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Neu bei Kulturtechno: die „Zufallsartikel“-Funktion

Etwas verspätet zum 5. Geburtstag von Kulturtechno (der war Anfang Oktober) und angesichts von mittlerweile 2200 Artikeln ist es höchste Zeit für eine adäquate Archiv-funktion: der Zufallsartikel.

Das hat einen philosophischen Hintergrund. Im fünften Teil meines Essays „Das totale Archiv“ habe ich geschrieben:

Jean-Paul Sartres Held in Der Ekel begibt sich für den Rest seines Lebens in die Bibliothek und liest, angefangen beim Buchstaben A. Beim letzten Universalgelehrten, Gottfried Wilhelm Leibniz, mag das noch die ganze Bibliothek gewesen sein. Heute muss man, selbst der Forscher australischer Steppengräser, die Abertausende Ergebnisse nur eines einzigen Google-Suchbegriffs sichten. Spezialisten werden immer noch spezialisierter, es ist des Ausdifferenzierens kein Ende. Die Tendenz der zunehmenden Zahl von Fußnoten ist frappant, und 1500 Quellen ausfindig zu machen und in einen Zusammenhang zu bringen ist womöglich eine größere kulturelle Leistung, als etwas (vermeintlich) Eigenes in die Welt zu setzen. Es gibt die Faulheit des Copy&Paste, aber eine ebenso große des ignoranten Drauflosschreibens, der Autismus der Autonomie. Wenn es in der vernetzten Welt etwas nicht mehr gibt, dann tabula rasa. Techniken der Recherche, Stile der Kompilation und Zusammenfassung sind gefragt; die Welt braucht intelligente Filterung und Aggregation. Es gibt aber noch eine Alternative: Vielleicht ist die einzig adäquate Form der Wissensaneignung heute und in Zukunft die Funktion „Zufälliger Artikel“ auf Wikipedia.

Mit jedem Laden einer Kulturtechno-Seite wird nun also in der rechten Spalte oben ein Zufallsartikel verlinkt. Viel Spaß beim Klicken durchs Archiv.

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Schönberg ist ein großartiger Komponist…

Kreidler @London

Morgen abend spielt das Ensemble Plus-Minus mein Stück „Money“ im Cafe Oto in London. Anwesenheitspflicht für alle Inselbewohner!

Crescendo and Ritardando Compositions

He who writes for violin

Die reden von „Welthaltigkeit“ in der Musik

Blühender Diskurs in der Neuen Musik – die aktuelle Ausgabe der Neuen Zeitschrift für Musik

Tatsächlich geht es lebendig und kontrovers zu wie lange nicht mehr in der Neuen Musik, wie die aktuelle Ausgabe der Neuen Zeitschrift für Musik zeigt.

Das Heft kann auch online als ePaper gelesen werden:

Unser neues Heft widmet sich aktuellen musikästhetischen Debatten und beschreibt u. a. Diskussionen über Neotonalität in Frankreich wie solche über Diesseitigkeit hierzulande. Jetzt für 10 Tage unter www.musikderzeit.de einloggen und als ePaper lesen:
Kundennummer 1957195719 | PLZ 10115

Eine Fortsetzung wird die kommende Ausgabe bilden, die dann „Konzeptmusik“ zum Thema hat, darin auch ein neuer Text von mir: „Das Neue an der Konzeptmusik“.

This piece of neo conceptualism…

Neue Kreidlertexte / online

Ein neuer Text von mir, der sich mit der Ästhetik des 11. Septembers befasst, ist in der mexikanischen Zeitschrift „La Tempestad“ erschienen (Ankündigung des Textes).

Snip aus dem deutschen Original:

Karlheinz Stockhausen war der prototypische Komponist der musikalischen Avantgarde – zwischen 1952 und 1970 hat er mit jedem Musikstück die Musik als Ganzes neu erfunden, in Struktur, Notation, Medien, Aufführungsmodus, in ihrer Konzeptualität, und so weiter. Konsequenterweise enthob er mit diesem Projekt allmählich in den Weltraum, gen „Sirius“. Die letzte noch mögliche reale Aufführung aus dieser Konsequenz war das Streichquartett – seine einzige klassische Gattung –, bei dem jeder Musiker in einem eigenen Helikopter sitzt und die Zuschauer das Geschehen am Monitor verfolgen. Der scheinbar unüberbietbare Gipfel an Musik mit Live-Elektronik, teuer wie nur er es sich leisten konnte. Und doch wurde das Stück schon wenige Jahre später abermals übertroffen: von 9/11. Er hat das als erster erkannt.

Der Text ist eine Grundlage meines Musiktheaters „Audioguide“, das 2014 bei den Darmstädter Ferienkursen und beim Ultima Festival Oslo uraufgeführt wird.

Des weiteren ist mein Text „Musik mit Musik“ in der polnischen Übersetzung in der Zeitschrift „Glissando“ erschienen. Kaufpflicht für Polen.

Der Text „Musik mit Musik“ erschien letztes Jahr in den „Darmstädter Beiträgen zur Neuen Musik 21“ und steht jetzt auch online (auf deutsch):

http://www.kreidler-net.de/theorie/musikmitmusik.htm

Ebenso wie die letzte Version meiner „Sätze über musikalische Konzeptkunst“

http://www.kreidler-net.de/theorie/saetze.htm

Und hier noch Presse über meine Performance in Sindelfingen letztes Wochenende, und ein Blogartikel dazu, sowie Presse über das Athelas-Konzert letzte Woche (auf dänisch).

Früher auf Kulturtechno:
„Musik mit Musik“ ins Slowenische übersetzt
Kreidlerportrait @La Tempestad