Werden daher fremde [gemeint sind ältere] dramatische Werke in Szene gesetzt, so hat jedes Volk ein Recht, Umarbeitungen zu verlangen. Auch das Vortrefflichste bedarf in dieser Rücksicht einer Umarbeitung. Man könnte zwar sagen, das eigentlich Vortreffliche müsse für alle Zeiten vortrefflich sein, aber das Kunstwerk hat auch eine zeitliche, sterbliche Seite, und diese ist es, mit welcher eine Änderung vorzunehmen ist.
Hegel über Regietheater
Splitscreen Music, 1967 und 1975
Splitscreen-Musik scheint eine typische Form des YouTube-Zeitalters zu sein, wie sie vor allem Kutiman populär gemacht hat. Ich selbst wende das Verfahren in meinen nächsten Stücken an und habe schon mal eine Studie dazu erstellt. Die Idee ist aber freilich so alt wie Film überhaupt, wie man schon bei Méliès 1900 sehen kann und wie auch die folgenden Videos von 1967 und 1975, wenn auch mit Hilfe von Spiegeln, zeigen:
(Dank an Pieter!)
Ai Weiwei, Without Fear or Favour (BBC)
Danke für den Tipp, Harry!
Früher auf Kulturtechno: Ai Weiwei: Never Sorry
Avantgarde Music Composer – Mythos und Wirklichkeit
Derzeit mach das Meme die Runde, das irgendeine Berufsgruppe aus verschiedenen Wahrnehmungsperspektiven zeigt. Auf Kulturtechno kam da unlängst der Contemporary Artist. Nun wäre also auch der Neue-Musik-Komponist dran, nur leider funktioniert das Meme da nicht so gut. Es sieht nämlich folgendermaßen aus:
(inspiriert von Weltsicht aus der Nische)
Update: Sollte nur ein Witz, ich will freilich keiner Larmoyanz frönen.
Zeit verschnipselt & versetzt
Arbeiten von Isabel Martinez. Ein ähnliches Verfahren wende ich gelegentlich in meiner Musik an:
(via designboom)
Michael Beil: Blackjack
Michael Beil hat wieder ein phänomenales Live-Video-Musikstück gemacht, hier zusammen mit dem Ensemble musikFabrik.
BLACKJACK für 17 Instrumente mit Live-Audio und Live-Video
Musik : Michael Beil
Regie : Thierry Bruehl
Ensemble musikFabrik
Leitung : Otto Tausk
Klangregie : Paul Jeukendrup
Früher auf Kulturtechno:
Doppel
Mahlzeit Provokation
Schuberts Musik mit Schuberts Gesicht vertont
Anton Wassiljew hat ein paar ulkige Rendering Studies erstellt, bei denen Visuelles in Klang bzw. Klangsteuerungen transformiert wird.
(via usernamealreadyexists)
Hören gegen Cash
Für 2011 war wieder ein Vermittlungsprojekt geplant, zu dem ich folgendes Konzept eingereicht habe. Aus der Sache wurde nichts, aber dann bring ich’s zumindest hier.
Johannes Kreidler
Hören gegen Cash. Untervention in Stuttgart. Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Faust.
Auf dem Stuttgarter Schlossplatz (oder einem anderen prominenten Ort mit vielen Passanten) werden zwei (oder verdoppelt/vervierfacht/… je nach Budget) Glaskabinen aufgestellt, worin ein Sitzplatz und ein Kopfhörer angebracht sind. In der einen Kabine läuft (eigens bei einem Stuttgarter Musikproduzenten eingekaufte) Muzak, in der anderen ein von Johannes Kreidler kuratiertes Programm mit Aufnahmen der klassischen Moderne (von Schönberg bis Lachenmann) und neu komponierter Musik von J.K.
Passanten können einzeln eintreten; wer 10 Minuten Neue Musik hört, erhält danach 5€, wer 10 Minuten Muzak hört, erhält 10€.
Das Ganze 5-9 Stunden lang (je nach Budget). Eventuell gibt es noch Performances drumherum mit professionellen Musikern / Performern zum Thema Wertigkeit von Musik, „gut“ und „böse“.






