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Begriffliches Hören. Antrittsvorlesung Prof. Johannes Kreidler

Begriffliches Hören
Antrittsvorlesung Prof. Johannes Kreidler
10.3.2020 Hochschule für Musik FHNW Basel

Die schriftliche Fassung wird im Herbst in den MusikTexten erscheinen.

Ernst Surberg plays „Instrumentalisms C“

for Keyboard and Video (2016)

Karlsruhe, ZeitGenuss Festival 2019

„Coronifications“ of my students

In the course «Theory and Aesthetics of Electronic Music» in spring semester 2020, in the lession «Sonification» the students were given the task to sonify data from the Corona Crisis.

Sonification means to be a sounding of data by an individual, but precise method (different for example from an expressive composition). Even if the sonic form of the representation follows a more scientific approach, sonification is situated in the intermediate field between acoustic illustration and aesthetic interpretation. Each example of sonification reflects at the same time its position between these poles.

In spring 2020, the Corona Crisis dominated people’s lives worldwide. The everyday presence of figures and diagrams on this situation and the real influence of the crisis on teaching (only online) led to the question of how this experience could be brought into sound by audio design and composition students. This online presentation gives an insight into the works that have been created.

In the descriptions of the tracks it is explained which data was used and how it was sonified. (In the case of the video by Anna Sowa it is shown at the beginning). The task also connects to the question discussed in the previous semester, to what extent it is morally ok to aestheticize data of a crisis, as in this case a natural disaster. For this, however, each listener should now make his or her own judgement.
Johannes Kreidler

Link: scroll down, it’s at the right
https://www.sonicspacebasel.ch/de/events-news.html

(See there also the very exciting seminar collection from Michel Roth’s course „Distand Musicking“.)

Meine Texte „Musik mit Musik“ und „Präpariertes Hören“ auf koreanisch

Ich freue mich, dass der Komponist Ui-Kyung Lee zwei Texte von mir ins Koreanische Übersetzt hat: Musik mit Musik und Präpariertes Hören.

예전부터 하려고 했었던 독일어와 영어의 현대음악 텍스트의 번역을 3월 중순부터 있었던 독일 전역의 lockdown을 통해 시간적 여유가 조금 생기게 되면서 드디어 하게 되었습니다. 번역전문가가 아니다 보니 시간이 정말로 많이 걸리긴 했지만, 베를린에서 음악학을 공부하고 있는 신문선Moonsun Shin 후배님의 감수와 교정으로 몇 개가 완성이 되어서 새로 만든 블로그를 통해 조금씩 공개하려고 합니다. 일단은 2010년부터 최근 사이에 쓰였던 텍스트들 중 현재까지 이론적으로나 실천적으로 중요하게 받아들여진 텍스트들을 선택해서 진행하고 있습니다.

https://blog.naver.com/uikyunglee_komp/221967750838
https://blog.naver.com/uikyunglee_komp/221967763170

Ebenso hat er Texte von Jennifer Walshe und Hannes Seidl übersetzt.

Nina Noeskes Text über Polemik im Musiktheater

Nina Noeske hat einen Text über Polemik im Musiktheater anhand der Beispiele „Freiheit“ von Patrick Frank und „Audioguide“ von mir geschrieben.

Polemisches auf der (virutellen) Neue-Musik-Bühne der Gegenwart.
Ein- und Ausblicke am Beispiel von Johannes Kreidlers Audioguide (2014) und Patrick Franks Freiheit – die eutopische Gesellschaft (2015)

Johannes Kreidler knüpft in seinem exakt siebenstündigen, während der Darmstädter Ferienkurse 2014 uraufgeführten Musiktheaterstück Audioguide just an diese – damals in der Musik, aber auch im (Spiel )Film schon gut ein halbes bis ganzes Jahrhundert alte – Tradition der Instrumentenzerstörung an, wenn nach etwa dreieinhalb Stunden, also in der Mitte des Stückes, unter großer Anteilnahme des Publikums etwa 100 (Billig-) Geigen zertrümmert werden. Bei dieser, so der Komponist im Kommentar zur dritten Fassung (2015) des Werkes, „kathartischen Zerstörung […] als Vereinigung von Lust, Schmerz, Überschreitung und Überwältigung“ handelt es sich, ungeachtet des zweifellos vorhandenen ,reinen Ausdrucks dieser etwa achtminütigen Aktion, um das bew usste, möglicherweise sogar ironische Reenactment eines bestimmten Topos, der hier zu Beginn des dritten Jahrtausends wiederbelebt wird. Zwar richtet sich die Polemik implizit, wie bereits in den 1960er Jahren, gegen überkommene Formen der Musikausübung (wozu auch das Komponieren in seiner tradierten Form zählt), doch tritt hier ein entscheidendes Moment hinzu.

https://play.google.com/books/reader?id=eF7eDwAAQBAJ&hl=de&pg=GBS.PA22

Kreidler-Interview von Sandris Murins

Sandris Murins hat mich interviewt.
Textfassung ist etwas anders als Videofassung

What is a good musical composition for you?

The main aspect is that it is auto-reflexive, that it has an awareness of its conditions, and of social and cultural contexts as well as physical surroundings, and it tries to reflect this with its own means. The second aspect is, it should be original, there should be something new about it. The power of innovation is paradoxically the lasting effect: something was won, was captured for the first time. That’s the difference between a Bach fugue and a baroque fugue written today — one still feels that here a boundary has fallen.

https://medium.com/25-composers/johannes-kreidler-multimedia-music-6063150b975d

Links in eigener Sache

Zur CD mit meiner Klaviermusik, die Martin Tchiba eingespielt hat (Kulturtechno früher), gibt es mittlerweile einige Resonanz:
-Das holländische Radio NPO Radio 4 hat im März zwei Stücke daraus gesendet, hier nachzuhören
-Das schweizer Radio Télévision Suisse Espace 2 hat am 3.6. in einer Sendung Martin Tchiba portraitiert, darin auch Klaviermusik von mir, hier nachzuhören.
-Das spanische RNE Cardio Clasica hat ebenfalls einige Stücke von der CD gesendet, nachhörbar hier bzw. hier.
-Die Zeitschrift „Der Orchestergraben“ hat sie rezensiert
-Die Zeitschrift „Piano“ hat sie rezensiert
-Die Neue Zeitschrift für Musik hat sie rezensiert

Außerdem:

-Marcyn Richter von der Universität Warschau hat den Vortrag „Is there Postmodernism in Music?“ gehalten, darin auch meine Arbeit. (Siehe früher sein Text über postmoderne Musik.) Vortragsvideo.

-In der aktuellen Ausgabe der „Seiltanz„-Zeitschrift, die ganz dem Thema Aktuelles Musiktheater gewidmet ist, habe ich ein Statement zum >idealen Ort für Musiktheater< geschrieben. -Stefan Hetzel hat meine Antrittsvorlesung an der Hochschule für Musik FHNW Basel gebloggt / kommentiert.

-Das Nadar Ensemble hat seine LP zum 10jährigen Geburtstag, darauf auch ein eigens dafür geschaffenes Stück von mir, jetzt auf Bandcamp veröffentlicht, mit dem Erlös wird deren Summer School für junge Interpreten Neuer Musik gesponsort.

-Eine Performance aus dem Jahr 2007 beim Media Arts Festival Wroclaw wurde von denen veröffentlicht:

Johannes Kreidler: RAM Microsystems / WRO 07 from WRO Art Center on Vimeo.

Mein Text „Conceptual Listening“ online

Im Auftrag des bulgarischen Magazins „The Attic“ habe ich (auf englisch) den Text >Conceptual Listening< geschrieben. Snip:

In the course of my compositional work I have become more and more aware that sounds are filled with linguistic knowledge, indeed deeply interspersed with it. Beethoven sounds wonderful, but it also sounds like Beethoven. A piano sounds beautiful, and it sounds like ‚piano‘.

A largo sounds like a largo.
Music sounds like music.
Beethoven does not sound like non-Beethoven.
A piano does not sound like a non-piano.
A largo does not sound like a non-largo.
Music doesn’t sound like non-music.

Language precedes hearing. In the beginning was the word.

http://theatticmag.com/features/2331/conceptual-listening.html

Sammelband „Musik und Schrift“ mit Text „Schreibwerkzeuge der Komponist*innen“

Jetzt erschienen:

Musik und Schrift
Interdisziplinäre Perspektiven auf musikalische Notationen
Reihe:

Theorie der musikalischen Schrift

HerausgeberInnen: Carolin Ratzinger, Nikolaus Urbanek und Sophie Zehetmayer
Musiknotationen wurden lange nur als »aufgeschriebener Klang«, in der Rolle eines Speicher- und Kommunikationsmediums, verstanden. Ausgehend von neuerer Schriftforschung wird in diesem Band ein Perspektivenwechsel auf musikalische Schrift vorgenommen. Die Beiträge eröffnen kulturwissenschaftliche, philosophische, musikhistorische, bildtheoretische und musikästhetische Perspektiven auf musikalische Notation. Daran anknüpfend werden exemplarisch musikalische Notationssysteme aus Geschichte und Gegenwart auf ihre schriftspezifische ›Eigensinnlichkeit‹ befragt.

Darin auch die schriftliche Übertragung der Podiumsdiskussion in Wien an der Kunstuniversität im Januar 2017 über die >Schreibwerkzeuge der Komponist*innen< mit Iris ter Schiphorst, Karlheinz Essl, Johannes Maria Staud und mir, moderiert von Bernhard Günther (Kulturtechno früher).

https://www.fink.de/view/title/53447

Numbering

Wien, Januar 2019

„Der Spuk läßt sich weder klassifizieren noch zählen, er ist die Zahl selbst, er ist zahllos, unzählbar wie die Zahl, man kann nicht auf ihn zählen und nicht mit ihm rechnen. Es gibt nur einen, und schon gibt es zuviel davon. Er wuchert, man kann seine Sprößlinge oder seine Zinsen, seine Supplemente oder Mehrwerte nicht mehr zählen (dieselbe Figur assoziierte auf griechisch, Platon wußte darum, den Sprößling des Vaters mit dem Zins des Kapitals oder des Guten). Denn das singuläre Phantom, das Phantom, das diese unkalkulierbare Vielfalt erzeugt, das Ur-Gespenst, ist ein Vater oder es ist das Kapital. Diese beiden abstrakten Körper sind einer wie der andere sichtbar-unsichtbar. Erscheinungen ohne Person. Das untersagt nicht die Spekulation, im Gegenteil. Es untersagt auch nicht die Begierde, zu zählen, was sich nicht zählen läßt.“
(Derrida, Marx‘ Gespenster)