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Mein Mediennutzungsverhalten

Bei Krautreporter gibt es die schöne Serie „Medienmenü“, bei der Leute erzählen, in welcher Form sie heutzutage (statt Zeitung, TV und Telefonieren) Informationen bekommen und Kommunikation betreiben. Das ist interessant, weil es ja heute so viele Kanäle, Praktiken und Gewohnheiten gibt bzw. die auch wiederum in stetem Wandel begriffen sind.
Dem schließe ich mich jetzt ungefragt (nein, stimmt nicht, auf FB gab’s dazu unlängst einen kleinen Thread) an; angerissen hab ich das Thema auch schon mal in dem Text „Mein tägliches Festival“.

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Meine Hauptlesequellen im Netz sind der RSS-Reader und FB.
Im RSS-Reader („theoldreader“; dem von Google trauere ich immer noch nach) habe ich ca. 100 Blogs und Zeitungen abonniert, unsortiert, nur chronologisch. Den Reader überschaue ich eigentlich immer komplett, auch wenn ich mehrere Tage offline war und sich 3000 Beiträge gestapelt haben, wird alles durchgesehen früher oder später. An Zeitungen habe ich darin das Spektrum von Welt über FAZ, SZ, Spiegel, ZEIT, taz und FR bis zum FREITAG, dann viele Musik-, Kunst-, Politik- und Technikblogs international, Meinungsschreiber*innen, Allesmöglichesammler*innen bis hin zu Lustigebildchen und Tolldreistegeschichten. Viele davon sind in meiner Blogroll gelistet. Meistens markiere ich interessante Beiträge erst mal, um sie später am Stück zu lesen.

Auf FB nutze ich die wenig bekannte Listenfunktion. Habe Listen für News, Musik, Kunst, Kultur, Spaß, wo vor allem Seiten und auch einige Freunde zugewiesen sind, sonst für die Freunde auch noch mehrere Listen. Gut an den Listen ist, dass sie chronologisch alle Beiträge zeigen, also keine Vorsortierung stattfindet. Die Listen lese ich in unterschiedlicher Häufigkeit. Natürlich fallen viele meiner mittlerweile 2500 FB->Freund*innen< untern Tisch, aber doch lese ich ziemlich viel. Den normalen, algorithmisch sortierten Feed hab ich natürlich auch noch als Option. Beim FB-Durchscrollen verwende ich wiederum gerne die Speicher-Funktion, um interessante Beiträge später, beispielsweise in der Bahn dann am Stück zu lesen.

Leider wird mir FB derweil von Veranstaltungs- und Seiteneinladungen regelrecht verpestet, eine Zeit lang musste ich bei praktisch jedem FB-Aufruf erst mal derlei Nachrichtenhinweise wegklicken; es ist nichts anderes als Spam, wenn einen jemand zu einer Veranstaltung auf einem anderen Kontinenten einlädt oder sich jemand nur mit dir >anfreundet<, um gleich ihre*seine Künstler*innenseite zum Liken hinterherschickt. Darum schreibe ich mittlerweile jeder*m neuen >Freund*in<, dass auf derlei bitteschön verzichtet werden soll. Für Veranstaltungseinlader*innen gibt’s noch eine >Mute<-Funktion, für Seiteneinlader*innen leider nicht, die schmeiß ich kurzerhand wieder raus. Und siehe da, es funktioniert, mein FB ist wieder lesbar geworden (und endlich macht es wieder Spaß, Seiten zu liken und auf Veranstaltungen - wohlgemerkt: in der normalen Timeline – aufmerksam zu werden).

Was Kommunikation betrifft, ist mir die Email immer noch am liebsten. Das Telefon hat dagegen praktisch ausgedient. Zu Hause nehme ich wenn’s Telefon klingelt normalerweise nie ab (außer bei sehr nahestehenden Personen), denn ich sitze ja nicht däumchendrehend da und warte, dass mich jemand anruft, sondern mache immer irgendwas, d.h. ein Anruf unterbricht mich immer dabei, das will ich nicht. Email dagegen kann man beantworten wann man will, außerdem fasst man sich da kurz & klar, und hat man auch alles kommunizierte schwarz auf weiß. Natürlich gibt’s mal Dinge, die man telefonisch viel besser besprechen kann, aber dann vereinbare ich mit dem*r Kommunikationspartner*in eine Telefon(oder Skype)zeit. Neben Email ist auch der FB-Messenger eine Option, da hat man eben viele Kontakte schon gespeichert und zur Hand.

An Zeitschriften habe ich neben ein paar musikalischen Fachzeitschriften noch Kunstforum International abonniert; die Zeitschriften teilweise digital, teilweise noch im Holzmedium. Generell bemühe ich mich aber, mein Büro so papierfrei wie möglich zu halten, d.h. alle wichtigen Dokumente werden eingescannt und das Papier hernach entsorgt. Bücher lese ich entweder digital oder ich leihe sie von der Bibliothek. Besuchern gegenüber mag es peinlich aussehen, dass sich in meiner Wohnung kein einziges Bücherregal findet (die Bücher, die ich noch besitze, sind in der Abstellkammer verstaut), aber in Wahrheit lese ich bestimmt eine annähernd dreistellige Bücherzahl im Jahr. Nur besitzen will ich sie nicht, jedenfalls nicht als physisches Ding. Was mir von Büchereibüchern wichtig erscheint, notiere ich mir raus.

Einen Fernseher habe ich nie besessen. Bis auf sehr wenige Ausnahmen fand ich TV immer ordinär, selbst ARTE halte ich noch eher für ein Kultur-Pro7, aber da bin ich eben superelitär, genauso kann ich praktisch keinen Kinofilm schauen, weil das im Verhältnis zum Theater so dermaßen mainstreamig-kommerziell ist, selbst noch sogenanntes Autorenkino. Ästhetische Errungenschaften wie >postdramatisches Theater< sind im Kino praktisch inexistent, also dass mal keine >Geschichte< erzählt wird, es keine >Charaktere< gibt. Außerdem, was TV betrifft, kann ich mich nicht auf feste Sendezeiten ausrichten. Dafür gibt’s zum Glück heute die Mediatheken – wenn die nur mal ihr Angebot länger als 7 Tage bereit hätten...
Radio hör ich im Netz, da aber fast nur Sendungen zur Neuen Musik, und leider gibt es davon noch fast keine in der Mediathek, ein großes Ärgernis für den*die Gebührenzahler*in... Wünschenswert wäre: 1. alle Neue-Musik Sendungen in der Mediathek, und zwar für immer, 2. eine Website, die senderübergreifend die Neue-Musik-Sendungen der Woche verlinkt.

Dann ist da noch Twitter- das geht bei mir in Phasen, mal lese ich exzessiv dort, dann wieder wochenlang fast nicht. Twitter ist mein Harald-Schmidt-Show (eine der wenigen Fernsehsendungen, denen ich früher treu war) – Ersatz geworden, launige Bemerkungen zum Tagesgeschehen, und selber lege ich meinen Senf dort auch immer wieder aufs Band.

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Soweit derzeit, in 12 Monaten kann es anders aussehen. Gerne würde ich so einen Report auch von den geschätzten Bloggerkolleg*innen meines Umfeldes lesen…

3 Kommentare

  1. Gerhard

    aber in Wahrheit lese ich bestimmt eine annähernd dreistellige Bücherzahl im Jahr.
    Wie das??

    Kommunikationsmedien:
    Wichtig zu wissen bei jeder einzelnen Person, ob sie
    a) Emails liest
    a)1) nicht die cc-Emails
    a2) auch die cc emails

    b) ans Telefon geht oder nicht
    c) ein Handy hat oder nicht
    c)1) es zum Telefonieren benutzt oder nicht
    c)2) es mit irgendwelchen Apps benutzt.

    Sonst kann es passieren, daß man eine Person nie und niemals drankriegt.
    Im schlimmsten Fall macht man es so wie vor 100 Jahren: man klingelt an der Haustür.

  2. Kreidler

    Zum Bücherpensum: Na gut, es wird jedes Buch gezählt in dem ich lese, nicht notwendig komplett durch.

  1. [...] 2. eine Website, die senderübergreifend die Neue-Musik-Sendungen der Woche verlinkt.“ [Quelle]Das Problem sehe ich auch, auch wenn ich nicht nur Sendungen zur Neuen Musik höre. Dennoch ist [...]