich stilistische Eigenschaften den Zeiten und den amerikanischen schwarz / weiß – Differenzen zuweist. Musiktheorie at its best.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/der_ikarus_der_pop-musik_1.2829459.html

Gleichfalls gut aber auch der Artikel in der Süddeutschen:

http://www.sueddeutsche.de/V5138R/2945279/Gib-nicht-auf-bevor-es-perfekt-ist.html

“The future of Music” bringt einen Text von Webprophet Kevin Kelly:

http://zukunftdermusik.wordpress.com/2009/06/27/kevin-kelly-die-kopie-und-der-musiker/#comment-37

Und dann noch die Titanic zum gerade eröffneten Bachmann-Wettlesen:

http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews[tt_news]=2986&tx_ttnews[backPid]=3&cHash=1512ca4e2d

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Vorschlag für die Wissenschaft

Wäre die Musikindustrie nicht ein interessanter Fall für die Schlafforschung?

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Popkomm fällt aus, harhar

Überall ist heut zu lesen, dass die Popkomm wegen lauen Geschäfts dieses Jahr ausfällt. Was auch immer daran Schuld sein mag – ich könnte gerade Sekt aufmachen. Bleibt zu hoffen, dass die Popkomm nie wieder stattfindet, nie wieder dieser Schund an die Ohren Unschuldiger dringt und endlich wichtigere Probleme in Angriff genommen werden. Auch ästhetisch.

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(Film-)Kulturgut retten

Sehr vorbildliche Initiative von Martin Scorsese:

Mit seiner Stiftung “World Cinema Foundation” verhilft der Regisseur Martin Scorsese vergessenen Streifen zu altem Glanz. Jetzt sorgt er dafür, dass sie auch von möglichst vielen Filmliebhabern gesehen werden – im Internet.

Mit Freude stöbere ich zur Zeit auch in den Archiven des Mozarteums.

Tageslink

Neuer Blog: Bad Blog of Musick

Moritz Eggert, der mit seinen herausfordernden Kolumnen in der Neuen Musikzeitung einigen Wirbel erzeugt und nicht nur Freunde gewonnen hat und Arno Lücker, der mit seinem Blog zu den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik 2008 ebenfalls die Szene in Wallung bringen konnte, diese beiden tun genau das richtige und schreiben nun, mit Patrick Hahn als Dritten, einen gemeinsamen Blog zur Neuen Musik, und das bei der fortschrittlichsten Musikzeitung Deutschlands, der Neuen Musikzeitung.

http://blogs.nmz.de/badblog/

Blogs sind bekanntlich der Ort für Subjektives: Meinung abgeben, Selbststilisierung, auch Lästern. Hand aufs Herz – das fehlte viel zu lange in der Öffentlichkeit als Ergänzung zum Journalismus. Darum ist der Titel des neuen Blogs ganz recht gewählt:

Ich hoffe dass es in dem Blog viel zu lesen geben wird und dass es viele lesen. Es müssen ja gar nicht nur offene Diskussionen sein, die daraus entstehen; vielleicht macht die nachwachsende Generation dank dieser Impulse einfach manches anders als die Altvorderen, und das wäre super.

Ich werde von hier aus natürlich mitlesen und ggf. meinen Senf dazutippen.

Frei nach Kafka:

Bad Blog of Musick gelesen. Geweint.

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