Es geht in diese rrobotischen Kunst um das Verhältnis des Menschen zur Umwelt, urältestes Thema der Höhlenwände; der erste Gegenstand der Kunst war das Tier, die Kraft draußen, deren Schönheit, das Erhabene, die Bedrohung, Geburt und Tod. Doch das erfährt eine andere Qualität: Die Natur – wenn dieses Allgemeinwort überhaupt noch trägt – steigt heute wieder auf zu einem Subjekt riesenhafter Größe, in zwei Weisen.
Zum einen als Physis, in Gestalt des Klimas, das den gesamten Planeten zu durchschütteln sich anschickt, als Revanche für Pollutionen und Aufheizungen menschlicher Hand, eine Größe, die uns wieder Unheilsschläge versetzt wie einst dem Hominiden mit übergewaltigen Stürmen, Fluten, Dürren und Infektionen. Und als künstlich geschaffene, autonom quasi denkende und handelnde, ein Nervennetzwerk, dessen Kausalitäten nicht mehr durchschaubar sind, das einen Grad von Bewusstseinssimulation erreicht, der es uns von wirklichem Bewusstsein nicht mehr unterscheidbar macht und fragen lässt, ob überhaupt unser Selbst auch nur hochaufgelöste Einzelzustände abfeuert und freier Wille tatsächlich das Gegeneinanderschlagen kleiner Billardkugeln ist.
Wenn siebzig Donnerbleche anheben oder der Sturm einer Windmaschine durch den Raum fährt, steht wieder der Mönch vor dem Meer, unser Königsberger Philosoph unter den Sternen.
