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Kreidler in 17 Minutes

Nach Kreidler in 4 Minutes, das demnächst auch aktualisiert wird, gibt’s jetzt noch einen größeren Schnelldurchlauf, wurde erstellt für die Startpage meiner Website. Dank ans Team.

Compilation from works 2004-2021

„Alles Endet“ – Digitales Abschlussfestival der Oper Halle

Mein Text „Schallnamen“ erschienen

Anfang 2019 habe ich eine Performance an der Musikuniversität Wien gemacht, in der Folge habe ich für den Band „Knowing in Performing“ einen Text geschrieben über künstlerische Forschung in meiner Arbeit.

Snip:

Zum Komponieren gehört die Reflexion übers Hören. Was hört man denn, wenn man einen Oboenton vernimmt, hier und jetzt, im 21. Jahrhundert, in Mitteleuropa? Mir ist im Zuge meiner musikalischen Arbeit immer mehr zu Bewusstsein gekommen, dass Klänge mit sprachlichem Wissen besetzt, ja zutiefst durchsetzt sind. Beethoven klingt wunderbar, aber es klingt auch nach Beethoven. Ein Klavier klingt schön, und klingt nach ›Klavier‹. Sprache geht dem Hören voraus. Am Anfang war das Wort.
Solange neue Klänge gefunden werden konnten, ließ sich dem entweichen. Die ›absolute Musik‹ des 19. Jahrhunderts verdankte sich unverbrauchten Klanglichkeiten wie dem seinerzeit modernen Flügel, der neuen Klarinette, den innovativen Ventilblechblasinstrumenten oder Neubauten wie dem Kontrafagott. Ähnlich entfaltete sich die vollkommen abstrakte Ästhetik Gottfried Michael Koenigs, dem Pionier der synthetischen elektronischen Musik in den 1950ern und 60ern; er hatte Geräte, mit denen sich ganz neuartige Klänge generieren ließen. Die These lautet aber: Das kommt an ein Ende, unverbrauchte Klänge werden äußerst rar, so wie das Periodensystem der Elemente in den letzten Jahrzehnten kaum noch um einen Eintrag reicher geworden ist.
Zuletzt waren da die ›erweiterten Spieltechniken‹ der Neuen Musik, von denen Mathias Spahlinger im Programmtext zu seinem Duo für Violine und Cello adieu m’amour 1980 noch schreiben konnte, dass sie »ungewöhnlich« seien, und die Möglichkeiten der digitalen Klangsynthese und -verarbeitung. Doch mittlerweile sind auch die erweiterten Spieltechniken nahezu restlos ausgeforscht, in Büchern katalogisiert, mit allgemein gültigen Notationssymbolen versehen und standardisierter Gegenstand der Kompositionsausbildung. Gleichfalls sieht man im Bereich von Audiosoftware nurmehr die Optimierung und Verfeinerung etablierter Kategorien, Prinzipien, Herstellungsweisen, spricht über kanonisierte Anwendungsgeschichten, weiß um historische und kulturelle Verortungen. Dass ein tatsächlich ungehörter, frischer Klang aus dem Lautspecher erklingt, davon ist kaum noch zu berichten. Im Pop diagnostiziert Simon Reynolds generell die »Retromania« – man remixed eigentlich nur noch einstige Errungenschaften wieder und wieder.
Je mehr die Klänge also da sind und bleiben, desto mehr werden sie auch versprachlicht, ihr Ziel und Schicksal, die ›Tendenz des Materials‹ ist die Nominalisierung. Musik wird be-sprochen, ein- und ausgesprochen.

Annegret Huber / Doris Ingrisch / Therese Kaufmann / Johannes Kretz / Gesine Schröder / Tasos Zembylas (eds.)
Knowing in Performing

Artistic Research in Music and the Performing Arts

How can performing be transformed into cognition? Knowing in Performing describes dynamic processes of artistic knowledge production in music and the performing arts. Knowing refers to how processual, embodied, and tacit knowledge can be developed from performative practices in music, dance, theatre, and film. By exploring the field of artistic research as a constantly transforming space for participatory and experimental artistic practices, this anthology points the way forward for researchers, artists, and decision-makers inside and outside universities of the arts.

https://www.transcript-publishing.com/978-3-8376-5287-1/knowing-in-performing/

Nachtrag zum Ungarn-Spiel

Über die UEFA könnte ich mich sowas von aufregenbogen!

Introduction to my „two pieces for clarinet and video“

Online-Vortrag heute 18:30 Uhr: Manifestations of Multimedia: New Conceptualism

Kommt in den Zoom-Raum!

(Plakat in groß)

Mein Text „On Interpretation“ erschienen

Die Pianistin Rei Nakamura hat zu ihrem großen, seit 2008 laufendes Projekt „Movement to Sound, Sound to Movement // Interpreting Multimedia Piano Compositions“ nun ein Buch herausgbracht.
Darin auch mein Aufsatz „On Interpretation“, in dem ich einerseits einige grundsätzliche Erörterungen zur Interpretation in der Neuen Musik anstelle, im zweiten Teil dann über die Interpretation(en) meiner „Studie für Klavier, Audio- und Videozuspielung“ schreibe, die ich für Rei 2011 komponiert habe.

Snip:
„Even extremely precisely notated contemporary music needs interpretation. The whole conglomerate of: types of articulation, dynamic ranges, crescendi or ritardandi processes, performance presentation, posture, questions regarding the distribution of the sound in space when using fixed media, the expression of the whole, the quality of the sound, the ability to produce a good, strong sound; all these demands on performers need interpreting. Furthermore, decisions need to be made regarding the derivation of structures from the notes, how to animate the music, translating the style of a piece into a body language—including the ability to find a body language in the first place. Maybe only if an interpreter can appropriate and absorb the music physically, understanding a piece of music can happen.“

Rei Nakamura, Marion Saxer, and Simon Tönies (eds.)
Movement to Sound, Sound to Movement
Interpreting Multimedia Piano Compositions

For many composers today, rethinking the relationship between the auditory and the visual, sound and movement, is a central concern – often connected with (but not limited to) a post-digital perspective on new media. Interestingly enough, the classical piano remains a benchmark for many of those compositions. The essays collected in this volume shed light on the potential and challenges of media-integrated piano composition from a threefold perspective: musicology, performance and composition. They explore the way in which performers deal with conceptual media set-ups (challenges that are seldom taught at music academies), what media integration means for composers today, and the ways that audio-visual concepts change the aesthetic contexts of experience.

https://www.wolke-verlag.de/musikbuecher/rei-nakamura-movement-to-sound/

derweil auf Twitter

Hörtipp: Künstlerische Welten der Ludomusikologie

Spielst Du noch, oder gamest Du schon? Heute (und eine Woche im Stream) läuft auf DeutschlandFunk Kultur die erste von zwei Sendungen zum Spieltrieb in der Neuen Musik.
Mit Melanie Fritsch, Julia Mihály, Alexander Schubert, Johannes Kreidler, Marko Ciciliani, Julian Kämper u.a.
Von Anna Schürmer

„Ludomusikologie“ ist eine junge, zwischen Musik- und Medienwissenschaft angesiedelte Disziplin, die sich mit den spielerischen Komponenten von Sound und der musikalischen Ebene von Games beschäftigt.
Insbesondere die „Generation+/-1980“ nutzt die Gaming-Kultur als künstlerisches Tool: Diese mit Musikfernsehen und Computerspielen aufgewachsene Generation kundschaftet in bester Avantgarde-Manier neues, immersives Terrain aus und öffnet mit einer gehörigen Portion Spieltrieb audiovisuell animierte und interaktiv modellierte Möglichkeitsräume.
Autorin Anna Schürmer lässt entsprechend „verspielte“ Komponist:innen zu Wort kommen: Zum Beispiel Julia Mihály, Alexander Schubert und Johannes Kreidler – sowie die Ludomusikologen Melanie Fritsch und Julian Kämper. Im Mittelpunkt ihrer Sendung stehen die Forschungen von Marco Ciciliani.

https://www.deutschlandfunk.de/gaming-culture-kuenstlerische-welten-der-ludomusikologie.1990.de.html?dram%3Aarticle_id=492342&fbclid=IwAR2MEyVEShXWpqbwD1BZalNzYfcZ_sWjC7vpAgixXYuAMPWd-ANH4YG-VZo

Guitar Piece (aus: Diminuendo by shame)

Mikkel Schou hat’s getan.