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Kategorie Technologik

Instrument Design: Tastatur

Dass die traditionellen Instrumente an Bedeutung verlieren ist absehbar (wobei ich nicht für Abschaffung, sondern Ergänzung seitens der Elektronik bin). Stattdessen werden Module, die verschiedentlich auf Klänge applizierbar sind, immer mehr Verwendung finden. Das sind die HIDs, Human Interface Devices, deren gebräuchlichste Tastatur und Maus sind. Die Maus erscheint mir ziemlich ungeeignet zum Musikmachen, aber die Tastatur eignet sich ziemlich gut. Bei Endphase habe ich die Computertastatur häufig verwendet, und komplett im Stück untitled performance #1.

Ähnlich auch diese Website, auf der der Besucher selbst spielen darf; schöne Art, den Nutzer aktiv werden zu lassen. Für eine wirkliche Netzkunst müsste man sich nur noch Besonderheitsklänge einfallen lassen.

Das größte Monochord der Welt

Folgendes Video zeigte ich letztens meinen Studenten im Zusammenhang mit der Einführung in die Akustik:

Ein Monochord ist ein einsaitiges Instrument. Die Tacoma Brücke wurde wie eine Saite durch eine heftige Windböe, 4 Monate nach Eröffnung der Brücke, in Schwingung versetzt – was natürlich nur aufgrund einer desaströsen Fehlkonstruktion passieren konnte. Der Fall gilt als dramatischster Fehler in der Geschichte des Brückenbaus.

Zufällig war eine Farbkamera (! 1940) vor Ort.

Gerne hätte ich auch Videos von den legendären Waffentests gezeigt, bei denen Häuser mit riesigen Lautsprechern in Schutt und Asche gelegt wurden, habe aber nichts gefunden. Das Ganze zielt natürlich auf eine kompositorische Weiterverarbeitung, Dinge in Schwingung zu versetzen, die eigentlich nicht dafür konstruiert sind…

Web 10.0

Web-Orakel Kevin Kelly mit einem weiteren seiner schönen Vorträge. “Sozialismus 2.0″ könnte tatsächlich eintreten, wobei die Gegentendenzen leider auch in Betracht gezogen werden sollten, Monopole und Überwachung.

Elektronisches Muskelballett #2

In meinem ersten Beitrag zu Daitos phänomenalem Experiment hatte ich die Idee geäußert, dass man das ja mit einer ganzen Balletttruppe realisieren könnte.
Mittlerweile hat Daito eine derartige Idee probiert und zwar derart, dass er selbst der live-Choreograph ist, der die anderen “dirigiert” – sein Gesicht soll kopiert werden. “unsuccessful” (Daito), aber sieht schon witzig aus.

Und natürlich ließen die Nachahmer (“copycats”) nicht lange auf sich warten. Wer sie als Balletttruppe sehen will, lasse einfach alle gleichzeitig laufen.



Der E-Reader, die Zukunft.

Endlich ein vernünftig in die Zukunft schauender Artikel zum E-Reader, und nicht nur das sentimentale “Ich glaube, dass es gedruckte Bücher immer geben wird”.

http://netzwertig.com/2008/11/11/zur-zukunft-von-gedruckten-buechern-und-e-readern/

Das Web 3.0

Theorien zum Thema Web 3.0, mobil und dreidimensional:

http://www.baynado.de/blog/web-30-die-zukunft-des-internets/

Interface Design

Beim Workshop mit dem Ensemble Modern in Frankfurt wurde mir mal wieder klar, wie viele Disziplinen in der Kunst stecken. Natürlich denkt man bei der Musik zunächst an das Hören, an Ausdruck, Ästhetik. Aber im Umgang mit den Instrumentalisten und den Spieltechniken der Instrumente geht es vor allem um Physik und Biologie: Wie wird ein Klang erzeugt, und mit welchen muskulären und nervlichen Fähigkeiten kann er produziert werden. Bei Elektronischer Musik betrifft das das Instrument Design, dem ich eine umfassende theoretische Arbeit gewidmet habe.
In dem Zusammenhang sind die Ausführungen dieses Mozilla-Entwicklers über Benutzerfreundlichkeit gleichfalls interessant, zusammenfassend gesagt: die was/wie-Relation, mehr oder weniger materiell gesehen, aber im Rahmen der Möglichkeiten des Digitalen.

Freies WLAN in Tallinn

Das soll einfach mal publik sein: In Estland gibt es offenbar eine starke Initiative für freien, staatlich geförderten Internetzugang:

http://www.morgenkommichspaeterrein.de/blog/?p=385

Zu Luhmanns 10. Todestag

Ein Artikel in der Welt.

Anders als dieser Artikel meint, kann zumindest von der Musik gesagt werden, dass Luhmanns Theorie einen immensen Einfluss auf das Denken der Gegenwartskomponisten seit Jahren ausgeübt hat. Die Zeitschrift Musik & Ästhetik vor allem hat schon einige Texte dazu seit Luhmanns Tod veröffentlicht. Und auch meine Medientheorie der Musik basiert auf einem Text Luhmanns.
Rainald Goetz’ Bemerkung zu Luhmanns Werk als großem Kunstwerk stimmt ein gutes Stück weit, Luhmanns Radikalität und Eigenständigkeit gehen in Kunstnähe. Schwierig bleibt die extreme Eigenständigkeit bis fast zur Sterilität der Luhmannschen Deskription. Mein medientheoretischer Versuch geht dahin, aus Luhmanns Perspektivischer Darstellung auch einen Möglichkeitshorizont anzuvisieren. Wie weit das wirklich mit der ästhetischen Wahrnehmung in Produktion und Rezeption zu verbinden geht muss sich wiederum in Praxis und Theorie erweisen.

Digital Natives

Nach etlichen Generationennamen “Generation XY” erscheint mir der der “Digital Natives” endlich angebracht. Keine Frage, alle nutzen das Web, aber mich beschleicht immer wieder das Gefühl, dass es da doch zwei große Gruppen gibt: Diejenigen, die die Potenziale des Web 2.0 kennen und anwenden und die, die das nicht tun. Das ist natürlich nicht immer eine Altersfrage, und ich bin oft erfreut, wieviele Anghörige der fortgeschrittenen Generation sich keineswegs schwer tun in diesen Dingen, und wieviele junge Leute nur alle drei Tage überhaupt mal Mails lesen.

Ein schöner Artikel zum Thema heute im Schweizer Tagesanzeiger.