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Aphorismen des Tages:
Klein
Weich
Instrumentenreihe
Migration der Pantheisten
Mischpult der Technik
Post-Punk-Bands hätten immanent erdacht
Medium Nabelschnur
Ortsgruppen weder was
Kunst dieser Planeten 1883-1885.


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Aphorismen des Tages:
Klein
Weich
Instrumentenreihe
Migration der Pantheisten
Mischpult der Technik
Post-Punk-Bands hätten immanent erdacht
Medium Nabelschnur
Ortsgruppen weder was
Kunst dieser Planeten 1883-1885.
Die Software GEMMA ist für die Komposition von Filmmusik-Soundtracks ausgerichtet. Sehr interessant finde ich daran, dass nicht vom Akustischen (also von physikalischen Parametern) ausgegangen wird, sondern von semantischen Vorgaben. Vielleicht auch ein Zeichen der Zeit, wo Musik immer stärker semantisch verstanden wird.
Dabei arbeitet das System nicht mit Notenblättern oder Klaviaturen, sondern mit semantischen Vorgaben: Nutzer wählen aus zahlreichen Begriffen aus, die die Szenen beschreiben und setzen die Musik so Schritt für Schritt zusammen. Filmgenres sind ebenso wählbar wie Emotionen, die die Figuren empfinden, oder auch Handlungspassagen.
http://www.heise.de/tr/artikel/Software-komponiert-Soundtracks-1763081.html
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Aphorismen des Tages:
Moderne Probleme Kompositionsmaterial
Stöhnend modulieren
Komposition musste konzertleben
Kadenz
bringen
Naturwissenschaft
Südwestafrika und Inhalt
Verdienste unterschiedlich zusammengesetzt
Warten modische Analyse
In meinem Essay „Das totale Archiv“ habe ich am Rand eine Bemerkung gemacht über die Aneignung von Wissen durch Zufallsgeneratoren.
Vielleicht ist die einzig adäquate Form der Wissensaneignung heute und in Zukunft die Funktion „Zufälliger Artikel“ auf Wikipedia.
Kürzlich hatte ich hier schon das Kunstprojekt, bei dem jemand sich per Zufall von Amazon beschicken lässt. Hier nun ein Browser-Plugin zum zufälligen Surfen im Netz:
Wer in seiner freien Zeit gerne ziellos im Internet herum surft, kann das mit der www.go Firefox-Erweiterung jetzt auch automatisieren. Die Software ruft alle paar Sekunden einen neuen, zufälligen Link auf der aktuellen Webseite auf und bringt Sie so schnell auf Webseiten, die Sie wahrscheinlich noch nie gesehen haben.
http://www.chip.de/news/www.go-Zufall-Internet-Reise-mit-Firefox-Add-on_59527136.html
Das birgt eine große, interessante Diskussion:
1. Wie mit den heutigen, riesigen Datenmassen sinnvoll, ethisch und pragmatisch umgegangen werden kann
2. Wie man sich der „Filter Bubble“ erwehren kann (siehe dazu: Miriam Meckel)
Und eine Antwort auf beide Fragen ist: der Zufallsgenerator! Beispielsweise komme ich bei den ca. 70.000 Samples von Einzelklängen, die ich auf der Festplatte habe, eigentlich nur noch durch Zufallsverfahren zu guten Kombinationen (siehe: COIT). Weshalb ich im Donaueschinger Programmtext dann geschrieben habe:
Eigentlich müsste nicht nur mein Name als Autor dranstehen, denn das meiste habe ich vom Computer komponieren lassen (Zufallsgeneratoren kann man Subjektivität zugestehen); ich habe nur geeignete Resultate ausgewählt. Selber wäre ich auf sie nicht gekommen.
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Aphorismen des Tages:
Gegenstand Paris Ton
26 herrscht
abschirmen beziehungsweise Musiker
Zaungäste sind kosmisch
Psychophysische Rechts-links-Dimension
Haben
Dynamik
Skizzen
öffnen
Schelling
Hörer
Allan McCollum mit einem Werk großer Quantität – über 30.000 Objekt-Unikate hat er 1987-91 hergestellt und werden seitdem in Sammlungen zu über 10.000 ausgestellt.
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Aphorismen des Tages:
Reduziert angesichts der dritten Blicke
Position Tradition
Natur
Hals
Praxis
Weltsymbol Komponisten
Vagheit Stummheit übrigens
Allein vertraut
Hier ist Jerusalem 223
Gerade machen Videos die Runde, bei denen bekannte Popmusikstücke in Dur umtransponiert wurden. ZB Losing my Religion:
Hier ist der Vimeo-Kanal.
2010 habe ich Brian Ferneyhoughs Zweites Streichquartett mit Band in a Box re-arrangiert:
So rummst es, wenn (mal wieder) das Abendland untergeht.
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Aphorismen des Tages:
Wer reduzierte Instrumental-Anschläge
Akustischer Reboot
Name wiederholt Wahrheit
Filmtechniker 1914/15
Fragte dessen Erziehung
Alle mit London
Ganz währt allein
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Aphorismen des Tages:
Feind war Arschloch
Ausgangspunkt Musical
Golf genommen
h’ d-moll
Niemals Kunst
denkt auch Wieso
Mathematik ?2
Mention of rhythm in the introduction, perhaps
All versions of the discussion page of the Wikipedia article about „Music“ from 1st August 2011 (Obama agreed with the Republicans on raising the debt limit) until 14th January 2013 (day of the composition).
Each letter is applied to a specific pitch by chance (in low register). These pitches are played with pulse waves, each word is considered as a chord, the chords follow each other extremely fast. Between each page version, there is a 1.3 second rest.
In that period of time, the discussion page was edited 72 times. This gives rise to a kind of developing variations form.
One of the threads in the talk about music on Wikipedia was entitled „Mention of rhythm in the introduction, perhaps“
“Audiomurale” von Adriana Ronżewska-Kotyńska, die Darstellung von teilweise (aus inhaltlichen Gründen) nicht druckbaren Interviews als Wellenform an einer Hauswand.
The Audiomurale project is set on the wall of a townhouse at Rzeznicka Street in the Old Town district of Elblag (Poland). Extensively damaged at the end of World War II, Elblag’s Old Town waited until the 1980′s for major reconstruction works, which eventually took the form of so-called retro-version. As that area was essentially a vast empty square for several decades, nowadays it calls for a revival of its historical urban – or simply urban – ambience. For the purposes of the project, we conducted interviews with passers-by, people working or living in the Old Town. Selected opinions – including some unprintable remarks – were transferred onto a blank wall of a townhouse in the form of spectrograms (i.e. sound wave patterns).
(via rebel:art)
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Aphorismen des Tages:
Erkenntnis des großen aleatorischen Nichts
Ausgabe Ästhetische Orchestermusik
Objektiver Penis
Melodielosigkeit zur Lösung der Gegenwartsmusik
Die Originalfassung der Warteliste
Der Papst granuliert
Ständig fortlaufende Übersetzung
In der FAZ vom 5.1.2013 steht ein Text, den ich bemerkenswert finde:
Auf dem Jahrmarkt der Zeitdiagnosen
Jürgen Kaube stellt darin fest, wie inflationär in Sachbüchern, Essays, Leitartikeln und Vorträgen eine neue Epoche ausgerufen wird – aber jeder ruft natürlich eine eigene neue Epoche aus. Dafür bringt er viele, sehr viele Beispiele.
Zum Ende dann sucht er eine Erklärung für das Phänomen: Die „Behauptung, an einer Epochenschwelle zu stehen“ entspringe einem „Prägnanzbedürfnis derer [..], die gerne Subjekte der Geschichte sein möchten.“ Aber schlichte Verkaufsstrategie und Überbietungsgehabe zählt er ebenfalls zu den Gründen.
Im Bereich der Neuen Musik treffe ich oft die Meinung an, die Postmoderne müsse doch langsam mal zu Ende sein, man ist ihrer überdrüssig, und manche können es also nicht erwarten, haben das „Prägnanzbedürfnis“, nun die nächste Epoche auszurufen. Es ist dabei selten zu übersehen, dass darin auch die eigene Wichtigkeit taxiert werden will – unter einer neuen Epoche macht man’s nicht mehr.
Ich kann mir nicht helfen, ich mache da nicht mit, mir ist das unangenehm und ich teile überhaupt nicht die Ansicht. Postmoderne finde ich nach wie vor beglückend, Postmoderne ist ein unprätentiöser, also allgemein durchgedrungener Begriff geworden (es ist noch gar nicht so lange her, dass sich die Postmoderne erst mal gegen die Moderne durchsetzen musste, wie in Texten aus den 1990ern zu erfahren ist). Ich akzeptiere dieses allgemeine Lebensgefühl gerne, und das Internet ist das postmodernste Ding überhaupt – gegen den Pluralismus heute war die in den 1980ern postulierte „Neue Unübersichtlichkeit“ (Habermas) noch geradezu putzig übersichtlich; insofern kommt bei mir überhaupt kein Ennui auf. Und wenn Firmen wie Apple oder Facebook ihre eigenen Zirkel schließen, dann verteidige ich den postmodernen Pluralismus unbedingt (siehe dazu auch das Kapitel „Gegentendenzen“ im Essay „Das totale Archiv“). Bei allen Problemen, die hienieden noch gelöst werden müssen: Ich habe kein Bedürfnis nach einer neuen Epoche. Ich habe ein Bedürfnis danach, dass Probleme gelöst werden und dass das Leben schön ist für möglichst alle auf der Welt. Dafür arbeite ich als Künstler.
(Die Postmoderne selbst sehe ich nicht als Ursache der Probleme, im Gegenteil. So wie Habermas darauf pocht, die Ideale der Moderne erst noch zu verwirklichen, würde ich sagen, dass die Ideale der Postmoderne erst noch verwirklicht werden müssen. Noch immer gibt es einen großen Graben zwischen Hoch- und Massenkultur in der Musik, noch immer ist das „anything goes“ gar nicht wirklich durchführbar, angesichts der im Bereich der Kunstmusik mitkomponierenden Institutionen. Warum das dann bekämpfen und schon wieder eine neue Epoche herbeischreiben wollen?)
Sicher halte ich die Digitalisierung für eine Revolution, zumindest für die Generationen, die so alt sind, dass sie das Spulen von Kassettenbändern noch erlebten, aber so jung sind, dass sie die Kassettenbänder begeistert / ohne Kulturpessimismus gegen die neuen Technologien eingetauscht haben. Die Digitalisierung ist ein großes und ungemein spannendes Thema. Wer hingegen nach 1990 geboren ist, für den ist die Digitalisierung überhaupt keine Revolution, sondern selbstverständlich (allerdings ist der Prozess noch nicht abgeschlossen, ich erwarte da noch viele weitere Innovationen, insofern kann es auch den „Nachgeborenen“ wiederum so ergehen).
Ob die „Digitale Revolution“ nun über mein bescheidenes Leben hinaus eine Revolution darstellt, mag sich abzeichnen, aber schon bei den Vergleichen (wie die Französische Revolution? wie die Industrielle Revolution? wie die Neolithische Revolution?) wird’s spekulativ. Ist das nun eine Revolution, die eine neue Epoche einläutet, wie andere Revolutionen der genannten Großkaliber, oder doch nur eine partielle – technische – Revolution, die just die vorhandene Epoche ausdehnt oder vollendet?
Mir ist das wurscht. Allein schon, weil so viele Leute neue Epochen ausrufen, verbietet es sich mittlerweile, eine neue Epoche auszurufen, selbst wenn es objektiv der Fall wäre. Ich weiß, dass just einige Freunde von mir das anders sehen und praktizieren, und ich toleriere sie völlig, vielleicht verstehe ich ihre Beweggründe einfach nicht. Aber es fragt sich, wie produktiv es heute noch sein kann, auf diese Weise zu theoretisieren, es zieht erfahrungsgemäß mehr Aggressionen auf sich als Zustimmung. Und das hat wahrscheinlich mit dieser Inflation zu tun.
Auf Facebook hat es ein Kommentator unlängst auf den Punkt gebracht:
„Wenn ich noch einmal das Wort ‚Paradigmenwechsel’ höre, werfe ich einen Sack Reis um!“
Es nutzt ja nichts, noch so hohe Summen auf den Tisch zu legen, wenn Inflation herrscht. Was macht man bei einer Inflation? Eine andere Währung einführen. In diesem Sinne braucht es andere Begriffe, aber vielleicht auch etwas mehr Geduld und Zügelung im „Prägnanzbedürfnis“.
Ich jedenfalls sage gerne und mit Überzeugung: Ich bin Postmodernist.
(siehe dazu auch „Musik, Ästhetik, Digitalisierung – eine Kontroverse“ S. 91)
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Aphorismen des Tages:
Das Frau primär zarteste
Mehr Diskantklauseln
Borges
Derrida
Erweitert
englischer 218f.
Todestrieb saugen
Navigation
Anzahl
Differential
Und das einer neuen reinen Zeit als Großvater (1909)
Heute nochmal Kreidler, ein paar Links:
Heute Nacht 0.05h sendet DeutschlandRadio Kultur mein Donaueschingen-Stück „Der ‚Weg der Verzweiflung‘ (Hegel) ist der chromatische.“ (sowie Trond Reinholdtsens „Musik“).
Livestrom:
http://www.dradio.de/streaming/dkultur.m3u
Mein Aufsatz „Musik mit Musik“, der letzten Sommer in den „Darmstädter Beiträgen zur Neuen Musik“ bei Schott erschienen ist, wurde von Jelena Mikloš ins Slowenische übersetzt:
http://www.sigic.si/odzven/glasba-z-glasbo
Patrick Frank hat einen Vortrag über „Nullpunkte, Krisen und Subversion in der Musik heute“ gehalten, der hier online steht, darin wird auch meine Arbeit referiert:
[ Hier noch ein Vorgeschmack auf „Wir sind Außergewöhnlich“, ein „Diskurskonzert“ in den Berliner Sophiensälen am 19./20. Januar von Patrick Frank, auf das man gespannt sein darf:
http://faustkultur.de/kategorie/musiktheaterfilm/diskurskonzert-von-patrick-frank.html#.UPWYpayH98F ]
Und Stefan Hetzel hat in der Neuen Zeitschrift für Musik Harry Lehmanns Buch „Die digitale Revolution der Musik“ rezensiert, am Ende werde ich genannt:
http://www.musikderzeit.de/de_DE/journal/current/showarticle,35606.html