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Gehörgangsspiegelung – 2. Bericht von den Proben für „Feeds. Hören TV“

Die Ouvertüre ist gefunden!


Da muss Musik durch. Grauenhaft!

Entsetzlich: Da muss Musik durch!

Musik hat’s schwer. Die Bildende Kunst, die wird mit dem Auge wahrgenommen, dem Spiegel der Seele, dem schönsten Körperteil überhaupt! Und die Musik? Die muss erst mal durch einen engen, behaarten und vollgeschmalzten Gang durch, ehe sie in würdigere Körperregionen gelangt. Also ästhetisch ist das nicht! Aber darum geht es ja auch gar nicht in „Feeds. Hören TV“ – genau, es geht nicht um Ästhetik, sondern ums Entweihen, Entlarven, Entkernen, „konzeptuelle Zumtungen“ (Claus-Steffen Mahnkopf, Über das Hören. in: „Musik, Ästhetik, Digitalisierung – Eine Kontroverse“). Darum als Ouvertüre zu Feeds: Eine Gehörgangsspiegelung. Etliche Probenzeit hat diese Entscheidung gekostet, Röntgenprozeduren aller Beteiligten, der gesamte Frauenchor wurde nacktgescannt. Gottseidank nun die Einigung – wenn auch Schmalz in der Musik kein ganz neues Thema ist.

Weitere Mahnkopf-Zitate am 18./25./26. 9. im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen!

Werbung: Wegen des riesigen Erfolgs jetzt die 2., stark erweiterte Auflage von Musik, Ästhetik, Digitalisierung - Eine Kontroverse. Wolke Verlag, gebunden, 1300 Seiten.

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Stil 1b @ Helsinki

Heute abend 2.9.2010 spielen Andreas Kiefer, Daniel Agi und Ingolfur Vilhjalmsson die Uraufführung von „Stil 1b“ für Akkordeon, Flöte, Bassklarinette und Zuspielungen // Sibelius-Akademie Helsinki. Pflichtveranstaltung für alle Kulturtechno-Leser! Ich selber kann leider nicht zugegen sein..

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Smells like Teen Spirit – Verhunzung / Veredelung goes on

Auf Facebook verlinke ich öfter Kulturtechno-Beiträge. In den dortigen Kommentaren zum letzten Nirvana-Mashup wurde ich auf zwei weitere aufmerksam gemacht, danke an die Kollegen:

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Nazimusik im Selbstversuch – 1. Bericht von den „Feeds“-Proben

Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs

Ich erzähle öfter, zuletzt in meiner Darmstadt Lecture, dass ich vornehmlich Musik verarbeite, die ich nicht mag. Das erzeugt in der Regel Diskussion – ob das denn wirklich stimmt?!

Hoffentlich ist das wenigstens in diesem Fall eindeutig: In „Feeds. Hören TV“ erklingt an einer Stelle ein altes Nazilied, noch teilweise von live-Instrumenten verstärkt. Was hat es damit auf sich?

Norbert Schultze (Quelle: Wikipedia)

Norbert Schultze (Quelle: Wikipedia)

Der Komponist des berühmten Schlagers „Lili Marleen“, Norbert Schultze, hat während des Zweiten Weltkriegs auch Lieder wie „Panzer rollen in Afrika vor“ oder „Bomben auf Engelland“ komponiert. Und statt dass dieser Schund verboten würde, ist er bis heute im Repertoire der GEMA enthalten. (Kann man im online-Katalog der GEMA recherchieren.) Nachdem Schultze ein schönes Leben hatte, hat er testamentarisch verfügt, dass fortan sämtliche Tantiemen aus Werken zwischen 33 und 45 ans Deutsche Rote Kreuz gehen. Jedesmal, wenn so ein Nazilied abgespielt wird, gehen die GEMA-Gebühren dafür ans Rote Kreuz. Das sind die Einnahmemodelle des Roten Kreuzes. (Ich wurde darauf von Martin Hufner hingewiesen, danke, Martin!)

Aktion „Nazilieder für Flutopfer in Pakistan“

In „Feeds“ werden wir dem DRK eine Spende geben, indem wir „Bomben auf Engelland“ spielen – denn dann müssen wir auch die GEMA-Gebühren dafür entrichten, die dann ans Deutsche Rote Kreuz weitergehen.

Eine Schwierigkeit, die ich allerdings gar nicht beachtet hatte, ist die Probenarbeit damit. Immer wieder diesen Nazischund hören zu müssen ist so grauenhaft, so unerträglich, dass der Part eigentlich unspielbar ist. Ich muss leider feststellen: Hier wird Musik zur existenziellen Erfahrung.

Darmstadt Lecture – Video

Mein Vortrag vom 24.7.2010 bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik ist nun online samt PowerPoint-Folien, in englisch:

My Lecture at the Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik on 24 July is now online, including Power Point Slides, in english:

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Fremdarbeit – Radiosendung online

Die Radiosendung vom 10.6.2010 auf DeutschlandRadio Kultur über meine Aktion Fremdarbeit ist jetzt online:

Hier eine Hörerreaktion.

„Mein Schreibzeug“ @ Positionen 84

In der Zeitschrift Positionen erscheint in der Ausgabe 84 (ab Mitte August erhältlich) mit dem Thema „Neukontextualisierung – Generationenwechsel“ ein kürzerer Text von mir mit dem Titel „Mein Schreibzeug“, in dem es um die heutigen Produktionsbedingungen des Komponierens geht.

Snip:

Die Möglichkeiten des Komponierens haben sich für mich durch den technologischen Fortschritt stark erweitert. Beispielsweise wird die seit Jahrzehnten ausgegebene Parole „anything goes“ überhaupt erst jetzt real – weil mittels Computer und Lautsprecher nun tatsächlich alles Klingende eingesetzt werden kann. (Bis vor zehn Jahren war „alles“ fast nur im Rahmen der klassischen Instrumente machbar.)

Mit der Emanzipation vom Klassik-Image erledigen sich dann meines Erachtens diverse, gern genutzte Nährböden der Kunstmusik: neoromantische Ausdrucksoffenbarungen, Neue-Musik-Simulationen, Stilprovokationen oder Kritik am „philharmonischen Schönklang“. (Die Berliner Philharmonie ist ein Altenheim – will ich ein Altenheim kritisieren?)

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Einleitung in die Musiksoziologie

Hier ein Ausschnitt aus den Proben für „Feeds. Hören TV“: Der Beginn des 5. Akts, „Einleitung in die Musiksoziologie“. Es tanzt Manuel Romen.

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Musik Ästhetik Digitalisierung – Eine Kontroverse

jetzt ist es raus und bei www.wolke-verlag.de erhältlich:
Das Buch von Harry Lehmann, Claus-Steffen Mahnkopf und mir.

Kreidler @ Neural

In der aktuellen Ausgabe von Neural ist ein Porträt-Interview mit mir abgedruckt. Kaufpflicht für alle Kulturtechnoleser!

Snip:

N: In „cache surrealism,“ instead, you use anonymous pop music as pure sound, with no mediation, just as another instrument, juxtaposing it with an instrument playing. With the pervasive presence of speakers all around us, has pop music become the muzak of our times?

JK: In germany it is a common argument of composers that they focus on that sounds that are normally filtered out. What they mean are all the tiny sounds, for example, of the fingering on cello strings, not the bowed strings, but the noise of wiping along with the left hand every cello player does. But why do composers focus on classical music? (I don’t regard new music as contemporary classical music.) Once I sat in a pub and after hours I recognized that there is pop music playing. This is behind my daily sonic firewall, so I focus on that in the way other focus on cello-wiping. I am interested in making noise music. Pop music is noise!

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