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“’Piano Piece #5′ is reminiscent of distant artillery fire.“

Die Besprechung eines Konzerts von Sebastian Berweck in der Harvard University ist schon fast ein Jahr alt, fiel mir aber jetzt beim product-placements-Linkssammeln wieder in die Hände und ist bemerkenswert ob der bellizistischen Konnotation, die meine Musik für den Schreiber offenbar hat.

http://www.news.harvard.edu/gazette/2007/11.08/15-piano.html

Product Placements Linkliste

Endlich habe ich für die englischsprachige Version der „product placements“-Seite die internationale Linkliste zu Berichten über die Aktion zusammengestellt:

Selected Reviews

Videos / Photos:
Video by Moritz R („Der Plan“) // Video by 3Sat Kulturzeit // Video by Neue Musikzeitung // Photos 1, Photos 2, Photos 3.

German:
Bericht in der Neuen Musikzeitung // Film der Neuen Musikzeitung // Der Kreidler/Dostal – Disput // Dooload // WDR3 TonArt // DeutschlandRadio Kultur // julia-seeliger.de (Die Grünen) // Darstellung der Diskussion (news godot.de) // Video der Diskussion // gulli // Freie Radios // diesellog // Bilanzierendes Interview mit der Piratenpartei // Videoregister // TAZ-Interview // Berliner Zeitung-Interview // Telepolis // Sueddeutsche Zeitung // DIE ZEIT // Piratenpartei-Interview // NMZ-Diskussion // Heise-Diskussion // freie Radios // BR3 // DeutschlandRadio // Nerdcore-Diskussion // Ni siuiera // Gulli-Diskussion // Henusode // Lumperladen // laut.de // Robs Blog // sozlog // Fraktal.log

English:
crawdaddy // createdigitalmusic // ZeroPaid I // zeropaid II // wired // Ircam – Centre Pompidou // eZee // Oca Research Review // P2P Blog // Play the Web // AudioCookbook // torrentlog // READYdot // boingboing // Make:

French:
Numerama // L’Oreille en Feu // Vacarm // soundtrack of my life // digiboy // Manufacture francaise d’harmonie de précision // zik’n’blog

Spanish:
Remixtures // Music Check // monofonicos // Ningunterra // ivalladt // SLF Musica 2.0

Japanese:
P2P Blog // toysgadget // Technorati // tumblr.sabii // aikaimg // Hatena:Diary

Dutch:Marco Raaphorst // trendbeheer // simuze // Mcast.fm

Italian:Punto Informatico // Zonix 88

Swedish:Copyriot // Realtid

Russian:Livejournal

Finnish:Piraattiliitto

Polish:nowamuzyka

Portuguise: Producoes Ficticias

Czech:kulturni tydenik

Hungarian: midi.blog

Bulgarian:dot.cult

Fotos vom Jour Fixe am 26.5.2008

Klaus Schmidt, die gute Seele der Berliner Neue-Musik-Szene, hat mir einige seiner Fotos vom Jour Fixe der Berliner Gesellschaft für Neue Musik am 26.5.2008, zu dem ich eingeladen war und über „Musik mit Musik“ mit Arno Lücker gesprochen habe, überlassen. Danke, Klaus!

Zur Frage der Klangregie

Thomas Gerwin, künstlerischer Leiter des Internationalen Klangkunstfestes hat mir auf meinen Blogeintrag nach der Uraufführung von „Farben: Untersagt“ hin geschrieben und seine Platzierung der Klangregie mit Hinweis auf seinen interessanten Artikel in Positionen 60 erläutert. Ich zitiere daraus:

„Das Lautsprecher Setting, das ich in der Regel bei elektroakustischen Konzerten finde, versucht, den Zuhörer Raum akustisch so homogen wie möglich auszuleuchten. Das heißt, meistens acht oder sechzehn möglichst gleiche Lautsprecher möglichst in Ohrenhöhe in möglichst gleichen Abständen rund um die Zuhörer. Der akustische Raum wird vorher im Computer oder auf andere Weise konstruiert und dann durch die möglichst neutralen Lautsprecher während der Performance dargestellt. An dieser Raumdarstellung sind idealerweise immer alle Lautsprecher irgendwie beteiligt und es gibt, wie bei der Stereophonie, gute und schlechte Hörplätze. Die Güte einer Hörposition mißt sich daran, wie exakt sie ermöglicht, den vorher komponierten akustischen Raum zu hören und nachzuvollziehen. Es handelt sich dabei, überspitzt ausgedrückt, um eine Art »Rundum Stereophonie«. Dies ist in extremer Weise auch so bei der Wellenfeldsynthese; auch wenn dort zum Beispiel mit dem Joystick virtuelle Klangquellen relativ frei bewegt werden können, fungieren die Lautsprecher wie ein (Rundum )Monitor, der eine räumliche Illusion erzeugt. Der akustische Raum selbst wird im Rechner erzeugt und von den Lautsprechern dargestellt.

Demgegenüber verfolge ich einen prinzipiell anderen Ansatz. Ich gebe die übliche Zentralperspektive des Hörens einfach auf – zugunsten einer multivektorialen Rezeption. Anstatt zu versuchen, jedem Hörer das gleiche (als optimal definierte) Erlebnis im Brennpunkt der Lautsprecher Konfiguration zu verschaffen, erbaue ich eine Klanglandschaft, die ganz verschiedene Perspektiven bietet und jeden Hörer in die Lage versetzt, seine eigenen Erlebnisse zu bekommen bzw. sogar selbst zu kreieren.“

Tatsächlich ist für diese Art Elektronischer Musik der Platz der Klangregie freier wählbar. Die von mir in Anspruch genommene „Zentralperspektive“ hingegen erfordert einen Klangregisseur genau in der Mitte des Raumes. Ich finde Thomas Gerwins Ansatz plausibel und werde in Zukunft meine Musik vielleicht auch in diese Richtung öffnen; bislang aber ist mein kompositorischer Fokus schlicht auf ganz andere Dinge denn auf den Raum gerichtet. Spatialisierung hat mich bislang in meiner Musik, von Klavierstück 5 abgesehen, noch nicht interessiert, bzw. halte ich es für meine bisherigen Werke sogar für unerlässlich, dass der Klang nicht räumlich diffundiert wird.
In dem Zusammenhang kann ich meine Bemerkung zum Ende der Fortschrittslogik in der Kunst aus meinem Essay Medien der Komposition anbringen:

„Rüttelten viele Werke in der Kunst des 20. Jahrhunderts an den überkommenen Abgrenzungen der ästhetischen Wahrnehmung, müssen nachfolgende Werke, die in puncto Avanciertheit im Schatten jener Erfahrungen stehen, ihre alten Grenzen wiederum verteidigen. Da ist beispielsweise die Bühnensituation, Tableau zur konzentrierten Wahrnehmung allen klanglichen Geschehens, um deretwillen die „Magie“ nicht zerstört wird; womöglich lässt man auch die Mechanik der Instrumente, die Kompliziertheit ihrer Spielweise unkenntlich, doch erzielt man dafür innerhalb dieses Rahmens etwa mit Parametrik, allusiven Einsprengseln und formalen Querverweisen mannigfaltige Bezüge und Ausdifferenzierungen. In einem solchen Dilemma steckt politische Musik: Sie kann auf verschiedenen Ebenen in ihrem Sinne wirken, aber nie auf allen zugleich; und tut sie es auf der einen, benutzt sie andere in konventionellerer Form.“

Insofern bekenne ich mich zur Nutzung der „Zentralperspektive“ und hätte mir dafür den optimalen Klangregieplatz gewünscht, der umgekehrt der „multivektorialen“ Konzeption nicht im Wege gestanden hätte. Ich will hier aber bestimmt keinen Streit vom Zaun brechen, schon aus logistischen Gründen wäre mein Wunsch im Teehaus des Tiergartens nicht so leicht zu erfüllen gewesen und das Stück wurde, so wie es nun vor Ort eingerichtet war, auch nicht substanziell beeinträchtigt. Vielen Dank an Thomas Gerwin und Robin Hayward!

Farben: Untersagt

Das neue Stück erlebte eine prima Uraufführung im gut besuchten Teehaus des Tiergartens. Ein bisschen ein Problem war die Positionierung des Mischpults, eine optimale Klangregie war da nicht möglich. Anyway, das Stück kommt wieder im Mai nächsten Jahres in Rheinsberg, und weitere Aufführungen sind im Gespräch.

Farben: Untersagt

Heute abend wird mein neues Stück „Farben: Untersagt“ für Tuba und Zuspielung von Robin Hayward uraufgeführt. Kommet!

Internationales Klangkunstfest farb_laut > 17.Oktober-15.November 2008

Klangkunst-Ausstellung, Konzerte/Performances und Symposium
Sa, 18. Oktober 08 KONZERT 1 >20 Uhr (Teehaus im Tiergarten)
Ralf Hoyer „farb_laut A“ UA, Ralf Hoyer (Live-Elektronik)
Ruth Wiesenfeld „farb_laut C“ UA, Jochen Carls (Kontrabass)
Joel Chadabe „Many Times Benjamin“ (2004)
Johannes Kreidler „farb_laut F – Farben: Untersagt“ UA, Robin Hayward (Tuba)
Georg Katzer „farb_laut D“ UA
Teehaus im Englischen Garten, Altonaer Str.1, 10557 Berlin-Tiergarten

product placements en france

Wer spielt noch, was wir wollen?

Ein guter Bericht von Florian Neuner über die Dortmunder Tagung, bei der ich Frank Dostal vom GEMA-Aufsichtsrat gegenüber saß:

„Pointierter hätte man das Zusammenprallen der Welten nicht inszenieren können, als es sich am letzten Septemberwochenende auf dem Podium der Dortmunder Phoenix-Halle ereignete: auf der einen Seite der Schlager-Textdichter und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der GEMA Frank Dostal, Schöpfer u.a. des »Lieds der Schlümpfe«, auf der anderen der junge Komponist Johannes Kreidler. Während Dostal von seinen Inspirationen berichtete, auf die er nackt in seinem Bett sitzend wartet, erzählte Kreidler von einer Komposition mit dem Titel »Product Placements«, die gerade mal 30 Sekunden dauert, jedoch aus mehr als 70000 Samples besteht. Der GEMA, die streng über musikalische Fremdanleihen wacht, hat Kreidler in einer vielbeachteten Aktion 70000 Formulare zukommen lassen, auf denen alle Schnipsel aufgelistet sind. Es handelt sich um einen Generationen-, aber auch um einen Interessenkonflikt. Den Schlagerindustriellen, von denen die GEMA dominiert wird, stehen Musiker gegenüber, die heute computerbasiert ganz selbstverständlich sampeln und remixen.“

http://www.jungewelt.de/2008/10-15/048.php


[Foto: irights.com, Robert Gehring]

Der Artikel sekundiert, was Esther Kochte bereits für die NMZ von der Tagung berichtete:

„Wer profitiert denn also von den Verträgen, die die GEMA kürzlich mit Aggregatoren wie Youtube und MySpace abgeschlossen hat? Die Mitglieder der Verwertungsgesellschaften, behauptet Dostal, die seien es schließlich, die im Sinne einer demokratischen Vereinspolitik die Verteilungsschlüssel festlegten, also wer zu welchen Teilen an den GEMA-Ausschüttungen beteiligt werde. Ein entscheidendes Detail hat er dabei allerdings unterschlagen: Nur ordentliche Mitglieder sind bei der GEMA überhaupt stimmberechtigt. Ein ordentliches Mitglied ist aber nur, wer auch ein ordentliches Einkommen mit seinen Werken erzielt – und das sind von 62.888 Mitgliedern laut Selbstauskunft der GEMA gerade mal 3.026 (Stand 2007), also fünf Prozent. Die Stimme eines von Majorlabeln promoteten Spaßdichters zählt. Ein Komponist Neuer Musik, der Gegenwartskunst in der sogenannten ernsten Musik und damit Randsparte, muss ohne Stimme laut werden. Wer also tatsächlich seine Tantiemen durch die künftigen Youtube-Zahlungen an die GEMA wird steigern können, heißt aller Wahrscheinlichkeit nach Dieter Bohlen oder Frank Dostal.“

Mittlerweile ist auch das Video des Dortmunder Panels online. Alle Videos der Tagung hier.

“Das Zwischeninitial ist der Doktortitel des kleinen Mannes“

habe ich gerade bei Spreeblick gelesen und weiß nun endlich genau, warum ich die Dinger nicht mag. Meinen Eltern ist Gott sei Dank kein zweiter Vorname eingefallen und somit heiße ich Johannes Kreidler und nicht Johannes B., Johannes M. oder sonst irgend ein L.M.A.A. Kreidler. Das ist gut so.

(Ich erinnere mich noch mit Schrecken, wie in der Schule bei der Ausgabe der Zeugnisse, auf denen vorne immer der vollständige Name steht, einem Klassenkameraden der zweite Vorname „Adolf“ geoutet wurde.)

Demo gegen den Überwachungsstaat

Ich war dabei. Ersten Angaben nach waren 50.000 Demonstranten auf dem Alexanderplatz. Mein Favorit unter den Transparenten: Stasi 2.0 – [Karikatur von Schäuble im Rollstuhl] – Stoppt den Mielke auf Rädern!

Das Foto ist so verwaschen weil ich es tatsächlich geschafft habe, meinen Digicam-Dino von Anno 2002 zu reanimieren.