Unbekannter Maler: „Grammophonkonzert im Beethovensaal“ (1889) (Ausschnitt).
Das Original liegt nicht vor, eine Reproduktion stammt aus dem Bildarchiv Marburg. Abgedruckt in: Musik-Konzepte XI/2008, S. 182.
Das Bild war ironisch gemeint, es sollte die Anti-Utopie von Lautsprechermusik im Konzertsaal darstellen.
Noch bevor die Schreibmaschine ihren Durchbruch hatte, benutzte Friedrich Nietzsche bereits eine Zeitlang eine.
„Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken.“
(vgl. ICH SCHREIB NICHT MIT DER HAND ALLEIN, / DER FUSS WILL STETS MIT SCHREIBER SEIN – / FEST FREI UND TAPFER LAEUFT ER MIR / BALD DURCH DAS FELD BALD DURCHS PAPIER.“)
Neue Technologien schaffen ganz neue Kompositionsfelder. In Zeiten des Schnurtelefons wäre man im Leben nicht darauf gekommen, sich Klingeltöne zu kaufen. Wenn des Elektroauto kommt, wird man sich Motorenimitate runterladen.
Ach, der Willie wieder mal, mit seiner aufgetunten Kiste. Ich denke, ich werde ihm zu Ostern ein besseres Sound-Update schenken. Sein Opel wird sich dann wie ein Porsche anhören. Obwohl die mittlerweile ganz schön hinterher sind bei Porsche, nachgemachte Klänge abzumahnen.
Durch die Digitalisierung fühlt sich die Welt immer mehr wie eine Simulation oder ein Computerspiel an. Jeder wird sich schon mal beim Online-Banking gedacht haben, dass die Zahlen da doch nur Spielgeld sind. Jetzt gibt es Google Maps in der 8-Bit-Version. Putzig.
Rumms! Schon wieder geht das Abendland mit Karacho unter, denn nun gibt es das singende Keyboard aus Japan. Mit etwas Übung kann man zweihändig sein tiefstes Inneres zum Ausdruck bringen.
So einfach wie verblüffend: Jemand hat eine Kamera auf eine Bohrmaschine aufgepflanzt.
Frage mich, wie das wäre mit einem Mikrofon. Müsste theoretisch ein Doppler-Effekt-Vibrato ergeben, wenn man längs zur Rotationsachse eine Schallquelle hat.
Thomas Thwaites hat einen 5$-Toaster komplett selber gebastelt, bzw. es versucht. 9 Monate dauerte die Arbeit an den nötigen 400 Einzelteilen.
Eine ganze Zivilisation wird benötigt um einen Toaster zu bauen. Designer Thomas Thwaites hat das auf die harte Tour gelernt, als er versuchte, einen von Grund auf zu bauen: Eisenerz für Stahl fördern, Plastik aus Öl herstellen… es ist offen gesagt unglaublich, dass er so weit kam wie er kam. Eine Parabel unserer ineinandergreifenden Gesellschaft, für Designer ebenso wie für Konsumenten.
Den Glimmer für die Heizdrähte schürfte er mit dem Taschenmesser in Nordschottland. Nickel gewann er durch Einschmelzen von Münzen, Kupfer für die Kabel aus einem kupferhaltigen Gewässer in Wales. Gummi für die Kabelisolierung wollte er aus einem alten Gummibaum in den Botanischen Gärten von Kew extrahieren, was ihm jedoch untersagt wurde.
Video, 28 min., 2008
by Alexandra Weltz, co author Sarah Bormann
digital handcraft is an educational film, a portrait of the process of computer hardware production. It displays the organisation of production in global value chains and investigates the conditions of life and labour for millions of migrant worker in China’s factories, which manufacture the hardware for the immaterial production of the 21st century.
This film takes a look at the flipside of globalised computer production, which is incongruous with the “clean” image the industry usually displays. By interviewing both activists and workers, the film investigates the current situation as well as future possibilities for improving their situation. Furthermore, the film looks at issues surrounding the illegal shipping of computer scrap parts from Germany to developing countries.