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Sammelband „Musik und Schrift“ mit Text „Schreibwerkzeuge der Komponist*innen“

Jetzt erschienen:

Musik und Schrift
Interdisziplinäre Perspektiven auf musikalische Notationen
Reihe:

Theorie der musikalischen Schrift

HerausgeberInnen: Carolin Ratzinger, Nikolaus Urbanek und Sophie Zehetmayer
Musiknotationen wurden lange nur als »aufgeschriebener Klang«, in der Rolle eines Speicher- und Kommunikationsmediums, verstanden. Ausgehend von neuerer Schriftforschung wird in diesem Band ein Perspektivenwechsel auf musikalische Schrift vorgenommen. Die Beiträge eröffnen kulturwissenschaftliche, philosophische, musikhistorische, bildtheoretische und musikästhetische Perspektiven auf musikalische Notation. Daran anknüpfend werden exemplarisch musikalische Notationssysteme aus Geschichte und Gegenwart auf ihre schriftspezifische ›Eigensinnlichkeit‹ befragt.

Darin auch die schriftliche Übertragung der Podiumsdiskussion in Wien an der Kunstuniversität im Januar 2017 über die >Schreibwerkzeuge der Komponist*innen< mit Iris ter Schiphorst, Karlheinz Essl, Johannes Maria Staud und mir, moderiert von Bernhard Günther (Kulturtechno früher).

https://www.fink.de/view/title/53447

Numbering

Wien, Januar 2019

„Der Spuk läßt sich weder klassifizieren noch zählen, er ist die Zahl selbst, er ist zahllos, unzählbar wie die Zahl, man kann nicht auf ihn zählen und nicht mit ihm rechnen. Es gibt nur einen, und schon gibt es zuviel davon. Er wuchert, man kann seine Sprößlinge oder seine Zinsen, seine Supplemente oder Mehrwerte nicht mehr zählen (dieselbe Figur assoziierte auf griechisch, Platon wußte darum, den Sprößling des Vaters mit dem Zins des Kapitals oder des Guten). Denn das singuläre Phantom, das Phantom, das diese unkalkulierbare Vielfalt erzeugt, das Ur-Gespenst, ist ein Vater oder es ist das Kapital. Diese beiden abstrakten Körper sind einer wie der andere sichtbar-unsichtbar. Erscheinungen ohne Person. Das untersagt nicht die Spekulation, im Gegenteil. Es untersagt auch nicht die Begierde, zu zählen, was sich nicht zählen läßt.“
(Derrida, Marx‘ Gespenster)

for George Floyd

Mein Text „Das Partitur-Paradigma“ ist in der Neuen Zeitschrift für Musik erschienen

Sätze über musikalische Konzeptkunst, gesprochen von Johanna Vargas

Johannes Kreidler
Sätze über musikalische Konzeptkunst (2013)
gelesen von Johanna Vargas / Karlsruhe, ZeitGenuss Festival 2019

„Musiktheater ist eigentlich das Medium der Stunde“

„Die deutsche Bühne“ hat ein Themenheft über die Oper Halle herausgebracht, wo ich 2018 die Oper „Mein Staat als Freund und Geliebte“ gemacht habe.
Im Heft ein Gespräch zwischen Michael von zur Mühlen, Sarah Nemtsov, Thomas Köck, Ole Hübner und mir.
Hier das ganze Heft, das Gespräch ab Seite 44.

Ebenfalls auf Kulturtechno:
MEIN STAAT ALS FREUND UND GELIEBTE im Nachtkritik Stream, heute ab 18 Uhr

Verschönerungstheorien statt Verschwörungstheorien

Am Samstag, 16.5.2020 Rosa-Luxemburg Platz Berlin

Verschönerungstheorien statt Verschwörungstheorien

In der Verunsicherung durch die Corona-Krise erwacht in den Menschen eine Art ästhetisches Empfinden – die Welt sei nicht, wie sie scheint, sie ist verzaubert, verhext. Fantasie fängt an zu blühen und zugleich keimt eine große Hoffnung auf Besserung der Welt. Das wäre eigentlich gar nicht verkehrt, würde es sich nicht in abstrusen Ideen verfangen.

Wir befinden uns in einer epidemologischen und epistemologischen Krise

Am Anfang von Corona wurden Menschen, die das Virus als gefährlicher einstuften als die Regierungen, als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet, jetzt ist es umgekehrt: Die Verharmloser sind die „Aluhutträger“. Desorientierung nimmt zu. Aber auch das ist nicht per se falsch!

Es ist gut, wenn die Welt durchgeschüttelt wird. Jetzt müssen wir diese – unsere – Energien sinnvoll dahin lenken, wo die wahren Chancen liegen.

Die Natur hat uns mit Corona gewaltig aus der Bahn geworfen, Routinen hinweggefegt, uns gezwungen, innezuhalten. Wir waren schwer infiziert, ja völlig durchseucht vom Virus des Neoliberalismus und des unbegrenzten Wachstums. Wir sollten uns nicht daran klammern, jene vorherige „Normalität“ wieder zurückhaben zu wollen, sondern endlich Antikörper bilden.
Begeben wir uns auf die Suche nach ökonomischen, ökologischen und ästhetischen Impfstoffen gegen diese Seuche.

* Ende der ökonomischen Wachstumsobsession
* gerechtere Verteilung des Reichtums
* ökologische und nachhaltige Landwirtschaft
* Konsum eindämmen
* Schuldenerlässe

Durch Corona kam die Welt in einen lange nicht mehr dagewesenen Stillstand und zugleich in eine immense Aufwirbelung, in ein Aufbrechen der Gewohnheiten. Lasst uns das in eine gute Richtung weitertreiben. Eine große Transformation ist nicht nur nötig, sondern jetzt auch möglich. Wann, wenn nicht jetzt?

++++
In der Berliner Morgenpost wird mein Beitrag auch erwähnt.

Fantasies of Downfall

Rachel Hargroder mit einer hervorragenden Interpretation meines Stücks für Vibraphon, Audio- und Videozuspielung.

Musikalischer Börsenkurseneinbruch, wieder mal

Wieder mal, in der Periodizität die schon Marx voraussagte, sind die Börsenkurse in den vergangengen Wochen eingebrochen. Meine Charts Music scheint partout nicht zu veralten.
Hier eine Aufnahme der neu geschaffenen Version für das Ensemble Mosaik, ZeitGenuss Festival Karlsruhe Herbst 2019.

Text „Postmodern Music and its Future“

Sonntagslektüre: Marcin Rychters Aufsatz „Postmodern Music and its Future“

http://eidos.uw.edu.pl/postmodern-music-and-its-future/

Abstract:
The essay presents an attempt at characterizing contemporary music’s culture by identifying a dialectical tension between “modern” and “postmodern” currents in it. After initial considerations on the manifold usages of the term “postmodernism,” five composers’ approaches will be analyzed: John Cage, Philip Glass (and other minimalists), Bernhard Lang, Mauricio Kagel and Johannes Kreidler. However different they may be from one another, all these composers are being interpreted as undermining, in various ways, the practice and theoretical background of modernist avant-garde music.