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Genoel von Liliensterns Radiofeature über postmoderne Kunstmusik

…mein Orchesterstück Minusbolero kommt auch darin vor.

as ist postmoderne Musik? Diese Frage wird in gewissen zeitlichen Abständen immer wieder diskutiert. Doch eine solide Übereinkunft darüber was sie ausmacht steht bisher noch aus. Der Musikphilosoph Harry Lehmann sieht die Postmoderne in der Musik nur schwach ausgeprägt. Anne LeBaron hingegen sieht sie als eine Strömung, die ihre Ursprünge im Aufgreifen surrealistischer Kunsttechniken durch Komponisten hat.

Auf diese Annahme aufbauend, und anhand konkreter Beispiele, versucht Genoël von Lilienstern zu zeigen was postmoderne Musik ist. Als ihre Eigenschaften identifiziert er die Verwendung von Collagetechnik und Automatismen, das Spekulativ-Werden der Autorschaft, sowie eine unangepasste Haltung des Künstlers, der so wie Marcel Duchamps eine “Reaktion gegen den Geschmack” hervorbringen möchte. Seit den 1930er Jahren existiert demnach eine musikalische Postmoderne und sie entwickelt sich stetig fort – nicht nur in der Kunstmusik, ebenso in avantgardistischen Strömungen von Pop und Jazz. Seit Längerem finden postmoderne Techniken auch Akzeptanz im musikalischen Mainstream.

Sendung bleibt wahrscheinlich nur für begrenzte Dauer in der Mediathek, also bald anhören:
https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/jetztmusik/swr2-jetztmusik-wesensfremde-realitaeten-auf-ungeeigneter-ebene-die-postmoderne-in-der-musik/-/id=659442/did=22717832/nid=659442/iout8u/index.html

Vom erweiterten Musikbegriff zur Medienkunst. Vortrag über Musiktheater

Johannes Kreidler
Vom erweiterten Musikbegriff zur Medienkunst. Vortrag über Musiktheater.
Tagung über Zeitgenössisches Musiktheater an der Hochschule für Musik Leipzig, 2.November 2018

Der Vortrag befasst sich inbesondere mit der Oper “Mein Staat als Freund und Geliebte”.

Text über Konzeptmusik im Buch “Klang und Semantik”

Von einer Tagung zum Thema “Klang und Semantik” in Dresden im Jahr 2013 ist nun der Tagungsband erschienen – das Thema steht für mich ziemlich zentral in meiner Arbeit.

Jörn Peter Hiekel / Wolfgang Mende (Hg.)
Klang und Semantik in der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts

Der »Klang«-Begriff hat im neueren Kunstmusikdiskurs eine kategoriale Aufwertung erfahren. Der Aspekt der Bedeutung ist dabei vielfach aus dem Blickfeld geraten. Doch wie viele semantische Spuren sind im Klang klassisch-moderner und Neuer Musik tatsächlich haften geblieben? Welche neuartigen Weltbezüge von Klang können jüngere Konzeptästhetiken herstellen? Und was eröffnet ihre analytische Freilegung?

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3522-5/klang-und-semantik-in-der-musik-des-20.-und-21.-jahrhunderts/

In dem Band stehen viele fundierte Texte; das Thema ist ergiebig und war bislang ein Desiderat der aktuelleren Forschung. Im letzten Beitrag mit dem Titel >„Es geht nicht um den Klang an sich… als Fetisch“ Notizen zu Klang und Semantik in Konzeptmusik, Diesseitigkeit und Non-cochlear Sonic Art< beschäftigt sich Oliver Wiener mit den ästhetischen Debatten seit Beginn der 2010er Jahre.

Snip aus der Einleitung:

Eine spezifische Herausforderung an die Theoretisierung des Verhältnisses von Klang und Semantik stellen jene ästhetischen Entwürfe dar, die in den letzten zehn Jahren von einer bestimmten Richtung der europäischen Komposition und einer konzeptuellen Spielart der amerikanischen Sonic Arts vorgelegt wurden. [...] Die Bewegung in Deutschland lässt sich in zwei Gruppierungen fassen, die sich unter den produktionsästhetischen Schlagwörtem „Diesseitigkeit“ und „Konzeptmusik“ differenzieren.

Nachtrag: Hier eine Rezension in der SZ

Portrait in den aktuellen “Positionen”

Peter Lell hat ein schönes Portrait über mich in den aktuellen “Positionen” (Thema >Digital Natives<) veröffentlicht.

https://www.positionen.net/inhalt_pos.php?Heft=116&fbclid=IwAR281P-CRVWMpON1qppdmwvKdrVF12JNnXAYoeSKZLavXpvYH-r6yTJFPxs

Arte-Sendung über Stacheldraht

Nachtrag zu meinem Cellostück, das sich mit Stacheldraht ästhetisch auseinandersetzt. Danke für den Tipp, Leopold.

Mitschnitt “The Wires”, für Cello, digital Audio und Video

Johannes Kreidler
The Wires
for Cello, digital Audio and Video (2016)
Tanja Orning, Vc.
Ultima Festival Oslo, 21.9.2018

Ein Stück über Grenzen, Stacheldraht, Projektile, Knoten und das Cello als Drahtverhau. Als Hauptquelle habe ich US-Patente für verschiedene Typen von Stacheldraht verwendet, die während der letzten 30 Jahre des 19. Jahrhunderts registriert wurden.
Dieses Material wird akustisch >gescannt<, sonifiziert, um eine klangliche Sensibilität für die Formen von Stacheldraht und seinen Knoten zu schaffen. Umgekehrt wird aus dem live-Cello-Klang wiederum ein Visuelles, indem er in Form von Schallwellen über die Drahtabbildungen gelegt wird. Später wird ein Katalog von Gewehrkugeln gescannt, wie wenn sie durch die Hautoberfläche eindringen würden, und Cellosaiten werden in verschiedenen Variationen geknotet, lauter einzelne >Kompositionen<, Prozesse des Knotenschürzens.
Es gibt in den USA über 1000 Patente von verschiedenen Arten von Stacheldraht. Es ist erstaunlich, was der Mensch für eine Fantasie an den Tag legt, um sich abzugrenzen.

http://www.kreidler-net.de/werke/wires.htm

Personenregister meiner Bücher “Musik mit Musik” und “Sätze über musikalische Konzeptkunst”

Es gibt jetzt ein Personenregister online zu meinen Bücher “Musik mit Musik” und “Sätze über musikalische Konzeptkunst“.

http://www.kreidler-net.de/theorie/personenregister.htm

Als PDF

Music of Media Art? Lecture Kreidler Darmstadt 2018

Skizze

Kreidler @Instagram & @Academia.edu

Bin jetzt auch auf Instagram aktiv (als Archiv meiner Arbeiten), und einige meiner Texte stehen nun auf Academia.edu. Go for it!

"Diminuendo by Shame" (2014) Ensemble Asamisimasa

Ein Beitrag geteilt von Johannes Kreidler (@johanneskreidler) am