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Kategorie Museum für moderne Kunst

Epitaph for Aikichi Kuboyama

Herbert Eimert Epitaph für Aikichi Kuboyama für Sprecher und Sprachklänge (1960-62)
Realisation: Leopold von Knobelsdorff
Uraufführung: Darmstadt 9.7.1962

Die Komposition ist dem japanischen Fischer Aikichi Kuboyama gewidmet, der als erstes Opfer des Wasserstoff-Bombentests vom März 1954 starb. Als Materialvorlage für die Komposition dient der Text der Grabinschrift, die von Günther Anders ins Deutsche übersetzt wurde. Sie wurde von Richard Münch gesprochen und aufgenommen. Die Aufnahme des Textes wurde im Studio verschiedenen Transformationen mittels Filtern, Verstärkern sowie des Tonbandgerätes unterworfen und kompositorisch verarbeitet.

(Quelle)

(via seatedovation, über MusikFabrik)

Solaris – digitales Reenactment

Wieder ein schönes digitales Reenactment, diesmal von der berühmten Autofahrt aus Tarkowskij’s Solaris. Hier das Original:

In ihrem Projekt „Low-Rez Stories/Solaris (1972-2010)“ haben Manuel Schmalstieg und Kim Xupei diese Sequenz mit Material von Google Street View nachgestellt.

(via ignant)

Instrument: Der Flügel (im Umriss)

Eine Arbeit von Anya Zholud.

Mehr über die Künstlerin hier.

Konzepte von Kirsten Pieroth

Kirsten Pieroth hat jeweils Wasser des weißen, gelben, roten und schwarzen Meers eingeholt.

Die Farbe der Meere (2002)

Und für alle Fans des Selbstreferentiellen:
Ein kaputter Besen, zusammengefegt mit, na was wohl..?

Ohne Titel (2007)

Google Earth Brücken

Clement Valla schnappt sich Google Earth – Aufnahmen von Brücken, so lange die Technik noch nicht ausgereift ist.

(via Triangulation)

Francis Alÿs: Fabiola – Sammelkunst

‘Fabiola’ von Francis Alÿs.

‘Fabiola’ is an installation of over 300 painted copies and reproductions of fourth century Saint-Fabiola, collected by Francis Alÿs from flea markets and antique shops throughout Europe and America in the last 20 years. They are all based on a now lost original painting by french artist Jean-Jacques Henner made in the nineteenth century.

(via pietmondriaan)

Digitale Reenactments von Beuys, Abramovic, Export

Nicht alles ist schon dagewesen, aber vieles! Im Zeitalter des totalen Archivs ist es einigermaßen logisch, dass nicht immer noch das völlig Neue geschaffen werden will, sondern das Alte neu gestaltet wird. Das scheint im Digitalen besonders gegeben, wie zum Beispiel die mediale Aktualisierung von Alvin Luciers Klangkunstklassiker „I am sitting in a room“ durch Patrick Liddels „I am sitting in a YouTube room„. (Vergleichbar wären das Regietheater, Ravels Neuinstrumentierungen von Klassikern des 19. Jahrhunderts oder Roy Lichtensteins Wiedermalung der Kunstgeschichte. In der Performancekunst sind Reenactments seit der Jahrtausendwende beliebt.) Über digitiale Reenactments habe ich im Kölner Vortrag schon gesprochen, im Züricher Vortrag Ende März werde ich darauf noch detaillierter eingehen.

Ein weiteres, hervorragendes Beispiel sind die Synthetic Performances (2007) von Eva und Franco Mattes. Bekannte Klassiker wie Imponderabilia von Marina Abramovic, die 7000 Eichen von Joseph Beuys oder das Tapp- und Tastkino von Valie Export haben sie in Second Life nachgestellt.

Schön stellt sich da die Frage, wie wichtig bei einem Konzept die Realisierung ist, oder philosophisch gesagt, sich Idee und Erscheinung zueinander verhalten, denn Mattes‘ virtuelle Realisierungen sind ja eigentlich Nicht-Realisierungen.

Reenactment of Marina Abramovic and Ulay’s Imponderabilia

Reenactment of Joseph Beuys‘ 7000 Oaks

Reenactment of Valie Export and Peter Weibel’s Tapp und Tastkino

Pixelbilder: Seurat, Mondrian, Klee, Kelly, Morellet, Richter, Asendorf

Georges Seurat: La Tour Eiffel (1889)

Piet Mondrian: Compositie dambord, lichte kleuren (1919)

Paul Klee: Farbtafel (1930)

Ellsworth Kelly: Spectrum Colors Arranged by Chance VI (1951)

François Morellet: Répartition aléatoire de 40 000 carrés. 50 % noir, 50 % blanc (1961)

Salvador Dali: Gala Contemplating the Mediterranean Sea, which at 30 meters becomes the portrait of Abraham Lincoln (Homage to Rothko) (1976)

Gerhard Richter: Fenster im Südquerhaus des Kölner Doms (2007)

Kim Asendorf: 100 000 000 stolen pixels (2010)

„Narayana’s Cows“ von Tom Johnson

Ein schönes Beispiel für die gehaltsästhetische Wende ist Tom Johnson’s „Narayana’s Cows“. Johnson hat ein mathematisches Problem in Musik umgesetzt. Ultraalgorithmisch, zugleich ganz aus der Lebenswelt!

Six or eight years ago one of us (T.J.) found a German edition of a little book on the history of mathematics by a Ukranian scholar named Andrej Grigorewitsch Konforowitsch. The book was full of curious information, but I was particularly struck by the following, which Konforowitsch attributed to Narayana, an Indian mathematician in the 14th century:

A cow produces one calf every year. Beginning in its fourth year, each calf produces one calf at the beginning of each year. How many cows and calves are there altogether after 20 years?

In working this out, T.J. came to know a unique numerical sequence, and a year or so later I found a way to translate this into a composition called Narayana’s Cows. It begins with the original cow and her first calf: long-short. The second year she has another calf: long-short-short. The third year: long-short-short-short. Then in the fourth year, the first calf also becomes a mother and the herd grows from four to six: long-short-short-short-long-short. The music continues like this, though it doesn’t go all the way to the 20th year, because by the 17th year there are already 872 cows and calves and 15 minutes of music.

Noch mehr dazu hier.

Johnson hat das in ein zweistimmiges Musikstück gesetzt. Ein Moderator erklärt jeden Zwischenschritt. Mit der Zeit erzeugt diese Melodik, oktavierend gespielt, einen ziemlichen Sog, ja, man mag fast mitpfeifen! Und dennoch, so man diese Unterscheidung machen will: Das kann nur Neue Musik sein, kein Popmusiker würde so etwas ersinnen.

Witzig ist auch, dass Johnson, in alter Kunst-der-Fuge-Tradition, keine Instrumentation vorgegeben hat. Hier verschiedene Interpretationen:

Oder in griechisch, mit Kuhanimation:

Und ein kurzer Ausschnitt aus der E-Gitarren / Keyboard / Blockflöten – Version:

Ich habe das Stück letztes Jahr bei der „Night of the Unexpected“ im Rahmen der Gaueamus Music Week gesehen, mit ziemlich großem Ensemble, war eine prima Sache; (in Deutschland ist so ein Stück wohl kaum vorstellbar). Die Schlusspointe, so es denn eine ist, verstehe ich allerdings nicht.

Hunderte Touristenfotos übereinandergeschichtet

Die Schweizer Künstlerin Corinne Vionnet hat Touristenfotos bekannter Motive aus dem Netz gefischt und übereinandergeschichtet. Resultat sind geisterhafte Bilder.

(via Dangerous Minds)