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DE STERRENNACHT

Van Goghs berühmtestes Gemälde ist auch sein Mißverstandenstes: Was er da im Himmel sieht, atmosphärische Wirbel, Teilchen in spiralförmiger Formation, ist der Heraufzug des technischen Zeitalters, die Entzauberung des Himmels, nicht seine alten Versprechungen, gerade das wird ihm tröstlich.
Der radikalsten ästhetischen Innovation der Malerei des 19. Jahrhunderts, dem Pointilismus, der bis in die heutige Pixeligkeit reicht, gibt van Gogh eine expressive Tiefendimension, wenn er jeden Tupfer noch mit einem Pfeil, einem Impuls versieht. Dem Atomismus steht ein irgendwie ganzer Mensch gegenüber, der in Wellen lebt, nicht in in diskreten Momenten.
Natürlich hat es seine Kitschigkeit: Etwas liegt in der Luft, Atmosphäre im Sinne von >Stimmung<. Einer Sentimentalität frönen, Guilty Pleasure. Ein bisschen ist das eben auch eine Funktion von Kunst. Anyway- Ohne van Gogh wäre der gesamte malerische Expressionismus nicht denkbar, aber seine Sternennacht blieb singulär.

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